Liebe

vasco
Zitat:
Original von Chris
Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich jemandem sowohl positiv und im selben Moment negativ geneigt sein kann

Keine Ahnung, inwieweit ich das jetzt zu fassen bekomme. Ich versuch's mal:
Hass richtet sich gegen Konzepte. Dabei ist es irrelevant, ob es sich dabei um das Konzept einer/s {Person, Gruppe, Klasse, Partei, Hautfarbe, Geschlechts, Ideologie, ...} handelt. Letzlich beruht Hass auf der subjektiven Interpretation gewähnter Sachverhalte/Eigenschaften, die nur aus dem zugrunde liegenden Weltbild heraus überhaupt Relevanz erlangen. Weltbild ist eng verwoben mit Identifikation und aus dieser Verwobenheit heraus treten Wertungen und Erwartungen hervor. Sowohl Hass (Abneigung) als auch Liebe (Begehren) sind nichts weiter als aus der Rechtfertigung des Weltbilds, somit der Identifikation erwachsende Bestätigungen der eigenen, aus dem Weltbild geborenen Erwartungen welche, zu Konzepten kodensiert, dem eigenen Empfinden als Maßstab und Richtschnur dienen.
Wer dem (grob) Geschilderten entwächst, erkennt die Natur von Begehren und Abneigung und verfällt ihnen nicht mehr, was Hass ausschließt und, quasi stattdessen, Mitgefühl aufsteigen lässt.

Zitat:
(bitte keine Debatte über Zeit!)

großes Grinsen

vasco - weiterhin sinnierend
Chris
Hey, tiefsinnige Worte. Ich würde das so unterschreiben.

Zitat:
Wer Tauben liebt hasst Falken... (oder so...)


Nach Deinem Beitrag würde das heißen, dass ich, wenn ich einen Falken hasse, weil er ein Vogel ist, auch Tauben hasse, weil sie Vögel sind. Wenn ich ihn hasse, weil er zum Beispiel ... mein geliebtes Meerschwein gefressen hat, dann gibt es viele möglichkeiten: Einmal könnte ich diesen speziellen Falken (das Konzept "dieser Falke, der mein Meerschwein gefressen hat") hassen, weil er mein Meerschwein gefressen hat oder ich könnte alle Falken (das Konzept "alle Raubvögel der Rasse 'Falke'") hassen, weil sie potenziell Meerschweine fressen und einer von ihnen es auch getan hat oder ich hasse alle Vögel (das Konzept "Vogel"), weil ihre Art die Rasse der Falken hervorgebracht hat, von denen ein Exemplar mein Meerschwein zerfleischt hat. Natürlich kann ich das auch als den Lauf der Natur hinnehmen und niemanden hassen, aber nicht alle Menschen bringen die dafür nötige Portion an Fatalismus auf.

Jetzt dürften alle Klarheiten beseitigt sein. Liebe ist nicht Hass, schwarz ist nicht weiß und während der Kuchen spricht, haben die Krümel zu schweigen.

Bettchen wartet - Amen, Ende, aus und over.
vasco
Zitat:
Original von Chris
Nach Deinem Beitrag würde das heißen, dass ich, wenn ich einen Falken hasse, weil er ein Vogel ist, auch Tauben hasse, weil sie Vögel sind.

Naja... Kommt auf's Konzept an und somit auf's Weltbild bzw. dessen Komplexität.

Zitat:
Wenn ich ihn hasse, weil er zum Beispiel ... [...]

Ggf.

Zitat:
Jetzt dürften alle Klarheiten beseitigt sein. Liebe ist nicht Hass, schwarz ist nicht weiß und während der Kuchen spricht, haben die Krümel zu schweigen.

gruebel

Zitat:
Bettchen wartet - Amen, Ende, aus und over.

Axo... Genau... Schöne Träume auch... großes Grinsen

vasco - *poff*
Marie
Zitat:
Original von Almaria
Ja, und ganz überheblich wage ich sogar zu sagen, dass ich mich selbst durchaus liebe, habe sogar die Erfahrung gemacht, dass ich seither (seit mir das klar ist) keinerlei Ängste habe, auf andere Menschen zuzugehen. Es „funktioniert“ einfach. Und geht nicht so viel Energie verloren wie bei permanentem Selbstzweifel. Im Gegenteil, wird Energie geschaffen, die mir als Lebensenergie wieder zur Verfügung steht. Und nebenbei auch meinem Umfeld.


Unsinn! Hier schrieb ich fast immer, wenn ich guter Dinge war. Nun bin ich’s aber nicht und habe durchaus Selbstzweifel. Und da liebe ich mich nun mal nicht. Die Menschen, die ich liebe, liebe ich aber nach wie vor. Und auf Menschen zugehen - wo sich das im realen Leben ergibt – funktioniert trotzdem problemlos.

Es kommt einzig darauf an, überhaupt zu lieben.
Diese Liebesfähigkeit kann ich echt lieben und sie kann mich recht euporisch stimmen, wenn mir nur was schönes vors Auge kommt und sie allein ist es, die nutzlose Ängste zunichte macht.
Aber die Handlungen kann ich nur lieben, wenn sie dieser Fähigkeit zur Liebe auch gemäß sind.
Und die Menschen (einschließlich mir selbst) auch nur da, wo sie dieser Fähigkeit nicht zuwiderhandeln, denn nur da sind sie überhaupt liebenswert.
Wo sie es tun, das Zuwiderhandeln, da liebe ich sie keinesfalls und akzeptiere das auch nicht, bestenfalls leiste ich Entwicklungshilfe.

Wo meine eigenen Handlungen diese Liebesfähigkeit missachten, da überfallen mich sehr wohl Selbstzweifel, die dann auch angebracht sind. Doch sehe ich nicht ein, mir von ihnen etwa die Lebensenergie nehmen zu lassen. Dazu bedarf es eines größeren Feindes als mich.
perla02
.. hallo..

ich glaube nicht, dass man sich plötzlich nicht mehr lieben kann. Entweder man liebt sich selbst, und ist somit auch fähig andere zu lieben, oder nicht.
klar mache ich fehler, mag mich nicht immer so wie ich bin. aber ich denke die liebe zu sich selbst die andere zu lieben erlaubt ist tiefgehender, essenziell.

wenn man wirklich liebt, denke ich, kann diese liebe auch gar nicht mehr vergehen. sie bleibt ewig bestehen, auch wenn die andere person gar nicht mehr in unserem leben ist.

ich denke, liebe ist liebe, da gibts kein "..aber..." und kein ".. nur wenn .. "

;-)

liebe grüsse an euch alle,
eure perla.
Vincezo
Ist Liebe nicht die größte Ilussion unserer Zeit?!
Denn wenn wir Deterministisch denken, so darf es doch so etwas wie Liebe garnicht geben, da es Hass ja auch nicht gibt!


"Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."(Albert Einstein)
perla02
- nein. Weil ich ganz einfach nicht deterministisch denke :-)

Für mich ist Liebe genauso wie Hass keine Illusion, genauso glaube ich daran, dass man sein Leben selbst bestimmen kann. Wen und wie man liebt, resultiert daraus, wer oder was ich sein will. Ich glaube dass man dies bis zu einem gewissen Grad selber bestimmen kann, nicht bewusst, aber als gegeben würde ich nur wenig betrachten, was uns ausmacht.

LG
Flo
Sagt mal, hat Liebe ein gewaltätiges Element? Oder ist die einzig mögliche Gewalt die des ablehnenden?
Flo
Zitat:
Original von perla02
- nein. Weil ich ganz einfach nicht deterministisch denke :-)

Für mich ist Liebe genauso wie Hass keine Illusion, genauso glaube ich daran, dass man sein Leben selbst bestimmen kann. Wen und wie man liebt, resultiert daraus, wer oder was ich sein will. Ich glaube dass man dies bis zu einem gewissen Grad selber bestimmen kann, nicht bewusst, aber als gegeben würde ich nur wenig betrachten, was uns ausmacht.

LG

Natürlich ist alles deterministisch, aber ich finde nicht, dass das bei der Liebe eine Rolle spielt.

Bzw. es spielt schon insofern eine Rolle, als dass es einen dikatorischen Staat geben sollte, der die Menschen so zueinander führt, dass das größtmögliche Glück für alle entsteht (was natürlich auch möglichst gleich verteilt werden sollte). Dafür brauchen wir den Laplacechen Demon oder Rousseau/ Robespierre.
Holly
Die Liebe-das Leben.die Lebendigkeit ist so wenig erforscht, wie die Hirnwindungen in unserem Kopf.
Eines steht fest-wir können nur das geben,worüber wir auch verfügen!
Und mehr zu erwarten wäre eine Frechheit? Anmaßung?
Alles, egal worum es geht, beginnt IMMER in uns. Unzufriedenheit? Danach hört sich dein Text an.
Sie kommt aus dir und mach nicht Andere dafür verantwortlich.
Der Wunsch scheint vollständige Erfüllung...die es, falss es sie gibt,eine Frage der Entscheidung ist..Entscheiden, ob wir das, was wir haben oder bekommen für als Solches erklären..Es gibt natürlich Menschen, die NIEMALS genug haben, NIEMALS zufrieden sind..Sie sind gierig und nie satt..
und übersehen die wertvollen Kleinigkeiten..
Flo
Zitat:
Original von Holly
Die Liebe-das Leben.die Lebendigkeit ist so wenig erforscht, wie die Hirnwindungen in unserem Kopf.
Eines steht fest-wir können nur das geben,worüber wir auch verfügen!
Und mehr zu erwarten wäre eine Frechheit? Anmaßung?
Alles, egal worum es geht, beginnt IMMER in uns. Unzufriedenheit? Danach hört sich dein Text an.
Sie kommt aus dir und mach nicht Andere dafür verantwortlich.
Der Wunsch scheint vollständige Erfüllung...die es, falss es sie gibt,eine Frage der Entscheidung ist..Entscheiden, ob wir das, was wir haben oder bekommen für als Solches erklären..Es gibt natürlich Menschen, die NIEMALS genug haben, NIEMALS zufrieden sind..Sie sind gierig und nie satt..
und übersehen die wertvollen Kleinigkeiten..

Mmh, beziehst du dich auf meine Posts?

Falls ja, verstehe ich nicht, wie du auf die Gier kommst. Für mich persönlich hatte Liebe nie etwas mit Gier zu tun. Gerade das Gegenteil ist doch der Fall. Wer liebt, ist zu der Geliebten unglaublich großherzig. Die einzige Bedingung ist in einem Fall aufrichtiger Liebe, dass der andere sich lieben lässt. Ich denke Eifersucht spielt dann nur eine untergeordnete Rolle. Man fühlt sich mit der anderen verbunden und empfindet ihr Glück erfreulicher, als sein eigenes.

Und das Argument mit dem "Wir können nur geben, worüber wir verfügen" ist in meinen Augen gerade falsch. Liebe kann sich entwickeln. Es ist eine Tugend, jemanden nicht zu quälen. Auch dann nicht, wenn das heißt, dass man sich lieben lassen muss.
Gabriel
Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist etwas anderes, als die zwischengeschlechtliche Liebe, in der Macht und wechselseitiger Besitz eine größere oder kleinere Rolle spielen, die so mit der Liebe, wie wir sie meinen, nichts zu tun hat und nur umgangssprachlich so genannt wird. Nichtsdestotrotz kann man(n) selbstverständlich eine Frau als Person lieben (oder die Frau den Mann), ohne die zwischengeschlechtliche Komponente hinzuzufügen; platonische Liebe.

Wer in der Liebe gierig ist, meinetwegen auch in der zwischengeschlechtlichen, der liebt nicht die Person, sondern das, was immer sie ihm gibt. Liebe ist allzu häufig nur eine Reaktion auf die Erfüllung eines Bedürfnisses, sei es das Bedürfnis nach Liebe selbst, nach Nähe, nach Sex, nach Zärtlichkeit oder schlichtweg nach materiellem Komfort, der durch den reichen Partner auf einmal ermöglicht wird.

Am gefährlichsten ist sicher die "Liebe" als Reaktion darauf, geliebt zu werden. Doch ist sie die häufigste Form von Liebe, auf die man treffen kann. Auf diese Weise liebt man nicht eine andere Person, sondern man liebt sich selbst durch eine andere Person. Gerade weil man nicht fähig ist, sich selbst zu lieben, hat man ein Bedürfnis nach Liebe. Wenn dies durch jemanden gestillt wird, ist man dann auch fähig, ihn dafür zu lieben. Diese Form der Liebe gleicht einem Handel mit Emotionen. Sicherlich meistens unbewusst, aber dennoch.

Die wahre Liebe zu einer Person (ihrem Charakter, ihrer Seele) ist meinem Verständnis nach vollkommen frei von solchen Bedingungen und Beschränkungen, jedoch auch nur möglich, wenn man mit sich selbst im Reinen ist; oder kurz: wenn man sich selbst liebt. Man ist emotional frei, ist nicht mehr auf etwas Bestätigendes angewiesen, das von außen kommt, am allerwenigsten auf die Liebe selbst. Man hat mehr als genug davon. So viel, dass man andere lieben kann, ohne etwas zurückzuverlangen.

Liebe heißt, immer das Beste in einem Menschen zu sehen.
Selbstliebe heißt folglich, immer das Beste in sich selbst zu sehen.

Es ist wahr: Jeder ist sich selbst der Nächste. Deshalb sollte man damit anfangen, sich selbst zu lieben, denn so wird einem am schnellsten klar, dass jeder andere Mensch, der all die negativen Züge hat, die man auch immer an sich selbst wahrgenommen hat, nicht weniger liebenswert ist. Anderenfalls könnte man nur jemanden lieben, der vollkommen ist. Jemanden, der immer nur das Beste sagt und tut. Man wird so aber nie in der Lage sein, jedem beliebigen Menschen ein hohes Maß an Mitgefühl und Verständnis entgegen zu bringen oder irgendeine Person innig zu lieben, ohne im Gegenzug auch ihre Liebe oder ihre Aufmerksamkeit und Nähe zu fordern.

Deshalb ist es meiner Meinung nach falsch, dass Selbstliebe die Liebe zu anderen unmöglich macht. Sie ermöglicht es erst, andere ohne Beschränkungen zu lieben.

Freilich sollte man Selbstliebe nicht mit einer aus einem Mangel an Selbstliebe resultierenden Selbstsucht verwechseln.
ete
Hi Gabriel,

danke für so einen wunderschönen und bedeutsamen Text. smile

Ein bekanntes Lied heißt schlicht "Liebe ist" , was ich dahingehend interpretiere, dass Liebe Sein ist. Vlt. bestehen Geheimnis und Schatz der Liebe gerade darin und negieren somit Fordern und Habenwollen. Liebe ist und somit ist Liebe Sein. Liebe sein ist m.E. schon eine anspruchsvolle Lebens-Aufgabe.
Agent Orange
@Gabriel:
Ich kann mich vor dieser Einsicht nur verbeugen. Die Selbstliebe scheint mir zweifellos die Plattform zu sein, um das vielfältige Sein eines Anderen als Einheit begreifen zu können, als Unendlichkeit, in der man sich in Wonne wiegen kann, ohne dabei einen Zweck oder eine Absicht in Betracht ziehen zu müssen. Wenn mich allein die Vorstellung, dass sich eine andere Person regt, atmet, vielleicht lächelt, so mit Freude und Sinn erfüllt und jeden Zweifel vergessen macht, dann ist Liebe ganz nah.
theophanu
@ gabriel

Darf ich Dich fragen, was Du mit Deiner stereotypen und wenig tiefgehenden Analyse anregen möchtest?

Zitat:
Liebe heißt, immer das Beste in einem Menschen zu sehen.
Selbstliebe heißt folglich, immer das Beste in sich selbst zu sehen.

Ganz klar Nein:
Liebe und Selbstliebe bedeutet nicht Liebe ohne Hinsehen, sondern Liebe trotz Hinsehen.

Zitat:
Deshalb sollte man anfangen, sich selbst zu lieben....
Faszinierender, völlig neuer Gedanke und so einfach umzusetzen. Wozu noch Psychoanalyse?

Liebe ist, wenn das Ich beim Du etwas findet, was es notwendig zu seiner weiteren Vervollkommnung braucht und wovon es nicht lassen kann.
Alles weitere ist schöner oder auch unschöner Schein.
Agent Orange
Liebe enthält immer auch ein Moment der Verklärung, einen naiv unschuldigen und entschuldigenden Blick. In einer biochemischen Hochkonjunktur wirkt eine kritisch-zweifelnde Betrachtung des Liebesobjekts unangenehm ernüchternd.
theophanu
@ agent orange

Zitat:
Liebe enthält immer auch ein Moment der Verklärung, einen naiv unschuldigen und entschuldigenden Blick.
In Ordnung. Aber man sollte sich der Verklärung irgendwann bewußt werden, denn sonst.....

Zitat:
In einer biochemischen Hochkonjunktur wirkt eine kritisch-zweifelnde Betrachtung des Liebesobjekts unangenehm ernüchternd.
..... wird man Opfer der eigenen Verklärung, die insgesamt den klaren Blick trübt. Mit insgesamt meine ich, den gleichen verklärten Blick in die Philosophie zu tragen. Dann passiert genau das, was hier so häufig passiert: Ein Sich-Verlieren in Glaubensgebäuden mit anschließendem Lamento über deren Instabilität.
Agent Orange
Wenn die hormonellen Vorrate erschöpft sind, das konkrete Verliebtsein im Beziehungsalltag mündet, kommt i.d.R. automatisch der nüchterne Blick zurück. Spätestens nach der ersten Beziehung sollte einem das klar sein.


Zitat:
Original von theophanu
Dann passiert genau das, was hier so häufig passiert: Ein Sich-Verlieren in Glaubensgebäuden mit anschließendem Lamento über deren Instabilität. Dann passiert genau das, was hier so häufig passiert: Ein Sich-Verlieren in Glaubensgebäuden mit anschließendem Lamento über deren Instabilität.


Ich halte es für ausgesprochen verständlich, dass Menschen in mannigfaltiger Weise diesen hormonellen Rausch in die Sprachwelt übertragen. Der Begriff der "Liebe" ist eben auch eine symbolische Fläche, auf die wir zumeist das Schöne, das größte Glück, Hingabe, kurzum alles Erstrebenswerte projizieren. Du hast natürlich Recht, dass die Suche nach ideologischem Halt auf Basis von biologisch zwangsläufig flüchtigen (und auch leicht in ihr Gegenteil verkehrbaren) Emotionen zu Enttäuschungen führt.
Andrey
Ich stimme Toschy vollkommen zu. Aber ich denke, es bedarf etwas Erklärung, warum es so ist.

Was bedeutet es eigentlich, zu lieben? Einige verbinden es mit Begehren, aber ich würde es damit nicht in Verbindung bringen. Denn es würde bedeuten, dass Liebe schwinden würde, wenn die Begierde erst mal befriedigt ist. So ist es aber nicht. Andersherum, permanentes Begehren erzeugt Leid und ist destruktiv. (Richtige) Liebe ist nicht so.

Andere sagen, es ist Selbstaufgabe o.ä., was ich aber auch ablehnen würde. Denn es würde bedeuten, dass man um so mehr liebt, je mehr man sich für andere Menschen opfert. Das ist keine Liebe, sondern sowas wie Aufforderung zum (Selbst)Mitleid.

Für mich steht fest: jemanden zu lieben ist verdammt schwer. Es erfordert Geduld, Disziplin, und einen extrem starken Willen. Denn, zu lieben bedeutet, etwas zu geben, ohne dass man etwas dafür zurück verlangt. Ich würde sogar behaupten, es ist nicht wirklich ein Gefühl, sondern vielmehr eine Haltung gegenüber der geliebten Person, Idee, oder was man sonst alles lieben kann (obwohl ich mich hier doch lieber auf zwischenmenschliche Liebe beschränken würde). Das befriedigende Gefühl entsteht erst dabei, ist sozusagen die Belohnung dafür.

Und das kann man nur dann tun, wenn man stark genug ist und an sich glaubt. Man soll sicher sein, dass man etwas abgeben kann, ohne dass man selbst Schaden dabei nimmt. Das ist wichtig. Liebt man sich selbst nicht, ist man schwach. Und wenn man schwach ist, kann man nicht wirklich etwas einfach so geben.
kämpfer der sonne
toschys aussagen gefallen mir am besten.


könnte von mir sein....


es gibt glaube ich sehr wenige menschen, die sich selber lieben.

und wenn einer spricht: ich liebe dich, so gehe ich in der regel davon aus, dass hinter diesen worten eien absicht verborgen ist, also keine wahre liebe ist.

ich kann nur dann jemanden lieben wenn ich mich selber auch schon liebe, wenn ich mich liebe, dann gehe ich gut mit mir um, und wenn ich gut mit mir umgehen kann, mich mit liebe behandel, dann weiß ich auch wie ich mit anderen richtig umzugehen habe.

wenn ich mich liebe, also ich liebe mich natürlich, dann liebe ich mich so wie ich bin, nicht nur mit dem was ich alles so tolles draufhabe, sondern ich liebe mich auch mit meinen fehlern und meinen schwächen.

das bedeutet keinesfalls, dass ich jetzt so bleiben kann, weil ja alles prima wäre, nein, ich muss mich entwickeln und das kann ich ironischerweise praktisch nur mit liebe.


erziehe dein kind mit und ohne liebe, dann erkennst du den unterschied. in beiden fällen wird das kind etwas verändern, einmal sich selber zum positiven und einmal nur so tun, also sich anpassen, aber so bleiben wie es ist.

kinder kann man also nur mit liebe erziehenen, das bedeutet demzufolge, dass auch ich mich nur dann wahrhaftig erziehen kann wenn ich mich selber auch liebe.

liebe ist schöpferisch und erhaltend.

liebe ist eine zuneigung, ja eine anzieghungskraft die alles was aus liebe besteht gegenseitig anzieht.

liebe erkennt liebe.


liebe ist der sinnvoll
liebe ist frieden
liebe ist weisheit

liebe ist vernünftig.

ich liebe die liebe.

gott ist die liebe.

kennt ihr agape?