"Lebensqualität"

Kuranai
Hab neulich gelesen, dass Berlin bei der Lebensqualität aufgeholt hat, in Führung liegt aber immernoch München.
Wie kommt es aber, dass mir Berlin besser gefällt, wenn die Qualität meines Lebens hier schlechter ist ? Zwinker
In der heutigen Gesellschaft ("System" wieder Zwinker ) wird alles an wirtschaftlichen Gesichtspunkten festgemacht und dann am Geld gemessen.

Was das Geld betrifft höre ich immer "arme Studenten" ...warum bin ich als Student nicht arm ?!? (nein, meine Eltern sind nicht reich!)

Was bedeutet für euch "Lebensqualität" und wo würdet ihr die Armutsgrenze ansetzen ?
Es geht mir auch um die Dinge die Geld kosten, aber lasst mal die Zahlen weg und nennt einfach das, was ihr braucht.
sacriversum23
Ich brauche meine Gitarre, Geld für Bücher und einen PC mit Internetanschluss.

Hin und wieder ein Happen zu Essen, aber ansonsten bin ich glücklich smile .

Armut fängt dort an, wo man seinen Passionen nicht mehr nachgehen kann.
Tarvoc
Zitat:
Original von Kuranai
Was bedeutet für euch "Lebensqualität".


Was heute als "Lebensqualität" bezeichnet wird, ist wohl eher Lebensquantität.
Es wird versucht, so viel wie möglich zu 'leben'... gruebel
Kuranai
Stimmt schon...

Da die Aussagen darüber auf statistischen Mitellwerten Beruhen kann von Qualität garkeine Rede sein.

Die Sache mit der Passion gefällt mir smile

Ich brauch irgendwas zum rumbasteln. N PC bietet sich immer an und z.Z. suche ich ein Motorrad, da mein Vater meine Ninja geschrottet hat motz

Aber die LEBENS-Qualität ist für mich eher alltäglich.
Wenn ich diesen Begriff auf Geld anwende, dann gewinnt mein Leben dadurch an Qualität, dass ich mir beim Einkaufen keine Gedanken darüber machen muß !

"Luxus", wie das Moped brauche ich für die Qualität an sich nicht.
Vielleicht können wir später überleiten zur Frage, wofür es sich lohnt Geld auszugeben und wofür nicht smile
lost
Ich brauche den PC mit inet verbindung(naja, lesen kann ich dann zur not online ^^)
dann brauch ich noch was zu essen,
ganz wichtig musik und sonst freunde!!! großes Grinsen


Ich find es aber dumm "Lebensqualität" nach Geld zu bewerten, es gibt wichtigeres im Leben.
Und außerdem wie Plato oder so schon erkannt hat "Alle Kriege enstehen nur um den Besitz von Geld" oder so ähnlich.
Na wenn das mal nicht hohe "Lebensqualität ist.

Naja, "arm" kann viele bedeutungen haben...wirklich arm ist finde ich ist wenn man z.B. nur noch Geld hat ohne alles andere "wichtige" aber das ist wohl nicht so ganz gemeint...

LG
lost
Tool
"Lebensqualität" ist auf jeden Fall ein sehr individuelles Empfinden.
Wie Tarvoc schon sagte, viele wollen einfach immer mehr... nur des Besitzes Willen. Die brauchen die tollsten Klamotten, ein Auto, eine eigene Bude, regelmäßig in den Urlaub, Kippen und Bier und das nennen sie dann Lebensqualität. Andere eben nur ein Buch und Ruhe, Zeit für sich.
Ich bin da auch eher bescheiden. Zeit ist für mich eins der wertvollsten Güter. Das spüre ich grade wieder. Bin in der Endphase meiner Diplomarbeit und leide sehr darunter kaum Zeit für meine eigenen Bedürfnisse zu haben.
Ohne Musik gehe ich aber auch ein! großes Grinsen
Kuranai
Richtig ... Musik ist so ein Punkt, aber wie weit hängt der (der Punkt) vom Geld ab ?!...

Das war am Anfang zwar nicht so geplant aber jetzt finde ich es grade interessant:

Wie kann Geld (eure individuelle) Lebensqualität verbessern (wenn ich jetzt davon ausgehe, dass ihr Angezogen, gefüttert, warum und trocken seid)

Z.B. habe ich mir beim letzten Umzug ein Wasserbett gegönnt.
Viele haben gemeckert, warum ich mir das leisten könnte und "so viel Geld" *bla*
Aber ein Drittel seines Lebens liegt man im Bett...ungenutzt steht es also auf keinen Fall rum Freude
und wenn jemand nie geraucht und getrunken hat, warum soll er sich kein Wasserbett leisten (können).
Zu den Sachen die ich "brauche" gehört das allerdings nicht !
Hab auch bei der Bundeswehr bestens geschlafen.

Worum es mir geht ist der Grad zwischen Qualität und Luxus gruebel "zwischen leben und übertreiben" vielleicht...
...zwischen Nutzen und Angeben...

Mein Bruder zitiert ständig: "Leute kaufen mit Geld das sie nicht haben Dinge die sie nicht brauchen um Leute die sie nicht mögen zu beeindrucken"
...nen 3er BMW hab ich jetzt z.B. nicht Freude
Azalee
Zitat:
Original von Kuranai

Mein Bruder zitiert ständig: "Leute kaufen mit Geld das sie nicht haben Dinge die sie nicht brauchen um Leute die sie nicht mögen zu beeindrucken"
...nen 3er BMW hab ich jetzt z.B. nicht Freude


Ich kannte einmal jemanden auf den ich ziemlich neidisch war, er hatte einfach so gut wie alles, ein angenehmes Leben, er brauchte sich keine Sorgen machen und konnte immer mit dem neusten vom neusten angeben.
Aber irgendwann habe ich herausgefunden das er nicht alles hatte, er war nämlich nicht er selber, sein ganzes Leben bestand daraus andere zu beeindrucken.
Lebensqualität heißt für mich vor allem ich selbst sein zu können, manchmal hilft da Geld, aber in den meisten Fällen nicht.

Liebe Grüße

Azalee
Etwas
Interessant ist doch die Lebensqualität in Bezug auf die jeweiligen Städte. Den Ort mit der höchsten Lebensqualität könnte man in unserer Gesellschaft als "Heimat" betiteln (nicht im Sinne des Geburtsortes), zumindest glaube ich, dass bei der Mehrzahl die Angabe der gefühlten Heimat mit der maximalen Lebensqualität zusammenfallen würde. Auffällig ist, dass "Heimat" ein besonders deutscher Begriff ist, da er z.B. in der englischen Sprache kein klares Korrelat besitzt (wohl eine Folge des zweiten Weltkrieges v.a. wenn man einen Blick auf das Aufblühen der Heimatfilme wirft). Also würde mich auch interessieren ob diese "Studie" zur Lebensqualität in den Städten nicht eine besonders deutsche Studie ist.

Ich habe vor ein paar Tagen ein interessantes Gespräch mit einem Künstlerduo und einem Regisseur geführt, die in München folgendes Projekt ("woher Kollege, wohin Kollege") realisiert haben: ca. 200 Müllmänner wurden gefragt, wo ihre Heimat ist, bzw. wo sie sich am geborgendsten / wohlsten fühlen. Dann wurde ein Müllwagen zu einem Wohnmobil umgebaut und mit diesem sind sie zu dem Ort ihrer Heimat gefahren und haben die Aufgabe bekommen ein einziges Foto zu machen, auf dem alles vorhanden ist, was ihr Heimatgefühl ausmacht (das Müllauto sollte auch zu sehen sein). Die Fotos wurden dann Großformatig an die Münchner Müllautos geklebt. Interessant waren drei exemplarische Beispiele: Ein Mann ist zu seinem Geburtsort nach Ghana zurückgefahren und hat dort ein Foto mit seiner kompletten Familienbande geschossen. Ein anderer, ein Münchner, ist genau dort geblieben wo er war und hat sich auf seinem Balkon ablichten lassen. Ein dritter, ein Türke, ist zu einer Stadt in der Türkei gefahren, in welcher er sich eine Wohnung gekauft hat, in die er als Rentner einziehen will (das Foto hat er in einem Café dieser Stadt gemacht). Der eine sucht seine Heimat in der Vergangenheit, der andere hat sie in der Gegenwart, und der dritte in der Zukunft.

"Lebensqualität" findet zuallererst mal in einer "Behausung" statt [:Etymologie "ich bin" = "ich wohne"]. Ob diese nun kognitiv, topographisch, oder sozial bestimmbar ist... Welches Foto man schießen würde ist vielleicht ein ganz guter Ansatzpunkt (?).
Kuranai
Familie, Hoffnung, Pläne, Erinnerung, Heimat, Alles Aspekte ses Lebens smile und jeder setzt andere Prioritäten.

Was ich gern hören würde sind ein paar persönliche top ten Lebensinhalte smile

"Geld" zählt nicht...die Frage beim Geld lautet: wofür ?!
elan
Platz 1.1: Gott

Platz 1.2: Jesus

Platz 2: Familie

Platz 3: Alle Anderen

Platz 4: Die, die ich vergessen hab

Platz 5: gruebel

Platz 6: gruebel

Platz 7: gruebel

Platz 8: gruebel

Platz 9: gruebel

Platz 10: Ich
Kuranai
Aha ! Der mann braucht kein Geld smile

Wollte das eigentlich etwas alltäglich-materieller.

1. Liebe (durch und für: Familie, Partner, Freunde)
2. Freiheit (Die möglichkeit zu tun was man wil, wo man willl)
3. Jesus and Pals (Prinzipien)
4. Weiterentwicklung (folgt aus 2. und beugt Stagnation vor)
*/Ab hier gehts um Geld und damit um den Pudel des Beitrags*/
5. Möglichkeit zur Komunikation (dieser PC und das gute Alice-DSL)
6. Möglichkeit zu Reisen (Dank @Condor, Lufthansa, DBA, Air-Berlin, die Bahn, Kawasaki und Toyota)
7. Meine Wohnung (als "Heimat" nach Etwas)
8. Das Essen (also seine qualität, da wir nicht von primären Bedürfnissen reden)
9. Orte an denen man sich- und Menschen denen man begegnet
10. Mein Spielzeug. (PC oder Moped, nicht um von A nach B zu kommen sondern zum experimentieren)

Ab 5 hab ich weniger nach Wichtigkeit geordnet, sondern danach, wo ich mien Geld lasse !
Wobei K&M Elektronik wohl mehr für 10 bekommt als deutlich wird...aber eben nur wenn was übrig ist (hier wieder Wichtigkeit)

edit: Jetzt hab ich die Musik vergessen !!! gehört irgendwo in die Mitte (Rockantenne rulez großes Grinsen )
Etwas
Zitat:
Original von Kuranai
Was ich gern hören würde sind ein paar persönliche top ten Lebensinhalte smile

Also keine philosophische Diskussion? gruebel
Toschy
"Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei (aber die Liebe ist die größte unter ihnen)."

und etwas zu essen und geld für gute bücher großes Grinsen
Kuranai
Zitat:
Original von Etwas
Also keine philosophische Diskussion? gruebel


Doch Schatz !
Aber eben darüber, welchen Einfluss Geld auf die "Qualität" eures Lebens hat.

Sicher sind die wertvollsten Dinge die, die man nicht kaufen kann...aber wenn die Medien von lebensqualität sprechen so können sie - wie gesagt wurde - nur die finanzielle Quantität (eben wie viel Geld man hat und wie viele kartoffeln man dafür bekommt) bemessen.

Was macht also der philosoph sinnvolles mit seinem Geld statt sich n neues Handy, n Goldkettchen und nen 3er BMW zu kaufen ?? großes Grinsen
Ahab
Mein Probelm ist wohl, dass ich nie zufrieden bin. Habs bis jetzt noch nie länger als 4 Jahre an einem Ort ausgehalten. Vielleicht finde ich irgendwann meine Ruhe.
thought (+ wings)
Hi!

Ich glaube ich setze mal Lebensqualität mit Zufriedenheit gleich. Die erlangt man doch, wenn man seine Bedürfnisse erfüllen kann. Je weniger Bedürfnisse man hat, desto leichter kann man sich slebst also zufrieden stellen. Arm ist also schnell derjenige, der viele Bedürfnisse hat. Lebensqualität erreicht der, der seine Bedürfnisse seinen Möglichkeiten anpasst. Und wer seine Bedürfnisse gar noch niedriger schraubt, kann sich vielleicht auf ganz anderes besinnen und findet sein Glück auf geistlicher Ebene, weitgehend unabhängig von Materiellem.

Gruß
Lini Keràn
Das die Lebensqualität an wirtschaftlichen Faktoren - wie so viele andere Faktoren - gemessen wird liegt an der Habengesellschaft, die die Menschen representieren.

Dabei sind materielle Güter und Geld nicht das wichtigste im Leben. Wir sollten diese Dinge eher als Luxus ansehen.

Viel wichtiger sind Freundschaft, Zuneigung und Liebe.


liebe Grüße

Lini Keràn
amelia
Zitat:
Original von Lini Keràn
Dabei sind materielle Güter und Geld nicht das wichtigste im Leben. Wir sollten diese Dinge eher als Luxus ansehen.

Viel wichtiger sind Freundschaft, Zuneigung und Liebe.


Wie Recht du hast. Und trotzdem braucht man ja doch Geld um sich essen zu kaufen und die Wohnung zu bezahlen usw. Ich stelle (weil ich im Moment selbst verdammt wenig Geld hab) gerade fest, dass es etwas tolles ist, wenn man sich leisten kann, was man gerne hätte - aber auch nicht alles, weil ein paar Wünsche bleiben müssen, sonst ist man auch wieder unzufrieden. Aber soviel, dass man sich locker mal ne CD oder n Buch oder was neues zum Anziehen kaufen kann, ohne vorher nen Kontoauszug holen zu müssen.
Und nicht wie ich im letzten Semester vor der Entschiedung zu stehen, ob ich jetzt einkaufen gehe oder mir den zweiten Band des Logik Buches kaufe, weil für beides nicht wirklich Geld da war. (Hab mir schließlich was zuessen gekauft und das buch auf nächsten Monat verschoben...)
Kuranai
Endlich jemand, der die Grenze gefunden hat ! ...Tut mir eigentlich direkt leid, aber gut für die Diskusion.

Genau da ist der Punkt erreicht, wo die Lebensqualität sinkt, weil man "zu wenig" Geld hat.
Wenn sich jemand beschwehrt, dass er sich die neue S-Klasse nicht leisten kann und beim alten Modell bleiben muß hat das nichts mit Qualität zu tun...das ist sinnloser Luxus.

Natürlich gibt es immernoch Leute denen es schlechter geht, aber - sagen wir mal - "gemessen an der Gesellschaft" sehe ich da eine gewisse Schwelle.

Drauf gekommen bin ich, weil viele Komilitonen, die etwa so viel Geld haben wie ich, meckern.
Ich muß aber eben nicht den Kontoauszug holen bevor ich einkaufen gehe und wenn ich z.B. meine Eltern oder Freunde besuchen will, dann fliege ich oder fahre ICE.
...Wo aber alle Anderen mit ihrem Geld bleiben hab ich noch nicht rausgefunden gruebel