#phritz
Entwickeln wir Theorien, werden wir dabei eine gewisse hierarchische und widerspruchsfreie Ordnung einhalten, die ich die Logik nenne.
Logik ist das grundlegende Architekturprinzip von Theorien; ihre basalen Konstruktionsregeln.
Nun weiß ich ja, dass der Gebrauch der Sprache - der die Logik immanent ist - vor allem praktische und politische Zielsetzungen hat. Häufig ist es die, andere Sprachverwender zu überzeugen, zu beeinflussen, zu manipulieren: Mit ihr soll etwas in der materiellen Wirklichkeit bewegt, verändert werden.
Man kann diese praktische Dimension als Philosoph nicht negieren, aber man kann wissen, dass diese Dimension einen gewissen Kern umschließt, der uns wichtiger erscheint, nämlich: Die Theorie. Egal wie praktisch man auch veranlagt sein möchte, man kann die Theorie niemals negieren (schon aus dem Grunde, weil diese Negation bereits eine Theorie ist; genauso so, wie die Negation der Philosophie bereits eine Philosophie voraussetzt), und allein schon deshalb, weil sich das praktische Ziel aus dieser Theorie entwickelt hat.
So, wie die Praxis ihren theoretischen Kern zeigt, so zeigt dieser theoretische Kern seinen logischen Kern. Und "tiefer" als die Logik können wir nicht mehr gehen. Denn alle Theorie zeigt nur wieder die Logik, nur mal mehr, mal weniger klar, und mit anderen Sätzen.
Daher kommt die Sinnlosigkeit des (menschlich allerdings durchaus verständlichen) Unterfangens, die Logik auf tiefere soziale, metaphysische, psychologische, handlungstheoretische, oder gar göttliche Ursachen zurückzuführen: Man äußert damit nur wieder eine Theorie, die (mehr oder weniger klar) das zeigt, was sie als absolute Grundlage menschlichen Denkens negieren oder relativieren wollte, nämlich die Logik.
Wollten wir wissen, woher die Logik kommt (und sie z.B. vom Lernen, oder von sozialen Gegebenheiten, oder gar vom Lauf der Geschichte abhängig zu machen), müssten wir Sprache psychologisch, historisch usw. untersuchen. Aber was heißt hier "untersuchen"? Doch nur, dass wir Theorien bilden. Und schon kommen wir in einen bösartigen Zirkel: Das Bilden dieser Theorien zeigt nur wieder (mehr oder weniger klar) die Logik.
Das Erkennen und Anwenden der Logik ist der innerste Kern unserer Theorien und damit indirekt unserer Lebenspraxis.
Die Logik zeigt sich nur in unseren Theorien, aber sie wird nicht durch letzere abgebildet oder dargestellt. Wir selbst können also nicht sagen, z.B. eine Wahrheitstabelle, oder ein deduktives Schlußschema, oder sonst ein Kalkül (wie z.B. die Mathematik) sei die Logik, oder bildeten sie ab, sondern: Diese Dinge, oder diese Darstellungsweise von Zeichen zeigt die Logik besonders klar. Es sind explizite Anwendungen der Logik, ohne das im Alltag oder in den Theorien übliche sprachliche Schmuck- und Beiwerk. Wir wollen uns selbst klarmachen, wie die Logik funktioniert, und dazu ist es notwendig, dass wir ihre Anwendung sonnenklar darstellen:
Alle X haben die Eigenschaft E
Y ist ein X
-----------------------------
Also.....
Wenn wir Theorien bilden - und mit Theorien meine ich auch z.B. Vorurteile usw. - spüren wir z.B. das Bedürfnis, keine Widersprüche aufkommen zu lassen. Wir reihen ja nicht beliebig jene Sätze aneinander, die wir denken/schreiben/sprechen, sondern achten genau darauf, ob wir der grundlegenden Axiomatik oder anderen Aussagen nicht widersprechen - und dieses Aufpassen zeigt eben, dass wir Regeln beachten, auch wenn wir es nicht immer bemerken.
Wir machen anderen einen Vorwurf, wenn wir merken, dass sie die Regeln der Logik verletzt haben; der Vorwurf eines Widerspruchs z.B. ist ganz basal und überhaupt nicht willkürlich.
Die Logik ist sprachimplizit; wir hätten sie nicht, gäbe es keine Sprache. Niemand kann die Sprache unlogisch verwenden, und auch nicht außerhalb der Logik; aber was möglich ist: Fehler bei der Anwendung zu machen.
Die Logik zeigt sich, wenn wir Theorien bilden, ganz analog einem Puzzle-Spiel, in dem wir die Teile selbst zurechtschneiden können; die Konstruktion einer Theorie mit Sätzen heißt soviel wie, ein Puzzlebild mithilfe der Teile zu erstellen...so, dass sich ein kohärentes Gesamtbild zeigt (das Formulieren der Sätze gliche dem Zurechtschneiden eines Puzzle-Teils). Jedes Puzzle-Teil hat damit bestimmte Ausprägungen und Kerbungen, um bestimmte andere Teile aufzunehmen; dies sind seine Eigenschaften, um mit andren Teilen eine Verkettung einzugehen; so, wie eben jeden Satz durch seine Formulierung bestimmte logische Eigenschaften verleihen. Und wir können diese Eigenschaften erkennen: Sie zeigen sich darin, dass nur bestimmte Sätze innerhalb der Theorie zu diesem Satz passen (es mag Puzzle-Teile in unserem Gebilde geben, die zu jedem anderen Teil passen - das ist dann als Satz gesehen eine Tautologie - oder die zu keinem anderen passen - das ist die Kontradiktion).
Bei der Konstruktion von Theorien zeigt sich die Logik darin, dass wir eine Auswahl bei der Formulierung von Sätzen und ihrem Zusammenspiel treffen, so, wie wir bei einem Puzzle-Spiel die Teile auch nicht beliebig konstruieren und zusammensetzen werden; es gelten dabei Regeln, denen wir weder zugestimmt noch über sie abgestimmt haben, noch die wir gutgeheißen müssen - die wir aber gleichwohl ohne jede Kritikmöglichkeit anwenden (da diese Kritik wiederum eine Theorie ist, die die Logik zeigt)
Die Logik zu untersuchen setzt sie selbst voraus, daher ist eine direkte Untersuchung ausgeschlossen. Aber wir können in der Tat Hypothesen mit hoher Glaubwürdigkeit darüber aufstellen, welche Regeln zur Logik gehören. Dazu müssen wir nur aufmerksam den Sprachgebrauch beobachten. Unseren, und der anderer. Wir spüren z.B. das Bedürfnis, einen Widerspruch zu vermeiden, oder die Schlußfolgerung aus einer Reihe von miteinander widerspruchslosen Axiomen richtig abzuleiten; wir spüren den Zwang, den die Befolgung logischer Regeln fordert.
Ich bezweifle, dass wir der Logik immer bewußt folgen, aber wir tun es.
Unnötig zu sagen, dass wir dann, wenn wir weitere "Logiken" konstruieren, wiederum nur die EINE anwenden. Die, die wir auch sonst immer haben und im Alltag völlig gedankenlos anwenden (im Grunde müßten wir uns dann Gedanken über die Grammatik des Wortes "Logik" machen).
Wir lernen nicht die Logik, sondern die Sprache, in der die Logik steckt (man lernt nicht die Logik, sondern immer nur ihre Anwendung). Man kann sich nicht weigern, die Regeln der Logik zu lernen, und nur die Sprache.
Wir brauchen uns KEINE Gedanken darüber zu machen, ob die Logik generell funktioniert - das tut sie IMMER, egal wie wir irgendwelche Paradoxa konstruieren - sondern ob sie im Einzelfall richtig angewandt worden ist (richtig = entsprechend ihrer Regeln)
Logik ist das grundlegende Architekturprinzip von Theorien; ihre basalen Konstruktionsregeln.
Nun weiß ich ja, dass der Gebrauch der Sprache - der die Logik immanent ist - vor allem praktische und politische Zielsetzungen hat. Häufig ist es die, andere Sprachverwender zu überzeugen, zu beeinflussen, zu manipulieren: Mit ihr soll etwas in der materiellen Wirklichkeit bewegt, verändert werden.
Man kann diese praktische Dimension als Philosoph nicht negieren, aber man kann wissen, dass diese Dimension einen gewissen Kern umschließt, der uns wichtiger erscheint, nämlich: Die Theorie. Egal wie praktisch man auch veranlagt sein möchte, man kann die Theorie niemals negieren (schon aus dem Grunde, weil diese Negation bereits eine Theorie ist; genauso so, wie die Negation der Philosophie bereits eine Philosophie voraussetzt), und allein schon deshalb, weil sich das praktische Ziel aus dieser Theorie entwickelt hat.
So, wie die Praxis ihren theoretischen Kern zeigt, so zeigt dieser theoretische Kern seinen logischen Kern. Und "tiefer" als die Logik können wir nicht mehr gehen. Denn alle Theorie zeigt nur wieder die Logik, nur mal mehr, mal weniger klar, und mit anderen Sätzen.
Daher kommt die Sinnlosigkeit des (menschlich allerdings durchaus verständlichen) Unterfangens, die Logik auf tiefere soziale, metaphysische, psychologische, handlungstheoretische, oder gar göttliche Ursachen zurückzuführen: Man äußert damit nur wieder eine Theorie, die (mehr oder weniger klar) das zeigt, was sie als absolute Grundlage menschlichen Denkens negieren oder relativieren wollte, nämlich die Logik.
Wollten wir wissen, woher die Logik kommt (und sie z.B. vom Lernen, oder von sozialen Gegebenheiten, oder gar vom Lauf der Geschichte abhängig zu machen), müssten wir Sprache psychologisch, historisch usw. untersuchen. Aber was heißt hier "untersuchen"? Doch nur, dass wir Theorien bilden. Und schon kommen wir in einen bösartigen Zirkel: Das Bilden dieser Theorien zeigt nur wieder (mehr oder weniger klar) die Logik.
Das Erkennen und Anwenden der Logik ist der innerste Kern unserer Theorien und damit indirekt unserer Lebenspraxis.
Die Logik zeigt sich nur in unseren Theorien, aber sie wird nicht durch letzere abgebildet oder dargestellt. Wir selbst können also nicht sagen, z.B. eine Wahrheitstabelle, oder ein deduktives Schlußschema, oder sonst ein Kalkül (wie z.B. die Mathematik) sei die Logik, oder bildeten sie ab, sondern: Diese Dinge, oder diese Darstellungsweise von Zeichen zeigt die Logik besonders klar. Es sind explizite Anwendungen der Logik, ohne das im Alltag oder in den Theorien übliche sprachliche Schmuck- und Beiwerk. Wir wollen uns selbst klarmachen, wie die Logik funktioniert, und dazu ist es notwendig, dass wir ihre Anwendung sonnenklar darstellen:
Alle X haben die Eigenschaft E
Y ist ein X
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Also.....
Wenn wir Theorien bilden - und mit Theorien meine ich auch z.B. Vorurteile usw. - spüren wir z.B. das Bedürfnis, keine Widersprüche aufkommen zu lassen. Wir reihen ja nicht beliebig jene Sätze aneinander, die wir denken/schreiben/sprechen, sondern achten genau darauf, ob wir der grundlegenden Axiomatik oder anderen Aussagen nicht widersprechen - und dieses Aufpassen zeigt eben, dass wir Regeln beachten, auch wenn wir es nicht immer bemerken.
Wir machen anderen einen Vorwurf, wenn wir merken, dass sie die Regeln der Logik verletzt haben; der Vorwurf eines Widerspruchs z.B. ist ganz basal und überhaupt nicht willkürlich.
Die Logik ist sprachimplizit; wir hätten sie nicht, gäbe es keine Sprache. Niemand kann die Sprache unlogisch verwenden, und auch nicht außerhalb der Logik; aber was möglich ist: Fehler bei der Anwendung zu machen.
Die Logik zeigt sich, wenn wir Theorien bilden, ganz analog einem Puzzle-Spiel, in dem wir die Teile selbst zurechtschneiden können; die Konstruktion einer Theorie mit Sätzen heißt soviel wie, ein Puzzlebild mithilfe der Teile zu erstellen...so, dass sich ein kohärentes Gesamtbild zeigt (das Formulieren der Sätze gliche dem Zurechtschneiden eines Puzzle-Teils). Jedes Puzzle-Teil hat damit bestimmte Ausprägungen und Kerbungen, um bestimmte andere Teile aufzunehmen; dies sind seine Eigenschaften, um mit andren Teilen eine Verkettung einzugehen; so, wie eben jeden Satz durch seine Formulierung bestimmte logische Eigenschaften verleihen. Und wir können diese Eigenschaften erkennen: Sie zeigen sich darin, dass nur bestimmte Sätze innerhalb der Theorie zu diesem Satz passen (es mag Puzzle-Teile in unserem Gebilde geben, die zu jedem anderen Teil passen - das ist dann als Satz gesehen eine Tautologie - oder die zu keinem anderen passen - das ist die Kontradiktion).
Bei der Konstruktion von Theorien zeigt sich die Logik darin, dass wir eine Auswahl bei der Formulierung von Sätzen und ihrem Zusammenspiel treffen, so, wie wir bei einem Puzzle-Spiel die Teile auch nicht beliebig konstruieren und zusammensetzen werden; es gelten dabei Regeln, denen wir weder zugestimmt noch über sie abgestimmt haben, noch die wir gutgeheißen müssen - die wir aber gleichwohl ohne jede Kritikmöglichkeit anwenden (da diese Kritik wiederum eine Theorie ist, die die Logik zeigt)
Die Logik zu untersuchen setzt sie selbst voraus, daher ist eine direkte Untersuchung ausgeschlossen. Aber wir können in der Tat Hypothesen mit hoher Glaubwürdigkeit darüber aufstellen, welche Regeln zur Logik gehören. Dazu müssen wir nur aufmerksam den Sprachgebrauch beobachten. Unseren, und der anderer. Wir spüren z.B. das Bedürfnis, einen Widerspruch zu vermeiden, oder die Schlußfolgerung aus einer Reihe von miteinander widerspruchslosen Axiomen richtig abzuleiten; wir spüren den Zwang, den die Befolgung logischer Regeln fordert.
Ich bezweifle, dass wir der Logik immer bewußt folgen, aber wir tun es.
Unnötig zu sagen, dass wir dann, wenn wir weitere "Logiken" konstruieren, wiederum nur die EINE anwenden. Die, die wir auch sonst immer haben und im Alltag völlig gedankenlos anwenden (im Grunde müßten wir uns dann Gedanken über die Grammatik des Wortes "Logik" machen).
Wir lernen nicht die Logik, sondern die Sprache, in der die Logik steckt (man lernt nicht die Logik, sondern immer nur ihre Anwendung). Man kann sich nicht weigern, die Regeln der Logik zu lernen, und nur die Sprache.
Wir brauchen uns KEINE Gedanken darüber zu machen, ob die Logik generell funktioniert - das tut sie IMMER, egal wie wir irgendwelche Paradoxa konstruieren - sondern ob sie im Einzelfall richtig angewandt worden ist (richtig = entsprechend ihrer Regeln)
Nein, im Ernst: Ein sehr schöner Beitrag. Ich habe nun nur folgende Frage an dich: