Werbung abschaffen.

Farnaby
Hallo, lange habe ich hier nichts mehr geschrieben....

doch es scheint mir, dass nun - vielleicht anlässlich der Krise - viele Leute bereit sind, ihre eigenen Ansichten zu hinterfragen. Daher denke ich, es ist jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt, eine Diskussion über so etwas anzustoßen.
Ich habe einige Vorstellungen, wie idealerweise ein Wirtschaftssystem zu gestalten wäre, dass dem Menschen dient - und nicht umgekehrt. Vermutlich sind viele dieser Vorstellungen unrealistisch und erst recht schwer durchzusetzen, doch meine ich trotzdem, dass es sich lohnt darüber nachzudenken. Denn die viel zu selten gestellte, wirklich große, Frage ist doch, wo wir - die Menschheit - mit all unseren technischen und gesellschaftlichen Neuerungen langfristig hinwollen. Wollen wir Menschen uns tatsächlich zu Zahnrädchen in der Maschine "Weltwirtschaft" degradieren lassen, welche immer mehr und mehr produziert und dabei letztlich nichts anderes tut, als den Planeten zu zerstören? Ganz zu schweigen von den sozialen Differenzen, welche offensichtlich durch das heutige System ausgelöst werden - Arbeitslosigkeit ist - und das ist eine These, die ich nicht hier sondern in einem anderen Thread diskutieren möchte - ein intrinsisches Problem der Marktwirtschaft.

Ich möchte zunächst folgende These verteidigen:

Produktwerbung, vor allem in Massenmedien, fördert nur Marktkreisläufe, die dem Menschen nicht nützen. Wenn ein Produkt den Menschen tatsächlich nützt, so würde es sich auch ohne Werbung verkaufen. Marktkreisläufe ziehen aber zwangsweise Umweltbelastungen mit sich, daher sollten sie (entgegen der Ansicht vieler, denen die "freie" Marktwirtschaft Quasi-Religion geworden ist...) vermieden werden, sofern sie den Menschen keinen tatsächlichen Wohlstand bringen. Zusätzlich verstärkt Werbung die allgegenwärtige Überflutung an primitiven Reizen und trägt so zur Verdummung bei; da ihr erklärter Zweck ist, bestimmte Wünsche - also Unzufriedenheit beim Betrachter auszulösen, kann man davon ausgehen, dass sie auch nennenswert zu sogenannten "Zivilisationskrankheiten" beiträgt.
Daher sollte Werbung in Massenmedien in einem am Menschen orientierten Wirstschaftssystem schlichtweg verboten werden, und eventuell ersetzt werden durch von neutraler Stelle geprüfte Produktinformationen.
Schatzmeister
Hallo Farnaby.

Zitat:
Original von Farnaby
Daher sollte Werbung in Massenmedien in einem am Menschen orientierten Wirstschaftssystem schlichtweg verboten werden, und eventuell ersetzt werden durch von neutraler Stelle geprüfte Produktinformationen.


Wie sollte eine "neutrale Stelle" denn Werbung prüfen? Worauf? Auf den Wahrheitsgehalt der Versprechungen? Und was bitte ist eine "Produktinformation" anderes als Werbung?

Nehmen wir an, du stellst etwas objektiv und zweifellos Tolles her. Aber niemand weiß davon. Was machst du dann?

Schatzmeister

PS: Ich vermag nicht zu schätzen, wie viel die Werbung zum Wohlstand unserer Gesellschaft beiträgt. Ich weiß nur, dass es eine Menge ist.
Shamatic
Grüß dich Farnaby !

Interessanter Beitrag smile Ich will keineswegs diesen Thread von dir abwürgen, möchte jedoch darauf hinweisen, dass wir gerade im Thread Gesellschaftsmodelle eine Diskussion über den Komplex Gesellschaft-Politik-Ökonomie führen. Du kannst dir die Diskussion ja mal durchlesen. Damit wir nicht mehrere Threads mit dem selben Thema nebeneinander laufen haben, würde ich vorschlagen, dass wir diesen Thread erstmal für deine These im 2. Absatz verwenden ! (wir werden aufgrund der Natur der Sache selbstverständlich immer auf die tieferliegenden sozialen Strukturen zu sprechen kommen -vorausgesetzt dass uns die Ursachen für die Oberflächen auch interessieren...)

Inhaltiches folgt Zwinker
Rhetorix
Zitat:
Original von Schatzmeister
Wie sollte eine "neutrale Stelle" denn Werbung prüfen? Worauf? Auf den Wahrheitsgehalt der Versprechungen? Und was bitte ist eine "Produktinformation" anderes als Werbung?

Neutrale Stellen, die Werbung auf den Wahrheitsgehalt der Versprechungen prüfen, existieren längst: nämlich die Gerichte.
Wer unwahre Versprechungen an die große Glocke hängt, muss sich darauf gefasst machen, dass sich die Konkurrenz oder eine Horde entsprechend spezialisierter Anwälte darauf stürzen und den Bösewicht wegen unlauteren Wettbewerbs vor Gericht zerren. Das scheint sogar einigermaßen gut zu funktionieren.

Aber Werbung, die nur aus einer Produktinformation besteht - wer will die denn sehen oder hören? Wer hält sowas Langweiliges aus?
Über eine Welt ohne Werbung würde wir uns ganz schön wundern. Wer sich noch an die DDR und ihre graue, reklamefreie Landschaft erinnert, bricht bei dieser Vorstellung wohl kaum in Jubel aus.
Die Privatsender, die sich über Werbung finanzieren, würden dicht machen. Zeitungen und Zeitschriften würden teurer.
Will man das wirklich?

Werbung würde sich auch nur mit Gewalt ausrotten lassen, weil sie seit Unzeiten zum Geschäft dazu gehört, was sich schon an der altehrwürdigen Metapher "Werbetrommel" ablesen lässt.
Ich halte nicht sonderlich viel von staatlicher Gewaltanwendung - es sei denn, sie wäre unvermeidlich.
oui
Zitat:
Original von Rhetorix
Neutrale Stellen, die Werbung auf den Wahrheitsgehalt der Versprechungen prüfen, existieren längst: nämlich die Gerichte.
Wer unwahre Versprechungen an die große Glocke hängt, muss sich darauf gefasst machen, dass sich die Konkurrenz oder eine Horde entsprechend spezialisierter Anwälte darauf stürzen und den Bösewicht wegen unlauteren Wettbewerbs vor Gericht zerren. Das scheint sogar einigermaßen gut zu funktionieren.

Das war einmal- vor Gericht geht es heute primär um Patent-Klagen.
Werbung zeigt heute nicht auf, wie ein Ding funktioniert (auf dieser Basis konnte man vor Gericht Ansprüche geltend machen), sondern spricht subtil die Gefühle an. Wer will die denn einklagen?
Erik van Thom
Manche sind unmuendig, und die wuerden das auch nach verbotener Werbung bleiben.
Andere sind das nicht, und daran aendert auch erlaubte Werbung nichts.
Shamatic
Ich glaube es geht Farnaby in erster Linie um die spezifisch ökonomische Form heutiger "Werbung":

Sie dient hauptsächlich dazu, betriebswirtschaftlich produzierten Waren eine eigene Ästhetik, Oberfläche aufzuerlegen, damit ein symbolischer Reiz an der Ware klebt, der in Tauschwert umgewandelt werden kann. Die "Alles-ist-toll"-Atmosphäre der Ware resultiert aus dem betriebswirtschaftlichen Zwang, die Ware "loszuwerden"; dies entspricht der Rationalität eines Wirtschaftsunternehmens. Wäre dieser ökonomische Zwang nicht vorhanden, gäbe es keinen Grund diese Form der Warenästhetik zu betreiben.

Ich denke, das ist das, was Farnaby mit "Produktinformation" meinen könnte: Ein Verzicht auf die völlig willkürliche Assoziationsbildung von Waren mit positiven Gefühlen und Identitäten, die -nüchtern gesehen- weit über jeden vernünftigen Zusammenhang hinaus schießt. Beispiel: "Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein". Aha, woanders bin ich also nicht "Mensch" oder werde daran gehindert einer zu sein ?! Damit wird doch nur die Illusion einer vermeintlich freien, menschenwürdigen Einkaufs-Sphäre herauf beschworen, die mit den realen Kaufbedingungen überhaupt nichts zu tun hat.

Diese symbolischen Fassaden, die auf rein emotionaler Ebene funktionieren, sind -wie gesagt- Resultat eines ökonomischen Zwanges bzw. -wenn man so will: der ökonomischen Struktur ! Deshalb nennt sich dieser Prozess auch "Marketing". Da wird eine quasi-religiöse Scheinwelt aufgebaut, die Menschen durch ihren Dschungel an Gefühlen, Wünschen und Hoffnungen führt -durch immer NEUE!!! Zwinker Angebote. Die Propheten und Heiligen wurden durch die Autorität des "Lifestyle" teilersetzt.

Ich komme abrupt zum Schlusspunkt: Die Scheinwelt der Warenästhetik verdeckt die realen ökonomischen Produktionsbedingungen in einer Weise, dass der Anschein erweckt wird, die Waren würden vom Himmel herab fallen -oder aus einem Vulkan auf die Erdoberfläche gespien ohne dass die unterirdische Höllenmaschinerie eines Blickes gewürdigt würde großes Grinsen .

In jedem Falle: Es gibt keine soziale Geschichte des Produkts mehr. Die Individualität der Produzenten wurde durch das abstrakte und überindividuelle Symbol des Wirtschaftsunternehmes ersetzt -die Marke. Wer ist "Apple" ? Wer ist "Nestle" ? Beim Konsumenten erscheinen Marken wie fremde Sterne ohne unmittelbar erkennbaren Hintergrund; sie schweben einfach als "göttliche" Akteure in den Supermarkt hinein...
*plopp* Cool, hast du schon das neue XYZ von QYZ gesehen ? Es werden Produkte wie isolierte Blasen produziert...

Im nächste Beitrag werde ich auf das "natürliche" Bedürnis eines tätigen, produzierenden Menschen nach Anerkennung oder Beachtung eingehen. Diese Form der Werbung ist aber eine gänzlich andere -weil die Motive/Gründe einer andere Sphäre entspringen.

Bis dann !
JFooo
Hi Shamatic und die anderen,

das mit dem ökonomischen Zwang eine Ware loswerden zu müssen,würde ich eher als einen existenziellen Zwang zur Ökonomie bezeichnen,obwohl ich der Meinung bin,daß der rein ökonomische Aspekt weniger eine Rolle spielt,denn das können und tun sie alle (mehr oder weniger gut).
Viel gravierender finde ich den Aspekt des Wettbewerbs und der stetigen Wachstumsorientierung in unserem Wirtschaftssystem.
Es ist ein absolutes Muß für ein Unternehmen,am Wettbewerb teilzunehmen und nach Möglichkeit immer besser zu sein als die anderen,einfach um zu überleben.Am deutlichsten zeigt sich dies bei börsennotierten Unternehmen,da diese nicht nur ihre Produkte vermarkten und ständig "verbessern"
müssen,sondern zudem noch die Anlegerschaft befriedigen müssen,die ja ständiges Wachstum erwarten.
Daraus ergibt sich eine "Gewaltspirale",die immer wieder neue und immer abstrusere Marketingstrategien erfordert.Mit bloßen Werbeplakaten, -sprüchen oder Fernsehspots kommt man da nicht mehr weit.Auch mit Spams und dergleichen ist es nicht getan (das will keiner und man besorgt sich einen Filter).Thema Reizüberflutung...
Also muß man zu anderen Maßnahmen greifen; und die zielen auf unsere Gefühle,unsere Mentalität und unsere sozialen Bedürfnisse -denn dem kann man sich nicht entziehen.
Hierbei macht man sich u.a. das Konkurrenz- und Statusdenken bzw. die Selbstidentifikation durch materielle Werte/Errungenschaften eines potentiellen Konsumenten zu nutze.Aber auch seine Ängste (z.B. vor Krankheit oder vor sozialer Ausgrenzung) sind ein gutes Kapital.Man denke nur an die vielversprechenden Wundermittelchen die uns schön,schlank und topfit machen; natürlich zum Sonderpreis und wenn Sie unsere Produkte abonnieren,haben Sie jede Woche die Möglichkeit auf einen Gewinn von 1.000.000 € und vieler weiterer attraktiver Preise. Klar,schön sein und auch noch reich und kerngesund dazu,das will ich,dann bin ich sorgenfrei,erfolgreich,angesehen,einfach glücklich.
Oder was ist mit so Sachen wie verkaufsfördernden Duftstoffen oder psychologisch ausgeklügelter Farbgestaltung von Verkaufsräumen (ob's wirklich funktioniert mag ich nicht beurteilen,gehe aber mal davon aus).

...und das alles damit ein Unternehmen Gewinn macht,weiter wachsen kann, um so im erbarmungslosen Wettbewerb bestehen zu können ???

Wo soll es hin wachsen ? Bis jeder 7 Autos in der Garage hat, oder sich seinen 24. Fernseher kauft ?
...und nicht zu vergessen - den Eierschalensollbruchstellenverursacher.Den muß man einfach haben.

Aber mal im Ernst. Wollen wir das wirklich ?
Wenn nicht,würde ich ja einen Konsumboykott vorschlagen.

...aber dann kommen DIE und sagen: das wird Arbeitsplätze kosten.
Das will erst recht keiner.


Liebe Grüße
Farnaby
@Jfooo.

Du stellst sehr richtig heraus, dass das Problem (wenn es denn eins ist) Massenwerbung nicht in Isolation existiert, sondern in engem Zusammenhang mit unserem Wirtschaftssystem steht. Da gebe ich dir vollkommen recht. Allerdings wollte ich diesen Thread nutzen, um erst einmal einen Aspekt dieses Systems zu diskutieren.
Sehr interessant übrigens die paradoxe Moral, die uns heute manchmal vorgehalten wird: Dass man konsumieren soll, um Arbeit zu erhalten. Natürlicherweise "arbeitet" doch jemand, um etwas zu erzeugen, was er/sie möchte. Arbeit ist Mittel zum Zweck - dem Leben selbst. Heute will man uns weißmachen, dass es sich andersherum verhalte. Was ist das anderes als Sklavenmoral? Soviel zur "Natürlichkeit" der "freien" Marktwirtschaft, welche ja von vielen ihrer Vertreter regelmäßig behauptet wird.

@Schatzmeister/Rhetorix.

Nun, so etwas wie Produktinformationen gibt es ja schon, siehe "Stiftung Warentest", "Ökotest" und diverse andere Testmagazine. Dafür, dass diese absolut unbestechlich sind, kann natürlich niemand zu 100% garantieren - nichts in der Welt ist perfekt. Wichtig ist, dass es mehrere, voneinander unabhängige Instanzen gibt, die zueinander im Wettbewerb stehen und außerdem gewissen staatlichen (TÜV-artigen) Kontrollen unterliegen.
Die angebliche "Unrealisierbarkeit" wird ja gerne als Argument gegen alles angewandt, was irgendwie vom Status Quo abweicht. Doch wenn man etwas wirklich möchte, so scheint auf einmal viel mehr möglich, als man zuvor gedacht hat. Ich halte es für viel wichtiger darüber zu diskutieren, ob ein Verbot oder eine starke Einschränkung von Werbung in Massenmedien wünschenswert ist, als ob sie möglich ist - denn das ist es, wenn man wirklich will.

Interessanter finde ich daher schon Rhetorix Argument, dass Werbung unsere Welt gewissermaßen ja auch "bunter" mache und das Verbot von Werbung ein unnötiger autoritärer Eingriff sei. Mich würde interessieren, was denn andere dazu meinen: Würde zusammen mit der Werbung auch Kreativität unterdrückt? Immerhin ist in unserer Gesellschaft ein großer Teil der "Kreativen" in der Werbeindustrie beschäftigt, und Medien finanzieren sich zum großen Teil über Werbeeinnahmen.
Aber genau hier setzt mein Einwand an: Sollte Geld allein dazu berechtigen, zu kontrollieren, was die Kreativen schaffen und was die Massen sehen?
Ich meine, dass hier eine Art Gewaltenteilung stattfinden muss: Das Kapital und die Kontrolle über Massenmedien stellen in modernen Gesellschaften extrem wichtige Machtfaktoren dar. Kann es gut sein, wenn sie in einer Hand liegen?
Archibald
Zitat:
Original von Farnaby
..............Produktwerbung, vor allem in Massenmedien, fördert nur Marktkreisläufe, die dem Menschen nicht nützen. Wenn ein Produkt den Menschen tatsächlich nützt, so würde es sich auch ohne Werbung verkaufen...............................


@ Farnaby:

Wenn ein Produkt sich mit Werbung besser verkauft, kann es den Menschen so schlecht nicht gehen!
ewig
Ich finde, JFoo hat das zugrunde liegende Problem treffend herausgearbeitet. Werbung an sich ist nicht das Problem, obschon der Konkurrenzdruck im Informationsbereich mittlerweile groteske Auswüchse angenommen hat.
JFooo
Zitat:
Original von Farnaby


Interessanter finde ich daher schon Rhetorix Argument, dass Werbung unsere Welt gewissermaßen ja auch "bunter" mache und das Verbot von Werbung ein unnötiger autoritärer Eingriff sei.Mich würde interessieren, was denn andere dazu meinen: Würde zusammen mit der Werbung auch Kreativität unterdrückt? Immerhin ist in unserer Gesellschaft ein großer Teil der "Kreativen" in der Werbeindustrie beschäftigt, und Medien finanzieren sich zum großen Teil über Werbeeinnahmen.
Aber genau hier setzt mein Einwand an: Sollte Geld allein dazu berechtigen, zu kontrollieren, was die Kreativen schaffen und was die Massen sehen?
Ich meine, dass hier eine Art Gewaltenteilung stattfinden muss: Das Kapital und die Kontrolle über Massenmedien stellen in modernen Gesellschaften extrem wichtige Machtfaktoren dar. Kann es gut sein, wenn sie in einer Hand liegen?


Nun ja, Kreativität beschränkt sich ja nicht nur auf Werbung.Muß es denn unbedingt ein Werbeplakat sein,welches eine Mauer verziert ? Könnten es nicht auch die kreativen Ergüsse eines Graffity-Künstlers sein,oder einfach ein freundlicher Anstrich und ein hübsch gestaltetes Blumenbeet ?
Werbung zu verbieten halte ich für überzogen,da sie m.E. schon wichtig und nützlich ist und schließe mich Schatzmeisters Meinung an.
Verwerflich wird die ganze Sache,wenn bewußt psychologisch-manipulative Mechanismen eingesetzt werden um Absatz zu fördern bzw. zu steigern.

Um auf die Massenmedien zu kommen (speziell einmal das Fernsehen),möchte ich einen deutlichen Unterschied zw. öffentlich-rechtlichem Fernsehen und den Privatsendern ziehen.Dieser besteht m.E. in einer gewissen -naja,ich nenn es mal- ethisch-soziologischen Verantwortung.Damit meine ich den Informations- und Bildungswert einer unabhängigen Mediengestaltung /Berichterstattung gegenüber einer rein wirtschaftlich orientierten Unterhaltungsindustrie,welche durch finanzielle Interessen geprägt ist und eben duch sensationsorientierte Programmgestaltung auf Quotenfang geht,um möglichst hohe Einnahmen aus kommerzieller Werbung zu erzielen.
Es geht mir darum zu erwähnen,daß eine Machtstellung auch eine gewisse Verantwortung (und ich meine soziale Verantwortung) mit sich bringt.Denn wer Macht hat auch Verantwortung zu tragen (zumindest sollte es so sein,finde ich).


Gruß
Shamatic
Hi Leute, Hi Jfooo, schön dich mal wieder zu sehen !

Ich glaube, dass du meine Sprechweise des "ökonomischen Zwangs" bzw. der "ökonomischen Struktur" irgendwie falsch verstanden hast, denn mir geht es genau um den Aspekt, den du in deinem Beitrag beschreibst !

Zitat:
Es ist ein absolutes Muß für ein Unternehmen,am Wettbewerb teilzunehmen und nach Möglichkeit immer besser zu sein als die anderen,einfach um zu überleben

Und um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht genau, was du damit meinst:
Zitat:
das mit dem ökonomischen Zwang eine Ware loswerden zu müssen,würde ich eher als einen existenziellen Zwang zur Ökonomie bezeichnen,obwohl ich der Meinung bin,daß der rein ökonomische Aspekt weniger eine Rolle spielt,denn das können und tun sie alle (mehr oder weniger gut).


Was meinst du mit "existenzieller Zwang zur Ökonomie" ? Und wer kann was mehr oder weniger gut ? Wie gesagt, der Begriff der Ökonomie umfasst meiner Ansicht nach all die Punkte, die du in deinem Beitrag erwähnst und für relevant hältst.
________________________________

Will niemand zu meinen Thesen und Anschauungen über Warenästhetik (und der ökonomischen Ursprünge derselben) etwas sagen ? gruebel

Meine Kern-These ist ja, dass das Kritisierenswerte an der "Werbung" nur in der spezifischen Form liegt, die diese unter gegebenen ökonomischen Zusammenhängen annimmt. Es besteht der Zwang, die produzierten Waren in den göttlichen Himmel zu preisen, indem die Ware mit allen möglichen positiven Konnotationen beschmückt wird. Dazu gehören im Wesentlichen die Wortfelder der Freiheit, Natur, Harmonie, Freude, Sicherheit etc. Diese Assoziationen sind auferlegte emotionale Eigenschaften der Waren; der an-sich materielle Warenkörper wird mit positiver Bedeutung aufgeladen und vollgepumpt ! (die "Marken" sind dabei der erste Schritt, wie das selbst Wort verrät)

Das gehört -so lautet meine These- zur Ästhetik der Waren in unserer Form der Ökonomie. So sehr die Darstellungsweisen der Waren sich im Oberflächlichen auch unterscheiden, sie gehorchen alle derselben ökonomischen Gesetzmäßigkeit. Es spielt keine besondere Rolle, ob die Werbung für jene Ware so-oder-so aussieht, sondern die gemeinsame Logik der Präsentation ist das Entscheidende.

Ich möchte ein Beispiel geben: Auch "Werbung", die sich scheinbar von der Logik der Werbung abhebt, ist unausweichlich in diese Logik eingebunden. Dass ein bestimmtes Kosmetik-Wirtschaftsunternehmen auch Menschen präsentiert, die dem herrschenden Schönheitsideal der Kosmetik-Industrie nicht entsprechen und eine "Initiative" gegen dieses Ideal startet, ist eine Art von Bruch innerhalb der Werbung. Aber: Der Bruch findet nur zwischen den Inhalten statt, nicht aber mit der Logik der Werbung als solcher. Die Marke soll dadurch ja letztendlich positiv "gebrandet" werden.

Wir sind -denke ich- die ganze Zeit von Produktwerbung ausgegangen. Wieso eigentlich ? Es wird ja auch für andere Dinge als "neue Waren" geworben: Menschen, Gruppen, Organisationen, Institutionen etc.

Ich will noch eine These in den Raum werfen: Die beschriebene ökonomische Logik der Warenästhetik greift auf alle sozialen Bereiche über und reduziert dadurch das Prinzip der Werbung auf die "glanzvolle Selbstdarstellung" von Akteuren/Subjekten. Beispielfrage: Wieso präsentieren sich die Universitäten seit dem "Bologna-Prozess" in veränderter Weise ?

Grüße !
Farnaby
@Archibald.

Materiell vielleicht (noch), geistig eher nicht.

@Shamatic + Jfooo.

Eure Argumentation scheint mir insofern ähnlich, als dass ihr beide behauptet, Werbung an sich sei nicht das Problem, wohl aber die Art, mit der sie betrieben wird. Ich stimme der Behauptung insofern zu, als dass ich es für eine gesunde Sache halte, für ein Produkt, was man z.B. selbst hergestellt hat und von dem man überzeugt ist, zu werben. Ein Bäcker hängt ein Schild an seine Tür: "Ofenfrische Brötchen". Warum nicht, top Sache. Problematisch wird es, wenn Massenmedien ins Spiel kommen, denn diese bilden ein enormes Machtinstrument: Sie ermöglichen es einzelnen Personen, millionen andere zu erreichen.
Sollte man diese also tatsächlich professionellen Werbern überlassen, deren Beruf darin besteht, Unzufriedenheit zu erzeugen und für den teilweise (z.B. aus ökologischen Gründen) sehr zweifelhaften Konsum von beliebigen Produkten zu werben?
Ich halte es für völlig unvernünftig auf irgendeine Art von edlem Verantwortungsgefühl der Werbeleute zu hoffen, denn in unserem System sind sie nichts als Teilnehmer an einem Wettbewerb ums berufliche Überleben. Und da schaffen es ohne Reglementierung eben nur die, deren Methoden am Effektivsten sind - das Arbeiten mit manipulativen psychologischen Techniken hat sich gegenüber der ehrlichen Produktinformation klar durchgesetzt.
JFooo
Zitat:
Original von Shamatic

...denn mir geht es genau um den Aspekt, den du in deinem Beitrag beschreibst !

Das ist mir bewußt,sorry das ich Dir da was weggeschnappt habe,soll nicht wieder vorkommen.nunja


Zitat:
Es ist ein absolutes Muß für ein Unternehmen,am Wettbewerb teilzunehmen und nach Möglichkeit immer besser zu sein als die anderen,einfach um zu überleben
Zitat:
Und um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht genau, was du damit meinst:
Zitat:
das mit dem ökonomischen Zwang eine Ware loswerden zu müssen,würde ich eher als einen existenziellen Zwang zur Ökonomie bezeichnen,obwohl ich der Meinung bin,daß der rein ökonomische Aspekt weniger eine Rolle spielt,denn das können und tun sie alle (mehr oder weniger gut).

Ich meine das selbe wie Du,nur habe ich versucht den ökonomischen Zwang als existenzielle Notwendigkeit zu sehen.Unsere Marktwirtschaft basiert nun mal auf Wettbewerb und wer nicht
(wettbe)wirbt,der stirbt.Und der eine macht seinen Job (das "ökonomiesieren"Zwinker eben besser als ein anderer,denn auch Manager können sowohl richtige als auch falsche Entscheidungen treffen.


Zitat:
Will niemand zu meinen Thesen und Anschauungen über Warenästhetik (und der ökonomischen Ursprünge derselben) etwas sagen ? gruebel

Meine Kern-These ist ja, dass das Kritisierenswerte an der "Werbung" nur in der spezifischen Form liegt, die diese unter gegebenen ökonomischen Zusammenhängen annimmt. Es besteht der Zwang, die produzierten Waren in den göttlichen Himmel zu preisen, indem die Ware mit allen möglichen positiven Konnotationen beschmückt wird. Dazu gehören im Wesentlichen die Wortfelder der Freiheit, Natur, Harmonie, Freude, Sicherheit etc. Diese Assoziationen sind auferlegte emotionale Eigenschaften der Waren; der an-sich materielle Warenkörper wird mit positiver Bedeutung aufgeladen und vollgepumpt !


Ja,denn dies macht eine Ware begehrenswert (wenn man einen evtl. vorhandenen praktischen Nutzen unberücksichtigt läßt).



Zitat:
Dass ein bestimmtes Kosmetik-Wirtschaftsunternehmen auch Menschen präsentiert, die dem herrschenden Schönheitsideal der Kosmetik-Industrie nicht entsprechen und eine "Initiative" gegen dieses Ideal startet, ist eine Art von Bruch innerhalb der Werbung. Aber: Der Bruch findet nur zwischen den Inhalten statt, nicht aber mit der Logik der Werbung als solcher. Die Marke soll dadurch ja letztendlich positiv "gebrandet" werden.

Ja, dies führe ich darauf zurück,daß unter den (konsumierenden) Menschen irgendwo eine (Schmerz-)Grenze erreicht ist,die dazu führt auf die objektiven und auch subjektiven Unterschiede des Einzelnen einzugehen,um einen Absatz irgendwelcher Waren oder auch Dienstleistungen zu sichern und nicht auf einem speziellen einzementierten Schönheitsideal (oder was auch immer) zu beharren.Denn die meisten Menschen werden das ohnehin nie erreichen (sei es aus Geldmangel für die Schönheits-OP,oder das prestigeträchtige Auto,oder aus subjektiv-charakterlichen Gründen,welcher Art auch immer).
Bevor nun "alle" in Depressionen oder Minderwertigkeitskomplexen versinken bzw. anfangen darüber nachzudenken -brauch ich das wirklich- und somit als potentielle Abnehmer "wegfallen",geht man lieber auf Individualbedürfnisse ein,anstatt auf oben genannten "Idealen"
zu verharren.

Zitat:
Wir sind -denke ich- die ganze Zeit von Produktwerbung ausgegangen. Wieso eigentlich ? Es wird ja auch für andere Dinge als "neue Waren" geworben: Menschen, Gruppen, Organisationen, Institutionen etc.

Das ist im Prinzip das gleiche,denn mit alledem soll Geld verdient werden und die Wirtschaft am Laufen gehalten werden.


Gruß
JFooo
@Farnaby

Zitat:
Original von Farnaby

Ich halte es für völlig unvernünftig auf irgendeine Art von edlem Verantwortungsgefühl der Werbeleute zu hoffen, denn in unserem System sind sie nichts als Teilnehmer an einem Wettbewerb ums berufliche Überleben. Und da schaffen es ohne Reglementierung eben nur die, deren Methoden am Effektivsten sind...


Nun,unvernünftig würde ich es nicht nennen,eher vermessen.Ansonsten ist das m.E. ein sehr wichtiger Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt.


Gruß
Schatzmeister
Hallo Farnaby.

Zitat:
Original von Farnaby
@Schatzmeister/Rhetorix.

Nun, so etwas wie Produktinformationen gibt es ja schon, siehe "Stiftung Warentest", "Ökotest" und diverse andere Testmagazine. Dafür, dass diese absolut unbestechlich sind, kann natürlich niemand zu 100% garantieren - nichts in der Welt ist perfekt. Wichtig ist, dass es mehrere, voneinander unabhängige Instanzen gibt, die zueinander im Wettbewerb stehen und außerdem gewissen staatlichen (TÜV-artigen) Kontrollen unterliegen.


Ich wäre sehr vorsichtig, diese Instanzen als neutral zu bezeichnen. Insbesondere der TÜV ist eine Privatorganisation, die von demjenigen bezahlt wird, der geprüft werden und ein entsprechend "angenehmes" Testergebnis haben will.

Halbswegs objektive Tests bleiben also letztlich immer am Staat hängen, wie z.B. der Stiftung Warentest, der Bankenaufsicht usw.

Zitat:
Original von Farnaby
Die angebliche "Unrealisierbarkeit" wird ja gerne als Argument gegen alles angewandt, was irgendwie vom Status Quo abweicht. Doch wenn man etwas wirklich möchte, so scheint auf einmal viel mehr möglich, als man zuvor gedacht hat. Ich halte es für viel wichtiger darüber zu diskutieren, ob ein Verbot oder eine starke Einschränkung von Werbung in Massenmedien wünschenswert ist, als ob sie möglich ist - denn das ist es, wenn man wirklich will.


An der Unmöglichkeit habe ich gar nicht gezweifelt. Aber nochmal: Ist es denn wünschenswert, ohne Werbung zu leben? Marketing setzt eine Menge Geld (= Einkommen) um. Das würde niemand ausgeben, wenn es sich nicht lohnte. Offenbar wollen die Menschen also Werbung.

Zitat:
Original von Farnaby
Interessanter finde ich daher schon Rhetorix Argument, dass Werbung unsere Welt gewissermaßen ja auch "bunter" mache und das Verbot von Werbung ein unnötiger autoritärer Eingriff sei. Mich würde interessieren, was denn andere dazu meinen: Würde zusammen mit der Werbung auch Kreativität unterdrückt? Immerhin ist in unserer Gesellschaft ein großer Teil der "Kreativen" in der Werbeindustrie beschäftigt, und Medien finanzieren sich zum großen Teil über Werbeeinnahmen.
Aber genau hier setzt mein Einwand an: Sollte Geld allein dazu berechtigen, zu kontrollieren, was die Kreativen schaffen und was die Massen sehen?


Man muss nicht immer alles mit Geld assoziieren. Denk doch lieber mal daran, was das Geld eigentlich repräsentiert: Nachfrage. Das ist wie mit dem Alkohol: Alle wissen, dass er schädlich ist, aber niemals zuvor haben Amerikaner derart viel gesoffen wie in den Zeiten der Prohibition.

Zitat:
Original von Farnaby
Ich meine, dass hier eine Art Gewaltenteilung stattfinden muss: Das Kapital und die Kontrolle über Massenmedien stellen in modernen Gesellschaften extrem wichtige Machtfaktoren dar. Kann es gut sein, wenn sie in einer Hand liegen?


Ist es eigentlich deiner Meinung auch schon Werbung, wenn ein Marktschreier seie Waren anpreist? Ist das schlimm?

Ist es auch schon Werbung, wenn ein Arbeitsloser sich um einen Job bemüht und im Vorstellungsgespräch von seinen Vorzügen erzählt?

Ist es auch schon Werbung, wenn ein Chocolatier von der Art und Weise berichtet, wie er Pralinen herstelltund wie toll er sie findet?

Wo fängt das an und wo hört es auf? Was genau sollte verboten werden? Wem wäre damit geholfen?

Schatzmeister
Farnaby
Zitat:
Original von Schatzmeister
Ist es eigentlich deiner Meinung auch schon Werbung, wenn ein Marktschreier seie Waren anpreist? Ist das schlimm?

Ist es auch schon Werbung, wenn ein Arbeitsloser sich um einen Job bemüht und im Vorstellungsgespräch von seinen Vorzügen erzählt?

Ist es auch schon Werbung, wenn ein Chocolatier von der Art und Weise berichtet, wie er Pralinen herstelltund wie toll er sie findet?

Wo fängt das an und wo hört es auf? Was genau sollte verboten werden?


Nein, all das ist meiner Meinung nach nicht schlimm, sondern ausgesprochen natürlich und gehört zu einem gesunden Wettbewerb. Das Problem entsteht erst dann, wenn Massenmedien ins Spiel kommen; durch die "Globalisierung", wenn man so will.
Man vergleiche das mit sportlichen Wettbewerben. Kleine örtliche Sportfeste sind eine feine Sache. Im Allgemeinen bedürfen sie keiner besonders strengen Reglementierung oder Kontrolle. Klar gibt es auch hier hin und wieder Leute, die unfair spielen, aber üblicherweise bleiben sie in der Minderheit, da schon allein durch die persönliche Kontaktebene zwischen den Menschen bei den meisten ein gewisses Pflichtgefühl entsteht; außerdem ist der Leistungsdruck zwar da, aber im Vergleich zu Großveranstaltungen mäßig.
Bei einem Wettbewerb auf Weltniveau sieht es dagegen anders aus. Der Leistungsdruck steigt ins Extreme, das Persönliche tritt in den Hintergrund, was dazu führt, dass jeder denkbare Trick (und sei er noch so unsportlich) versucht wird, um die anderen zu übertrumpfen. Da aber alle so handeln, wird es zur Qualifikationsbedingung, so zu handeln, was wiederum zu einer größeren sozialen Akzeptanz unfairer Verhaltensweisen führt. Ein prominentes Beispiel ist das Doping bei der "Tour de France".

Natürlich ist es eine Frage, wo genau man die Grenze zieht und wie genau man so etwas praktisch durchsetzen möchte; aber bevor ich zur Diskussion dieser Detailfragen komme, möchte ich erstmal versuchen, davon zu überzeugen, dass ein weitgehendes Werbeverbot in Massenmedien prinzipiell sinnvoll seien könnte.

Zitat:

Wem wäre damit geholfen?


Im Grunde: Allen. Den Menschen und auch der Umwelt.

Zur Zeit werden die Menschen in den Industrienationen zwei diametral entgegengesetzten Ethiken "ausgesetzt": Der Konsum-, Produktions- und Wachstumszwang ("Konsumiere, produziere und verkaufe soviel wie möglich, um das System am laufen zu halten!"), sowie die Verzichtsethik ("Verzichte, denn der Konsum zerstört deine Umwelt!"). Lustigerweise werden beide Ethiken teilweise von den selben Leuten (Politikern) propagiert. Diese Orientierungslosigkeit ergibt nicht nur keinen Sinn, sondern es ist etwas, was die Menschheit über kurz oder lang zerstören wird. Die einzige Lösung besteht meiner Meinung nach darin, beide entgegengesetzte Positionen in einer Synthese zu vereinigen, einer Ethik vom guten Leben - "Konsumiere und produziere das und nur das, was dir und anderen tatsächlich und nachhaltig zuträglich ist!".
Diese Einstellung ist aber gar nichts spezifisch "linkes", "ökomäßiges" oder sonstwas, sondern die natürlichste Haltung, die ein naiver Mensch zu Dingen einnehmen würde. Die Allgegenwart von Werbung verschleiert aber dieses Denken. Natürlich ist Werbung hier nicht der einzige Faktor, aber ein zentraler.
Daher denke ich, dass ein weitgehendes Verbot von Werbung in Massenmedien zu einem Umdenken beitragen könnte, welches letztendlich allen zugute kommt.
mark
Zitat:
Original von Farnaby
Lustigerweise werden beide Ethiken teilweise von den selben Leuten (Politikern) propagiert.

mit dem höhepunkt der "konzertieren" neujahrsansprachen von kanzler schröder und gesundheitsministerin schmidt. der kanzler sprach von der verantwortung über den konsum für den arbeitsplatz des nachbarn und die gesundheitsministerin davon, dass man halt mal rechnen müsste und wenns hinten (bei der rente) nicht reicht, eben jetzt mehr sparenn muss, ist doch simpel.

Zitat:

"Konsumiere und produziere das und nur das, was dir und anderen tatsächlich und nachhaltig zuträglich ist!".


als programm unmöglich.

gruss
JFooo
Hi Farnaby,
Zitat:
Original von Farnaby
Natürlich ist es eine Frage, wo genau man die Grenze zieht und wie genau man so etwas praktisch durchsetzen möchte; aber bevor ich zur Diskussion dieser Detailfragen komme, möchte ich erstmal versuchen, davon zu überzeugen, dass ein weitgehendes Werbeverbot in Massenmedien prinzipiell sinnvoll seien könnte.
...
Original von Farnaby
Diese Einstellung ist aber gar nichts spezifisch "linkes", "ökomäßiges" oder sonstwas, sondern die natürlichste Haltung, die ein naiver Mensch zu Dingen einnehmen würde. Die Allgegenwart von Werbung verschleiert aber dieses Denken. Natürlich ist Werbung hier nicht der einzige Faktor, aber ein zentraler.
Daher denke ich, dass ein weitgehendes Verbot von Werbung in Massenmedien zu einem Umdenken beitragen könnte, welches letztendlich allen zugute kommt.

Die Werbung ist m.E. kein zentraler Faktor,sondern eine Folge des "Kernproblems".
Dieses "Kernproblem" heißt Raubbau.Dieser Raubbau wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus.Er ist der Ausverkauf sozialen Verhaltens,genauso wie die Zerstörung unseres Lebensraumes,genauso wie die Ausrottung unserer sensibelsten Sinne und Fähigkeiten.

Gruß