Werbung abschaffen.

Nordrand
Zitat:
Original von JFooo
...und nicht zu vergessen - den Eierschalensollbruchstellenverursacher.Den muß man einfach haben.

Oh ja! Wo bekomm ich denn so ein teil! Zwinker

Im Ernst..Das fängt doch schon bei Kleinigkeiten an. Wieviele Winter-Jacken braucht der mensch? Im prinzip nur eine.Trotzdem haben die meisten mindestens zwei, wenn nicht noch mehr.
Ich selbst frage mich das tag für tag, wenn ich in meiner garderobe stehe. Wozu in allerwelt brauche ich soviele "fetzen".? Antwort habe ich immer noch keine gefunden, und trotz dieser gedankengänge kaufe ich und kaufe ich jahr für jahr wieder eine neue.
Und das, obwohl in keinem mir bekannten massenmedium werbung dafür gemacht wird....Also kanns daran wohl nicht liegen.

Anderer Punkt:
Ich schlendere durch einen supermarkt und sehe meterlange kühlregale voller schinken.
Brauchen wir wirklich die auswahl zwischen zig verschiedenen schinken-arten? Pfeffer,Kümmel,Bärlauch,Honig,Knoblauchschinken..etc.etc...Käse,Joghurt ja sogar ebensoviele Milch-Anbieter stehen da.

Lebensmittel einkaufen wird zum überdimensionalen geschehen, bei all dieser auswahl gleicher produkte...

Und alle kaufen und folgen..wie die lemminge. Auch ohne werbung in medien...

Wo also liegt da der Hund begraben....
meloyello
@Nordrand

Zitat:
Wo also liegt da der Hund begraben....


Die Menschen wollen einfach LEBEN... Leben , lieben, ihren Teil an Wohlstand haben:"Sieh dir an ,was wir alles Haben "! Ein geistig gesunder Mensch wird sich nicht fragen ob Dinger real oder irreal sind,subjektiv oder objektiv, die SIND und das zählt. Ob das wirklich den Sonnenaufgang gibt oder ist es nur Einbildung, weil es aus unseren Betrachtungswinkel...angesichts der Lage der Erde... die Drehung...bla-bla...Die Frage ist:"muss man sich sowas fragen?"Es ist ja auch nicht so, als ob man es nicht wüsste. Man hat eben einen Kurzschluss,der zur Philosophie sich ausartet . großes Grinsen

Aber Werbung geht einfach auf die Nerven, was die auch als Ziel sieht. Je nerviger um so wirkungsvoller, ansteckender,wird fest im Kopf gehalten:"das musst du wissen, du A*sch und kaufen"!
Aurom
Zitat:
Original von Nordrand

Brauchen wir wirklich die auswahl zwischen zig verschiedenen...


derartige fragestellung erinnert mich immer an den genossen walter ulbricht :
"müssen wir denn alles nachmachen, was aus dem westen kommt?" ...(angesichts der über die grenze schwappenden beat-musik) roll

ich hab lieber die auswahl zwischen lauter "überflüssigen" sachen als solche vertrockneten funktionäre, die mir vorschreiben, was ich brauche... nunja
Shamatic
Was mir mittlerweile auffällt bei dir -aurom- ist, dass du zwar immer schön von Bewusstseinsformen sprichst, die gegebene Sachverhalte transzendieren und das Enge, Starre übertrümpfen sollen usw. usf. Wenn es dann aber mal tatsächlich um ein konkretes Thema geht, dann ist dieses "höhere Bewusstsein" plötzlich verschwunden...

Dieser Vorwurf richtet sich an (d)eine streng dualistische Perspektive und Denkweise, die sozusagen das politische Korrelat zum Geist-Körper Dualismus ist: Hier der liberale Kapitalismus, dort der stalinistische Sozialismus. Alle Fragestellungen und Einwände, die die liberale Wahlfreiheit und deren ökonomischen Bedingungen in Frage stellen, werden von dir gleich in die ideologische Pfanne gehauen, als sei die Problemstellung damit gleich schon gebraten, gegessen -und ausgeschissen großes Grinsen

So wie deine Antwort auf Nordrands Frage:
Zitat:
ich hab lieber die auswahl zwischen lauter "überflüssigen" sachen als solche vertrockneten funktionäre, die mir vorschreiben, was ich brauche... nunja


Wenn wir beispielsweise in einer Auseinandersetzung feststellen und beschließen, dass die Quantität der Produkte weniger wichtig ist als die Qualität, dann heißt das nicht automatisch, dass damit irgendwelche Zwänge und Unfreiheiten propagiert würden.

Kaum wird das liberale Freiheitsverständnis diskutiert, kommt der ideologische Reflex, der alles, was nicht zum Theoriegebäude des Liberalismus gehört, als Diktatur oder Zwang definiert. Eben dieses Bewusstseinsmuster sollte doch überwunden werden, um Denk-Möglichkeiten zu erweitern.

Verstehst du, was ich meine ? Zwinker
Aurom
Zitat:
Original von Shamatic
Wenn wir beispielsweise in einer Auseinandersetzung feststellen und beschließen...


wer sind diese "wir"?...und woher haben sie das recht, irgendwas zu beschliessen, was folgen für alle hat und nicht nur für den kreis der beschliessenden?

Zitat:
Wenn es dann aber mal tatsächlich um ein konkretes Thema geht, dann ist dieses "höhere Bewusstsein" plötzlich verschwunden...


aha? "höheres bewusstsein" ist also, wenn du recht hast? gruebel

Zitat:
Alle Fragestellungen und Einwände, die die liberale Wahlfreiheit und deren ökonomischen Bedingungen in Frage stellen, werden von dir gleich in die ideologische Pfanne gehauen, als sei die Problemstellung damit gleich schon gebraten, gegessen und gelöst.


tja...solche kleinen einwürfe musst du entweder ertragen oder ignorieren...sie wurzeln imho in einem überbleibsel meiner antiautoritären phase... roll

Zitat:
Verstehst du, was ich meine ? Zwinker


aber hallo... Zwinker
Shamatic
Hi aurom -schnelle Antwort, gefällt mir fröhlich

Zitat:
wer sind diese "wir"?...und woher haben sie das recht, irgendwas zu beschliessen, was folgen für alle hat und nicht nur für den kreis der beschliessenden?


Das ist ein Missverständnis. Ich bezog mich jetzt nicht auf die stalinistische Partei, sondern eigentlich nur auf eine Diskussion im Rahmen des Forums. Mir ging es darum, dass die Fragestellung oder Erkenntnis als solche (wie Nordrand beispielsweise formuliert hat), nicht impliziert, dass damit irgendwelche diktatorischen Beschlüsse verbunden sein müssen, so wie du das jetzt wieder in das Spiel bringst.

Wenn ich das liberal-kapitalistische Freiheitsverständnis in Frage stelle, bin ich doch nicht gleich Stalinist... Nur scheint diese Reaktion in die liberale Ideologie eingeschrieben zu sein. Eben das kritisiere ich.

Zitat:
aha? "höheres bewusstsein" ist also, wenn du recht hast?


Nö. Für mich hat lediglich der beschriebene ideologische Dualismus nicht viel mit Bewusstseinsformen zu tun, die für sich den Anspruch erheben, Starrheiten zu überwinden. Mein Kritipunkt war, dass du dich gerne geistig östlichen Traditionen zuordnest, die Transzendenz und Universalität etc. in den Mittelpunkt rücken, und sinngemäß von "geistiger Freiheit" sprichst, dann aber bei "politischen" Themen innerhalb ideologischer Gegensätze verfangen bleibst.

Das soll kein bösgemeinter Vorwurf sein, sondern eine Kritik an dem Denkmuster selbst.

Zitat:
tja...solche kleinen einwürfe musst du entweder ertragen oder ignorieren...sie wurzeln imho in einem überbleibsel meiner antiautoritären phase...


Das Problem ist, dass die Einwürfe Ausdruck eines Schwarz-Weiß-Denkens sind. Mir ist aufgefallen, dass du reflexartig -wenn über Produktion und Konsumption im Kapitalismus gesprochen wird- alles als stalinistisch verketzerst, was auch nur in irgendeiner Weise die gegebenen sozial-ökonomischen Bedingungen und die Vorstellungen, die diese begleiten, hinterfragt. Mehr als das wollte ich nicht sagen.

Grüße Zwinker
JFooo
@Nordrand und meloyello,

Die Sache ist doch,das wir uns an einen Lebensstandard gewöhnt haben,der es uns erlaubt ganz bequem alles mögliche zu konsumieren.Man braucht bloß zugreifen,also wieso dann noch nachdenken? Das man diesen Lebensstandard nicht aufgeben will ist klar und kann ich verstehen. Die kurze Befriedigung nach einer Shoppingtour,die bis zur nächsten hält,scheint für doch sehr viele Leute im Laufe der Zeit und mit wachsendem "Volkswohlstand" die Hauptorientierung im Leben geworden zu sein.Dies nützt hauptsächlich denen die damit Geld verdienen.Unser Wirtschaftssystem ist nun mal darauf ausgerichtet zu produzieren und zu konsumieren und vor allem solls jedes Jahr mehr sein als im letzten.Ja,mehr und immer mehr.Meine Kritik gilt dem Wachstum und wenn ich so Sprüche höre wie - Stagnation ist Rückschritt - ,kann ich mir nur an den Kopf greifen.
Inwieweit der Einzelne meint sich nicht von Werbung beeinflussen zu lassen und sich nicht irgendwie an der breiten Masse zu orientieren bleibt jedem selbst überlassen.
Man kann die Werbung nicht abschaffen,nein,sie hat ihre Berechtigung,aber es gibt Kundenfangmethoden die einfach mächtig unter die Gürtellinie gehen.

Gruß
meloyello
@wer auch immer

Ich war wieder mal so blöd um sich zu wundern ,wieso A*di geschmacklose Werbeblätter druckt. Bei den finanziellen Möglichkeiten könnte man stilvoll arbeiten. Es sieht aber billig aus, billige Models , billiges Grinsen , Klamotten wie direkt ausgepackt... Dann kam ich zum Entschluss, es ist gewollt. Es muss billig aussehen, weil die Kundschaft kein Geld hat. Für stilvoll fehlt das nötige Geld, was heißt das ? Es gibt kein Wohlstand ! Es ist eine Illusion. Es gibt eine alte Fangfrage für die Schüller:" Essen um zu Leben oder Leben um zu Essen?" Ich glaube die meisten sich dessen nicht bewusst sind. Die meisten sind schon deswegen zufrieden , dass es genug Fraß im Kühlschrank gibt und..Bier. Das haben auch die Hühner und Schweine und anderes Haustier auch wenn anderer Art. Kochbücher, Kochsendungen... "O, wir waren gestern lecker essen, da kann man gut essen..."

Angekommen?
JFooo
Hi meloyello,

Zitat:
Original von meloyello
Ich war wieder mal so blöd um sich zu wundern ,wieso A*di geschmacklose Werbeblätter druckt. Bei den finanziellen Möglichkeiten könnte man stilvoll arbeiten. Es sieht aber billig aus, billige Models , billiges Grinsen , Klamotten wie direkt ausgepackt... Dann kam ich zum Entschluss, es ist gewollt. Es muss billig aussehen, weil die Kundschaft kein Geld hat. Für stilvoll fehlt das nötige Geld, was heißt das ? Es gibt kein Wohlstand !


Schön das Du die Zweiklassen-Gesellschaft ansprichst.Wo wären wir,wenn alles Gucci wäre ?
Und vergiss dabei die Markenrechte und Lizenzen nicht.


Zitat:
Die meisten sind schon deswegen zufrieden , dass es genug Fraß im Kühlschrank gibt und..Bier. Das haben auch die Hühner und Schweine und anderes Haustier auch wenn anderer Art.


Na dann ist ja alles gut.

Zwinker

Gruß
meloyello
@JFooo
Zitat:
Schön das Du die Zweiklassen-Gesellschaft ansprichst.Wo wären wir,wenn alles Gucci wäre ? Und vergiss dabei die Markenrechte und Lizenzen nicht.


Darum geht es nicht. Man ist einverstanden mit eine Illusion vom Wohlstand. Da der Wohlstand nicht an der Theke mit vielen Schinken gemessen wird, gab man den Menschen Illusion ,dass es doch so ist. Und die bereit wären zu kämpfen nicht um die wahren Werte, sondern für nachhaltige Angebot von Lebensmitteln. Arbeitsplätze haben absolute Priorität und Sex natürlich, fast zwangsläufig zum Abbau von sozialen Spannungen . Sexuelle Enthaltsamkeit ist schon fast eine Bedrohung...
JFooo
Hi meloyello,

schön und gut,ich habe aber irgendwie den Eindruck,daß in unserer Gesellschaft das Nahrungsangebot
zu einer nicht mehr wahrgenommenen Selbstverständlichkeit verkommen ist,die als Wohlstand (ob Illusion oder nicht) nicht mehr empfunden wird.Stattdessen orientiert man sich an den Schönen und Reichen (welche oft als Werbeträger fungieren),vergleicht sich mit ihnen und kommt zu dem Schluß: "Ach bin ich ne arme Sau". "Ich geh mich abrackern und kann mir trotzdem in 100 Jahren kein Eigenheim leisten, ja nicht einmal so eine Luxuskarosse wie mein Chef sie fährt ist drin".Wohlstand (ob Illusion oder nicht) definiert sich längst nicht mehr über die prall gefüllten Supermarktregale.Die Messlatte für den empfundenen bzw. erstrebenswerten Wohlstand liegt im allgemeinen immer bei dem,dem es "besser" geht,oder besser zu gehen scheint,als einem selbst.
Durch Werbung werden immer neue Bedürfnisse und Notwendigkeiten suggeriert,welche die Taschen derer weiter füllen sollen,die selbst den Hals nicht voll kriegen.


P.S.: Andererseits sehe ich auch eine Trendwende,die ich darauf zurückführe,daß es immer mehr Menschen gibt,die einfach nicht mehr mithalten können und sich wieder anderweitig orientieren.
Auch würde ich von einer gewissen Marktsättigung sprechen,welche dazu führt,sich Märkte in Entwicklungs- und Schwellenländern zu erschließen,um dort den "Wohlstand" zu fördern (natürlich nur,weil dort das Wachstumspotenzial enorm hoch ist).


Gruß
Aurom
Zitat:
Das Problem ist, dass die Einwürfe Ausdruck eines Schwarz-Weiß-Denkens sind. Mir ist aufgefallen, dass du reflexartig -wenn über Produktion und Konsumption im Kapitalismus gesprochen wird- alles als stalinistisch verketzerst, was auch nur in irgendeiner Weise die gegebenen sozial-ökonomischen Bedingungen und die Vorstellungen, die diese begleiten, hinterfragt.


die "geistige freiheit", schwarz-weiss zu denken, ist mir lieb und teuer, und ich nehm sie mir einfach...wenn DAS erst mit gulag bedroht wird, ist es meist zu spät...gute absichten in ehren, aber ist der weg zur hölle nicht mit guten absichten gepflastert?

If communism ever reestablishes itself successfully upon earth,
it must be on a foundation of soul's brotherhood and the death of
egoism. A forced association and a mechanical comradeship would end in
a world-wide fiasco.

(Sri Aurobindo "Thoughts & Aphorisms")
Tarvoc
Zitat:
Original von Aurom
If communism ever reestablishes itself successfully upon earth, it must be on a foundation of [...] the death of egoism.

Nein. Zwinker
Aurom
aus dem link :

The repression of egoism can never totally succeed, except as the destruction of human subjectivity, the extinction of the human species itself, because egoism is an essential moment of human subjectivity. Its repression simply means that it returns in a hidden, duplicitous form.

tja...genau das ist ja damit gemeint :

A forced association and a mechanical comradeship would end in
a world-wide fiasco.


es geht nicht um repression, sondern um transformation...
kämpfer der sonne
farnaby,

du willst am liebsten das system verändern.

na dann hast du dir ja was sehr grosses und nobles vorgenommen.

aber daran wirst du dir die zähne ausbeissen.

ich warte lieber ab und entscheide mit vernunft, wie mein leben in diesem system am besten zurechtkommt.
Tarvoc
Zitat:
Original von Aurom
tja...genau das ist ja damit gemeint

Kann schon sein. Aber das war gar nicht das, worauf ich Bezug nahm. nunja
Farnaby
Hallo,

Jfoo schreibt:
Zitat:
Die Werbung ist m.E. kein zentraler Faktor,sondern eine Folge des "Kernproblems".
Dieses "Kernproblem" heißt Raubbau.Dieser Raubbau wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus.Er ist der Ausverkauf sozialen Verhaltens,genauso wie die Zerstörung unseres Lebensraumes,genauso wie die Ausrottung unserer sensibelsten Sinne und Fähigkeiten.


Ich denke dazu, dass du vollkommen Recht damit hast, dass die Werbung nur ein Zahnrad im Getriebe unseres Systems ist, und sicher nicht das einzige, welches in eine falsche Richtung steuert. Doch halte ich deinen Ansatz für verfehlt, streng in Ursachen und Symptome unterscheiden zu wollen, sowie ein einzelnes "Kernproblem" (du setzt es ja schon selbst in Anführungszeichen...) herausarbeiten zu wollen. Zu viele solcher Versuche gab es bereits und zu viele sind gescheiert - die Realität ist halt komplexer. Natürlich kann ich einen Sammelbegriff einführen für alles was mich stört, etwa "das Böse" oder "Terror" oder eben "Raubbau", aber mit diesem Begriff an sich ist erstmal niemanden geholfen - solange man nicht ein konkrete Liste von Vorschlägen daraus erarbeiten kann, was darunter zu verstehen ist, und was wie geändert werden sollte.

@kämpfer der sonne.
Dass ich alleine nicht die Macht habe, die gesamte Gesellschaft zu verändern, ist mir schon klar. Aber ich darf mir doch wohl Gedanken machen, was sich verbessern ließe, oder? Ich glaube daran, dass, wenn ein solcher Gedanke wirklich gut ist, er sich mit der Zeit von selbst verbreiten wird und früher oder später einen Einfluss auf die Realität bekommt.
JFooo
Hi Farnaby,

Zitat:
Original von Farnaby
Jfoo schreibt:
Die Werbung ist m.E. kein zentraler Faktor,sondern eine Folge des "Kernproblems".
Dieses "Kernproblem" heißt Raubbau.Dieser Raubbau wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus.Er ist der Ausverkauf sozialen Verhaltens,genauso wie die Zerstörung unseres Lebensraumes,genauso wie die Ausrottung unserer sensibelsten Sinne und Fähigkeiten.

Ich denke dazu, dass du vollkommen Recht damit hast, dass die Werbung nur ein Zahnrad im Getriebe unseres Systems ist, und sicher nicht das einzige, welches in eine falsche Richtung steuert. Doch halte ich deinen Ansatz für verfehlt, streng in Ursachen und Symptome unterscheiden zu wollen, sowie ein einzelnes "Kernproblem" (du setzt es ja schon selbst in Anführungszeichen...) herausarbeiten zu wollen.



Ja,das scheint schon eine recht technische Betrachtung meinerseits zu sein.Wir können die Sache gern ausweiten und es wäre mir hilfreich,wenn Du da noch ein wenig mehr Input Deiner Sichtweise geben könntest.Danke.


Zitat:
Original von Farnaby
Zu viele solcher Versuche gab es bereits und zu viele sind gescheiert - die Realität ist halt komplexer.



Nachdem ich hier ordentlich "Holz gehackt" habe und wieder in mich gekehrt bin,komme ich mal wieder zu dem Schluß,daß alles ein riesiger Kreislauf der Menschheitsgeschichte ist,der sich immer wiederholt.Wenn ich es simpel ausdrücke,ist es ein ewiger Wechsel von Aufstieg und Zusammenbruch.Es ist eine Polarisation welche immer wieder ein langsam wachsendes Ungleichgewicht der Verhältnisse verursacht und sich irgendwann immer wieder mehr oder weniger schlagartig selbst vernichtet um dann wieder neu zu wachsen.Dabei wird der Aktionsradius der Polarisation durch technische Entwicklung und die Wissensvermehrung immer größer und bleibt nicht konstant (zumindest zeitlich gesehen).Die Menschheit gibt im Zuge dieser Entwicklung dabei immer mehr von ihren Fähigkeiten an die von ihr geschaffenen Technologien ab und verliert dabei den Bezug zu sich selbst.Das Streben nach Perfektion und Berechenbarkeit spiegelt sich meiner Meinung nach in der technologischen Entwicklung wider.Maschinen machen keine Fehler und meine Meinung ist,daß sich der Mensch in seiner gesamten Entwicklung selbst erfindet um so perfekt zu sein/zu werden wie er es sich nur vorstellen kann.Dabei vegisst er die Tatsache das all das was er glaubt erfinden bzw. perfektionieren zu müssen bereits seit Urzeiten vorhanden ist.


Gruß
henrydavidthoreau
Zuallererst: Eure vorherigen Punkte sind richtig. Und ihr habt vollkommen Recht: Das Kernproblem ist ein anderes!

Nichtsdestotrotz habe ich folgende Einstellung zur Werbung, nicht etwa eine Überzeugung, sondern momentane Meinung, die sich mit der Zeit so entwickelt hat:

Werbung ist meiner Meinung nach vollkommene Manipulation. Niemand wirbt z.B. um Liebe, jedenfalls nicht "werbungstechnisch". Stattdessen wollen sich die Verkäufer durch den Verkauf materieller Produkte bereichern. Jedoch nützen materielle Dinge niemandem, wenn man sie nicht absolut braucht. Denn wenn man sich mehr zulegt, übersteigt die Außentemperatur die Innentemperatur. Die Innentemperatur gibt an, wie viel "materielles" gebraucht wird, und wenn der Punkt erreicht ist, beginnt man beim übersteigen nur noch zu kochen. Letzteres fühlt sich nicht gut an, und nichts was sich nicht gut anfühlt, ist erstrebenswert.

Jeder Mensch wird ohne Werbung zumindest auf jene Dinge kommen, die er wirklich braucht. Wenn ihm andere nützliche Dinge in den Sinn kommen, die er gerne haben möchte, müsste er sich selbst informieren, und würde sie vermutlich mit größerer Überlegtheit kaufen. Sie schrumpft leider, wenn die ganze Welt durch Werbung zum Kaufen animiert wurde.

Werbung ist Manipulation, da es keine neutrale Informierung eines Produkts ist, die erst dann erfolgt, wenn der Betrachter die Information haben möchte, sondern am besten möglichst dann, wenn man sie ertragen muss.

Werbung, die erwünscht ist, z.b. Prospekte, ist keine Werbung mehr, sondern ein gewünschtes Informationsmittel, etwa vergleichbar mit einer Zeitung.

Jeder Film oder jedes Buch, der die Problematik der Hypnotisierung und Manipulation des Gehirns behandelt, behandelt das gleiche Problem, das auch bei Werbung auftritt. Dargestellt wird immer eine Manipulation des Gehirns und es ist wirklich übel, dass es in der Realität wirklich so aussieht. Am schlimmsten ist ohne Frage TV-Werbung, da sie gleich alle Sinne betäubt. Nur die gesundesten Naturen können überhaupt in ausreichendem Abstand aufnehmen, was einem da präsentiert wird. Alle anderen werden manipuliert.

Es wird vielleicht bewusst, vielleicht auch unbewusst, ausgenutzt, dass die Zuschauer nicht ganz wach sind, um etwas von dem mitzukriegen. Ich bin rausgegangen in die Welt und als ich zurückkam, war ich verblüfft, was TV-Werbung in Wirklichkeit ist.

Ich bin wirklich froh, dass ich in einem Land mit Menschenrechten lebe, und den nötigen Abstand zum TV-Programm in meiner Lebensführung haben darf. Alles andere wäre Massenmanipulation durch Massenmedien.

Zwar sind keine bösen Menschen dahinter, die absichtlich der Welt schaden wollen, sondern einfach nur Menschen, mit Gefühlen. Die Gefühle leiten sie, und jenachdem ob es Verwirrung, Angst oder Verzweiflung ist, kommt halt was anderes dabei raus. Werbung ist daher eher als trauriges Nebenprodukt von traurigen Menschen zu verstehen, als eine Verschwörung von dem Bösen.
DayDream87
Einen Vorteil hat Werbung. Viele Events könnten beispielsweise nicht stattfinden, wenn es das Sponsoring nicht gäbe.

Grundsätzlich ist Werbung natürlich eine Manipulation. Es sollen Emotionen geweckt werden, die die Einstellung und Motive beeinflussen und die Kaufabsicht fördern. Für Unternehmer ist die Werbung ein unverzichtbares Mittel.

Man kann den Begriff Werbung nicht einfach verallgemeinern, denn es gilt hierbei viel zu beachten. Die Art der Werbung, das Medium und Aggressivität sowie die Authentizität, also ob das Produkt dem entspricht, was die Werbung verspricht. Dezente Werbung, die einem selbst nicht auf die Nerven geht und informativen Charakter hat, scheint doch ein sinnvolles Instrument zu sein. Dagegen steht für mich aggressive Werbung im Tv, die auf die Emotionen des Zuschauers einwirkt und wenig Information vermittelt.

Letzendlich ist Werbung mit hohem emotionalen Charakter sehr manipulativ, wohingegen Werbung mit informativem Charakter weniger manipulativ ist, natürlich nur dann, wenn beinhaltende Information auch der Realität entsprechen.

Gerade bei Impulsivkäufen (z.B. Snack an der Kasse) wirken häufig Erfahrungen, die man mit emotionaler Werbung gemacht hat. Allerdings wird man sich bei einem Kauf von teureren Produkten, wie z.B. einem Auto, nicht nur von Werbung beeinflussen lassen, sondern sich auch ausgiebig informieren. Hier kommt es eher auf die Erfahrung an, die man mit dem Auto z.B. in der Vergangenheit gemacht hat.

...