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Original von Rhetorix
Eine der Übereinstimmungen besteht darin, dass beide Philosophien (wenn man sie so nennen mag) sich zum obersten Ziel setzen, das Leid zu beenden.
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naja, gut, ein anfang, aber so wirklich ist das ja noch nichts besonderes. der umgang mit leid und dessen vermeidung ist ja als solches ein menschheitsthema und soweit noch nicht wirklich originär buddhistisch und/oder epikuräisch, oder?
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Denn (bekanntlich?) hatte Epikur nicht das Ziel, eine Spaßgesellschaft zu gründen, sondern vertrat die Auffassung, Glück bestehe hauptsächlich in der Abwesentheit von Schmerzen und Ängsten.
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da würde ich meinen, scheiden sich die geister schon.
dass man mit schmerzen nicht glücklich ist...bedarf auch keiner besonderen lehre, das merkt wohl jeder depp. das wohl suchen und das wehe fliehen...tun alle lebewesen. die komplikationen kommen später.
und
da komemn auch erst die unterschiedlichen ansichten ins spiel.
jeder weiss ja nämlich auch, dass keine schmerzen oder ängste haben allein noch nicht glücklich macht.
ausserdem, so formuliert, ist dieses "glück" wohl nichts, was der buddhismus als erstrebenswert ansieht. eben
weil er sich so definiert wie du es tust und du damit im kreislauf aus leiden und glück bleibst aus dem der buddhismus ja als solchen austreten will und darin "glück" sucht. eben in der abwesenheit nicht nur von empfindungen wie schmerz etc sondern auch von empfindungen des glücks.
es gibt eine schöne passage zu anfang von platons politeia, die die einstellung des buddhismus korrekt darstellt. sokrates gewinnt dem alter als positiv ab, dass die begierden nachlassen. die anderen(jungen natürlich) sehen nicht in der begierdelosigkeit sondern in der befriedigten begierde das erstrebenswerte, sokrates in der begierdelosigkeit und freit sich, dass das alter sozusagen umsonst ein paar begierden ausradiert, so dass er von diesen ungestört, egal ob leidvoll weil unerfüllt oder glückerfüllend weil befriedigt, in sich ruhen kann.
eine wichtige stelle für das ganze buch. viele von platons gedanken zum staat sind variationen dieses grundthemas.
ich glaube allerdings, dass leute immer und überall auf diesen trichter kommen.
wie epikur dazu steht wird mir aus deinen ausführungen noch nicht klar.
[QUOE]
Die Art und Weise, dieses Ziel zu verfolgen, ähnelt sich gleichfalls.
Erforderlich ist eine seelische Haltung, die den Schmerz als unbedeutend ansieht und ihn hiermit besiegt, eine Beschränkung der Bedürfnisse, und die Fähigkeit, sich an 'kleinen' Dingen (wie zum Beispiel einem Stück Käse oder einem Glas Wasser) freuen zu können, was man als Achtsamkeit bezeichnen könnte.
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jaa...aber dieses "sich an kleinen dingen freuen", sicher nicht falsch, ist einfach kein grundmotiv des buddhismus. achtsamkeit gilt für alles, die grossen dinge wie die kleinen, die schönen wie die hässlichen, da gehts nicht ums sich erfreuen sondern eben um die achtsamkeit.
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Vorbilder hierfür sind die Buddhas, die sich bei Epikur zwar nicht Buddhas nennen, sondern Götter, der Sache nach aber gleich oder zumindest ähnlich sind. Ihr Sitz ist weit entfernt und abgeschieden in den Weiten der Chora, quasi im Nirwana, wo kein Sturm, kein Leid und sogar keinerlei Interesse sie berührt. Wer ihnen gleicht, ist zwar nicht 'erleuchtet', wohl aber 'weise'.
Die Unterschiede sind bei näherem Hinsehen gar nicht sonderlich groß.
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naja...ich finde, dass die unterschiede bei näherem hinsehen immer grösser werden.
aber du müsstest die epikuräische haltung dazu weiter präzisieren, damit mna das beurteilen könnte. das bweegt sich alles ein bisschen im wachsweichen unverbindlichen.
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Epikur hätte nie behauptet, Leben sei Leiden - worin ich ihm auch nachdrücklich zustimme, denn dass es (mit unterschiedlicher Häufigkeit) auch Lust ist, bezweifle ich nicht.
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"leben ist leiden" meint nicht, dass es keine lust gäbe. im gegenteil, das sind ja zwei seiten derselben medaille. weshalb der buddhismus darauf abzielt
beide auszulassen, weil lust leiden bedingen
muss. schlicht, weil man sich eben nicht anders in diesem koordinatensystem bewegen kann.
daher die begierdelosigkeit als ziel.
nun mag es schon sein, dass bei epikur "lust" eine ganz andere bedeutung als normalerweise hat. wie ja auch "leben ist leiden" grundstzlich missverstanden wird.
deswegen wärs schön, wenn du epikur weiter erläutern würdest mit hinblick auf die jetzt angesprochenen feinheiten.
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Ob Buddha wirklich gelehrt hat, Leben sei (nur) Leiden, scheint mir zweifelhaft. Das scheint mir eher eine Verzerrung seiner Lehre zu sein und entspricht auf keinen Fall dem mittleren Pfad.
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von einem nur steht das weit und breit nichts. insofern ist es unerheblich, ob du glaubst, ob er das gelehrt hat oder nicht. die vier edlen wahrheiten sind der kern der buddhistischen lehre und wenn du dir klar machst, was das bedeutet (so alleine und unkommentiert stehen sie ja nur als zusammenfassung, als eine art credo, da) wirst du damit auch keine probleme haben.
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Epikur hat allerdings keinen Verzicht auf Fleisch gelehrt. Tiere waren in das Verbot, anderen Wesen kein Leid zuzufügen, nicht einbezogen. Da seine kleine Garten-Gemeinschaft aber schon aus wirtschaftlichen Gründen sehr beschränkt lebte, wird sich ihm das Problem, ein Kalb zu schlachten, kaum je gestellt haben.
Aber auch der derzeitige Dalai Lama lebt nicht vegetarisch. Verzicht auf Fleisch ist für den Buddhismus daher nicht zwingend.
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fleischkonsum ist ... irrelevant.
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Dass Epikur von seiner Schule (oder Sekte) nicht als Showmaster, sondern viel eher wie ein Lama gesehen wurde, kann man m.E. ganz gut an dieser Rekonstruktion der Sitzstatue ablesen, die seine Anhänger kurz nach seinem Tod in Athen aufstellten.
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aber von den lamas ist er nun sicher nicht beeinflusst worden...
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Ein flächendeckender Vergleich der epikureischen Philosophie mit 'dem' Buddhismus (d.h. mit dessen verschiedenen Schulen) wäre sicher eine interessante Sache. Sie wäre aber auch mit einer Menge Arbeits- und Zeitaufwand verbunden, den ich jedenfalls zur Zeit nicht leisten kann.
Selbst Woff, Wilma und die anderen müssen wegen meiner anderweitigen Beanspruchung daher vorerst zusehen, dass sie ohne mich zurecht kommen. |
nein, eigentlich nicht. da es sich um eine frühe zeit handelt und es nur um grundideen geht kann man das eigentlich schnell abhandeln.
wie das diamantfahrzeug sich zu epikur verhält interessiert dabei eher weniger.
gruss