Ich weiß nichts & Ich weiß, dass ich nichts weiß

Pippen
1. Nehmen wir uns den Satz vor: "Ich weiß nichts."

Ist dieser Satz mehrdeutig oder widersprüchlich? Ich behaupte: Nein. Subjekt (Ich) und Prädikat (weiß) geben vor, dass das darauffolgende Objekt Wissen darstellt bzw. darstellen soll. Dieses (semantische) Objekt (nichts) negiert dann aber die positive Intention von Subjekt & Prädikat, so dass dadurch der Satz ein reines Nichtwissen (auch auf sich selbst bezogen) aussagt und nicht etwa zu verstehen ist iSv "ich weiß (etwas), nämlich: nichts". Der Satz "ich sagte nichts" bedeutet ja auch, dass wir nicht-sagten und nicht, dass wir sagten: nichts.

2. Nehmen wir uns nun den Satz vor: "Ich weiß, dass ich nichts weiß."

Auch hier bereiten uns Subjekt (Ich)und Prädikat (weiß) darauf vor, gleich zu wissen, was wir wissen. Das Objekt ist jedoch hier anders bzw. besser: man kann es unterschiedlich deuten: Entweder als a) eigenständige Aussage (dass ich nichts weiß) oder b) als nur etwas verklausuliertere Negation. Im Fall a) wäre der Satz aus 2. unlogisch/paradox, im Fall b) bliebe er logisch und widerspruchsfrei.

Ich vertrete daher, dass nur Satz 1 eindeutig als "skeptisches Urteil" bezeichnet werden kann, während Satz 2 unsinnig ist (schon weil es Satz besser auf den Punkt bringt). Was meint ihr dazu? Warum hat Sokrates/Platon nicht einfach gesagt: Ich weiß nichts. Warum hat er den missverstänlicheren Satz 2 gewählt? Allein um die Menschen wegen der besonderen Rhetorik des Satzes zum Nachdenken anzuregen oder hat Platon/Sokrates schlicht einen Fehler gemacht, in dem er eigentlich sagen wollte: "Ich weiß nichts" und das war ihm zu banal und er wollte es etwas "kultiger" (und hat dabei einen Fehler gemacht).
mark
Zitat:
Original von Pippen
Warum hat Sokrates/Platon nicht einfach gesagt: Ich weiß nichts. Warum hat er den missverstänlicheren Satz 2 gewählt? Allein um die Menschen wegen der besonderen Rhetorik des Satzes zum Nachdenken anzuregen oder hat Platon/Sokrates schlicht einen Fehler gemacht, in dem er eigentlich sagen wollte: "Ich weiß nichts" und das war ihm zu banal und er wollte es etwas "kultiger" (und hat dabei einen Fehler gemacht).


er hat weder noch gesagt. nicht, dass ich dabei gewesen wäre oder platon auf altgreichisch lesen könnte. aber der zusammenhang ist, dass er wohl eher gesagt hat, ich weiss, dass ich es nicht weiss. bezieht sich im zusammenhang auf die meistens negativ ausgehenden erörterungen über diverse fragen. auseinandergenommen werden da meinungen und behauptungen ohne dass ein positives ergebnis im üblichen sinn alternativ gefunden werden kann. er sagt also, die anderen laufen herum und behaupten dinge zu wissen die, wenn man es sich genau überlegt, schlicht falsch sind was sie auch selbst zugeben müsssen (wenn die dieser besonderne form sokratischer untersuchung folgen) während ich nichts derartiges behaupte weil ich weiss, dass ich es eben nicht weiss... weshalb die ganze verführungsanklage wegen dieser oder jener behauptungen unsinn ist.
von "gar nichts wissen" ist nirgendwo die rede und dieser satz ist nur eine flapsige zusammenfassung die den kern des ganzen nicht trifft ohne dass man die genaueren zusammenhänge kennt.

apologie

gruss
-Soso-
Hi.

Wenn derjenige, der sagt „ich weiß nichts“ anfängt, über sein Wissen (oder Nichtwissen) zu reflektieren, wird er schnell dazukommen, einzusehen, dass er etwas weiß: nämlich, dass er nichts weiß. Schon ist man wieder beim widersprüchlichen „ich weiß, dass ich nichts weiß“. Jemand, der daher den Satz „ich weiß nichts“ für wahr hält und sich nicht in Widersprüche verfangen will, darf unter keinen Umständen über sein Wissen (oder Nichtwissen) reflektieren. Dies freilich läuft den Absichten Sokrates' gänzlich zuwider.
Pippen
Ich verstehe euch und ihr habt Recht. Es geht mir aber im Prinzip um die Frage, wie ein Skeptiker sein "Programm" konsistent formulieren kann. Und da ist wohl die sauberste Lösung: "Ich weiß nichts" oder "Nichts ist wahr für mich" (die Personalisierung ist wichtig, weil ein "wir wissen nichts" falsch wäre, da dass Ich schlecht für andere sprechen kann, wenn es sich selbst schon Wissen abspricht; Skeptizismus ist praktisch immer ICH-Philosophie nach dem Motto: Sorry, vielleicht wißt ihr es besser, ich tue es nicht).

Danach kann der Skeptiker die Begriffe des Wissens und der Wahrheit definieren und aufzeigen, dass diese Definitionen 1. notwendig, 2. hinreichend und 3. nicht erfüllbar sind. Damit kann er dann evtl. auch andere überzeugen.

Auf jeden Fall scheint mir "Ich weiß nichts" ein konsistentes skeptisches Urteil zu sein, da es auch selbstbezüglich nicht inkonsistent wird.

Die Begriffe "weiß", "ich" & "nicht" wären i.Ü. hier vorläufig/annahmeweise gebraucht, wie bei der Wittgensteinschen Leiter, sozusagen nur, um sich verständlich auszudrücken und danach zu erkennen, dass diese Verständlichkeit selbst nur "Schein" sein könnte. Dies ist oft ein Mißverständnis. Es wird dann argumentiert wie man denn "nichts wissen könne" wenn man immerhin erstmal "wissen muss was wissen bedeutet".
ewig
Man muß das ja gar nicht wissen; glauben es zu wissen reicht völlig aus. Zwinker
Archibald
@ Pippen:

Nehmen wir uns den ersten Satz vor: "Ich weiss nichts".

Wer sagt das Ganze?

Doch nur einer, wer den Wahrheitsgehalt des Satzes "Ich weiss nichts" glaubt zu wissen!

Kann also nicht sein!

Immerhin kann der Propangadist dieses Satzes (indirekt) selber von sich behaupten, zu wissen, wie man spricht oder schreibt!
Pippen
Zitat:
Original von Archibald
@ Pippen:

Nehmen wir uns den ersten Satz vor: "Ich weiss nichts".

Wer sagt das Ganze?

Doch nur einer, wer den Wahrheitsgehalt des Satzes "Ich weiss nichts" glaubt zu wissen!



Genauso wäre es natürlich falsch und widersprüchlich. Wie kommst du zu dieser Behauptung? Man kann doch auch hypothetisch sprechen, eben: "Ich weiß nichts [was auch einschließt, dass ich auch nicht weiß, ob ich nichts weiß]. Man drückt damit aus, dass man von der ganzen Sache "Wissen und Wahrheit" keine Ahnung hat...aber man muss/will das eben eben irgendwie korrekt und für andere verständlich ausdrücken.

Und daher benutzt man Begriffe und Worte, die man anschließend sofort wieder relativiert und zeigt so seine Unsicherheit/Zweifel/Skepsis.
Archibald
Zitat:
Original von Pippen
................"Ich weiß nichts [was auch einschließt, dass ich auch nicht weiß, ob ich nichts weiß]. Man drückt damit aus, dass man von der ganzen Sache "Wissen und Wahrheit" keine Ahnung hat...aber man muss/will das eben eben irgendwie korrekt und für andere verständlich ausdrücken..................


Womit man immerhin wissen muss, wie man sich verständlich ausdrückt!
Geo
Ich geb auch mal meinen Senf dazu. Also ich finde, daß der Satz „Ich weiß nichts“ unvollständig ist. Es fehlt entweder die Fortsetzung z.B. wie „…von dieser Sache“ oder „…davon…“. Wie soll man diesen Satz interpretieren, wenn er nichts aussagt? Die Aussage „Ich weiß nichts“ trifft nicht zu, da man immer irgendwas weiß. Beim 2. Satz ist’s eigentlich dasselbe. Ich ziehe den Schluß daraus, daß dieser Satz einmal in einem zugehörigen Kontext war. Einige weitere Beispiele für diese Art von Sätzen ist „Ich weiß Alles“ oder „Er weiß nichts“ oder „Ich habe alles erledigt“. Was bei diesen Beispielen immer fehlt, ist der Kontext, in dem die Aussage getätigt wurde. Ich liefere jetzt einfach mal eine Unterhaltung zu der Aussage „Ich weiß nichts“, ohne daß man letztendlich weiß, um was es den beiden Herren eigentlich gegangen ist:

Er sagt: „Du denkst wohl, mehr zu wissen als ich? Weißt du denn nicht, daß ich der bin, der alles besser weiß? Und weißt du nicht, daß ich dir ansonsten beibringen müßte, die Dinge so zu akzeptieren, wie ich sie dich lehre? Weißt du denn nicht, daß Besserwisserei ein Vergehen ist, das bestraft wird? Der andere antwortet: „Nun, wenn das so ist, dann WEIß ICH NICHTS. Er sagt: Ach, wer wird sich denn da so leicht rausreden können, es liegen schwere Besserwissereien gegen dich vor. Und außerdem, woher weiß ich jetzt, daß du es wirklich ernst meinst damit, daß ich bestimme, was gewußt wird, und nicht du? Woher will ich wissen, daß du nicht doch wieder etwas besser weißt? Der andere antwortet: Nun, dann WEIß ICH, DAß ICH NICHTS WEIß.

Wenn man jetzt mal diese Unterhaltung voraussetzt (es könnte natürlich auch jede denkbare andere Unterhaltung stattgefunden haben), so hat sich da einer (wahrscheinlich Sokrates?) mit diesen beiden Antworten nicht nur verteidigt, sondern er hat obendrein seinem Gegner noch zu erkennen gegeben, daß ihm hier die Freiheit (die Freiheit, das “von ihm selbst erkannte“ zu denken) abgesprochen wird. Und da hat er dem Gegner in diesem Falle genial geantwortet. Tja, und das, um was es da genau ging? Ich erfinde und unterstelle einfach mal, daß es um irgendeine Sache oder Denkweise ging, die dem Gegner von Sokrates? nicht gefiel. Ich betone nochmals, daß das eine erfundene Geschichte von mir ist, nur um aufzuzeigen, wie man einen Ausspruch, der aus einem Kontext gerissen wurde (ich glaube mal, daß es so sein muß, denn Sokrates? hätte einen solchen Satz nicht einfach ohne Kontext verwendet, denke ich) wieder in einen -frei erfundenen- anderen Kontext hineininterpretieren kann. Nicht daß jetzt jemand auf die Idee kommt und mein Erdachtes hier als „Die wahre Geschichte des…“ verkauft.

Soweit meine freien Gedanken zu diesen 2 sehr bekannten Sätzen.

PS: Wenn einer weiß, zu welchem Kontext diese 2 Sätze wirklich gehört haben, dann bitte gleich reinposten, das würde mich sehr interessieren. Denn ich weiß nicht alles ÜBER Sokrates.

Noch ein PS: Wenn jemand jetzt auch so in der Art denkt, dann kann er jetzt dasselbe über den angeblich überlieferten Ausspruch „Alles ist Zahl“ von Pythagoras schreiben (oder tippen).
Reinhard
Hallo Geo, soweit ich weiß, ist das sokratische " Ich weiß, dass ich nichts weiß " nicht in einem einzelnen Kontext zu suchen, sondern Elementarvoraussetzung seiner sog. Hebammenkunst ist, die eine Art offenes Philosophieren beschreibt und heute bei uns im Sinne Leonard Nelsons weitergepflegt wird als das " Sokratische Gespräch ". Im Kern geht es wie bei Sokrates eben um einen möglichst freimütigen Dialog, unbefangen über das jeweilige Denken Erkenntnisstrukturen sichtbar werden zu lassen. Ich glaube, dass hat auch was mit politischem Diskurs und seiner Ethik zu tun. Mit Deinem erfundenen Dialog hast Du schon den richtigen Ton getroffen, nur, dass eben alle seine Gespräche dieses Gepräge tragen. Sokrates hat das Philosophieren von den damals üblichen Naturspekulationen zurück zu den Menschen geführt, die er zu eigenständigem Denken anregen wollte. In diesem Zusammenhang halte ich seine enge Verbindung zum delphischen Orakel für wesentlich. Mit dem " Erkenne dich selbst " zusammen, bekommt dieser eigentlich nichtssagende Satz m.E. seinen eigentlichen Sinn, denn das wissen doch wohl die Meisten von uns, dass wir die Welt nur über uns und unseren Verstand und die Vernunft erkennen können. Ich sehe eben darin sowohl eine Aufforderung zum Denken, wie auch ein großes Vertrauen in die Kraft des Geistes, der nur benutzt werden will. Danke.
Geo
Hallo Herr Schauer,

ich habe nochmal ein wenig nachgelesen und finde diese Methode der Diskussion in einer Runde sehr interessant. Der Moderator versucht also mit der Haltung "ich weiß nichts" ein unvoreingenommenes Denken der Diskutanten zu erreichen. Sozusagen der völlig passive Diskussionsleiter. So ist es natürlich möglich, daß ein Teilnehmer eine völlig neue Sichtweise eines Themas hervorbringen kann. Es wäre ja auch schade, wenn jemand einer Runde vorsitzt und wegen gerichteter oder vorgeschriebener Denkweisen vorher schon wüsste, was gedacht würde. So könnte er natürlich keine neuen Erkentnisse gewinnen. Bei so einer Runde wäre ich auch mal gerne dabei.
ewig
Das wäre ja im Grunde das gleiche wie Habermas' ergebnis-offener Dialog. Ich glaube, dem Sokrates ging es mehr darum, die vorgefaßten und eingefahrenen Perspektiven seiner Diskutanten aufzuweichen und sie sogar ganz entscheiden und geradezu strategisch in eine Perspektive zu versetzen, die ihrer anfänglichen diametral gegenüber stand.
Geo
Hallo ewig,

ich kann mir vorstellen, daß die Diskutanten es hier nicht leicht gehabt haben müssen. Man stelle sich vor, es würde einer einen Standpunkt, von dem der andere glaubte, er sei unverrückbar, so ins Gegenteil verkehren, daß man nur noch verblüfft vor den Scherben seiner vorher so fest geglaubten Meinung säße. Das wäre schon hart. Drum gibt es ja hoffentlich auch noch Beweise für eine Behauptung. Ich würde zumindest danach fragen, bevor ich meine Haltung aufgeben würde. Natürlich kommt es auch darauf an, welche Beweise dann letztendlich die Besseren sind. Und ich denke, ich hätte da Sokrates dann wohl kaum das Wasser reichen können.
Pippen
Zitat:
Original von -Soso-
Wenn derjenige, der sagt „ich weiß nichts“ anfängt, über sein Wissen (oder Nichtwissen) zu reflektieren, wird er schnell dazukommen, einzusehen, dass er etwas weiß: nämlich, dass er nichts weiß. Schon ist man wieder beim widersprüchlichen „ich weiß, dass ich nichts weiß“.


Das geht mE so nicht.

Wer sagt, dass er nichts weiß, der muss genau mit diesem Urteil aufhören. Er kann zwar versuchen zu begründen, warum er meint, dass er nichts weiß, er kann aber dieser Begründung keinerlei Wahrheit oder Wissen-darüber zugrundelegen. Die Begründung hat daher ausschließlich einen Verständlichkeits- und Plausibilitätszweck ohne weitergehende Ansprüche auf Wahrheit, Konsistenz usw. Beachtet man das nicht, dann kommt man zu paradoxen Erkenntnissen ala "Ich weiß, dass ich nichts weiß".

Dasselbe Prinzip gilt zB beim Allmächtigkeitsparadoxon. Wer anfängt mit "Kann ein allmächtiger ...", der kommt nur bei unsachgemäßem Denken in ein Paradoxon. Denn wenn man den Begriff der Allmacht mit dem Eingangssatz akzeptiert, dann kann kommt man qua Begriffsdefinition der Allmacht nicht mehr zu deren Relativierungen, egal wie man es dreht und wendet.

Die Problematik liegt in beiden Fällen darin, dass man dem Andersdenkenden und sich selbst nichts beweisen/begründen kann, sondern nur seinerseits auffordern kann, seine Überzeugung zu beweisen, was scheitert oder auch nicht, je nachdem ob und inwieweit dieser die anerkannten Beweisgrundsätze (zB kein Zirkel) und die eingeführten Begrifflichkeiten akzeptiert.

Ich halte daher Urteile wie "Ich weiß nichts" oder "Es gibt keine wahren Aussagen" für die bestmöglichen skeptischen - weil nicht widersprüchlichen - Urteile.
Phönix
Ich glaube Geo hat sehr gut getroffen. Ich gehe auch davon aus, dass Sokrates diesen Satz höchstens SO geäußert hat.
Dass man eben nichts weiß, würde ja seiner Philosophie widersprechen. Darum denke könnte so ein Dialog womöglich die Ursache sein für diesen Ausspruch sein.

Ich glaube aber wir beschäftigen uns unnötig damit. "Ich weiß, dass ich nichts weiß". Ist nur ein Wortspiel und sollte von keinem wirklich ernst genommen werden. Dass dieser Satz sich widerspricht weiß wohl jeder. Und wenn man danach fragt wo denn der Sinn liege, so bekommt keine klare Antwort. Weil der Sinn dieses Satzes nicht existiert, oder eben in eine Art von Geos Dialog befindet.

Habe also gefunden was eigentlich Sokrates' Aussage war:

Ich weiß als Nicht-Wissender“ bzw. „Ich weiß, dass ich nicht weiß.

So sagt gerade für mich das Gegenteil aus. Nämlich nicht, dass man nichts weiß, sondern, dass man immer etwas weiß. Auch als jemand, der eben "Nicht-Wissender" ist, weiß etwas.
Im zweiten Satz sagt er, meiner Ansicht nach, dass auch etwas weiß. Er sagt nicht, dass der gar nichts wisse, sondern viel eher für mich gedeudet, dass er es nicht genau wisse.

Oder wie interpretiert ihr das?
Rebecca
Wenn ich in einem Gespräch diesen Satz gebrauchen würde: "Ich weiß, dass ich nichts weiß", dann ist dieser aus dem jeweiligen Zusammenhang selbsterklärend. Das meint, im Geiste das Wörtchen "darüber" einfügen. Also rein Kontext-bezogen. "Nicht Philosophen" würden dann wohl: "Mein Name ist Hase" sagen. Man stelle sich mal vor, man übersetze dies in eine andere Sprache:
"My name is hare" oder "M´appelle lièvre." großes Grinsen

Wissen über Nichtwissen ist schließlich kein Widerspruch in sich. Nur einen Absolutheitsanspruch des Wissens über.....kann es nicht geben. Beides geht nicht, nicht zusammen und auch nicht einzeln. Der Mensch wäre "Gott" oder tot.

Freundliche Grüße
Rebecca winken
Reinhard
Hallo, ich wiederhole mich zwar, aber es scheint mir bei diesem Stand durchaus angebracht, zu wiederholen, dass hier auch gemeint ist, möglichst unbelastet in eine Erörterung hineinzugehen, ähnlich, wie Wittgenstein absichtlich keine anderen Philosophen gelesen hat, dafür aber Tom Mix. Abstand nehmen von Vorurteilen, Gewohnheiten und auch eben möglichst unbefangen zuhören zu können, was bei Sokrates allerdings in seinen Dialogen kaum auszumachen ist. Wenn ich schon mit einer vorgefassten Meinung in ein Gespräch hineingehe, werde ich kaum mehr rausholen. Philosophie sollte aber frei sein von jeweiligen Nützlichkeiten und in freiem Dialog erfolgen. Wie realistisch das ist, erfahren wir auch hier jeden Tag, so wir denn wollen. Danke.
Schneemann
Zitat:
Original von Pippen
Ich halte daher Urteile wie "Ich weiß nichts" oder "Es gibt keine wahren Aussagen" für die bestmöglichen skeptischen - weil nicht widersprüchlichen - Urteile.

Man fragt sich "bestmöglich" für was. Der radikale Skeptiker ist der unproduktivste Gesprächpartner den man sich nur vorstellen kann, da er jeden Ansatz eines vernünftigen Gesprächs mit seinem undifferenzierten generellen Zweifel verhindert. Mir ist nicht klar wozu diese Position gut sein soll. Sie ist ähnlich destruktiv und sinnlos wie der Solipsismus. Vielleicht der ökonomischste philosophische Standpunkt mit den geringsten Zusatzannahmen, mag sein, aber völlig untauglich für die Anwendung aufs Leben.

Ich stimmte dir aber zu dass man durchaus alles in Zweifel ziehen kann. Und solange man diese eigene Ansicht nicht vom Status des Bezweifelbaren ausnimmt, ist die Position auch konsistent. Aber auch völlig nichtssagend.