oui
Laut Regierung sei unter Familienpolitik "eine Schaffung von Rahmenbedingungen für Lebensbedingungen für Lebensläufe, in denen Familie und Familienentwicklung nachhaltig gelebt werden können", zu verstehen.
Dazu wurde etwas geschaffen, was "Familienlastenausgleich" betitelt wurde, der bedeute, dass "verschiedene, die Familie betreffende Regelungen und Leistungen, die den Mehraufwand durch Kinder ausgleichen sollen", wie z.B. Kindergeld, Kinderfreibetrag, ntlastungsbetrag für Alleinerziehende, Freibetrag für Betreuungs-,Erziehungs- und Ausbildungsaufwand,Elterngeld.
Das klingt ja alles supi, da würde selbst Dagobert Duck noch mal Vater.
Dennoch greift dieses monetäre Paket nicht- die Geburtenrate sinkt bzw. ist Schlusslicht in Eruopa. Aufgrund dieser Tatsachen müsste die Familienpolitik dem Staat am Herzen liegen. Kleine Kinder- große Sorgen; große Kinder- kleine Sorgen. In dieser Volksweisheit steckt mehr Weisheit drin als auf den ersten Blick ersichtlich. Ein Staat, der bereits im frühen Kindheitsstadium in Familienpolitik investiert, muss sich nicht über Jugendliche beklagen, denen Bildung ein Fremdwort ist.
Aber: Reichen monetäre Leistungen dazu aus, wenn quantitativ und qualitativ nicht genug Kindergartenplätze zur Verfügung stehen? Reicht es aus, wenn die gepriesenen Geldleistungen wieder für die Kosten des Kindergartenplatzes und Mittagessen draufgehen?
Warum wird nichts von den Nachbarländern übernommen, die die höchste Geburtenrate haben? In Frankreich ist die Vorschule (entsprechend Kindergarten) kostenlos, Mittagessen ebenfalls, Ganztagschule ebenso. Dort gibt es auch familienbezogene Umzugsprämien oder Renovierungsprämien und eine familienfreundliche 35-h-Woche. Weiter gibt es einen Familienscheck, den man zur Betreuung der Kinder einlösen kann, wenn diese Ferien haben.Frankreich finanziert die Kosten damit, dass der Arbeitgeber 5,4% des jew. Gehaltes an die Familienkasse zahlt, in diesen Topf kommt auch ein Teil der Tabaksteuer. Warum geht das nicht bei uns ?
In Deutschland gibt es dagegen ab 2009 ein neues Kapitalertragssteuergesetz, das durchweg alle gleich besteuert, dadurch sparen Reiche 25% an Steuern ein. Das ist doch mal was!
Sowas kriegt der Förderalismus zustande, da sind sich alle einig. Wenn das doch auch so gut bei der Familienpolitik klappen würde- da wird das Veto so vehement wie bei der UNO eingesetzt, dann läuft nichts mehr.
Liegt das am Förderalismus? Oder schleicht sich new brave world ein?
Erik van Thom
Es ist ein Kennzeichen reicher Gegenden, dass es dort wenig Kinder gibt, und eines armer, dass es dort viele gibt...
Adrian
Ich möchte Erik van Thom zustimmen. Es gibt da eine, aus meiner Siucht recht schlüssige Theorie, welche mit Darwin argumentiert. Sollte diese Theorie stimmen, wäre es biologisch und evolutionstechnisch bedingt und schwer vom Staat steuerbar. Außer der Staat würde uns alle arm machen, was aber wohl kaum unser Ziel sein kann.
Arme Familien haben deshalb mehr Kinder, weil sie "Lottospielen". Ein Kind von mir wird schon etwas Anständiges aus seinem Leben machen. Aber die Mehrzahl wird leider kein besseres Schicksal als ich haben. Arme Menschen hoffen so auf einen Glücksgriff und mit der Anzahl der Kinder steigt die Chance einen Glücksgriff zu machen. Dieser Glücksgriff hätte in einer Steizeitwelt größere Überlebenschancen und unterbewusst glauben Arme auch, dass die meisten ihrer Kinder keinen Partner finden oder frühzeitig sterben und sich nicht vermehren. Folglich sind die egoistischen Gene, welche Überleben wollen, dazu getrieben sich so oft wie möglich zu vermehren.
Reiche denken da etwas anderes, weil sie die Wahl zwischen Klasse und Masse haben. Umso weniger Nachkommen ein Reicher zeugt, umso mehr Zeit hat er ihn auf das (Über-)leben da draußen vorzubereiten, folglich steigen auch seine Chancen zu überleben. Auch kann man einem Kind mehr vererben als wenn man alles durch zwei/drei/vier/usw teilen muss. Es liegt auf der Hand, dass meine Gene einen Vorteil haben, wenn sie ein möglichst großes Erbe bekommen, woraus folgt, dass man so wenig Kinder wie möglich bekommen sollte, wenn man reich ist.
So geht es uns letztendlich nicht darum Die Anzahl der Menschen konstant zu halten oder zu steigern, sondern darum unsere Gene überleben zu lassen.
Johanna
| Zitat: |
Original von oui
Warum wird nichts von den Nachbarländern übernommen, die die höchste Geburtenrate haben? |
Ist die Geburtenrate in Frankreich denn so viel höher als in Deutschland?
Ich denke nämlich auch eher, dass die Geburterate nicht sehr viel damit zu tun hat, welche Bedingungen der Staat schafft. Ein bisschen kann man die Geburtenrate durch finanzielle Entlastungen wahrscheinlich steigern, aber viel bringt das nicht. Adrian und Erik van Thom haben ja schon deutlich gemacht, dass es eher am Wohlstand liegt.
Was zu der "Lottospiel"-Theorie (kannte den Ansatz nocht nicht - klingt aber logisch!) dazu kommt ist die Tatsache, dass viele Menschen in Wohlstands-Ländern einen großen Wert auf persönliche Verwirklichung legen, also vor allem Hobbies pflegen, ihren eigenen Interessen nachkommen wollen, usw. Für Kinder muss man diese Interessen einschränken, vielleicht sogar aufgeben.
Flo
Meiner Meinung nach hängt SEHR viel von der Poltik ab.
Man könnte die Geburtenrate sicher sehr stark steigern, wenn wir mehr Kindergeld zahlen würden.
Aber das ist Wahnsinn, man sollte im Gegenteil für eine Beschränkung der Geburtenrate sorgen, damit wir unsere Erde nicht noch mehr übervölkern.
Wir haben doch schon jetzt massive Probleme mit den Grundstückspreisen, der Umweltverschmutzung, dem Klimawandel, der Überfischung, dem Artensterben.
Schatzmeister
| Zitat: |
Original von Flo
Meiner Meinung nach hängt SEHR viel von der Poltik ab.
Man könnte die Geburtenrate sicher sehr stark steigern, wenn wir mehr Kindergeld zahlen würden. |
Sollten diejenigen, die deshalb Kinder kriegen, weil sie Geld dafür erhalten, wirklich Kinder kriegen?
| Zitat: |
Original von Flo
Aber das ist Wahnsinn, man sollte im Gegenteil für eine Beschränkung der Geburtenrate sorgen, damit wir unsere Erde nicht noch mehr übervölkern. |
Die Erde wächst nur an den falschen Stellen. Wir in Deutschland könnten locker mehr Kinder vertragen, weil nahezu alle Einrichtungen (bis auf die besagten Kindergärten, doch das gilt fast nur in den alten Bundesländern) und Versorgungsmechanismen/Waren ausreichend vorhanden sind.
Unser Problem ist vielmehr, dass wir wirtschaftlich absolut familenfeindlich agieren. Eine Frau, die mitten im Beruf steht und die dann ein Kind bekommt, hat es unglaublich schwer, wieder in ihrer alten Stelle oder ihrem alten Arbeitgeber aufzugehen. Kinder werden in unserer Mentalität zu oft als lästig und hinderlich wahrgenommen.
| Zitat: |
Original von Flo
Wir haben doch schon jetzt massive Probleme mit den Grundstückspreisen, der Umweltverschmutzung, dem Klimawandel, der Überfischung, dem Artensterben. |
Ich denke nicht, dass wir über Bevölkerungsexplosion diskutieren. Es geht eher darum, dass die deutsche Bevölkerung rückläufig ist. Das kostet Wachstum und vor allem Arbeit.
Schatzmeister
Flo
@ Schatzmeister
1. Ich gehe davon aus, dass gerade die Mehrheit der jungen Leute sehr gerne Kinder haben möchte.
Heutzutage bekommen die Menschen, wenn überhaupt mit 40 ihre Kinder und das auch nur wenn sie einigermaßen Geld haben.
Es geht also nicht darum, dass diese Leute Kinder kriegen, weil sie dafür Geld bekommen.
Sie würden viel mehr Kinder bekommen, weil sie sich nun nicht mehr sorgen würden (und in unserer reichen Gesellschaft ist das echt nicht notwendig) und ihre Träume selbstverwirklicht ausleben könnten.
2. Nein, auch Deutschland ist massiv überbevölkert.
Das müsste einem eigentlich schon auffallen, wenn man Menschen erlebt, die die Dicht an Dicht hausen.
Für mich ist die Frage nach Kinderreichtum ein zweischneidiges Schwert.
Einerseits hätten wir sehr viele kinderreiche Familien, wenn endlich der kapitalistische Druck von unseren Schultern genommen würde.
Andererseits muss der Bevölkerungszuwachs beschränkt werden.
Daher würde ich sowas wie Ein-Kind-Politik in China einführen.
3. So ein Schwachsinn!
Das kostet nichts, dass macht uns alle reicher!
Das Beispiel der massiven Überfischung der Nordsee verdeutlicht doch schon, dass das Ziel eine Abnahme sein muss.
Die deutsche Bevölkerung ist auf Grund der Einwanderungsquote nicht rückläufig, sondern nimmt zu.
Die ist ebenfalls ein Faktor, bei dem es anzusetzen gilt.
(Weil weniger Menschen raus als rein wollen.)
Schatzmeister
| Zitat: |
Original von Flo
Nein, auch Deutschland ist massiv überbevölkert.
Das müsste einem eigentlich schon auffallen, wenn man Menschen erlebt, die die Dicht an Dicht hausen. |
Weil Menschen in Städten nah beieinander wohnen und nicht jeder einen Vierseitenhof mit 3 Hektar Land hat, ist Deutschland überbevölkert?
| Zitat: |
Original von Flo
Für mich ist die Frage nach Kinderreichtum ein zweischneidiges Schwert.
Einerseits hätten wir sehr viele kinderreiche Familien, wenn endlich der kapitalistische Druck von unseren Schultern genommen würde.
Andererseits muss der Bevölkerungszuwachs beschränkt werden.
Daher würde ich sowas wie Ein-Kind-Politik in China einführen. |
Das ist furchtbar grausam dort. Beschränkt massiv die Freiheit der Bevölkerung.
| Zitat: |
Original von Flo
So ein Schwachsinn!
Das kostet nichts, dass macht uns alle reicher! |
Kumpel, was macht denn wen reicher, wenn Konsumenten fehlen, die Geld ausgeben, von dem irgendwer reich werden könnte?
| Zitat: |
Original von Flo
Das Beispiel der massiven Überfischung der Nordsee verdeutlicht doch schon, dass das Ziel eine Abnahme sein muss. |
Nein, das vedeutlicht, dass man Trawling verbieten oder einschränken oder besser noch: unrentabel machen sollte. Zuchtfischerei ist viel nachhaltiger, aber eben teurer.
Schatzmeister
Neo
| Zitat: |
Original von Flo
Die deutsche Bevölkerung ist auf Grund der Einwanderungsquote nicht rückläufig, sondern nimmt zu.
Die ist ebenfalls ein Faktor, bei dem es anzusetzen gilt.
(Weil weniger Menschen raus als rein wollen.)
Das Beispiel der massiven Überfischung der Nordsee verdeutlicht doch schon, dass das Ziel eine Abnahme sein muss.
|
Tja, aber so einfach ist das nicht, aus dem fahrenden Zug zu springen. Unser ganzes Gesellschaftssystem ist auf stetigem Wachstum aufgebaut, sei es unser Wohlstand oder die Sozialsysteme. Unseren Wohlstand zu halten ist nur möglich, wenn wir ein steigendes Inlandsprodukt haben. Warum ein stagnierendes nicht ausreicht weiß ich auch nicht so genau, ich nehme an, es liegt an der Verteilung.
Die Sozialsysteme funktionieren nur, wenn die zunhemende Last aufgrund länger zu zahlender Renten von immer mehr Pensionären (steigende Lebenserwartung) auf immer mehr Schultern verteilt werden.
Soweit ich weiß, prognostizieren allerdings die Soziographen, dass das nicht der Fall ist, sondern die Entwicklung dahin geht, dass immer weniger Erwerbstätige die Lasten tragen müssen. Also braucht man Zuwachs an Erwerbstätigen von außen, wenn von innen nichts nachkommt.
EDIT:
Hier zeigt sich im Übrigen auch der Schwachpunkt und die Grenze dieses Systems. Denn jeder der selbst ein bißchen nachdenkt wird drauf kommen, dass ein System, welches stetiges Wachstum als Voraussetzung hat, früher oder später zusammenbrechen muß, weil es kein unendliches Wachstum geben kann. Irgendwo stößt es an seine natürlichen Grenzen und jedem der das Gegenteil behauptet (besonders bei den Politikern sehr beliebt) dem sage ich: "Verarschen kann ick mick ooch alleeene!" (vlt nicht ganz so gut)
Die momentane Finanzkrise ist das Resultat dieser mangelnden Einsicht und weil man dann versucht es mit Gewalt bzw. Tricks herbeizuführen.
Flo
@ Neo
Bei der Rente geht es nicht um die Anzahl der Arbeiter, sondern um die Wirtschaftsleistung und die ist weiter gestiegen.
Also eigentlich kein Grund zur Sorge, wenn wir das Geld gerechter verteilen würden.
"Die Renten sind unsicher", ist natürchlich auch son Schwachsinn den sich die neoliberalen Reformchaoten ausgedacht haben.
@ Schatzmeister
1. Ja.
2. Nun gut, wie gesagt, es ist kein schöner aber ein notwendiger Schritt.
Und das ist auch die eine Sache, für die ich China ausdrücklich lobe.
Wir können uns keinen Kinderreichtum erlauben und gleichzeitig zulassen, dass jeden Tag 100.000 Menschen verhungern.
3. Wenn mehr Geld da ist und weniger Menschen da sind, werden die verbleibenden Reicher.
Es wird nicht mehr Arbeitslose geben, weil es auch weniger Menschen gibt!
4. Sicher man kann alles verbieten, aber das schränkt die Lebensqualität mehr ein als ein Kind weniger.
Ahorn
Edit, öffne deine Schenkel, ich möchte dich lecken und begatten
*
Jolanta
| Zitat: |
Original von Flo
@ Neo
Bei der Rente geht es nicht um die Anzahl der Arbeiter, sondern um die Wirtschaftsleistung und die ist weiter gestiegen.
Also eigentlich kein Grund zur Sorge, wenn wir das Geld gerechter verteilen würden.
"Die Renten sind unsicher", ist natürchlich auch son Schwachsinn den sich die neoliberalen Reformchaoten ausgedacht haben. |
Noch arbeiten ja auch die geburtenstarken Jahrgänge. Unsicher werden die Renten, wenn die jetzt zu spärlich geborenen Kinder die Renten dieser Jahrgänge erarbeiten müssen. Dann kommen nämlich 2 Probleme zusammen:
1. Es gibt mehr Rentner, für die gesorgt werden muss. (auch wegen steigender Lebenserwartung)
2. Es gibt weniger arbeitende Menschen, die in die Kassen einzahlen. Dadurch wird auch die Wirtschaftsleistung sinken.
Irgendwann wird sich das sicher wieder einpendeln, dann nämlich, wenn die guburtenschwachen Jahrgänge die Rentner stellen. Bis dahin wird aber der Wohlstand aller erst mal einen Tiefpunkt durchmachen.
| Zitat: |
Original von Flo
1. Ja.
2. Nun gut, wie gesagt, es ist kein schöner aber ein notwendiger Schritt.
Und das ist auch die eine Sache, für die ich China ausdrücklich lobe.
Wir können uns keinen Kinderreichtum erlauben und gleichzeitig zulassen, dass jeden Tag 100.000 Menschen verhungern.
3. Wenn mehr Geld da ist und weniger Menschen da sind, werden die verbleibenden Reicher.
Es wird nicht mehr Arbeitslose geben, weil es auch weniger Menschen gibt!
4. Sicher man kann alles verbieten, aber das schränkt die Lebensqualität mehr ein als ein Kind weniger. |
1. Keine Ahnung, was du da bejahst.
2. Stell dir vor, du hast eine Freundin (bzw. Ehefrau) und ein Kind und ihr seid so glücklich, dass ihr gern ein zweites wollt. Fändest du das Verbot dann auch noch richtig. Vor allem, wenn deine Freundin schon mit dem Kind schwanger ist und zur Abtreibung gezwungen wird? Abgesehen von solchen moralischen Fragen, ist es auch nicht gut für Kinder keine Geschwister zu haben, sodass sich Eltern und 4(!) Großeltern sich ständig um es kümmern. Die Chinesen haben schon ziemliche Probleme mit den verwöhnten, verfetteten und unsozialen Einzelkindern. (Ich behaupte nicht, dass alle Einzelkinder so sind, ich bin selbst Einzelkind und hoffe kein Problemfall zu sein, aber mit dem Teamgeist habe ich auch so meine Probleme.)
3. Das sehe ich genauso, wenn sich die Bevölkerung erst mal auf dem niedrigen Niveau eingependelt hat. Aber zuvor müssen eben erst mal die überdurchschnittlich vorhandenen Rentner versorgt werden.
4. Sorry, aber ich komm nicht dahinter, worauf du dich damit beziehst.
Flo
@ Jolanta
Bezog sich auf Schatzmeisters Antworten.
Erik van Thom
Deutschland ist das Land in der EU mit der niedrigsten Geburtenrate, und somit dem geringsten Nachwuchs.
Wie schon richtig vor mir festgestellt wurde, muessen aufgrund des "Generationen-Vertrags" immer weniger Junge fuer immer mehr Alte sorgen. (Das ist mWn erst sei Adenauer so: es war Wirtschafts-Wunder in Deutschland, und Adenauer wollte, dass seine Generation, die Rentner, auch etwas davon haben. So viel ich weiss ist die Idee mit der Rente - ein Leben lang einzahlen und im Alter bekommen - urspruenglich von Bismark, da wurde die Kohle angelegt vom Staat und man hat sie am Ende verzinst wiedergekriegt.)
Deutschland muss sich den fehlenden eigenen Nachwuchs importieren, und der kommt meistens aus dem Orient. (Wenn ueberhaupt, denn paradiesische Sozialsysteme und viele Arbeitsplaetze gibt es schon lange nicht mehr.) Verbesserungen bei der Integration waeren aber ein eigenes Thema.
oui
Laut Regierung sei unter Familienpolitik "eine Schaffung von Rahmenbedingungen für Lebensbedingungen für Lebensläufe, in denen Familie und Familienentwicklung nachhaltig gelebt werden können", zu verstehen.
Hallo zusammen,
danke für Eure Gedanken zur Familienpolitik.
Ich möchte noch einmal die Definition von Familienpolitik voranstellen und frage mich, wie so eine Familienpolitik umgesetzt werden kann, wenn an uralten Bemessungen, wie z.B. dem Ehegattensplitting anstelle eines längst überfälligen Familiensplittings, festgehalten wird. Warum haben wir schon das 384. Mediengesetz aber immer noch die Familienbemessungen von anno tuck?
Wir leben mittlerweile in einer fragmentierten Gesellschaft mit fragmentierten Lebensbiografien, die Gesetzmäßigkeiten von Familie Müllerplüsch galten in den 60igern, heute nicht mehr. Moderne, der Zeit entsprechende Familienpolitik ist modulartig aufzubauen, individuell kombinierbar. Das läßt sich mit den fränzösischen Voraussetzungen kombinieren, mit den verstaubten deutschen nicht.
What´s going wrong here?
Eine Kindergelderhöhung lenkt doch nur den Blick von den wirklichen Missständen ab, darum bin ich dagegen- abgesehen davon, bringen´s 10€ doch echt nicht, bei denen, die´s wirklich nötig haben, kommt es zudem nicht an. Und nach der Erhöhung heißt es dann: Also jetzt haben wir 2 Milliarden investiert, jetzt ist die Kasse mal wieder für lange Zeit leer. Warum ist die Kasse immer wieder leer? Es werden weniger Kinder geboren und Schulen schließen, die einzelnen Klassen werden merkwürdigerweise aber immer größer. Woran liegt das?
Unterrrichtsausfall ist an der Tagesordnung, egal ob Gymnasium oder Realschule o.a. Woran liegt das?
@Neo
Mit der wirtschaftlichen Lage hast Du einen Kernpunkt angesprochen.
Weil Deutschland Letzter beim Gehaltszuwachs in der EU ist, kann Deutschland auch auf die EU-Armen-Hilfe verzichten, da sie nämlich aus dem Agrar-Budget stammt und aus solch einem Budget nimmt man kein Geld, sagt Seehofer. Schließlich sind wir ja Deutschland und somit alle Exportweltmeister. Trotzdem geht es Deutschland schlecht: Mal haben die Krankenkassen Millionen-Überschuss, dann ist der innerhalb von 4 Monaten wieder futsch. Mal sind die Rentenkassen gesichert, dann sind sie wieder Katasthrophe. Heißt der Virus Kapitalismus? Ist mit Kapitalismus überhaupt Familienpolitik möglich?
tolwin
@Adrian
Wenn man schon mit Darwin Familienpolitik betreiben mag, dann auch ohne Unterschlagung

Es ist richtig, daß sich bei unsicheren und fluktuierenden Lebensbedingungen, zunehmenden pathogenen Stress &soweiter, die Kinderzahl erhöht und der mütterliche Pro-Kopf-Aufwand gesenkt wird.
Hier greift zunächst das gedachte Prinzip, Du nanntest es "Lotto", es nennt sich fachnahe Quantitätssicherungsstrategie, nicht mehr, denn die Kindersterblichkeit bleibt in unserem Land auch bei minimalen Pro-Kopf-Aufwand unverändert auf einem sehr geringen Wert. Bereits erwähnte Länder wie China können ein Lied davon singen.
Wenn wir Menschen tatsächlich diese Quantitätssicherung betreiben würden, hätten wir folglich eine höhere Kindersterblichkeit. Der sog. extrasomatische Kapitalaufwand geht gegen 0. Keine Bildung, kurze Stillzeiten, kaum Verweise auf Erbschaften etc. Das tun wir aber nicht. Bei uns hat sich eine Qualitätssicherung durchgesetzt.
Nach Deinem Modell gedacht müsste man präzise sagen: unser Problem besteht nicht darin, daß wir zuviele Kinder bekommen, sondern das zu wenige Kinder früh sterben.
Zum anderen ist das nur die halbe Wahrheit. Denn genauso bekommen Eltern, die eine sichere Qualitätssischerungsstrategie durchhalten und wenn sie es sich leisten können und wenn sie gewillt sind, nicht selten viele Kinder. Kinderreichtum kann deshalb sowohl Ausdruck von Not sein, aber auch von Satuiertheit, weil sich der Abgleich von Quantität und Qualität je nach sozialen und ökonomischen Zuständen auf unterschiedliche Art stellt. Gerade unter den Superreichen findet man einen großen Kinderreichtum. Und vor gar nicht allzu langer Zeit gab es hier noch das Phänomen der bürgerlichen Großfamilie der Art Mann. Wenn man sich nun die bürgerliche europäische Durchschnittsfamilie ansieht, sollte man sich genau überlegen ob man evolutionstheoretisch argumentieren möchte. Denn unsere Kinderarmut ist ein relatives Problem und sowohl für die Auster (welche jählich Milliarden von Eiern produziert) aber auch hinsichtlich der Weltdemografie ein Luxusproblem von Qualitätsstrategen. Das muss der Sozialstaat lösen und er kann es auch. Mit Einzug von Empfängnisverhütung oder Abtreibung, haben wir bereits gezeigt, daß wir uns durchaus dem Problem stellen können.
Und einmal allgemeiner, ab von dieser Erklärung. Die Armutsberichte zeigen immer wieder, daß die Gleichung Kinder = Armut einfach empirisch nicht stimmt, beziehungsweise im Verhältnis zu anderen Armutsrisiken gemeinhin überbewertet wird. Nicht so sehr viele Kinder sind das Armutsrisiko Nr. 1, sondern eine Herkunft aus armen Hause. Reiche könn(t)en sich heute problemlos auch mehr als 3 Kinder erlauben, die Mittelschicht kann sich auch 2 oder 3 Kinder erlauben. Nicht problemlos. Aber problemlos war es für sie auch in vergangenen Zeiten nie. Wer als Mittelschichtsangehöriger heute 2 oder 3 Kinder hat, muß sich und seinen Lebensstandard (im Vergleich zu den Kinderlosen) einschränken, weil eben auch die Kinder konsumieren und verbrauchen. Nun ja, was soll man da sagen? Ein Elternteil produziert ja nicht mehr, wenn es Kinder in die Welt setzt. Wenn aber der von diesem Elternteil produzierte Wert nun auf mehr Köpfe verteilt wird, ist doch wohl klar, daß am Ende für diese Köpfe einzeln weniger da ist. Zwischen Armut und Konsumeinschränkung sollte man da aber schon unterscheiden. Kinder sind während ihrer Kinderzeit eine Art Luxus-Hobby. Man steckt sehr viel Geld in sie hinein, ohne jede Gewähr, daß es sich in materieller Hinsicht jemals auszahlt.
Und damit kommt man zum persönlichen Aspekt der Sache. Ob jemand Kinder hat oder nicht - das ist eine persönliche Angelegenheit. Denn es ist der ideelle Mehrwert, sind es die mit Geld gar nicht zu bezahlenden Aspekte, die Elternschaft schön machen. Aus dem Grund werden finanzielle Anreize auch nie die Folie komplett füllen. Jemand, der als grauer Single keine Kinder hat, kann sich drei Urlaubswochen pro Jahr mehr leisten und einen fetten Wagen fahren und vielleicht das Geld in der Kneipe auf den Kopf hauen. Jemand, der Kinder hat, zahlt für deren Windeln und Carrera-Bahnen und Mofas und Studiensemester.
Es ist also meiner Meinung nach nicht eine Frage der Ungerechtigkeit, sondern eine Frage der persönlichen Entscheidung, für was man das Geld, das man verdient, ausgibt. Für Kinder? Oder für den Urlaub auf den Kanarischen Inseln? Beides hat seine Vor- und seine Nachteile. Und hier finde ich es dann immer irgendwie komisch, wie moralisch da die Diskussionen werden können. Wenn manch einer dann keine Kinder (oder nur eins) haben will, dann sehe ich schon das eine oder andere Stirnrunzeln. Warum? Weil sie das Kinderlachen nicht so hoch einschätzen wie andere? Vergehen sie sich an der Gesellschaft, wenn sie ihr Geld für andere Dinge als Kinderwindeln ausgeben? Ich meine: solange sie es ausgeben, fließt es doch in den Wirtschaftskreislauf, oder? Heute deckt man das durch andere Worte, man sagt: Weil es den Generationenvertrag unterminiert! Nun, wenn dem so sei und das Prinzip des Generationenvertrages also nicht mehr arbeitet, müssen die Leute ums Verrecken endlich mehr Kinder bekommen. Und sie lieben! Und sie nicht in den Gefrierschrank stecken. Sowas gehört sich ja nicht.
Es bleibt noch ein Argument, was stichhaltig sein könnte, nämlich: Daß man einfach keine Gesellschaft möchte, in der es wenige Kinder gibt. Daß man nicht so viele Alte und so wenige Junge haben mag, weil Junge irgendwie ästhetischer, spannender, lebendiger wirken als Alte. Man fahre nur mal so zwischen 10 und 11 Uhr in die Innenstädte, während die Kinder in der Schule und die Erwerbstätigen an ihren Arbeitsplätzen sind: Soviel Grau auf allen Passantenhäuptern... Ja, tatsächlich, das ist ein ästhetisches Problem, von der Haarfarbe mal ganz abgesehen. Eine überalterte Gesellschaft ist natürlich nicht so innovativ, so mutig, so vital, so dynamisch tanzend, so hungrig, so... gewalttätig. Hhm. Vielleicht ist eine überalterte Gesellschaft gar keine so schlechte Sache?
Adrian
@Tolwin:
Okay, ich sehe es ein Kinder sind eher so etwas wie Luxus. Auch wenn mir kinderreiche Reiche nicht bekannt sind. Es ist plausibel.
Ich stimme dir auch darin zu, dass jeder selber wissen sollte, wie viele Kinder er oder sie oder beide haben wollen.
Ich habe aber nie gesagt, dass Kinderreichtum Armut verursacht. Ich habe anders herum geredet: Armut erzeugt Kinderreichtum. Das ist ein Unterschied. (Wenn jemand Whisky trinkt ist, wird er betrunken. bedeutet ja nicht Wer betrunken ist, hat Whisky getrunken. Vielleicht hat er ja auch Wodka getrunken.)
Und wenn der Generationenvertrag nicht mehr wirkt, dann muss man nicht mehr Kinder kriegen, sondern den Generationenvertrag abschaffen. Was sind das denn für Gesetze? Sollte ein Gesetz nicht zu erst den Ansprüchen der Bürger gerecht werden? Und dann erst die Bürger den Ansprüchen der Gesetze?
Den Marketinggeck Jugendwahn lassen wir mal besser in der Werbung. Ich finde, dass alte vom Leben gezeichnte Menschen auch eine gewisse Ästhetik haben.
oui
| Zitat: |
Original von Erik van Thom
Es ist ein Kennzeichen reicher Gegenden, dass es dort wenig Kinder gibt, und eines armer, dass es dort viele gibt... |
Da sich dieser Quatsch weiterhin durch den Thread zieht, legt doch bitte eine Statistik vor, aus der das hervorgeht. Ich möchte dazu Fakten und Beweise sehen.
meloyello
@oui
Wenn die Frage der Altersvorsorge der Eltern in den Händen der Kinder liegen dürfte, wären die Familien stark und Alten wie auch Kinder keine Belastung sondern Zukunft. So war es immer bis die Vaterstaat(Mutterland) das Profit entdeckte.
Je mehr Kinder umso geringer die Rente und für Einzelkind den Begriff "Pflegeheim" ist ein finanzieller Horror. So haben die Generationen anstatt Respekt, Schreck vor einander.
Man kann viel über die Höhe der Kindergelder und dergleichen reden aber man weißt, daß die wirkliche Ursache irreparabel ist.
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