meloyello
Bevor man anfängt sich an etwas zu zweifeln, denkt man sich ein künstliches Begriff aus, wie zum Beispiel "Menschlichkeit".
Cornak
an rhetorix : Der Glaube an eine "Transsubstantion" ist katholische und weitgehend analog auch lutherische Lehre. Heißt, den Gläubigen wird beim Abendmahl nicht etwa nur symbolisch Fleisch und Blut des Gottessohnes gereicht. Brot und Wein bleiben zwar auch nach der sog. Wandlung in ihrer gewohnten materiellen Gestalt, sind aber nun in "Realpräsenz" Fleisch und Blut Jesu.
Das klingt schrill in ungläubigen Ohren, wird aber so verstanden seit 2000 Jahren. FREUD nannte das "Endokannibalismus". Wie er auf diesen Begriff kam, weiß ich nicht. Zitiere es auch nur aus dem Gedächtnis. Der psychologisch-religiöse Aspekt dabei ist : Der sterbliche, aber gläubige Mensch gewinnt durch das Abendmahl und die leibliche Vereinigung mit dem Göttlichen selbst göttliche Attribute, sprich Unsterblichkeit und wirkliche Gottesnähe.
Im Überwinden des Kannibalismus sah FREUD den entscheidenden Schritt hin zur Zivilisation. So weit weg von uns ist das zeitlich wohl noch gar nicht.Volksmund : Jemanden zum Fressen gern haben, sich von Jemandem eine Scheibe abschneiden können.......s.auch Sexualwissenschaften, Fleisch als Fetisch, Fall Meiwes und Brandes.
Neo
@Cornak:
eine erfrischend andere und eigenwillige Interpretation hab ich vor kurzem bei T. Dethlefsens "Schicksal als Chance" bzgl. der Homöopathie gelesen:
" ... von den Pionieren der Homöopathie einige tausend verschiedene Arzneimittel am eigenen Körper auf ihre Vergiftungssymptome hin geprüft. Der Arzt machte sich selber krank und wurde ein Mit-Leidender: die eigentliche Bedeutung von Homoöpath ist homoion - ähnlich, pathein - leiden. So wie aus dem Gift durch Potenzierung ein Heilmittel wird, so wird aus dem Arzt, der freiwillig in die Krankheit hinabsteigt, der wahrhaft Heilende, weil er im Leid dem Kranken ähnlich wird.
Schon an dieser Stelle drängt sich der Gedanke an Christus auf, der als Gott freiwillig ein leidender Mensch wurde, um so homöopathisch - durch ähnliches Leid - den Menschen erlösen zu können.[...]
Jesus wurde zum Heiland, weil er das Leid nicht vermied indem er seine Macht demonstrierte und der Aufforderung folgte 'Steig doch herab vom Kreuz wenn Du Gottes Sohn bist'. Vielmehr nahm er das Leid - die Sünde der Welt auf sich [Sünde = i.S. Dethlefsens die Stoff- oder Fleischwerdung des Geistigen, der Abfall vom All-Einen in die polare Materie, eigene Anmerkung]. Er wurde zum Arzt dieser Welt indem Gott dem Menschen ähnlich (nicht gleich!) wurde, er wurde selbst die Arznei dieser Welt. Der kranke Körper und das vergossene Blut Christi wurden und werden seitdem in Hochpotenzen , gebunden an die materiellen Träger Brot und Wein, den Menschen als Heilsarznei verabreicht."
(Thorwald Dethlefsen, Schicksal als Chance, S. 163 + 192)
Wie gesagt: eine erfrischend andere Interpretation. Frag mich allerdings nicht, - falls das nicht nur als Metapher zu verstehen ist - wie das technisch vonstatten ging (sprich wie die Arznei in das Brot und den Wein "hineingeschüttelt" wurde). Aber vlt muß man es sich so vorstellen, dass die einmalige Berührung des Bortleibs und des Weinkelchs durch Jesus ausreichend war und fortann die Heilwirkung durch die Erde in die jeweils neuen Früchte weitergegeben wird. (?)
Gruß
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