Grenzfrage der Logik

Pippen
Die Diskussion um meinen allmächtigen Täuschergott hat für mich eine logische Frage egeben, die ich gern davon losgelöst erörtern würde:

Nehmen wir an, wir kommen zu dem Punkt, wo wir feststellen, dass eine Aussage A nicht mehr für unseren Verstand (= Gesamtheit aller Logiken & Sprache) vollständig verstehbar ist, zB weil sie Widersprüche enthält und per definitionem teilweise den Verstand überschreiten soll.

Ich behaupte: Jedem Verstand ist die metalogische Regel immanent, dass 1. über Aussagen nur im Anwendungsbereich des Verstandes positive oder negative Urteile getroffen werden können und 2., dass über Aussagen außerhalb des Anwendungsbereiches des Verstandes keine Urteile getroffen werden können. "Keine Urteile getroffen werden können" ist dabei gänzliches Nichturteilen iSv Schweigen oder "es ist nicht auszuschließen".

So verstehe ich auch Wittgenstein oder Kant, die bei Fragen außerhalb unseres Verstandes (die sich dieser aber dennoch stellen kann!!) ein "Offenlassen", ein "Schweigen" vertreten.

Das ist mE wichtig, weil man damit zeigen kann, dass es durchaus eine Logik der Alogik gibt und zwar in dem der Verstand Regeln zum Umgang mit seiner eigenen Grenze festlegt. Wenn ich einen großen Zaun um mein Grundstück (Verstand) habe und nicht weiß, was dahinter ist, ist es mE sehr logisch, zu sagen, man wisse nicht, was hinter dem Zaun ist anstatt zu sagen: Hinter dem Zaun ist nichts.

Was meint ihr so?
Rhetorix
Zitat:
Original von Phantom
Pippen,...
Der Gegenstand ist nicht per definitionem außerhalb der Logik, er ist nur insofern außerhalb der Logik als er in der Logik nicht möglich ist, und man offensichtlich die Logik verlässt wenn man dennoch darauf pocht, dass er in der logisch ausgeschlossenen Form existieren könne.
Wenn du innerhalb der Logik den Satz bringst "es könnte einen Gott geben, der machen kann dass p und ¬p", dann ist diese Aussage falsch.

Du magst sagen "logik ist nicht alles", aber das macht eine unlogische Argumentation logisch auch nicht wertvoller. Stell deine Ideen in ein Poesie-Forum wenn dir ihre logischer Gehalt nicht wichtig ist.

Wenn du hier verstanden werden willst, solltest du darauf verzichten, Unlogisches zu behaupten, und auf deinen Reisen durch die Unlogik allzu viel mitzubringen und dennoch darauf zu beharren dass es auch innerhalb der Logik von Wert, oder gar "wahr" sei oder sein könne.

Dass Gegenstände außerhalb der Logik mal logisch werden können ist dein persönlicher Wunschtraum....
Dein Versuch, mit dem System in den Bereich jenseits des Systems vorzustoßen ist und bleibt jedoch grober Unfug.
Archibald
@ Pippen:

Es ist ziemlich einfach:

Jede Aussage bezüglich dessen, was "hinter dem Zaun ist", ist in irgendeiner Form eine Art "logischer Schluss"; wenn du also sagst, dass über Aussagen "ausserhalb des Anwendungsbereiches des Verstandes keine Urteile getroffen werden können", ist diese Behauptung schon ein Urteil; dumm gelaufen!
Archibald
@ Rhetorix:

Vielleicht gibt es hier kein wirkliches "innerhalb des Systemes" contra "ausserhalb des Systemes", also, um es mal so zu sagen:

Das, was durch unseren Verstand nicht erfasst werden kann, darüber könnten wir ja doch gar nicht reden, bloss, ich tue es aber hiermit!

Da gab es mal einen Thread von mir über das "Nichts", der eine ähnliche Überlegung beinhaltete.................
Pippen
Zitat:
Original von Archibald
@ Pippen:

Es ist ziemlich einfach:

Jede Aussage bezüglich dessen, was "hinter dem Zaun ist", ist in irgendeiner Form eine Art "logischer Schluss"; wenn du also sagst, dass über Aussagen "ausserhalb des Anwendungsbereiches des Verstandes keine Urteile getroffen werden können", ist diese Behauptung schon ein Urteil; dumm gelaufen!


Ok, umso besser, dann kann ich das Urteil "Es ist nicht auszuschließen, dass es einen allmächtigen Gott gibt" sogar als logisches bezeichnen, oder?

Übrigens: Man muss unterscheiden zwischen dem "außerhalb jeder Logik" -> darüber kann man nur schweigen und dem "außerhalb der zB klass. Logik -> darüber kann man sehr wohl reden, zB mit einer anderen Logik. Der Zaun ist die Grenze zwischen den Logiken...den Zaun zwischen Logik und Welt an sich würden wir gar nicht als solchen erkennen.

Kurzum: Das Sprechen über den allmächtigen Gott ist für mich in der neg. Variante logisch möglich, sicherlich nicht mit der klass. Logik, aber sicherlich in einer nichtklass. Logik die bestimmte Widersprüche zuläßt.
krause
Was ist klassische Logik?
Archibald
Zitat:
Original von Pippen
Zitat:
Original von Archibald
@ Pippen:

Es ist ziemlich einfach:

Jede Aussage bezüglich dessen, was "hinter dem Zaun ist", ist in irgendeiner Form eine Art "logischer Schluss"; wenn du also sagst, dass über Aussagen "ausserhalb des Anwendungsbereiches des Verstandes keine Urteile getroffen werden können", ist diese Behauptung schon ein Urteil; dumm gelaufen!


Ok, umso besser, dann kann ich das Urteil "Es ist nicht auszuschließen, dass es einen allmächtigen Gott gibt" sogar als logisches bezeichnen, oder?
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@ Pippen:

Ja, diese Aussage beruht zumindest teilweise auf Logik:

Etwa auf der (Logik), dass, wenn etwas auszuschliessen ist (z.B. die Existenz eines allmächtigen Gottes), dieser Ausschluss nur mittels einer Logik begründet werden kann.
Wenn ich also sage: "Es ist ausgeschlossen, dass dieses Auto 200 KM/h fahren kann", dann wird diese Aussage irgendwie auch begründet, das geht halt nicht völlig ohne Logik ab.