Allmachtsbegriff in der parakonsistenten Logik

-Soso-
Hi.

@Rhetorix

Es-Sätze sind unproblematisch und finden sich in jedem Logiklehrbuch. Die logische Subjekt-Prädikat-Struktur ist lediglich etwas versteckt (genaugenommen müsste man formulieren „es ist regnend“, sodass „es“ der singuläre, „ist regnend“ der generelle Term ist).

Wenn weiterhin bei Sätzen Kontextbestimmungen wie Ortsangaben, Zeitangaben, Sprecherangaben usw. fehlen, benutzt man einen sog. default. Wenn man eine Menge von Sätzen hat, bei denen dieselben Kontextbestimmungen fehlen, ist davon auszugehen, dass diese Kontextbestimmungen für alle fraglichen Sätze dieselben sind. Bei den Sätzen „es regnet“ und „es regnet nicht“ fehlen alle Kontextbestimmungen, sodass per default davon auszugehen ist, dass beide Sätze im selben Kontext stehen. Darum widersprechen sie einander. Anders gewendet: man muss die Sache ja nicht unnötig kompliziert machen.

@Pippen

Ein Schluss ist logisch allgemeingültig genau dann, wenn es keinen strukturgleichen Schluss mit wahren Prämissen und falscher Konklusion gibt. Für einen Schluss mit sich widersprechenden Prämissen gilt daher trivialerweise, dass es keinen strukturgleichen Schluss mit wahren Prämissen und falscher Konklusion gibt. Daher ist ein Schluss mit sich widersprechenden Prämissen immer logisch allgemeingültig, ganz gleich, welcher Satz die Konklusion spielt.
Pippen
Und dann noch eine weitere Frage, um die es von nun an gehen soll:

Ich hatte hier schon an anderer Stelle ein sog. Täuschergottszenario geschildert:

1. Es gibt einen allmächtigen Gott, der dem Menschen überlegen ist und der tun und lassen kann, was er will.

2. Ein solcher Gott kann nicht (absolut) sicher ausgeschlossen werden.

3. A ist der Überzeugung, dass er denkt und dass er existiert.

4. Es ist wegen 1. nicht (absolut) sicher auszuschließen, dass Gott den A in seiner Auffassung täuschen kann (...so dass A seinen Irrtum - theoretisch - mit seinem Verstande einsehen könnte).

5. Daher ist es nicht (absolut) auszuschließen, dass A's Überzeugung aus 4. falsch ist.

6. Da wir nicht 1. nicht sicher ausschließen können, können wir nicht ausschließen, dass auch alle unsere Überzeugungen - wie bei A - falsch sein könnten

7. Daher sind alle unsere Erkenntnisse unsicher. 7. ist selbst eine unsichere Erkenntnis.

Es soll hier NICHT um die inhaltliche Bewertung gehen, sondern um formal-philosophische Fragen.

Ich möchte wissen: Wie muss ein solches phil. Szenario ausgestaltet sein, damit Philosophen ernsthaft darüber diskutieren können und das Szenario nicht als pauschal "poetenhaft oder sinnlos" disqualifizieren können, wie hier mehrfach geschehen?

Muss/Solllte ich vorher zu Fragen der für das Szenario geltenden Logik Stellung nehmen oder ergibt sich das aus dem Szenario selbst?

Ist irgendeine Defin. unklar oder besser zu machen? Ist irgendein Schluß überflüssig oder falsch?

Alles in allem also: Wie soll ein phil. Gedankenexperiment formal ausgestaltet werden? Was habt ihr für Tipps?
Rhetorix
Zitat:
Original von Pippen
... Was habt ihr für Tipps?

Geordnet denken lernen, statt sich ausufernd mit einer Marotte zu beschäftigen. Anderenfalls könnte man nämlich tatsächlich auf den Gedanken kommen, dass es sich um eine Verrücktheit handelt.