| Zitat: |
Original von Schatzmeister
Das Ego will so ein Zeug einfach nicht hören. Es will dir lieber erzählen, dass es glücklich macht Geld zu haben, rumzuvögeln und - wenngleich unpersönlich - angesehen zu sein, und am besten alles in unbegrenzter Höhe. Die ganze materielle Kacke eben.
|
Diese "materielle Kacke" MACHT glücklich, aber eben nicht NUR...
Es ist wunderbar, Geld zu haben, hohes Ansehen und "Fame" zu genießen, und dass Sex keinen Spaß macht, willst du doch wohl auch nicht behaupten, oder?
Aber wie gesagt, das alles ist nicht viel im Vergleich zu einer in voller Freude ausgelebten Seele. Ich weiß, wovon ich spreche.
Ob es glücklich macht, moralisch zu sein, ist so eine Sache...
Was heißt überhaupt "gut sein"? Wer legt hier die Regeln fest? Wer bestimmt, was Sache ist?
Ich habe meine eigenen persönlichen Werte, die ich aufstelle, ohne ein Urteil über die Werte oder das Vorhaben anderer Menschen abzugeben. Ich bin ethischer Relativist in höchstem Maße. Wenn jemand meint, es sei moralisch angemessen, rumzuvögeln, viel Geld zu haben, berühmt zu sein und zwar NUR das, dann soll es so sein.
Ich persönlich sehe diese Dinge als etwas Schönes an, an dem festzuhalten und dem nachzujagen sich jedoch nicht lohnt. Man verpasst die Hälfte vom Leben, wenn man in dieser hedonistischen Einstellung lebt. Man jagt nur noch vom neuen Auto zur nächsten Frau (oder den nächsten zweien, je nachdem

) und der neu gebauten Villa hinterher und vergisst, im Augenblick zu leben, denn das bringt die größte Freude.
Deshalb ist es in meiner persönlichen, relativen Moral "gut" (d.h. dienlich, förderlich), im Augenblick zu leben, weil das Ziel meiner Moral höchstes Glück und Selbstverwirklichung sind.
Es ist auch "gut" in diesem Kontext, Sex zu haben, ein schönes Auto zu fahren und so weiter, aber "schlecht" (d.h. nicht dienlich, kontraproduktiv) in diesem Sinne ist es, diesen Dingen so nachzusetzen, dass sie einen nicht mehr glücklich machen.
"Gut" ist, was nützt. Was dieser Nutzen ist, ist jedem selbst überlassen. Wenn es mein Wunsch ist, arbeitslos in der Gosse zu enden, ist es sicherlich "das Beste", mir einen Haufen Schulden einzuhandeln und mich draußen auf die Straße zu setzen, um mal ein saloppes Beispiel zu geben...
Das alles ist eine sehr lange Antwort auf eine kurze Frage:
Macht "gut" oder "moralisch" sein glücklich?
Das kommt darauf an, was "gut" ist.
Und das entscheide nicht ich, entscheiden nicht die anderen, entscheidet keine Institution wie der Staat, auch kein höheres Wesen wie Gott, sondern das entscheidest nur du.
Gabriel