Ende des Ölzeitalters

marinus
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,557435,00.html

Was schon seit Jahrzehnten vorhergesagt wird jetzt auch zugegeben durch Total als ersten der Ölkonzerne. Damit wird es auf einmal doch noch etwas realer, auch wenn die Spritrechnungen der letzten Monate auch nichts anderes gezeigt haben.

Was meint ihr resultiert daraus? Ist ein geordneter Wandel möglich, wird alles in Chaos enden, wie wird es sich gesellschaftlich auswirken? Bleibt die alte Ordnung erhalten oder denkt ihr, dass sie durch die Spannungen umgestürzt wird?
Erik van Thom
Bei mir hier in Reading, Engerlingland, fahren bereits die ersten oeffentlichen Busse mit Oeko-Oel, das, glaube ich, aus Mais gewonnen wird. Bei euch noch nicht?
In den Vereinigten Arabischen Emiraten werden die Oelquellen vorraussichtlich in den naechsten 15 Jahren versiegt sein, die orientieren sich jetzt massiv um und setzen auf Tourismus, vor allem Dubai soll da ganz gut sein.

Ich denke, dass ein geordneter Wandel grundsaetzlich moeglich ist, da es ja - meines Wissens nach - ausreichend Alternativen gibt, sowohl volkswirtschaftlich als auch hinsichtlich des Oels selber.
Schneemann
Zitat:
Original von marinus
Was meint ihr resultiert daraus? Ist ein geordneter Wandel möglich, wird alles in Chaos enden, wie wird es sich gesellschaftlich auswirken? Bleibt die alte Ordnung erhalten oder denkt ihr, dass sie durch die Spannungen umgestürzt wird?

Da wird sich nichts besonderes ändern. Es ist immer dasselbe, wie auch schon beim Klimawandel&Co. Die westlichen Länder haben genug Moneten um die schlimmsten Auswirkungen abzuwenden (die sie zumeist selbst verursacht haben). Man wird eben etwas mehr Zug fahren und das Erdöl aus Kohleverflüssigung für teures Geld gewinnen damit man auch weiterhin die Luft verpesten kann. Die Entwicklungs- und Schwellenländer werden noch weiter abgehängt und verlieren auch die letzten Chancen auf Wettbewerbsfähigkeit die sie eh nie hatten. Se same prossedure as every time...
Neo
Zitat:
Original von Schneemann
Es ist immer dasselbe, wie auch schon beim Klimawandel&Co. Die westlichen Länder haben genug Moneten um die schlimmsten Auswirkungen abzuwenden (die sie zumeist selbst verursacht haben). Man wird eben etwas mehr Zug fahren und das Erdöl aus Kohleverflüssigung für teures Geld gewinnen damit man auch weiterhin die Luft verpesten kann. Die Entwicklungs- und Schwellenländer werden noch weiter abgehängt und verlieren auch die letzten Chancen auf Wettbewerbsfähigkeit die sie eh nie hatten. Se same prossedure as every time...

Das alles wird nur nicht reichen, um den Bedarf auch nur annähernd weiter zu decken, geschweige denn, den ständig wachsenden RohstoffHunger der gesamten Weltwirtschaft zu befriedigen.

Was viele (u.a. meine Wenigkeit) schon seit Monaten prophezeien, dass nämlich eine skrupellose Minderheit dies längst erkannt hat, sich entsprechend verhält und soweit als möglich Vorkehrungen trifft und dabei möglichst die Schnauze hält, und was von genau diesen Leuten immer wieder als Unkerei abgetan wird, zeichnet sich halt nun mit zunehmender Deutlichkeit ab.

Wir werden sehr bald, vlt schon in wenigen Jahren sehen, wer Recht hatte.

Die Schere zwischen Arm und Reich wird jedenfalls immer größer, und dies allein entscheidet, wer sich in ein paar Jahren außer dem Gas/Öl für seine Heizung und dem Strom für sein Licht noch einen Urlaub oder geschweige denn ein Auto leisten kann.
Archibald
@ marinus:

Wenn es die Gesellschaft schafft, die Autofahrer durch soziale Verschlechterungen (weil sich einer jetzt nun z.B. kein Auto mehr leisten kann) zum "Wenigerfahren" zu bewegen, dann geht alles reibungslos ab.

Das Ganze nennt man dann allerdings auch: "Endphase des Kapitalismus".
oui
Erst einmal werden die Energiekosten weiter steigen,steigen,steigen.

Danach werden wir Pauschalen für Sonnentage und Atemluft bezahlen, Sport wird Luxus, da sich nur Betuchte den Mehrbedarf an O2 leisten können.

Die Ölkonzerne werden riesige Umwelt-Konzerne, d.h. sie verwenden ihre riesigen Tankanlagen und Pipelinesysteme dazu, um z.B. mal eben die Ost - oder Nordsee wie bei einer Dialyse durchs System zu schicken und dabei von Umweltgiften zu reinigen. So könnte sogar China wieder sauber werden. Freude
Rox
Problem ist, so glaube ich, dass man den Bedarf an fossilen Rohstoffen durch Alternative Rohstoffe erst in ferner Zukunft decken kann. Sobald die Öl-Ressourcen aufgebraucht sind wird die Wirtschaft ein mächtiges Problem haben.

Wenn wir irgendwann fähig sein sollten die Sonnenenergie und ihr gesamtes Potential voll auszuschöpfen, werden die aktuellen Probleme für einen kleinen Zeitraum verschwinden.
Shamatic
Also ich weiß ja nicht... Ich finde, dass die gesamte "Energieproblematik" viel zu oberflächlich und unkritisch hingenommen wird. Es wird auch nie expliziert, worin denn jetzt konkret die eigentliche Problematik besteht. Vor allem auch: Für welche Personen, soziale Klassen oder Gesellschaftssysteme ergibt sich denn überhaupt soetwas wie eine "Problematik" ?

Dies sind alles so Fragen, die in den dominierenden Diskursen nur selten auftauchen und kaum reflektiert werden. Irgendwie gibt es da wohl einen auf ominöse Weise zustande gekommenen Konsens, der besagt, dass der aktuelle Energieverbrauch unbedingt aufrechterhalten werden muss. Auch du, Rox, redest verhüllend, wenn du sagst:
Zitat:
Sobald die Öl-Ressourcen aufgebraucht sind wird die Wirtschaft ein mächtiges Problem haben.


Wer ist "die Wirtschaft" ? Wenn unter "Wirtschaft" die ökonomische Struktur, d.h die kapitalistische, verstanden wird, dann könnte ich dem Zitat sogar in dem Sinne zustimmen, dass kapitalistische Wirtschaftssysteme auf ein hohes Energie-Niveau angewiesen sind, damit der systemnotwendige "Wachstumsprozess" aufrecht erhalten werden kann. Deshalb kommt auch das ganze System ins Schwitzen und Bangen, weil der heilige Rohstoff, der doch die Grundlage für die Ausbreitung und Intensivierung kapitalistischer Strukturen war und ist, irgendwann zu Neige gehen wird. Die Frage nach der Energieform, die "danach kommt", ist also zunächst eine Frage danach, wie das bestehende System stabilisiert werden kann.

Muss daraus also geschlossen werden, dass der Konsens der Erhaltung des Energie-Niveaus aus der Angst resultiert, dass unsere Lebensweise ein Ende haben könnte ? Ich denke schon: Es gehört seltsamerweise zu unserem kollektiven Bewusstsein, dass wir Denkweisen bevorzugen, die der Logik bestehender gesellschaftlicher Strukturen dienlich sind. Und all dies geschieht mehr oder weniger "unbewusst". Wieso sonst machen wir daraus solch' eine Tragik ? Garantiert nicht, weil wir ja "Wohlstand für Alle" haben wollen... abgesehen davon, dass "Wohlstand" ein unglaublich nebulöses Konzept ist.

Kurzum könnte gesagt werden: Die Angst oder die Bedenken bezüglich der alternativen Energieformen des 21. bzw. 22. Jahrhunderts tragen ihren Kern in der Angst, dass das kapitalistische Wirtschaftsmodell zugrunde gehen könnte.

Und bevor jemand das alles falsch versteht: Natürlich sind Energieformen in bestimmten Sinne notwendig für das menschliche Leben. Es dreht sich jedoch nur um die Frage, in welcher Form und Menge Energie verbraucht wird und das hängt unmittelbar mit der Weise des menschlichen Wirtschaftens zusammen. "Wirtschaft" verstanden als die Organisation der materiellen Reproduktion menschlichen Lebens.
Nikita
ich bin schon gespannt was da auf uns zukommnt.
entweder gibt es einen großen umsturz und (wie oben schon gesagt)
endet der kapitalismus, oder (was ich leider eher vermute) die regierenden haben schon lange was geplant womit wir uns später fortbewegen werden. das heißt wir werden mir dem restöl noch so lange wie möglich ausgebeutet und müssen danach für einen neuen rohstoff bezahlen, oder wir müssen hohe steuern bezahlen, falls eine möglichkeit gefunden wurde mit der wir uns ohne rohstoffe fortbewegen können (wie z.B. durch die Gravitationskraft).
auf jeden fall freue ich darauf zu sehen was die großen ölkonzerne machen wenn es kein öl mehr gibt
roll
Gil Gamesh
Angst, dass diese Wirtschaftsordnung - mit samt anhängender oder besser diese Ordnung aufrechterhaltender Gesellschaft, welche eine kapitalistische ist, - aufgrund Ölmangel zusammenbricht, in eine neue übergeht oder in Unordnung gerät, braucht nicht zu bestehen, denn solange genug Staatsgewalt existiert, den ökonomischen Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit aufrecht zu erhalten und sich Milliarden freie, eigentumslose Leute die Lohnarbeit als die Quelle ihrer Existenzsicherung selbstbewusst vorstellen und dieser auch bereitwillig nachgehen, passiert nichts außer der üblichen, notwendigen Produktion von Kollateralschäden (was allerorts als Ungerechtigkeit zu Tage tritt) durch die kapitalistische Wirtschaftsweise . Angst, dass einiges an Reichtum vernichtet wird, darf schon bestehen. Aber das ist ja in Zeiten kapitalistischer Krisen immer so gewesen und nach so einer „Krise“ geht es munter wieder los oder fidel weiter mit dem produzieren.

Man stelle sich mal die Rechnungsweise eines Unternehmers vor, der sich – sagen wir – auf Fußbälle spezialisiert hat. Der hat die Möglichkeit in eine Maschine zu investieren, die er über einige Jahre am Laufen erhalten muss aber fast ohne Arbeiter auskommen kann und es besteht die Möglichkeit die Fußballproduktion gänzlich durch Handarbeit zu leisten. Wenn letzteres mehr Profit abwirft, ist auf Energie geschissen, ob mit oder ohne Ölmangel.
Selbst wenn das Öl als Geschäftsmittel - und um mehr handelt es sich nicht - zur Neige geht, stehen genug Alternativen zur Verfügung mit anderen Energiequellen ein Geschäft zu machen, dann beträgt der Anteil regenerativer Stromproduktion nicht mehr nur 15% sondern vielleicht 75.

Der Kapitalismus funktioniert besser als ihr glaubt.
Shamatic
Tag Gil Gamesh !

Ich glaube auch nicht, dass die kapitalistische Gesellschaftsstruktur notwendigerweise zusammenbrechen müsste, wenn die Erdölvorkommen zu Neige gehen. Ich denke, dass das Ausmaß einer möglichen Krisensituation (die sicherlich auch noch andere Ursachen haben könnte) davon abhängt, inwiefern die wesentlichen Akteure der herrschenden Wirtschaftsordnung sich auf dieses Ereignis vorbereiten werden. Es stellt sich die Frage, ob die Träger des Kapitalismus ihre eigene Rationalität -d.h. vor allem die kurzfristige Profit-Logik- außer Kraft setzen können um die kapitalistische Struktur selbst zu retten. Ansonsten würde "blind" weiter gewirtschaftet werden, zumindest solange die Bedingungen der Produktion einigermaßen stabil blieben. Metaphorisch gesagt: Die kapitalistische Rationalität müsste über ihren eigenen Schatten springen, um sich selbst zu retten.

Aber möglicherweise dramatisier ich bloß: Ein fließender und "reibungsloser" Übergang im Sinne der kapitalistischen Struktur lässt sich ebenso gut denken. Die Hauptakteure zielen zwar prinzipiell auf kurzfristigen Gewinn, lassen jedoch auch großräumige Entwicklungen nicht aus dem Blick. Dies zeigt sich vor allem in den unzähligen Marktforschungs-Organisationen und der Analyse sogenanner "Trends" (ca. 5 Jahre) und "Megatrends" (ab 10 Jahren), die von verschiedenen "wirtschaftsnahen" Institutionen betrieben wird.

Solange immer neue (autarke) Räume für Verwertungsmöglichkeiten erschaffen werden, bleibt die Struktur und der dazugehörige Teufelskreis erhalten. Gerade hier besteht meiner Intuition nach die Gefahr, dass sich kapitalistische Verwertungsräume bilden könnten, die nicht auf viel Energie angewiesen sind und sich auf "geistig"-virtuelle Sphären beschränken. Das führt hier aber zu weit...

Interessant fände ich Überlegungen, die sich mit mehreren krisenauslösenden Faktoren befassen und analysieren, wie sich dadurch "Synergieeffekte" bilden könnten, die eine "ultimative" Krise auslösen würden und das System dadurch zum Einsturz brächten.

Wäre das überhaupt realistisch ? Schwierige Frage...

Achja, zum Ende noch: Ich halte Bezeichnungen für gesellschaftliche Zustände in Form von Paradigmen wie "Ölzeitalter" für recht problematisch und in letzter Hinsicht sogar für verschleiernd. Viele dieser Begriffsbildungen suggerieren eine Klarheit, die eigentlich nicht besteht und stehen einer "tiefergehenden" Analyse meistens im Weg. Genauso wie die gekünstelte Abfolge "Industriegesellschaft-Informationsgesellschaft-Wissensgesellschaft" oder Phrasen wie "Zeitalter der Globalisierung".
Nikita
ich glaube das kapitalismus nicht gut funktioniert. abgesehen von den leuten die geld ohe ende scheffeln von denen wir so gar nichts wissen, muss man sich mal angucken wie wenig leute unglaublich viel geld haben und wie viele unten zerdrückt werden.
Gil Gamesh sagt, dass der kapitalismus nicht zusammenbrechen wird wenn ein großteil der wirtschaft flöten geht. gut, dass muss nicht zwangsläufig geschehen, aber denk mal darüber nach wie wir heute auf mobile fortbewegung angewiesen sind.
du brauchst arbeit um geld zu kriegen und geld um zu leben. Hier benötigst du noch keine fortbewegungsmittel, aber die meisten brauchen ein auto etc. um zur arbeit zu gehen. hier beginnt schon das erste problem, denn diese leute werden nicht begeistert sein wenn wir kein öl mehr haben.
ich glaube du unterschätzt die mögl. auswirkungen solch einer ölkrise. wenn wir kein alternatives fortbewegungsmittel bekommen das mit einem anderen rohstoff betrieben wird, kann die ganze wirtschaft den bach hinunter gehen.
es wird eine menge menschen geben die entweder probleme haben sich weiter zu ernähren oder die von heute auf morgen relativ arm geworden sind. das könnte zu großen aufständen führen
Gil Gamesh
Zitat:
Original von Nikita
ich glaube das kapitalismus nicht gut funktioniert. abgesehen von den leuten die geld ohe ende scheffeln von denen wir so gar nichts wissen, muss man sich mal angucken wie wenig leute unglaublich viel geld haben und wie viele unten zerdrückt werden.


Du meinst also der Kapitalismus nicht gut funktioniert, weil er im Ergebnis so viel Armut hervorbringt? Kapitalismus, der gut funktioniert bringt mit zwingender Notwendigkeit Armut hervor. Dass dir das nicht gut gefällt kann ich mir vorstellen. Ich halte diese Art des Wirtschaftens für äußerst unvernünftig, aber dass sie nichts gut funktioniert, lässt sich nirgends feststellen. Du solltest dich mal auf die Logik des kapitalistischen Wirtschaftens einlassen, dann würdest du feststellen, dass dein Argument genau in die andere Richtung wirkt. Was wäre das für ein Kapitalismus, wenn die Reichen nicht immer reicher würden und die Armen immer ärmer. Und solange die Eigentumslosen nicht begreifen, dass sie für den Fortgang der Geschäfte benutzt werden und nicht kapieren, dass sie wenig davon haben, wenn sie benutzt werden, wird nichts am Kapitalismus kaputt gehen; auch wenn vielen Leuten irgendwann das Wasser bis zum Steißbein steht. Ach und selbst wenn sie es begreifen würden, müssten sie immer noch die Gewalt stürzen, die diesen ganzen ökonomischen Antagonismus aufrecht erhält: den Staat.
Recht hast du, wenn du sagst, dass viele Arbeiter nicht begeistert sein werden, wenn das Öl ausgeht, bzw. wenn der Sprit immer teurer wird, aber das ist doch für die Fortdauer des Kapitalismus nicht wichtig. Arbeit schafft Reichtum und wenn die Menschen zu Fuß zu ihr gelangen oder auf dem Mond produziert wird. Glaubst du etwa, vor lauter Unzufriedenheit, machen sich alle gebeutelten Leute ein richtiges Bild über die wahren Verhältnisse von Gewalt und Eigentum und werden gar noch Kommunisten, die alle bestehende Macht über den Haufen schmeißen.
Ich unterschätze die Auswirkungen keineswegs, ich bin mir sehr im Klaren darüber, dass die große, große Mehrheit mit ziemlich verkehrten Urteilen über das Zustandekommen ihrer Lage unterwegs ist. Und um zu wissen wie auf Unruhen oder Aufstände reagiert wird, muss man kein Staatsdiener sein, man schaue sich nur die gängigen Methoden der letzten Jahrzehnte an...

@Shamatic:
Ich will kein Problembewusstsein zur Rettung kapitalistischer Strukturen oder zur Überwindung von Krisen der kapitalistischen Produktion entwickeln. Deswegen kann ich auch nirgends Drama, „blindes“ Profitinteresse, Teufelskreise, u. ä. entdecken. Kurz zu deinen Übergangsüberlegungen: Ist die Produktion zu teuer, wird nicht mehr investiert, also nicht mehr produziert; erst wenn die Bedingungen für eine profitable Produktion wieder gegeben sind, läuft die Produktion weiter. In Krisenzeiten wird viel Reichtum vernichtet, eine Menge Konkurrenten werden aus dem Weg geschafft. Für die einen gibt es halt keine Rettung, die anderen schaffen den Übergang. Und der Staat schafft in Krisenzeiten (nein, eigentlich immer) Bedingungen zum Fortgang oder zum Wiederanlaufen des Geschäfts. Alle deine Umschreibungen sagen eigentlich das aus, was immer getan wird eine Krise zu überwinden; nur würde ich aus oben genannten Gründen mit dem Gedanken vorsichtig sein, dass eine Krise den Kapitalismus zusammenbrechen lässt, (den Fehler hat schon Marx gemacht, von wegen so beautiful...)
Flo
Ich vermute es wird schon eine Wirtschaftskrise geben.
Der Übergang von Erdöl auf die Alternativen wird dank der Meinungsmache der Ölkonzerne mehr als ruppig werden.

Die Auswirkungen der Ölknappheit wird jeder von uns spüren.
Wir werden alle weniger Geld im Portmone haben.
Naja O.K. einige Superkapitalisten werden schon ihren Profit daraus ziehen.


Ich verstehe die Off-Topic-Diskussion über Kommunismus Kapitalismus nicht.
Eine freie Gesellschaft wird auch in Krisenzeiten niemals kommunistisch werden.
Und der Kapitalismus wird sicherlich nicht an dieser Krise zusammenbrechen.
Neo
Zitat:
Original von Nikita
auf jeden fall freue ich darauf zu sehen was die großen ölkonzerne machen wenn es kein öl mehr gibt
roll


Na was wohl?
Also: die weltgrößten Autobauer GM, BMW, Daimler schwimmen im Geld und können sich (neben der Nasa und den Verteidungsministerien der Supermächte) die wohl besten und teuersten F&E Abteilungen leisten. Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass die längst ein serienreifes Konzept für ein Wasserstoffaggregat fix und fertig in der Schublade haben?

Und wer meint Ihr hat soviel Geld, dass er immense Summen an diese Konzerne dafür bezahlen kann, dass diese Pläne auch in der Schublade bleiben? Zumindest vorläufig, solange auch nur noch ein Tropfen Öl aus den Bohrtürmen quillt?

Und damit hat man auch schon die Antwort was die OPEC wohl machen, wenns kein Öl mehr gibt: ganz einfach, den in den heißen, energiereichen Wüstengegenden ebenso reichlich zu produzierenden Wasserstoff dann zu ebenso lukrativen Preisen wie das Öl an die energieabhängigen Importstaaten verkaufen.

Und die Regierungen der Industrienationen (zumindest die deutsche) dürfte da auch nicht wirklich viel dagegen haben, denn dann wird flugs die Mineralölsteuer in Wasserstoffsteuer umbenannt, was den angenehmen Nebeneffekt hätte, sich zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen, denn schließlich besteht Wasser ja zu 2 Dritteln aus H2. (Gut, wenn man das Atomgewicht zugrundelegt, ist das Verhältnis anders, aber selbst dann würde der Staat noch einen guten Schnitt machen).
Die Opposition wird vlt durchdrücken, dass für Wasser ein ermäßigter H2-Steuersatz eingeführt wird, ähnlich dem für Lebensmittel, aber das wars dann auch schon. Ím Gegenzug stimmt man dann (schweren Herzens natürlich) der nächsten 15%igen Diätenerhöhung zu.

Ich höre manchmal die Frage: warum sollten die Autokonzerne das tun und so korrupt sein? Weil es ihnen egal ist, ob deren Autos mit Benzin oder Wasserstoff fahren, solange sie genügend davon absetzen können. Warum also nicht zusätzlich die Stillhalteprämie der Ölkonzerne einstreichen? Und vlt gleichzeitig noch (quasi als Investition in die eigene Zukunft) so nebenbei ein gutes Geschäft mit diesen Ländern machen, was den Aufbau der Elektrolysetechnologie in diesen Ländern im großen Stil angeht.
Gil Gamesh
Zitat:
Original von Flo
Ich vermute es wird schon eine Wirtschaftskrise geben.

Die nächste Krise kommt bestimmt.

Zitat:
Der Übergang von Erdöl auf die Alternativen wird dank der Meinungsmache der Ölkonzerne mehr als ruppig werden.

Jeder sollte eine Meinung haben. Woher hast du deine, von den Ölkonzernen?

Zitat:
Die Auswirkungen der Ölknappheit wird jeder von uns spüren.
Wir werden alle weniger Geld im Portmone haben.

Wenn das Öl knapp wird, wird das Geld auch knapp?

Zitat:
Naja O.K. einige Superkapitalisten werden schon ihren Profit daraus ziehen.

Eben.

Zitat:
Ich verstehe die Off-Topic-Diskussion über Kommunismus Kapitalismus nicht.

Und ich dachte Öl ist das Schmiermittel der kapitalistischen Produktion.

Zitat:
Eine freie Gesellschaft wird auch in Krisenzeiten niemals kommunistisch werden.

Freier als jetzt, geht's eh nimmer für den Menschen, siehe GG, Artikel 2.

Zitat:
Und der Kapitalismus wird sicherlich nicht an dieser Krise zusammenbrechen.

Ja.
Nikita
@ Neo
Klar kann ich mir gut vorstellen, dass die großen konzerne schon lange was in der schublade haben und erst noch jeden tropfen öl rauspressen, ich glaube das habe ich auch schon irgendwo genannt... ??!

Ich glaube aber auch, dass das System kapitalismus (vllt nicht an der kommenden ölkrise aber bestimmt irgendwann) zusammenbrechen kann und wird.
stell dir vor aus irgendwelchen gründen ziehen die großbankenbesitzer das geld ihrer banken ein. das heist der kleine (oder auch relativ große) mann auf der straße hat von heute auf morgen kein geld mehr am konto. kann sich keine lebensmittel kaufen etc. was glaubst du was das bewirken würde außer totalem chaos?
gut so situatuionen sind vllt net so wahrscheinlich (den leider gottes sind die "mächtigen" unserer welt auch net total bescheuert), aber dennoch ist es möglich, dass etwas ähnliches nach div. krisen geschehen kann.


@ gil gamesh
du sagst wir könnten nicht mehr freier werden??? wir leben hier vllt besser als in einer diktatur, aber nur weil hier manche dinge besser laufen kann man noch lange nicht sagen das das hier perfekt ist.
Gil Gamesh
Zitat:
Original von Nikita
du sagst wir könnten nicht mehr freier werden??? wir leben hier vllt besser als in einer diktatur, aber nur weil hier manche dinge besser laufen kann man noch lange nicht sagen das das hier perfekt ist.


Ich wollte keineswegs meine Wertschätzung über so viel Freiheit zum Ausdruck bringen. Nun sage mir doch aber mal welche Verbesserungen du an der gewährten Freiheit vornehmen würdest, um noch freier zu sein - natürlich alles im Rahmen von Naturgesetzen, und wie sähe "perfekte" Freiheit für dich aus, praktisch gesehen?

Wenn Banken ihr Geld zurückhalten, warum auch immer, und dein Chaos sich entfaltet, wie sehr auch immer, wo steckte da der Zusammenbruch des Kapitalismus?
Nikita
ich hab hier in einem thread schon was ähnliches geschrieben.
es ist natürlich schwierig nur mit der politik unsere freiheit zu steigern.
du hast zwar gesagt alles im rahmen der naturgesetzte aber die perfekte freiheit hast du erts wenn du von allen zwängen befreit bist (hunger etc.). ob die jemals erreicht wird... vllt nach dem tod gruebel
auf jeden fall musst du hier arbeiten gehen um zu leben, du hast keine wahl. etc.
gut, wenn es net so wär würd das ganze system scheitern und ich bin sicher keiner der den masterplan für das perfekte gesellschaftssystem hat, aber nir geht´s nur darum, dass wir hier auch im naturwissenschaftlichen sinne nicht frei sind. (wehrpflicht etc.)

und wenn die welt im chaos versinkt großes Grinsen (klar übertrieben),
aber nehmen wir es an, und es gibt kein geld mehr, keine infrastruktur etc. wie soll da noch kapitalismus funktionieren?
glg winken
Gil Gamesh
@Nikita,
ja, ja, perfekte Freiheit habe ich erst im Paradies, völlig bedürfnisfrei, keine Zwänge mehr; nur lebe ich nicht im Paradies, deswegen rede ich auch nicht über diese Freiheit und auch nicht über den Wunsch mit beiden Armen zu rudern und zu fliegen. Politische Freiheit ist das was für unser tägliches Leben wirklich ist. Von daher kann ich nur auf den Artikel 2 des GG verweisen, in dem das Maximum an praktischer Freiheit beschrieben wird. Was letztendlich den Unterschied ausmacht, ist das Eigentum. Aber niemand hindert dich in dieser Gesellschaft selbst Eigentum zu bekommen, zumindest nicht auf dem Wege des rechtlichen Anstands und den bestimmt die herrschende Gewalt. Sie gewährt schließlich auch die Gleichheit, die nichts anderes ist als eine Gleichheit vor dem Gesetz. Und selbst eine absolute Pflicht zur Schule zu gehen oder zur Bundeswehr existiert nicht. Natürlich kannst du dir für dich mehr Freiheit vorstellen; aber sobald du mehr Freiheiten hast als andere, ist dann die Gesellschaft nicht freier als jetzt, da du den Grundsatz in Artikel 2 aushebeln würdest, von perfekter Freiheit kann nur philosophiert werden.

Infrastruktur ist egal, aber gäbe es kein Geld mehr, funktioniert auch der Kapitalismus nicht mehr. Aber den Übergang dahin stelle ich mir, wenn ich an eine "Ölkrise" denke, nicht vor. Wer, bitteschön, schafft den eigentlich im Chaos das Geld ab?