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Original von tolwin
@Exebeche
All das beschriebene verlange ich nicht einmal beim 1 Punkt. Das KI-Verhalten muss nur identisch mit menschlichem Verhalten sein. Wie das zustande kommt ist nicht relevant. Und ich bezweifle, daß es nötig ist hierzu die gesamte menschliche Entwicklung durchzumachen. Aber auch das soll nicht unbedingt interessieren.
Und der 1 Punkt hat schon etwas mit Gefühlen zu tun, nämlich auf der äußeren beschreibenden Ebene. Aber das ist natürlich noch nicht alles. Deswegen gab es auch einen 2 Punkt.
Auch ging es mir um kein unerwartetes Eigenverhalten von Maschinen, um keine emergenten Eigenschaften etc. Es ist und bleibt eine KI mit eben genau den funktionalen Eigenschaften, welche wir dieser KI gaben. |
Ok, also sorry, ich bin da einfach abgeschweift. Vom Thema abgekommen.
Also ich glaube schon, dass ich dich einigermaßen verstehe.
Bin ja beim Thema Philosophie des Geistes und Funktionalismus kein ganz und gar ahnungsloser Frischling.
Deine 2 Prämissen behandeln ja eigentlich die 2 Möglichkeiten, die wir lediglich haben: Eine Betrachtung von außen, durch uns als Beobachter, und eine Betrachtung durch den Insider, der es selbst am besten weiß, was er glaubt und fühlt.
Was bleibt uns sonst an Möglichkeiten? Keine. (Sollte man meinen.) Wenn wir uns also nicht in überflüssige Diskussionen verstricken, ob der Insider lügt oder nicht, sondern voraussetzen, dass er die Wahrheit sagt, wie könnte seine Aussage (besonders wenn sie mit unserer Beobachtung korreliert) dann nicht der Wahrheit entsprechen?
Wenn also die KI aufrichtig glaubt, dass sie sich freut, und wir diese Annahme aus unseren Beobachtungen nur bestätigen können, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass die KI etwas anderes empfindet als Freude.
Wenn du das sagen wolltest, glaube ich dich zu verstehen.
Ich versuche nur eben diese These zu widerlegen, indem ich zeige, dass sie in einen Widerspruch führt.
Ich will es auch noch mal versuchen:
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Original von tolwin
Wenn man nun aber sagt, sie empfindet (!) keine Freude, so benötigt man ein Kriterium, welches über das Verhalten und die Introspektive hinausgeht. |
Ich behaupte ich habe so etwas:
Die emotionalen Zustände der KI sind invariant.
Die von dir gemachte erste Prämisse ist ja so tatsächlich nur ein Gedankenspiel, logisch aber ein Zirkelschluss.
Du sagst ja, angenommen in Zukunft gibt es Androiden, die sich genau wie Menschen benehmen, dann können wir von außen gesehen nicht leugnen, dass die KI sich freut. Aber das geht natürlich nur, wenn deine Prämisse stimmt, ich sage nämlich, es wird solche KI's nicht geben, weil sich eine Maschine noch nicht mal freuen kann. Wie soll sie dann all die anderen Fähigkeiten beherrschen, wie: Sich wie ein Mensch benehmen, flirten und all die Dinge, die du nennst? Völlig hypothetisch.
Du kannst also so eine Prämisse nicht machen ohne meine Annahme als unlogisch zu überführen oder irgendeine Art von q.e.d. vorzuweisen.
Die Wahrheit ist: Damit eine Rechenmaschine in der Form wie wir sie heute kennen sich dazu äußern kann, ob sie sich freut, müssen wir ihr eine Definition dafür geben, was Freude ist.
Angenommen also eine KI 1 sagt: "Ich weiß genau, dass ich mich freue wenn die Sonne scheint, denn dann fange ich an zu singen und zu lächeln."
Während die KI 2 sagt: "Ich weiß genau, dass ich mich freue wenn die Sonne scheint, denn ich mache dann die Rolläden runter und gehe nicht mehr vor die Tür."
Die beiden rätseln eine Weile, beobachten was Menschen so reden, und stellen fest (Behaviorismus):
Jemand hat KI 2 einen bösen Streich gespielt und tatsächlich scheint sie Sonne zu hassen. Hier wurde also nur ein Wort verhext.
Jetzt kommt aber KI 3 und sagt: "Ich weiß, dass ich mich über die Sonne freue, weil ich dann immer Kreise vor meinen Augen sehe."
Das passt nicht mehr in das behavioristische Schema.
Und KI 4 sagt: "Wenn die Sonne scheint, muss ich weinen. Das ist der höchste Ausdruck von Freude bei Menschen."
Die Androiden beraten, was nun Freude wirklich ist und beschließen ihre Module auszutauschen.
Was stellen sie wohl fest?
Ihr äußeres Verhalten mag sich verändern, aber ihr innerer Zustand ist immer der Gleiche.
Sie sind in jedem Fall der Meinung sich zu freuen. Ihr Freude-Rezeptor schlägt voll aus, und ihre Reaktion ist völlig beliebig.
Freude könnte sich also auch darin äußern sich auf der Stelle zu erschießen.
Aus logischer Sicht kann mit dieser Sache etwas nicht stimmen. Bei Menschen scheint es ja irgendeinen gemeinsamen Nenner zu geben.
Sicher bei Menschen wird Freude auch durch völlig unterschiedliche Dinge ausgelöst, für den einen gibt es nichts schöneres, als am Wochenende im Fußballstadion zu sein, und für den anderen ist das ein maximaler Stressfaktor. Aber wenn sich Menschen freuen, passiert irgendwie in allen das Gleiche. (Ich muss das nicht erläutern, Endorphine, Muskelrelaxion, etc.)
Aber bei KI's sind alle Outputs (oder mentalen Zustände) denkbar. Jedes mögliche Verhalten kann als Ausdruck von Freude definiert sein. Mit dem Ergebnis, dass die Zuordnungen die den KI's oktroyiert werden völlig invariant sind. (Der innere Zustand bleibt völlig unverändert, auch bei völliger Veränderung des äußeren Verhaltens).
Die KI wird immer behaupten, dass sie sich riesig freut, auch wenn der Zustand in einem völlig anderen Verhalten resultiert.
Was bleibt ist der innere Zustand: Ist der innere Zustand dennoch Freude, unabhängig davon, wie sich die KI verhält?
Der innere Zustand wird immer nur eine rote Lampe sein.
Dafür soll die Gegenüberstellung von KI 1 und KI 2 dienen:
Sie haben festgestellt, dass man ihnen eine Worthexerei untergejubelt hat. Aber nach Austausch der Module bleibt es dabei: Sie ändern nur ihr Verhalten. Dennoch glauben sie sich zu freuen. Weil es einfach so definiert ist.