RRRepczuk
Als freischaffender Künstler habe ich meinen Werken philosophische Ergänzungen hinzugefügt.
Kürzlich ist mir gesagt worden, daß es sich eher um religiöse Thematiken handelt.
Ich war ganz empört als meine Philosophischen Ansätze sogar der New Age Bewegung zugeordnet wurden.
Kann man Philosophie wirklich so von anderen Geisteswissenschaften abkoppeln,
oder ist der Übergang fließend, so dass sich auch in der Religion und Politik oder auch im New Age die Philosophie wiederfindet ?
Die Quantenphysik ist doch auch mitlerweile von Geisteswissenschaften durchdrungen und kann sich beim besten Willen nicht mehr als reine Naturwissenschaft darstellen.
Mich interessiert jedoch überwiegend ob ich meine Begleittexte als Philosophie bezeichnen kann, ohne mich einer Lächerlichkeit preiszugeben.
[EDIT - diverse Begleittexte sind auf der unten im Profil angegebenen Homepage zu finden, ich schlage aber vor, sie ggf.hier im Forum zu diskutieren. Dadurch würde auch der potentielle Reklamecharakter des Threads für eine externe Homepage entfallen. JR]
sweetmelody
Religion gehört zur Theosophie.
Natürlich ist alles miteinander verbunden, es heißt doch die Philosophie ist die Wissenschaft der Wissenschaften.
Natürlich kann man nicht seine eigenen religiösen und politischen Ansichten unter dem Begriff Philosophie verkaufen.
Außer vielleicht unter "meine eigene Philosophie"
Aber es kann doch kein anderer festlegen was du mit deinem Werk aussagen willst. Wen es für dich philosophie ist, dann ist es auch richtig.
Jeder sieht etwas anderes, deswegen ist deine Ansicht doch noch lange nicht lächerlich.
lg
Archibald
| Zitat: |
Original von RRRepczuk
Kann man Philosophie wirklich so von anderen Geisteswissenschaften abkoppeln,
oder ist der Übergang fließend, so dass sich auch in der Religion und Politik oder auch im New Age die Philosophie wiederfindet ?
[EDIT - diverse Begleittexte sind auf der unten im Profil angegebenen Homepage zu finden, ich schlage aber vor, sie ggf.hier im Forum zu diskutieren. Dadurch würde auch der potentielle Reklamecharakter des Threads für eine externe Homepage entfallen. JR] |
@ RRR:
Philosophie ist quasi die "Mutter aller Wissenschaften", alle anderen Wissenschaften sind bloss Verzweigungen/ Abkömmlinge der P.
RRRepczuk
Ich habe den Eindruck, dass dem Begriff der Philosophie doch deutlich zuviel Wert beigemessen wird.
Inhalt und Qualität des Gedankengutes sind doch entscheidend und nicht die Zugehörigkeit zu einer Wissenschaft.
Manchmal hebelt eine kleine Erkenntnis ein ganzes Glaubensgefüge aus den Angeln und es findet sich nicht einmal der Urheber.
zu welchen Wissenschaftsbereichen gehören Gedanken die die Welt
verändern ?
Auszug aus meiner Webseite
Die Erzeugung einer Perspektive
durch den Orakelspruch.
Erfüllt sich die Prophezeiung durch sich selbst
dann wird eine bestimmte Zukunft
erst durch ihre Offenbarung erschaffen.
Der Seher haucht seinen Geschöpfen der Vorsehung
erst das Leben ein, indem er sie publiziert.
Müsste er schweigen wäre er kein Prophet.
Treiben am Ende die profanen Profilierungsneurosen
von Nostradamus und Johannes
die Menschheit in ihr Verderben?
meloyello
man kann sich auch beim lesen verlaufen
Jay Ray
| Zitat: |
Original von RRRepczuk
Als freischaffender Künstler habe ich meinen Werken philosophische Ergänzungen hinzugefügt.
Mich interessiert jedoch überwiegend ob ich meine Begleittexte als Philosophie bezeichnen kann, ohne mich einer Lächerlichkeit preiszugeben. |
Man kann sie als "philosophisch" - im weiten Sinne des Sich-Gedanken-Machens über die Welt - bezeichnen, wobei das künstlerisch-poetisch-Ästhetische alle anderen Aspekte überstrahlt. Als "Philosophie" im engeren Sinne als eine Wissenschaft und dem Streben nach Weisheit - eher nicht.
Ich halte Deine Selbstbeschreibung auf Deiner Seite für sehr treffend:
| Zitat: |
Meine Kunstwerke sind sprichwoertliche Poesie in Bildern
Sie sind Spiegelungen einer nach Vollstaendigkeit und Unversehrtheit suchenden Seele.
Sie zeigen nicht, sie erzählen Geschichten. |
Sie schwelgen - durchaus stilvoll und ästhetisch - in poetisch assoziierten Wort-Bildern, die man mit einer gewissen Allgemeinbildung wiedererkennen kann, aber eine innere logische Struktur, kausale oder begriffliche Systematisierung (die "Grenzen", die Gedanken greifbar und diskutierbar machen) erkenne ich (noch) nicht - und letzteres wäre ein wichtiger Aspekte von "Philosophie", wie ich sie verstehe.
Zusammengefaßt: Im Rahmen Deiner künstlerischen Webseite, kann man es ohne Stilbruch als "philosophisch" bzw. als philosophische Aspekte und Gedanken bezeichnen - mir würde da spontan kein besseres Adjektiv einfallen. Und als Künstler hast Du mE einen in sich harmonischen-stimmigen Stil gefunden - sieht gut aus.
Solltest Du Dich irgendwann mehr für Philosophie im engeren Sinne als Streben nach Weisheit interessieren, würde ich vorschlagen, daß Du Dich mehr der Außenwelt und dem
"radikalen Warum" forschend widmest, statt beim Selbstausdruck Deines geistigen Innenlebens zu verbleiben.
meloyello
Jeder, was weis ich wieso, braucht sein Weltbild.
Einer verschafft es sich selbst- ein Philosoph./Analytiker/
Andere nehmen Fertigversion- ein Gläubiger./Keine Ahnung/
Die, die das reelle Weltbild verstehen, gehen in die Politik./Praktiker/
RRRepczuk
@Jay Ray
In mir spiegelt sich die Äussere Welt.
Wenn ich meine inneren Räume nicht kenne, werde ich auch das Aussen nicht verstehen lernen.
Ich habe keinerlei Probleme mit meinem Dasein. das ist für mich Bestätigung genug.
@ meloyello
Weltbilder sind Orientierungshilfen.
Man fährt ja schließlich nicht ohne Landkarte in unbekanntes Gebiet.
Das gesamte Paradigma eines Menschen zeigt sich nicht in einer Äußerung.
Folglich ist es viel umfangreicher als es den Anschein nimmt.
Hier bilden Sprache und Zeit deutliche Barrieren.
meloyello
Aussage:
In mir spiegelt sich die Äussere Welt.
Ja, genau hier liegt das Problem. Man zieht was rein, oder wenn die Zeit und Sprache an der Barriere steht, schiebt man was raus. Aber spiegeln???
Hinter dem Spiegel ist nichts.Auch wenn" das gesamte Paradigma eines Menschen zeigt sich nicht in einer Äußerung".
RRRepczuk
Mir erschließt sich aus Deinem doch sehr kurz gehaltenen Essay - Nichts. ist es das was Du zum Ausdruck bringen möchtest, oder ist Dir nur an einer Kontroverse gelegen?
Spiegel, Reflektion, Verinnerlichung....Betreiben wir hier Sophistik?
Warum versuchst Du einen Konsens über so eine alte Thematik zu brechen?
Ich bin enttäuscht!
Roland
Ich bin Künstler und spreche durch meine Werke !
Neo
| Zitat: |
Original von RRRepczuk
Ich bin Künstler und spreche durch meine Werke ! |
Und das ziemlich beeindruckend, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf.
ich hab Dich schon verstanden: die Werke sind das (manchmal Zerr-)Spiegelbild der Außenwelt bzw. derer Impressionen, in Form der innerpersönlichen (psychischen oder wenn man will seelischen) Verarbeitungsvorgängen, die durch die Kunst damit wieder zu Expressionen werden.
Und ob es Zerrbilder sind ist noch nicht mal sicher. Vlt sind die Impressionen die Zerrbilder und die Expressionen die 'entzerrten'.
Grüße
P.S.
Kennst Du eigentlich den Film "La Planete sauvage" von René Laloux ?
(vergiss den Plot, ich meine die Zeichungen).
P.P.S:
Hab grade Deine Vita und Philosophiekurzfassung gelesen und bin noch beeindruckter.
RRRepczuk
Guter Neo
Deine Begeisterung teile ich mit Dir!
obwohl ich auch deutliche Schwächen erkenne.
Hunderprozentige Aussagen gibt es nicht,
und wird es auch nie geben.
Es bleiben Zerrbilder.
die Phantasie verhilft uns eine Kernaussage zu erschliessen.
Sie kann bei jedem dennoch unterschiedlich ausfallen.
Jeder betrachtet aus seiner Perspektive.
Die Akzeptanz der verschiedenen Sichtweisen und die Ergänzung zu einem wachsenden Gesamtbild ist die eigentliche Kunst.
Nicht die Konformität.
Licht ist Welle und Materie - Zustände die sich gegenseitig ausschließen
aber dennoch existent sind.
Dieses Beispiel ist für mich richtungsweisend.
Es gibt mehr als eine ultimative Wahrheit . Die Suche nach einer Vollkommenheit läßt den Menschen stürzen.
Es wird immer bei einem Versuch bleiben
die Nähe zu dem Unmöglichen zu beschreiben!
RRRepczuk
In meiner Vergangenheit habe ich durch meine zügellose Menschlichkeit viel
Leid erzeugt.
Wenn ich die Unterschiede zwischen Mensch und Tier aufzählen müsste,
gäbe es eine umfangreiche Auflistung, an dessen Ende sich ein vernichtendes Resumeé
dem Homosapiens entgegenstellt.
Könnt Ihr dem " HOMO " Respekt zollen ?
Welche Gründe gibt es für Euch ihm die Königswürde zu erweisen ?
Neo
Hallo RR,
| Zitat: |
Original von RRRepczuk
Die Akzeptanz der verschiedenen Sichtweisen und die Ergänzung zu einem wachsenden Gesamtbild ist die eigentliche Kunst.
Nicht die Konformität.
Licht ist Welle und Materie - Zustände die sich gegenseitig ausschließen
aber dennoch existent sind.
Dieses Beispiel ist für mich richtungsweisend.
Es gibt mehr als eine ultimative Wahrheit . Die Suche nach einer Vollkommenheit läßt den Menschen stürzen.
Es wird immer bei einem Versuch bleiben
die Nähe zu dem Unmöglichen zu beschreiben! |
Sehr gut. Gefällt mir.
| Zitat: |
Original von RRRepczuk
In meiner Vergangenheit habe ich durch meine zügellose Menschlichkeit viel Leid erzeugt. |
Inwiefern? Ich hätte erwartet, Du schreibst "viel Leid erlitten".
| Zitat: |
Original von RRRepczuk
Wenn ich die Unterschiede zwischen Mensch und Tier aufzählen müsste,
gäbe es eine umfangreiche Auflistung, an dessen Ende sich ein vernichtendes Resumeé dem Homosapiens entgegenstellt.
Könnt Ihr dem " HOMO " Respekt zollen ? |
Ja und Nein. Du machst hier glaub ich denselben Fehler wie ich, und den Du vorhin kritisiert hast:
"Die Suche nach einer Vollkommenheit läßt den Menschen stürzen."
"Hunderprozentige Aussagen gibt es nicht,
und wird es auch nie geben."
Aber die er hervorbringt, sind nicht nur schlecht sondern zumindest teilweise auch höchst faszinierend. Die Geisteswissenschaften und die Kunst gehören für mich hierzu. Aber auch Physik und Biologie, durch die überhaupt erst in der Lage sind, unsere Wurzeln kennen zu lernen.
Hierzu ein Zitat von Odo Marquard aus dem Buch "Narzissmus und Macht" von Hans-Jürgen Wirth:
Dem Grundsatz Nietzsches folgend, nach dem der Mensch ein Wesen ist, das überwunden werden muß, kann die Psychoanalyse ihren Patienten zwar sagen, was sie überwinden müssen, aber nicht angeben, wohin das führt oder führen soll. Nach Marquard("Philosophie des Stattdessen", 2000, S.41 f) ist dies
"keine Schwäche der Kompensationstheorie, sondern gerade ihr Vorzug; denn es vermeidet Absolutheitsillusionen, indem es die menschliche Endlichkeit respektiert. Der Mensch ist mehr seine Widerfahrnisse als seine Leistungen. Er ist nicht nur das handelnde, sondern v.a. auch das leidende Wesen. [...] Mehr als durch seine Ziele ist er bestimmt durch seine Hinfälligkeiten: seine Mortalität limitiert seine Finalität. Er ist nicht zur Vollendung, sondern >zum Tode<. [...] Er eilt nicht von Sieg zu Sieg, sondern muss Niederlagen und Schwächen ausgleichen; der Mensch triumphiert nicht, sondern er kompensiert"
(aus: H.J. Wirth: Narzissmus und Macht, 2006, S. 31)
"Mehr als durch seine Ziele ist er bestimmt durch seine Hinfälligkeiten: seine Mortalität limitiert seine Finalität."
Ich stimme Marquardt hier zu, sofern damit das individuelle Leben des einzelnen Menschen zu Betracht steht.
Schönen Sonntag noch
meloyello
| Zitat: |
Original von RRRepczuk
Mir erschließt sich aus Deinem doch sehr kurz gehaltenen Essay - Nichts. ist es das was Du zum Ausdruck bringen möchtest, oder ist Dir nur an einer Kontroverse gelegen?
Spiegel, Reflektion, Verinnerlichung....Betreiben wir hier Sophistik?
Warum versuchst Du einen Konsens über so eine alte Thematik zu brechen?
Ich bin enttäuscht!
Roland
Ich bin Künstler und spreche durch meine Werke ! |
Von der Enttäuschung muß man ausgehen, so ist es immer.
Heißt nur weiter lernen und kämpfen, nichts anderes.
Manch mall ist "weniger" eben "mehr".
© Philo-Welt.de 2005-2008