Information

Exebeche
Eigentlich scheint niemand so richtig zu wissen, was Information ist.
Es wird zwar viel darüber gesagt im Internet aber das meiste davon ist haarsträubend.
Aber selbst Wissenschaftler scheinen sich nicht einig zu sein.
Der eine sagt, sie ist nicht physikalisch, der andere sagt, sie ist die dritte Größe im Universum neben Energie und Materie.
Letzteres basiert auf der Äußerung von Norbert Wiener, der sagte:
"Information ist Information, weder Energie noch Materie".
Wiener, nebenbei bemerkt wird oft als Gründer der Kybernetik bezeichnet, der Wissenschaft der Steuerung, kein Wunder also, dass der Satz von ihm kommt, denn Steuerung ist ja abhängig von Information. Insofern ist Kybernetik eigentlich eine Wissenschaft der Informationsverarbeitung.
Manche sagen Information sei imaginär, ein Produkt unseres Geistes. Dem halten andere entgegen, dass z.B. Katalysatoren an chemischen Reaktionen beteiligt sind und unverändert daraus hervorgehen. Sie übertragen Information auf physikalischem Wege.
Die Quantenphysik arbeitet schon lange mit physikalischer Information, sie setzt mit der negativen Information wieder mal einen oben drauf. In der Quantenphysik wird also mit Information gerechnet.
Die auf Claude Shannon zurückgehende Informationstheorie
rechnet ebenfalls mit Informationseinheiten, ihr Ansatz ist quantitativ. Sie misst Informationseinheiten in Bits, den bekannten binären Größen, sie schliesst jede qualitative Bewertung von Inhalt, etc. aus, interessiert sich also nur für die Menge.
Für technische Ansprüche wurde diese Theorie erfolgreich angewendet.
Die Definition: "Information iat alles, was codiert u durch einen Kanal zwischen Sender und Empfänger übermittelt werden kann"
Das Maß der Information wird somit zum Maß der Ungewißheit, die auf seiten des Empfängers beseitigt wird.
Die meisten werden mir wohl zustimmen, dass diese Theorie nicht klingt als ob sie eine allumfassende befriedigende Antwort geben könnte.
Stellen wir uns vor wir speichern ein Telefonbuch auf zwei 650MB CD's, wobei eine verloren geht und wir anschließend noch die andere mit den Telefonnummern haben, aber ohne die dazugehörigen Namen.
Nach meinem Verständnis von Shannon würde die CD weiterhin 8mal 650Millionen Bit an Information beinhalten.
Für mich hätte sie zwar Daten, aber keine Information. Aber das ist natürlich eine subjektive Betrachtung. Gibt es objektive Information? Gibt es etwas anderes als objektive Information?
Ich bin für euch auf den Ansatz der relationalen Informationstheorie gestoßen, die das Verständnis von Information erweitert.
In eigenen Worten würde ich sagen ihr Begriff von Information lautet
"Information ist der Zustand einer Sache in Relation zu seiner Umwelt."
Wobei die Umwelt ein jedes Relationsgefüge sein kann.
Das heißt also Telefonnummern, die irgendwo gespeichert sind müssen in Relation zu den Namen gesetzt werden, die Richtung eines Teilchens muss in ein Koordinatensystem eingefügt werden, die Wärme des Kaffees in eine Skala, die sich an der Umwelt orientiert, usw.
Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an den rotierenden Eimer in einem vollständig leeren Universum, und die Frage wie sich das Wasser darin verhielte. Ernst Mach hatte dazu geäußert, wenn das Universum vollständig leer ist, dann gibt es kein Universum, also kein Bezugssystem, ergo keine Rotation.
Der Eimer kann nur rotieren, wenn es irgendeinen Bezugspunkt in dem Universum gibt, sei es auch nur ein einziges Elektron, das milliarden Lichtjahre entfernt ist.
Auf diese Weise ist Information physikalisch und die dritte Größe im Universum.
Information ist letztlich die Relation zu einem Bezugssystem.
Phantom
Stünde objektiv nicht alles in Relation zu allen möglichen Bezugssystemen?

Steht es uns demnach frei, durch unsere Definition von Sache und Bezugssystem bestimmte Informationen aus dem Wirrwar aller potentiell möglichen Informationen heraus zu picken und sie "Information" zu nennen?


Mir persönlich gefällt Shannon und Weavers Definition "Information ist alles, was codiert u durch einen Kanal zwischen Sender und Empfänger übermittelt werden kann" besser, da mir Information hier irgendwie handfester, physikalischer, nicht so abhängig von reiner Willkür, zu sein scheint.

Wären nach dieser Theorie auch z.B. der Elektronenaustausch von zwei Atomen ein Informationstransfer sofern nur jemand -ein Beobachter- Sender, Empfänger und vermitteltes Etwas als solche identifizieren würde?
Archibald
@ Exbeche:

Ich will mal foplgenden Gedanken zur Debatte beisteuern:

Information kann nicht gelesen werden ohne interpretationsauswertendes System.

Den USB-Stick kann ich nicht lesen wie ein Buch.
Die Katze versteht die Bedienungsanleitung der Waschmaschine nicht.

Was aber bedeutet es, "Informationen zu verstehen"?
In letzter Konsequenz bedeutet es doch, dass das Verstehen dieser Information in irgendeiner Form für jemand relevante Auswirkungen hat.

Das Textverarbeitungsprogramm versteht den Text auf dem Datenträger, der Monitor versteht die vom PC zugesannteBotschaft, und, ich verstehe die Botschaft auf dem Schirm............
Exebeche
Zitat:
Original von Phantom
Stünde objektiv nicht alles in Relation zu allen möglichen Bezugssystemen?

Steht es uns demnach frei, durch unsere Definition von Sache und Bezugssystem bestimmte Informationen aus dem Wirrwar aller potentiell möglichen Informationen heraus zu picken und sie "Information" zu nennen?


Hallo Phantom,

danke für die Antwort.
Im Grunde picken wir ständig das heraus, was wir Information nennen. Unser Bewusstsein ist ein Mechanismus, der permanent mit dem Unterdrücken von Information beschäftigt ist. Nur ein minimaler Teil wird durchgelassen.
Und ja, wir dürfen das, und das ist überlebenswichtig. Zum Beispiel entscheiden wir oft im Straßenverkehr aufgrund der Tatsache, dass jemand von rechts kommt.
Das ist eine Information, die nur für unser Bezugssystem gültig ist, aber korrekt und entscheidend.

Zitat:
Original von Phantom
Wären nach dieser Theorie auch z.B. der Elektronenaustausch von zwei Atomen ein Informationstransfer sofern nur jemand -ein Beobachter- Sender, Empfänger und vermitteltes Etwas als solche identifizieren würde?

Es braucht keinen Empfänger oder Sender. Die Atome sind einfach in Relation zueinander. Fliegen Wassermoleküle als Dampf herum haben sie Information über z.B. Richtung in Bezug auf oben und unten in der Schwerkraft.
Nähern sie sich einander und bilden eine Wasserstoffbrücke, speichern sie Information über die Position des anderen in den Bindungselektronen. Je mehr Moleküle sich binden, desto geringer wird die Bewegungsfreiheit, und desto mehr Positionen sind gespeichert. Das Wasser wird dann flüssig, die Entropie nimmt ab.

Hallo Archibald,
winken
Dir liegt dann am ehesten Information im Sinne von Luhmanns Kommunikationsmodell. Das ist aber nicht umfassend, weil z.B. nicht für Physik geeignet.
louiz30
Das Problem scheint mir ein philosophisches zu sein und letztlich von Definitionen abhängig, welche wiederum von Menschen für das menschliche Verständnis gemacht wurden. In der Tat kann die Katze die Bedienungsanleitung nicht lesen und auch nicht verstehen, aber sie kann - glaubt man der Theorie - ohne Probleme ein Erdbeben vorhersagen oder eine Sturmflut. Vögel fliegen tausende von Meilen ohne Kompass oder Navigationssystem und orientieren sich dabei an Dingen, die wir im Zweifel nicht einmal wahrnehmen. So ist die Frage nach dem Dekodierungssystem zwar logisch, aber eben wiederum nur deshalb sinnvoll, weil wir Menschen nur wenig wahrnehmen, wissen und damit dekodieren können. Würde es ein Superwesen geben, das alles wahrnimmt und auch verstehen kann, dann wäre für dieses Wesen die Frage nach der Dekodierung hinfällig, weil kein Problem.

Ein Haufen Erde macht für viele weder Sinn, noch würden die meisten Menschen darin eine Information vermuten. Dies eben so lange nicht, bis einer daher kommt und nachweist, dass man aus diesem Haufen Erde die Entstehung der Welt lesen könnte. Somit birgt der Haufen Erde durchaus Informationen in sich, die aber erst dann von uns als solche erkannt werden, wenn wir die Zusammenhänge und die Daten auch lesen und verstehen können. So würde ich bezweifeln, dass im Mittelalter jemand die Möglichkeiten der DNA für ernst genommen hätte und heute lesen wir daraus den Werdegang der ganzen Menschheit.

So sollten wir unsere Unkenntnis des Universums von der Frage trennen, was wirklich Information ist. Ich persönlich sehe den Zusammenhang da, wo man durchaus annehmen kann, dass jede Veränderung eines Urzustandes auch immer nachvollzogen werden kann, weil es Änderungen verursacht, die kodiert und damit gelesen werden können. Halbwertzeit oder auch Formation von chemischen Verbindungen lassen eindeutige Schlüsse auf Ereignisse oder Bedingungen zu und sind daher informative Zeugen der Vergangenheit.

Für philosophisch halte ich die Trennung von Daten und Information deshalb, weil Daten bei richtigem Verständnis gleichzeitig Information sind und Information auch immer Daten voraussetzt. Ist die rote Ampel nun Information oder nur ein Datensatz, den es zu interpretieren gilt? Für uns Menschen ist es so selbstverständlich, dass es bereits Information ist. Ein Außerirdischer muss sich den Kontext ansehen und dann den richtigen Schluss ziehen und damit Daten zu Information verarbeiten.

Daher liegt für mich der Schluss nahe, dass alles direkt vor uns liegt und wir es eben nur nicht verstehen. Hunde und Katzen wie auch andere Tiere haben ein Spektrum, das zuweilen weit über das unsere hinaus geht und sie verstehen Zusammenhänge, die wir nicht einmal erahnen. Kommunikation von Elefanten oder Delfinen ist nur ein Beispiel. So erinnere ich mich auch an einen Satz in einer Dokumentation des National Geographic: "Der Tiger versteht das Verhalten der Menschen ausgesprochen gut, nur wir sind im Verständnis des Tigers noch ganz am Anfang."

Sendet nun unser Verhalten Informationen aus, die der Tiger versteht oder sind es nur Daten. Ich glaube, dass diese Frage nicht zu klären ist.
louiz30
Vielleicht ein kleines Beispiel:

"Gerade mal zwei Prozent der DNA-Sequenzen, aus denen die Chromosomen aufgebaut sind, kodieren unsere schätzungsweise 30 000 Gene. Den Irrtum, dass jede Körperzelle folglich 98 Prozent nichts sagende DNA-Sequenzen beinhalten müsste, durchschaute die Wissenschaft erst nach einiger Zeit. Aber was wenn nicht Gene könnte das Genom noch kodieren?"

Ganzer Artikel: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/948072
oui
Zitat:
Original von Exebeche
Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an den rotierenden Eimer in einem vollständig leeren Universum, und die Frage wie sich das Wasser darin verhielte. Ernst Mach hatte dazu geäußert, wenn das Universum vollständig leer ist, dann gibt es kein Universum, also kein Bezugssystem, ergo keine Rotation.
Der Eimer kann nur rotieren, wenn es irgendeinen Bezugspunkt in dem Universum gibt, sei es auch nur ein einziges Elektron, das milliarden Lichtjahre entfernt ist.

Mhm, mir ist das Beispiel mit dem Wassereimer nicht bekannt und ich habe eine andere Ansicht dazu als Mach:
Wenn kein Universum vorhanden ist, gibt es immerhin ein anderes Bezugssystem: Das von Wasser und Eimer. Für das Wasser ist sozusagen der Eimer der Bezug (oder: Für das Wasser ist der Eimer das "Universum".) Also kann eine Aussage über Rotation getroffen werden, denn vorher hast Du ja diese Voraussetzungen gegeben:
Zitat:
"Information ist der Zustand einer Sache in Relation zu seiner Umwelt."
Wobei die Umwelt ein jedes Relationsgefüge sein kann.

Ohne Universum ändert sich das 'Relationsgefüge, heißt jetzt also : Eimer und Wasser, welche ein Bezugssystem darstellen, über das auch dementsprechende Aussagen getroffen werden können.

Zitat:
Auf diese Weise ist Information physikalisch und die dritte Größe im Universum.

Nein, wir interpretieren ja diese Bezugssysteme. Ein Bezugssystem besteht aus Daten: Die Zeit vergeht auf der Erde soundso schnell. Oben beim Satelliten vergeht die Zeit noch schneller. Diese Differenz (Daten)interpretieren wir und stellen fest: Au weia, dann muss das GPS ja dementsprechend eingestellt werden, sonst stimmen die Entfernungen nicht mehr! Allein eine Differenz sagt nulla aus, wir müssen was draus machen, was auch schon das Wort "Information" beinhaltet: lat., von informatum esse: als Idee vorhanden sein; im Geiste sich vorstellen; sich denken.
Archibald
Zitat:
Original von oui.........................
Mhm, mir ist das Beispiel mit dem Wassereimer nicht bekannt und ich habe eine andere Ansicht dazu als Mach:
Wenn kein Universum vorhanden ist, gibt es immerhin ein anderes Bezugssystem: Das von Wasser und Eimer. Für das Wasser ist sozusagen der Eimer der Bezug (oder: Für das Wasser ist der Eimer das "Universum".) Also kann eine Aussage über Rotation getroffen werden, denn vorher hast Du ja diese Voraussetzungen gegeben:
[quote] "Information ist der Zustand einer Sache in Relation zu seiner Umwelt."
....................


@ oui:

Wenn sich der Eimer zusammen mit dem Wasser dreht, erübrigt sich die Bezugspunktrelation zwischen Eimer und Wasser.
oui
Inwiefern?
Wasser und Eimer 'drehen' sich doch nicht genau gleich, sie haben doch unterschiedliche Dichte und was weiß ich noch alles unterschiedliche.
Exebeche
Faszinierend.
Sehr einleuchtend, Oui.
Archibald hat einerseits recht:
Er bezieht sich auf eine Rotation in Relation zum Universum.
Die Rotation im Universum, wenn sich der Eimer in Relation zum umliegenden Universum dreht, hat zur Folge, dass sich Wasser und Eimer gleichermaßen schnell drehen.
Es gibt also keine Bewegung im Eimer, und somit keine Rotation.
Andererseits hast du auch recht.
Du hingegen beziehst dich auf eine Rotation in Relation zum Mittelpunkt des Eimers. Der Rand des Eimers rotiert schneller als der Mittelpunkt. In diesem Fall gibt es eine Bewegung.
Exebeche
Aber zurück zur Information

Zitat:
Original von louiz30
Für philosophisch halte ich die Trennung von Daten und Information deshalb, weil Daten bei richtigem Verständnis gleichzeitig Information sind und Information auch immer Daten voraussetzt. Ist die rote Ampel nun Information oder nur ein Datensatz, den es zu interpretieren gilt?

Ich konnte noch nicht weiter lernen, was die relationale Informationstheorie dazu zu sagen hat, aber die von dir angesprochene Problematik ist meines Erachtens sehr relevant.
Man könnte sagen: Alles enthält Daten. Und Daten sind potentielle Information. Auch der Begriff "potentielle Information" ist übrigens ein Terminus, den Leute geprägt haben, die versuchen Information zu definieren.
Die Physik macht diese Unterscheidung nicht. Für die Physik gibt es nur Information. Ein Teilchen, das auf ein anderes Teilchen trifft tauscht mit diesem Information aus. Etwa so wie zwei Billiardkugeln, die aufeinanderprallen, sie übernehmen einen Teil der Information des anderen, indem sie ihren Zustand ändern bezüglich Richtung, Geschwindigkeit (also auch Energie...), Rotationsachse... Für die Physik ist das bereits Information.
Hier gibt es keinen, der etwas verstehen will.
Ist die Frage: Kann man das als Information bezeichnen, wenn keiner da ist, der es interpretiert? Ich denke schon. Wie Du schon mal an anderer Stelle gesagt hast, kann man eine Menge Information aus den Jahreslinien eines Baumes lesen. Wissenschaftler ziehen atemberaubende Erkenntnisse über die Ökosphäre aus den Schichten des arktischen Eises.
Aber wird es wirklich erst zur Information wenn es gelesen wird? Was ist denn lesen?
Die Sonnenblume hat kein Potential zum Verstehen, aber das Sonnenlicht ist eine Information, nach der sie sich den Hals verrenkt. (Kennt das noch jemand hier? Eine Sonnenblume verdreht sichtbar ihre Zellstruktur, das sieht aus wie bei einem Hals.)
Sie tut das, weil die Sonne eine chemische Reaktion in ihr auslöst, die vergleichbar ist mit dem, was bei uns essen wäre. Eine chemische Reaktion ist ebenfalls die Reaktion auf eine Information. Ein Sonnenstrahl, ein Funke, eine Säure, jede Reaktion ist eine Reaktion auf eine Information. Und letztlich spielt sich das auf atomarer und submolekularer Ebene ab, wir können also das was die Physik als Information bezeichnet nicht einfach als etwas ganz anderes hinstellen.
Wir tun ja nichts anderes als die Sonnenblume, wenn wir essen.
Insofern stimmt es schon: Jeder Datenpartikel ist bereits Information.
Deshalb versteht sich die relationale Informationstheorie nicht als Ablöser der Informationstheorie von Shannon, sondern lediglich als Ergänzung.
Die Sichtweise Shannons, die jedes Bit als Information betrachtet ist prinzipiell richtig.
Die relationale Informationstheorie trägt eben der Tatsache Rechnung, dass es darüber hinaus noch eine andere Ebene der Information gibt, nämlich eine semantische.
Ich bräuchte ein bisschen Muse, um mich da weiter reinzulesen, aber ich glaube diese Problematik hat hier schon einige Diskussionen in Atem gehalten, und das dürfte noch sehr spannend werden.

Soweit schon mal vielen Dank für euer Interesse und eure Beiträge.
oui
Zitat:
Original von Exebeche
Faszinierend.
Sehr einleuchtend, Oui.
Archibald hat einerseits recht:
Er bezieht sich auf eine Rotation in Relation zum Universum.
Die Rotation im Universum, wenn sich der Eimer in Relation zum umliegenden Universum dreht, hat zur Folge, dass sich Wasser und Eimer gleichermaßen schnell drehen.
Es gibt also keine Bewegung im Eimer, und somit keine Rotation.
Das stimmt m.E. nicht, da Du als Voraussetzung ja geschrieben hast, dass das Universum vollständig leer ist. Also ist es kein Universum mehr, da ein Weltall ohne Welt kein Weltall mehr ist, genauso wie ein Meer ohne Wasser kein Meer ist.
Stephen Hawking hat einmal gesagt, dass ca. 40 physikal. Kräfte das Weltall am Laufen halten, würde nur eine Kraft davon fehlen, würde das ganze System zusammenbrechen. Wenn das Universum nun vollständig leer ist, wirkt sich das dementsprechend aus, wir können nicht mehr wie selbstverständlich davon ausgehen, dass 'alles leer' genauso funktioniert wie voll.
Also kann Archibald sein Bezugssystem vergessen.
Exebeche
winken
Das mag schon sein. Ich kann allerdings eines gleich vorhersagen:
Da das Eimerproblem zunächst Newton, und dann Leute wie Mach, aber darüberhinaus ganze Zünfte von Physikern beschäftigt hat (auch nach Einstein noch), würde es den Rahmen dieses Forums sprengen, wenn ihr die Problematik hier komplett durchdiskutiert.
oui
Wiebitte - so alt ist so ein simpel anmutendes Eimer-Problem?
OK - dann weiter im Thread-Thema. smile

PS: Ich habe geguugelt, das Experiment steht auch bei Wiki, allerdings mal mit leerem Universum und mal mit vollem U.
Warum hast Du als Beispiel ein vollständig leeres Universum genommen?
Na ja, der Witz ist, dass ich nicht weiß, was meine Lösung als Folge bzw. als physikal. Schlussfolgerung bedeutet. Mhm...ein anderes Mal.
Und: Archie´s Darstellung ist dann für das volle Universum OK.
Gute Nacht.
Exebeche
Zitat:
Original von oui
Warum hast Du als Beispiel ein vollständig leeres Universum genommen?

Das leere Universum habe ich gewählt, weil es zur Informationsthematik passt.
Ich sagte ja "Information ist der Zustand einer Sache in Relation zu seiner Umwelt".
Wenn das Universum leer ist, könnte man argumentieren, dass es trotzdem noch da ist.
Aber der Informationsaspekt zeigt, dass es nicht da ist.
Wenn da nichts existiert, wozu der Eimer in Bezug gesetzt werden kann, ist das System ohne Information. Deshalb gibt es das Universum nicht.
Das zeigt wie existentiell Information für das Universum ist.
Kein Bezug - Keine Information - Kein Universum.
Das ist übrigens auch interessant in Hinsicht auf Einsteins Relativitätstheorie.
Er hat sie ja eigentlich lieber Invarianztheorie genannt.
Seine Theorie dreht sich letztlich nicht um Relativität, sondern um die Invarianz von bestimmten Größen in dem System Universum.
Nun ist die Definition von "Invarianz" eng verbunden mit dem Begriff "Bezugssystem".
Vielleicht wäre es interessant, was dabei herauskommt wenn man den Informationsbegriff in diese Theorie einbaut.
Ich meine: Einstein sagte ja so etwas wie "A und B sind invariant".
Das müsste ja etwas aussagen bezüglich "das System enthält keine Information zu A oder B. " oder nur zu A aber nicht zu B.
So oder so ähnlich.
Vielleicht sagt es am Ende sogar etwas darüber weshalb wir nicht mehr als eine Information über ein Teilchen kriegen können. (Heissenberg) .
oui
Zitat:
Original von Exebeche
Das leere Universum habe ich gewählt, weil es zur Informationsthematik passt.
Ich sagte ja "Information ist der Zustand einer Sache in Relation zu seiner Umwelt".
Wenn das Universum leer ist, könnte man argumentieren, dass es trotzdem noch da ist.
Aber der Informationsaspekt zeigt, dass es nicht da ist.

Nicht unbedingt.
Das kann auch Definition aufzeigen: Ein Weltall ist ohne Welt kein All, so wie ein Meer ohne Wasser kein Meer ist.

Zitat:
Wenn da nichts existiert, wozu der Eimer in Bezug gesetzt werden kann, ist das System ohne Information.

Es kann auch etwas mit einem 'nichts' in Bezug gesetzt werden, das hat Einstein mit der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum aufgezeigt.
louiz30
Nun scheint der Eimer ja eine besondere Anziehungskraft in diesem Forum zu haben und doch geht es ja irgendwie um Information und Daten. Abgesehen davon besteht der Eimer ja auch aus Teilchen und diese tragen wieder Informationen in sich. Also gibt es auch da einen Bezug und Informationen. Aber: bringen diese ohnehin nicht vorhandenen Situationen wirklich etwas, um diese Thematik zu diskutieren?

Die Wissenschaft beschäftigt sich gerne mit den "was wäre wenn" Scenarios. Aber es gibt ein Universum, darin gelten Gesetze und damit haben wir einen Eimer mit Bezugspunkten. Also, lassen wir doch einmal die Kirche im Dorf und reden von unserem Universum.

Nur so als Idee ...
Exebeche
Ja, das stimmt.
Exebeche
Zitat:
Original von louiz30
Ist die rote Ampel nun Information oder nur ein Datensatz, den es zu interpretieren gilt? Für uns Menschen ist es so selbstverständlich, dass es bereits Information ist. Ein Außerirdischer muss sich den Kontext ansehen und dann den richtigen Schluss ziehen und damit Daten zu Information verarbeiten.
Daher liegt für mich der Schluss nahe, dass alles direkt vor uns liegt und wir es eben nur nicht verstehen.

Ich denke es ist wie du weiter oben sagst von der Definition abhängig.
Nach Shannon wäre die Ampel in jedem Fall Information, auch wenn Du so etwas noch nie gesehen hast. Er betrachtet aber Information auf unterstem Level. Als reine Bits. Wie gesagt, das scheint für Technik gut zu funktionieren.
Er ignoriert eben die Tatsache, dass Information wohl unterschiedliche Qualitäten haben kann.
Es wirft für mich eindeutig Probleme auf, weil seine Methode die Bits zu zählen bei der DNA nicht mehr greifen kann.
Die Information die aus der DNA extrahiert wird ist ja ein vielfach zigfaches von den Bits, die in so einem Molekül stecken.
Ich meine: Messbar.
Das zeigt ja :
Information ist nicht gleich Information.
(Fügt sich nahtlos ein in "Information ist Information, weder Energie noch Materie. Und Information ist nicht gleich Information.")
Zumindest das können wir über ihr Wesen schon mal sagen.
Noch etwas über ihr Wesen:
Als nächstes wäre hinzuzufügen, dass Information zwar weder Energie noch Materie ist, allerdings immer in Verbindung mit einem von beiden auftritt.
Dabei wäre noch interessant zu wissen ob es eigentlich so etwas wie den Energieerhaltungssatz auch für Information gibt.
Exebeche
Ich muss zugeben, dass ich den eingangs zitierten Text über relationale Informationstheorie überschätzt habe.
Überfliegt man das dort zum Download angebotene Manuskript an einigen Stellen, wirkt der Text fundiert, aber bei genauerem Studium stellt man fest, dass sich der Autor zu einfach selbst bestätigt.
Zwar tut er das auf hohem Niveau, aber einem wissenschaftlichen Anspruch kann es nicht genügen. Dennoch sind seine Grundgedanken und auch einige der Ausführungen eine genauere Betrachtung wert.

Gibt es eigentlich eine allgemein anerkannte physikalische Definition von Information?
Eine konsistente?
Mir ist nichts bekannt.