Information

Archibald
@ oui:

Ohne Bezugssystem von aussen lässt sich gar nicht sagen, dass sich Eimer oder Wasser überhaupt drehen.
Es kann sich vielleicht der Eimer gegenüber dem Wasser, oder aber, das Wasser gegenüber dem Eimer drehen, aber, was dreht sich denn nun wirklich?
louiz30
Jede Drehung erzeugt Kräfte, wenngleich auch im Zweifel sehr geringe Kräfte, aber es müßte durchaus möglich sein, diese Drehung auf der Ebene der kleinsten Teile nachzuvollziehen. Von außen betrachtet ist diese Drehung zwar mangels eines Bezugssystems nicht zu erkennen, aber die Atome oder Quanten "wissen" sicherlich, dass sie sich in eine Richtung drehen. Klarer wird dies vielleicht, wenn sich der Eimer extrem schnell dreht und daher Teile nach außen gedrängt werden. Nur weil wir es nicht sehen oder begreifen, heißt noch lange nicht, dass es nicht vorhanden ist oder dass es keine entsprechende Information des Vorgangs gibt.
Archibald
@ Louzi:

Wir nehmen nun eine achse und zwei Räder, welche auf dieser sitzen, und sich gegeneinander drehen; das eine Rad sei "A", das andere sei "B"; was dreht sich hier (ohne äusseres Bezugssystem), und, was steht hier?
Neo
Ich frag mich gerade ob es was bringt, sich dem Begriff etymologisch zu nähern.
In-Formation. Kommt das daher, dass diese mysteriöse Eigenschaft der Welt um die es hier geht, erst greifbar wird, wenn sie in eine Form (Materie, Energie) gebracht ist? Also quasi in einer Form steckt?

Oder ist das die Negation von 'Form', dass es also etwas formloses ist, etwas, was gerade NICHT an Form oder Materie gebunden ist?

Wiki sagt: "Information (lat. informare „bilden“, „eine Form geben“) " und das erinnert mich dann doch wieder stark an Platon.
louiz30
Archibald, nehmen wir mal an du bist ein kleines Quant und sitzt auf dem Rad A, dann spürst du im System des Rads A die Drehúng auch ohne ein Bezugssystem zu haben, da die Drehung Kräfte freisetzt, die du wahrnehmen kannst. Zentrifugalkraft wäre so etwas.

Wenn du die Augen schließt und man dreht dich auf den Kopf, dann brauchst du kein Bezugssystem um festzustellen, dass du auf dem Kopf stehst, da ein anderer Sinn dir dieses sagt.

Jede Bewegung oder Veränderung von Materie ist als Information immer vorhanden und kann von anderer Materie oder Energie gelesen werden.
Exebeche
Zitat:
Original von louiz30
Wenn du die Augen schließt und man dreht dich auf den Kopf, dann brauchst du kein Bezugssystem um festzustellen, dass du auf dem Kopf stehst, da ein anderer Sinn dir dieses sagt.

Achja, der Eimer.
Da Archibald das sowieso nicht so stehen lassen wird, kann ich es auch gleich vorwegnehmen:
Es ist leider ein Irrtum, dass Die Information über Deinen Zustand prinzipiell in dir selbst schon enthalten sind.
Wenn Dich jemand in den Weiten des Weltalls auf den Kopf stellst merkst du das nicht. Es fehlt ja die Schwerkraft der Erde (das Bezugssystem).
Genauso ist es mit der Zentrifugalkraft. Wenn das Weltall leer wäre, gäbe es sie einfach nicht. Deshalb gäbe es auch keine Drehung.
Aus diesem Grund habe ich in der Tat den Eimer erwähnt.
Wenn, wie du sagst ein Quäntchen auf einem Rad sitzt, das sich dreht, und das Universum ist völlig leer, keine Partikel, kein Äther, garnix, dann gibt es keine Drehung.
Erst mit dem Bezugssystem, und damit der Entstehung von Information wird eine Veränderung des Zustands möglich.
Archibald
Zitat:
Original von louiz30
Archibald, nehmen wir mal an du bist ein kleines Quant und sitzt auf dem Rad A, dann spürst du im System des Rads A die Drehúng auch ohne ein Bezugssystem zu haben.......................


@ Louiz30: Mag sein, bloss, als kleines Quant würde ich das Ganze doch auch auf dem "Rad B" genauso spüren oder aber empfinden können.....
oui
Zitat:
Original von Archibald
Es kann sich vielleicht der Eimer gegenüber dem Wasser, oder aber, das Wasser gegenüber dem Eimer drehen, aber, was dreht sich denn nun wirklich?

Mhm, da fallen mir mehrere Antworten ein:
a. Ist wohl eine Sache der Perspektive, wenn Du ein Wassertropfen wärst, hättest Du dazu eine andere Antwort, als wenn Du Eimer wärst.
b. Stell Dir vor, es wäre in dem Nicht-Universum warm. Irgendwann verdunstet das Wasser im Eimer. Anhand der Bewegung des letzten Wassertropfens auf dem Eimerboden weißt Du dann, wie der Dreh´geht.
c. Da sich nur ein Eimer mit Wasser im Nicht-Universum befindet, ist niemand anwesend, der auf solch´ eine Frage kommen würde... Zwinker

Um die Kurve zum Thema "Information" zu bekommen:
Ich denke, dass der Begriff Information häufig falsch verwendet wird. Ähnlich wie der Begriff "Atomkraft", den es so nicht gibt. "Kernkraft" ist die treffliche Bezeichnung.
Trefflicher wäre anstatt "Information" oftmals "Daten".
Exebeche
Zitat:
Original von oui
Trefflicher wäre anstatt "Information" oftmals "Daten".

Es ist letztlich natürlich eine Frage der Konventionen; worauf man sich also einigt.
Daten sind für mich erst mal etwas menschengemachtes. Etwas, das bewusst erzeugt und mit einer Absicht plaziert wurde.
Aber man kann natürlich auch sagen, dass die Ringe eines Baumes Daten enthalten, die von einem Wissenschaftler gelesen werden können.
Im ewigen Eis versucht man Daten über das Klima der Erde in der Vergangenheit auszulesen.
Das alles passt, allerdings funktioniert es nicht mehr in der Physik, wo wir z.B. einem Teilchen eine Information entlocken wollen und nie mehr als eine bekommen.
Aber es ist absolut richtig, dass man da unterscheiden muss. Mich interessiert hier vor allem Information in der einfachsten Art, deshalb denke ich viel auf dieser atomaren Ebene rum.
Archibald
Zitat:
Original von oui
[quote]Original von Archibald
a. Ist wohl eine Sache der Perspektive, wenn Du ein Wassertropfen wärst, hättest Du dazu eine andere Antwort, als wenn Du Eimer wärst.
..................


@ oui:

Warunm sagst du statt"Perspektive" nicht gleich einfach "Bezugssystem"?
Exebeche
An dem Vergleich von Gas mit der DNA zeigt sich, dass Information offensichtlich unterschiedliche Aspekte haben kann.
In der DNA liegt Information hochgradig komprimiert vor, jedoch nicht in Form von Bits, sondern in der Komplexität der Logik. In einem Gas hingegen haben die Teilchen gar keinen Bezug zueinander, kennen bei Schwerelosigkeit im Grunde nicht einmal ihr Relationsgefüge (bei vorhandener Schwerkraft ist ein Bezugssystem in Form von oben und unten gegeben). Prallen Teilchen aufeinander, tauschen sie für einen Augenblick Information über ihre Zustände aus, indem sie ihre eigenen Zustände verändern, wie zwei Billiardkugeln.
Bis zum nächsten Zusammenprall haben sie aber keine Information mehr von einander.
Anders ist es, wenn etwa zwei Wassermoleküle aufeinandertreffen und eine Wasserstoffbrücke bilden. In desem Augenblick speichern die beiden Information über den Aufenthaltsort des anderen in den Bindungselektronen. Je mehr Wassermoleküle eine Bindung eingehen, desto geordneter wird das System: Das Wasser geht in den flüssigen Zustand über.
Steht die Zunahme von Ordnung in Zusammenhang mit den Eigenschaften der Information?
Wenn ja, wie müssten wir den Vorgang korrekt beschreiben? Was ist hier geschehen? Die Elemente des Systems sind in Verbindung getreten; aber anders als bei der Kollision haben sie die Verbindung gehalten. Sie stehen in stabilem Verhältnis zueinander, sind gewissermaßen ein eigenes Relationsgefüge.
Die Information wie das Gefüge gebildet werden kann steckt natürlich in den einzelnen Atomen, wie bei einem Lego-kasten. Die Beschaffenheit der Atome legt bereits erste Regeln fest.
In den Bindungen zwischen den Atomen ist auch die Information gebunden.
Zwischen Energie, Information und Ordnung einen Zusammenhang zu suchen liegt auf der Hand, denn schon der Entropiebegriff dreht sich um diese drei Dinge, in einem System mit zunehmender Entropie geht Ordnung und Information verloren, so sagt man, wobei eben wirklich zu klären wäre, ob die Information wirklich verloren geht oder nur uns unzugänglich wird. Das wäre einleuchtend, wir können bisher Information über 10^10 Teilchen schwer ermitteln, es sei denn sie sind geordnet und verhalten sich nach bestimmten Regeln. Wenn sie brav mit Wasserstoffbrücken verbunden sind, können wir leicht abschätzen, wo sie sich aufhalten.
Ordnung hat primär mit Gleichheit zu tun, also mit Wiederholung und somit Mustern. Das ist eine Art von Ordnung. Ordnung kann aber auch durch Regulierung entstehen. Das heißt wenn die Eigenschaften der Elemente eines Systems festen Regeln unterworfen sind, sind sie determiniert und damit bestimmbar.
So kann Ordnung nicht nur räumlich sondern in jedem anderen Relationsgefüge auftreten. Der Tag- und Nachtwechsel z.B. ist mit seiner Regelmäßigkeit (schon die Begrifflichkeit) eine Ordnung. Die Information wie die Sonne die Erde in ihrer Umlaufbahn hält steckt in der Konstellation bzw. dem Aufeinanderwirken der Konstituenten.
Ähnlich einer Kugel, die im Roulettetisch rollt. Jeder Faktor bringt seine individuellen Eigenschaften, seine Information, aus der hervorgeht wie er nachher reagiert.
Im Grunde scheint mir, dass Chaos nichts anderes ist als ungebundene Information. Wenn jeder Konstituent seine Eigenschaften mit sich herumträgt und gelegentlich mit anderen Konstituenten kollidiert ohne sich mit diesen zu verbinden, und dieses Verhalten von allen Teilnehmern ausgeht, kann sich keine Ordnung herstellen.
Da wo aber die Teilnehmer zusammen wirken, zunehmend als Einheit wirken, tritt Überschaubarkeit und Vorhersagbarkeit ein.
Das kann man auch am Wetter und am Klima sehen:
Das Klima verhält sich weit geordneter als das lokale Wetter. Das lokale Wetter wird immer wieder von kleinen marodierenden Schwankungen in eine Kettenreaktion gezogen, die die ganze Wettervorhersage ins Wasser fallen lässt. Es ist ja ohnehin nicht stabil.
Das Weltklima hingegen ist ein gewaltiges System, das so viele große und kleine Kreisläufe verschiedenster Art etabliert hat, die ineinandergreifen, dass es sich von irgendwelchen Schwankungen nicht aus der Ruhe bringen lässt. (Solange die Konstituenten selbst nicht angegriffen werden.)
So bewegt(e) sich das Weltklima in geordneten Bahnen.
Wir sehen also: Ordnung ist maßgeblich davon abhängig wieviel freie (ungebundene) Information in einem System vorhanden ist.
oui
Zitat:
Original von Archibald
Warunm sagst du statt"Perspektive" nicht gleich einfach "Bezugssystem"?

Damit Du was zum Fragen hast. Zwinker
arbatel
ja und nein finde ich,
wenn ich eine Gaswolke aus 1000 Teilchen
eine Fluidwolke aus 1000 Teilchen
und eine feste Wolke aus Teilchen beobachte

dann bekomme ich jeweils eine Information pro Teilchen, also 1000 Informationen pro Wolke.
auf der anderen Seite, je geordneteter ein System ist, desto weniger muss ich bei einer Zustandsbeschreibung auf die einzelnen Teilchen eingehen.
Falls ich also schon eine feste Wolke kenn, brauch ich beim nächsten mal weniger Informationen aus ihr gewinnen.
Aber was weiss ich schon. gruebel

Ich vielleicht sagt dir Stonier eher zu als Shannon
Nach Stonier ist Information demnach eng verknüpft - nicht aber gleichbedeutend - mit Ordnung und somit ein Gegenstück zum physikalischen Begriff der Entropie. Daraus lassen sich nun Wechselwirkungen zwischen Information und Energie ableiten - und so findet Information als ein mit Materie und Energie gleichrangiges Strukturelement des Universums Eingang in die Physik.
louiz30
Exebeche, hast du schon mal daran gedacht, dass diese Bezugssysteme ziemlicher Quark sind und es so etwas wie oben und unten genau so wenig gibt wie die Zeit? Das sind alles menschliche Krücken, um sich in diesem Universum zurecht zu finden. Selbst mit Bezugssystem hast du eben nur ein relatives oben oder unten - was also soll der ganze Aufwand?
Neo
Zitat:
Original von louiz30
Exebeche, hast du schon mal daran gedacht, dass diese Bezugssysteme ziemlicher Quark sind und es so etwas wie oben und unten genau so wenig gibt wie die Zeit? Das sind alles menschliche Krücken, um sich in diesem Universum zurecht zu finden.

Verstandeskategorien (Kant) die uns angeboren sind, und die die Grundpfeiler unseres Denkens sind. An die wir von Geburt an gekettet sind, ob wir wollen oder nicht.

Exe wird nicht drum herumkommen, diese als Nullpunkt, als Basis, quasi als letzte Wahrheit deklarieren zu müssen, wenn er sich mit seinen Aussagen immer wieder auf den Verstand und dessen Schlußfolgerungen beruft. Ansonsten wäre alles gesagte nur Seifenblasen (etwas das man mir immer mal wieder so gerne ankreidet Zwinker )
Exebeche
Es stellt sich immer wieder mal heraus, dass irgendwelche menschlichen Begriffe Krücken sind, die von etwas handeln, was es objektiv nicht gibt.
Das drastischste Beispiel dürften hier Raum und Zeit sein, von denen uns Einstein beigebracht hat, dass es sich mitnichten um zwei unterschiedliche Dinge handelt, sondern die beiden untrennbar verbunden sind, ganz so wie man die Dimension der Fläche nicht einfach aus dem Raum heraustrennen kann.
Auch bei diesem Thema hier dämmert mir irgenwie, dass der Begriff Ordnung eine Kategorie bezeichnet, mit der der menschliche Geist eine Linie zu ziehen versucht, die es garnicht gibt. Die Gegensätze Ordnung und Unordnung sind womöglich genau so fiktiv wie warm und kalt.
Es gibt 0 Grad Celsius und drüber, aber da ist kein negativer Bereich in der Realität.
So ist es womöglich auch mit Ordnung, womöglich gibt es nur mehr oder weniger gebundene Information.
Achja, das was du da gefunden hast, dass es weder unten noch oben gibt, gehört natürlich auch dazu. Es ist Unsinn von unten und oben zu sprechen, wenn man das Universum betrachtet, diese Kategorie existiert nur für unseren begrenzten Wahrnehmungsrahmen.
Allerdings lässt sich das alles durchaus verstandesmäßig erfassen, und vor allem lässt es sich beschreiben.
Es lässt sich genau eingrenzen, wo wir uns irren, und wenn wir es verstehen, haben wir wieder ein Stückchen mehr von der Welt verstanden. Und das ist ja einer der Wünsche der Philosophie: Die Welt verstehen.
Ich finde es aber ehrlich gesagt kontraproduktiv, und ich werde es gerne wiederholen, wenn man die Objektivierung und Relativierung wahllos betreibt.
Wohlgemerkt: Ich habe nichts gegen Objektivierung und Relativierung, nur wahllos sollte sie nicht sein.
Man kann sich auf viele Ebenen zurückziehen und sagen "Das ist doch sowieso Schall und Rauch." Aber dann muss es in diesem Zusammenhang einen Sinn haben, sich auf diese Ebene zu begeben.
Normalerweise drücken wir uns auf nicht relativierte Weise aus, weil wir uns dann besser verstehen. Wollte man versuchen es jedem recht zu machen dürfte man selbst einfache Worte wie das "mein" nicht mehr benutzen.
Sicher wirst du das Wörtchen "mein" in folgendem Satz problemlos ausfindig machen können:

Als eine Strahlung mit einer Wellenlänge von ungefähr 500 Nanometern aus Richtung des Verkehrsleitsystems auf meine Retina traf, war die Folge eine konditionierte Reaktion die ein neuronales Signal an meinen Fuß übermittelte, welcher eine negative Beschleunigung einleitete, die ein getötetes Exemplar der Art Gallus Gallus, an dem ich mir aufgrund gesellschaftlicher Konventionen mittels abstrakter Tauschverfahren die gesellschaftliche Legitimation des Verzehrs erworben hatte, zu einer Bewegung Richtung Erdmittelpunkt zwang.

Das heißt:
Mein Hähnchen fiel runter, weil ich wegen der roten Ampel bremsen musste.

Insofern also: In einem bestimmten Kontext macht "oben und unten" Sinn, von einer objektiveren Warte aus betrachtet nicht.
"Oben und unten" deshalb aus dem Sprachgebrauch zu entfernen macht meines Erachtens garkeinen Sinn.
Und das mit der Zeit würde mich noch interessieren, was das heißt, inwiefern ist Zeit Quark?
Exebeche
Zitat:
Original von arbatel
dann bekomme ich jeweils eine Information pro Teilchen, also 1000 Informationen pro Wolke.

Das ist eine gute Frage. Theoretisch trägt ein Elektron Eigenschaften wie Spin, Impuls, Ort ... also mehrere.
Dank Heisenberg können wir aber nie mehr als eine Information rausziehen. Kennen wir z.B. den Ort wo es sich aufhält, müssen wir auf die Information über Spin und Impuls verzichten. Es lässt sich nicht mehr entreißen, und das liegt nicht an unseren Verfahren, sondern liegt scheinbar in der Natur dieser Teilchen.
Zitat:
Original von arbatel
auf der anderen Seite, je geordneteter ein System ist, desto weniger muss ich bei einer Zustandsbeschreibung auf die einzelnen Teilchen eingehen.

Genau, angenommen Wassermoleküle hätten als Single über ihre Elektronen 42 potentielle Informationen, rein fiktiv ... wenn sie sich aneinanderlagern, eine Wasserstoffbrücke bilden, hat dann jedes Molekül 43 Informationen, oder hat nur eine Information sich geändert in dem Sinne, dass ein Elektron sich örtlich festgelegt hat?
Ich vermute, dass die Menge an Information genau gleich bleibt, und lediglich die Information selbst sich ändert, also die Konstellation. Durch die entstehende Ordnung haben wir als Betrachter natürlich mehr Information, weil wir wissen wo sich das flüssige Wasser sammelt, im Sinne von Shannon nimmt die Ungewissheit ab.
Stonier war ein sehr guter Tip, vielen Dank, ich denke ich werde ihn mir bestellen (witzig: Gebraucht ist er teuerer als neu, und neu ist er nicht verfügbar);
louiz30
Exebeche, auch wenn ich dir in vielem oder gar allem, was du da geschrieben hast zustimmen kann, so fehlt mir hier eben doch der nächste Schritt. Aber zunächst zu deinen offenen Fragen, die dann auch gleich in meiner Antwort den nächsten Schritt zu beschreiben versuchen.

Zeit ist nicht existent und damit auch nicht von Bedeutung. Auch Einstein hat damit so sein Problem gehabt und wenn man mal davon ausgeht, dass Zeit für jeden und jedes im Universum eine andere ist, dann kann man unschwer davon ausgehen, dass Zeit eben kein allgemeingültiger Begriff und schon gar keine Größe ist, mit der man rechnen sollte.

Nun, wir nutzen aber die Zeit ganz gut und ohne sie wäre vieles schwerer. Da sind wir nun beim Thema. Sicherlich sollten wir sowohl die Zeit als auch alles damit verbundene in unserem Alltag beibehalten, da es für uns in diesem Alltag einen Sinn macht und hilfreich ist. Die Unterschiede deiner Zeit und meiner Zeit sind ohnehin so gering, dass wir es vernachlässigen können. Und genau deshalb, weil man diese Ungenauigkeit vernachlässigen kann, ist die Zeit im Alltag auch brauchbar.

Das macht die Zeit aber nicht zur allgemeinen Größe und schon gar nicht zu einem Faktor im Universum. Zeit verändert nichts, beeinflusst nichts, wird nicht erzeugt und alles funktioniert auch ohne sie. Ergo: es gibt sie schlicht nicht und daher ist auch die menschliche Vorstellung von Unendlichkeit eine künstliche, da es ja eben keine Zeit gibt.

Betrachtet man nun die Dinge in einer übergeordneten Form, dann darf man einfach so etwas wie Raum und Zeit nicht ins Kalkül ziehen, da diese beiden Begriffe einfach für sich genommen nicht existent sind, sondern immer nur dann entstehen können, wenn andere oder anderes zuvor etwas gemacht haben. Deshalb macht auch in dieser Betrachtung "oben" oder "unten" keinen Sinn, da es beides nicht gibt.

Daher wird hier nichts relativiert oder objektiviert. Zwar lernen viele die Gesetze der Physik, ignorieren jedoch die feinen Bemerkungen, dass manches keine objektiv existente Größe ist. Will man sich aber eine Antwort in diesem Universum nach dem "Warum" suchen, dann muss man einfach die Dinge zumindest im Versuch auf einen kleinen oder besser den kleinsten Nenner bringen. Insofern mein Einwurf mit der Materie, die letztlich nur Energie ist. Leitet sich die Materie von Energie ab, dann ist auch davon auszugehen, dass Informationen von der Energie zur Materie fließen und damit die Energie in den Mittelpunkt des Geschehens rückt und nicht unbedingt die Materie.

Vielleicht widmet man sich bei der Frage der Information einfach auch mal dem Gedanken, warum das Universum so ist, wie es ist. Meine bescheidene Antwort wäre da, weil es genau so sein soll und dieses Design eben als Information genau so in der Energie abgelegt ist. Ist doch komisch, dass in der Natur immer alles genau zusammen passt. Da gibt es Energie, die wird zu Teilchen, die klumpen sich zu Brocken zusammen, die ergeben Sterne und Planeten, dann gibt es Supernovae, die produzieren Elemente, die wiederum .... und am Ende dieses "Zufalls" steht der Exebeche und schreibt im Forum.

Also, wiederum als meine bescheidene Ansicht: wenn das Zufall ist, dann finde ich Zufall etwas extrem Intelligentes.
Exebeche
Zitat:
Original von louiz30
Zeit ist nicht existent und damit auch nicht von Bedeutung. Auch Einstein hat damit so sein Problem gehabt

Dass Einstein so seine Probleme damit hatte, kann ich mir vorstellen, der musste sie ja in Relation zu Entfernung, Energie und Masse setzen. Und nachher noch mit der Gravitation.
Aber ich muss zugeben, dass Zeit nicht existent sei, habe ich hier und jetzt zum ersten mal gelesen.
Ich kann es auch noch nicht ganz nachvollziehen. Von einem materialistischen oder positivistischen Standpunkt aus gesehen könnte man sagen es hätte noch nie jemand einen greifbaren Beweis für die Existenz der Zeit erbracht. Das heißt für mich, dass sie etwas Abstraktes ist, aber nicht, dass sie nicht existiert.

Zitat:
Original von louiz30
Die Unterschiede deiner Zeit und meiner Zeit sind ohnehin so gering, dass wir es vernachlässigen können. Und genau deshalb, weil man diese Ungenauigkeit vernachlässigen kann, ist die Zeit im Alltag auch brauchbar.
Das macht die Zeit aber nicht zur allgemeinen Größe und schon gar nicht zu einem Faktor im Universum.

Du sagst also Zeit ist kein Faktor im Universum, weil sie für jeden anders vergeht. Für uns seien diese Unterschiede zwar nicht wahrnehmbar, weil zu klein, aber dennoch vorhanden, deshalb sei sie keine allgemeine Größe. Du meinst keine FESTE Größe. Keine allgemeingültige.
Schön, keine allgemeingültige Größe. Aber eine sehr maßgebliche eben doch. Aus den Formeln der Physik ist sie nicht wegzudenken. Das ist ja schließlich kein Blendwerk, die Physik.

Zitat:
Original von louiz30
Zeit verändert nichts, beeinflusst nichts, wird nicht erzeugt und alles funktioniert auch ohne sie. Ergo: es gibt sie schlicht nicht und daher ist auch die menschliche Vorstellung von Unendlichkeit eine künstliche, da es ja eben keine Zeit gibt.

Das behauptest Du so. Wenn es Zeit nicht gäbe wäre die Realität ein Standbild. Und Raum und Zeit MUSS man in Betracht ziehen. Es fällt mir wirklich schwer zu verstehen wie man Raum und Zeit für nicht existent halten kann. Einstein hat mitnichten gezeigt, dass sie eine Illusion wären. Er hat gezeigt, dass sie invariant sind, also aus unterschiedlicher Perspektive nur unterschiedlich aussehen, aber nicht sind.

Zitat:
Original von louiz30
Also, wiederum als meine bescheidene Ansicht: wenn das Zufall ist, dann finde ich Zufall etwas extrem Intelligentes.

Zufall würde ich das nicht nennen.
Ich bin der Meinung, dass das Entstehen von Leben eine Ausdrucksform von Intelligenz ist.
Exebeche
@Oui Ich denke in den zwei folgenden Definitionen spiegelt sich auch noch mal das Dilemma, das Du mit den Daten angesprochen hattest. Mit Daten meinst Du wahrscheinlich das, was hier im traditionellen definiert wird, oder?


Traditioneller Informationsbegriff
"Information ist eine Mitteilung, die einem wahrnehmenden Lebewesen eine Bedeutung vermittelt. Sie stammt nicht unbedingt von einem Lebewesen, sondern kann von der unbelebten Natur oder der Technik erzeugt worden sein. Das wahrnehmende Lebewesen nutzt seine Sinnesorgane zur Aufnahme und sein Nervensystem zur Verarbeitung der Mitteilung."
In diesem Sinne enthält eine Landkarte Information. Ein Mensch, der sie liest, organisiert sein Handeln entsprechend den Vorgaben der Karte.

Moderner Informationsbegriff
"Information ist ein Signal, das eine bestimmte Organisation eines Systems ermöglicht. Die Erzeugung, Übertragung und Verarbeitung des Signals ist nicht an die Beteiligung wahrnehmender Lebewesen gebunden."
Der Informationsbegriff ist auf alle Systeme verallgemeinert, die organisierende Signale empfangen und verarbeiten können.