Phantom
Ich habe eine Frage zum Freiheitsbegriff Kants:
Ein Forscher wie Galilei hat –nach einigen Beobachtungen der Natur- spontan Ideen, und prüft durch Experimente ob sich das Denken in der Anschauung bewährt:
„Erst nachdem das Experiment gezeigt hatte, dass sein Einfall mit dem Naturgeschehen im Einklang stand, war auch erwiesen, dass Natur mit sich selbst im Einklang stand, als sie den genialen Forscher erzeugte und seine Annahme gewissermaßen ‚inspirierte’. Erst die Durchführbarkeit der Regel bestätigt den Entwurf –der in diesem Falle nichtsdestoweniger a priori schöpferischen Charakter trug!“ (Die Europäische Philosophie von den Anfängen bis zur Gegenwart, S.669)
Ich verstehe inwieweit der „Entwurf“ des solcherart Forschenden (d.h. eigentlich jedes seine Welt erklären-wollenden Menschen) ein kreativer Akt ist den man gewissermaßen autonom nennen könnte und der von vorhergehenden Beobachtungen lediglich angeregt sein kann.
Das Weltbild einer jeden Person entsteht und entwickelt sich einem Akt der Selbstorganisation.
Muss es ja auch, da das Gehirn selbstreferentielles arbeitet.
So weit so konstruktivistisch.
Womit ich momentan meine Verständnisprobleme habe ist der Begriff der "Spontaneität":
Erklärt Kant es für unmöglich, dass beispielsweise ein Neurologe die Ursache der neuronalen Grundlage einer „spontanen Entscheidung“ einer anderen Person identifiziert und eine solche Entscheidung damit vorhersagen und herbeiführen könnte?
Falls ja: Wieso sollte ein kreativer Akt, prinzipiell unerklärbar sein?
Oder geht es Kant lediglich darum, festzuhalten, dass Entscheidungen objektiv determiniert sind, sich aber subjektiv frei anfühlen? (was einem kompatibilistischen Freiheitsverständnis entsprechen würde und mir einleuchtend schiene)
Daran dass eine unerklärbare immaterielle Seele die unerklärbare Spontaneität verursachen könnte scheint er mir auch nicht geglaubt zu haben:
Die gesamte bisherige Seelen-Lehre schien Kant ja auf Paralogismen beruht zu haben, insofern als „von der Möglichkeit des Begriffs ‚Ich denke’ auf ein immaterielles, substantiales, persönliches Wesen geschlossen wurde, dem man außerdem noch Einfachheit und Unsterblichkeit zusprach.’ Für den kritischen Philosophen hat der Begriff ‚Seele’ nur die formale Bedeutung eines logischen Subjekts, das nie Prädikat sein kann, sondern sich lediglich prädizierend verhält. An die Stelle des substantialen Seelenbegriffs tritt der Begriff der Synthesis. ‚Ich als denkend bin ein Gegenstand des inneren Sinnes und heiße Seele.’ Die Seele ist also Produkt, nicht Ursprung der Vorstellung“ (Die Europäische Philosophie von den Anfängen bis zur Gegenwart, S.667)
Also warum sollte Spontaneität unerklärbar sein?
Bzw. wenn sie es schlicht per Definitionem sein sollte: Wieso sollte die Vernunft zu Spontanleistungen fähig sein (müssen)?
Ein Forscher wie Galilei hat –nach einigen Beobachtungen der Natur- spontan Ideen, und prüft durch Experimente ob sich das Denken in der Anschauung bewährt:
„Erst nachdem das Experiment gezeigt hatte, dass sein Einfall mit dem Naturgeschehen im Einklang stand, war auch erwiesen, dass Natur mit sich selbst im Einklang stand, als sie den genialen Forscher erzeugte und seine Annahme gewissermaßen ‚inspirierte’. Erst die Durchführbarkeit der Regel bestätigt den Entwurf –der in diesem Falle nichtsdestoweniger a priori schöpferischen Charakter trug!“ (Die Europäische Philosophie von den Anfängen bis zur Gegenwart, S.669)
Ich verstehe inwieweit der „Entwurf“ des solcherart Forschenden (d.h. eigentlich jedes seine Welt erklären-wollenden Menschen) ein kreativer Akt ist den man gewissermaßen autonom nennen könnte und der von vorhergehenden Beobachtungen lediglich angeregt sein kann.
Das Weltbild einer jeden Person entsteht und entwickelt sich einem Akt der Selbstorganisation.
Muss es ja auch, da das Gehirn selbstreferentielles arbeitet.
So weit so konstruktivistisch.
Womit ich momentan meine Verständnisprobleme habe ist der Begriff der "Spontaneität":
Erklärt Kant es für unmöglich, dass beispielsweise ein Neurologe die Ursache der neuronalen Grundlage einer „spontanen Entscheidung“ einer anderen Person identifiziert und eine solche Entscheidung damit vorhersagen und herbeiführen könnte?
Falls ja: Wieso sollte ein kreativer Akt, prinzipiell unerklärbar sein?
Oder geht es Kant lediglich darum, festzuhalten, dass Entscheidungen objektiv determiniert sind, sich aber subjektiv frei anfühlen? (was einem kompatibilistischen Freiheitsverständnis entsprechen würde und mir einleuchtend schiene)
Daran dass eine unerklärbare immaterielle Seele die unerklärbare Spontaneität verursachen könnte scheint er mir auch nicht geglaubt zu haben:
Die gesamte bisherige Seelen-Lehre schien Kant ja auf Paralogismen beruht zu haben, insofern als „von der Möglichkeit des Begriffs ‚Ich denke’ auf ein immaterielles, substantiales, persönliches Wesen geschlossen wurde, dem man außerdem noch Einfachheit und Unsterblichkeit zusprach.’ Für den kritischen Philosophen hat der Begriff ‚Seele’ nur die formale Bedeutung eines logischen Subjekts, das nie Prädikat sein kann, sondern sich lediglich prädizierend verhält. An die Stelle des substantialen Seelenbegriffs tritt der Begriff der Synthesis. ‚Ich als denkend bin ein Gegenstand des inneren Sinnes und heiße Seele.’ Die Seele ist also Produkt, nicht Ursprung der Vorstellung“ (Die Europäische Philosophie von den Anfängen bis zur Gegenwart, S.667)
Also warum sollte Spontaneität unerklärbar sein?
Bzw. wenn sie es schlicht per Definitionem sein sollte: Wieso sollte die Vernunft zu Spontanleistungen fähig sein (müssen)?