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Original von mark
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Original von -Soso-
Alle 24 gültigen Schlussmodi der aristotelischen Syllogistik sind auch in der Prädikatenlogik gültig. Schlussmodus barbara etwa, also
Alle M sind P.
Alle S sind M.
Alle S sind P.
ist gültig, weil es keine uniforme Einsetzung für „S“, „M“ und „P“ gibt, sodass die Prämissen wahr und die Konklusion falsch wird. Dasselbe sagt, in etwas technischerer Form, auch die Prädikatenlogik: Jedes Modell, das ein Modell von „alles, was M ist, ist P“ und „alles, was S ist, ist M“ ist, ist auch ein Modell von „alles, was S ist, ist P“. |
das gilt ja aber doch nicht für alle 24 klassischen schlussformen.
für neun, wenn ich mich richtig erinnere, braucht man zusätzlich eine existenzaussage.
und in dieser annahme unterscheiden sich doch die beiden, oder?
der schlussmodus darapti:
Alle Quadrate sind Rechtecke
Alle Quadrate sind Vierecke
Es folgt: Einige Vierecke sind Rechtecke (wiki)
ist nur gültig, wenn es mindestens ein quadrat gibt. natürlich gibt es quadrate, aber "quadrat" könnte auch für eine leere menge stehen und den schluss damit ungültig machen. |
In der mathematischen Logik gelten der 1. Modus der 3. Figur (AAI) des einfachen kategorischen Syllogismus "Darapti" und der 4. Modus der 3. Figur (EAO) "Felapton" in der Tat als nicht allgemeingültig, denn in ihr ist bekanntermaßen die leere Klasse zulässig. mark hat mit seiner Bemerkung also grundsätzlich recht.
Lukasiewicz wies bei seiner Untersuchung der aristotelischen Syllogistik darauf hin, dass Aristoteles nicht nur keine Individualbegriffe benutzte, sondern auch weder negierte noch Leerbegriffe (leere Klasse) zuließ.
Die Frage ist also, ob man die leere Klasse zulässt oder nicht. Lässt man sie nicht zu, kann man mit Aristoteles Darapti und Felapton für gesetzmäßig halten. Dann kann man aber natürlich nicht mehr ernsthaft mathematische Logik betreiben.
Geulincx kritisierte "Darapti" übrigens grundsätzlich und unabhängig von der Annahme leerer Klassen: nach ihm sind beide Pämissen notwendig, der Schlusssatz aber "zufällig". Ein zufälliges Urteil kann nicht aus einem apodiktischen, also notwendigen folgen.
Den Schluss "Felapton"
(E) kein Planet leuchtet mit eigenem Licht [M - P]
(A) alle Planeten sind Himmelskörper [M - S]
-----------------------------------------------------------
(O) einige Himmelkörper leuchten mit eigenem Licht [S - P]
erkannte Lomonossow nicht als korrekt an: wenn zwei Prämissen allgemeine Urteile sind, so muss auch der Schlusssatz immer ein allgemeines Urteil sein. Im Modus Felapton wird aus zwei allgemeinen Prämissen aber ein partikularer, verneinender Schlusssatz gewonnen.
Und zur Erfüllbarkeit/Allgemeingültigkeit des Prädikatenkalküls, so wie ichs gelernt hab:
Die Erfüllbarkeit und die Allgemeingültigkeit eines Ausdrucks H hängt nicht von der Natur des Individuenbereichs I ab, sondern nur von der Mächtigkeit, Kardinalzahl oder Elementenanzahl von I: sind die Bereiche I
1 und I
2 gleichmächtig, so ist die Menge der in I
1 erfüllbaren bzw. allgemeingültigen Ausdrücke gleich der Menge der in I
2 erfüllbaren bzw. allgemeingültigen Ausdrücke.
Sei m eine beliebige endliche oder unendliche Mächtigkeit oder Kardinalzahl.
Ein Ausdruck H heißt
m-zahlig erfüllbar bzw. m-zahlig allgemeingültig, wenn er in wenigstens einem und damit in jedem Individuenbereich I der Mächtigkeit m erfüllbar bzw. allgemeingültig ist.
Ein Ausdruck H heißt
im Endlichen erfüllbar bzw. allgemeingültig, wenn er in wenigstens einem bzw. in jedem nichtleeren endlichen Individuenbereich erfüllbar bzw. allgemeingültig ist.
Ein Ausdruck H heißt
im Abzählbaren erfüllbar bzw. allgemeingültig, wenn er in wenigstens einem und damit in jedem abzählbar unendlichen Individuenbereich, d.h. in einem Bereich der Mächtigkeit
aleph 0, erfüllbar bzw. allgemeingültig ist.
Zwischen den Mengen ef
n mit der natürlichen Zahl n>0, ef
end, ef
aleph 0, ef
m mit einer Mächtigkeit m >
aleph 0 und ef bzw. ag
n, ag
end, ag
aleph 0, ag
m, ag der n-zahlig, im Endlichen, im Abzählbaren, m-zahlig und schlechthin erfüllbaren bzw. allgemeingültigen Ausdrücke bestehen im Prädikatenkalkül folgende Reduktions- und Repräsentationstheoreme:
(R1)
Für jede natürliche Zahl n > 0 ist
ef
n 
ef
n+1, ag
n+1 
ag
n
Nach (R1) ist jeder n-zahlig erfüllbare Ausdruck auch (n+1)-zahlig erfüllbar, und es gibt (n+1)-zahlig erfüllbare Ausdrücke, die nicht n-zahlig erfüllbar sind. Jeder (n+1)-zahlig allgemeingültige Ausdruck ist n-zahlig allgemeingültig und es gibt ebenso n-zahlig allgemeingültige Ausdrücke, die nicht (n+1)-zahlig allgemeingültig sind.
Die Menge ag der allgemeingültigen Ausdrücke des PK ist nicht entscheidbar. Dies bedeutet: es gibt nachweisbar keinen Algorithmus um von einem beliebigen Ausdruck zu entscheiden, ob er allgemeingültig ist oder nicht (Church). Nach Trachtenbrot ist ebenso die Menge agend der im Endlichen allgemeingültigen Ausdrücke des PK nicht entscheidbar. Die Mengen agn mit einer natürlichen Zahl n > 0 sind entscheidbar.
(R2) [U = "Vereinigung" und D = "Durchschnitt"]
ef
end = U {ef
n : n>0}
ag
end = D {ag
n : n > 0}
(R3)
ef
end 
ef
aleph 0 , ag
aleph 0 
ag
end
(R4)
Für jedes m >
aleph 0 gilt:
ef
m = ef
aleph 0 = ef, ag
m = ag
aleph 0 = ag
(R4) ist der Satz von Löwenheim und Skolem, der beinhaltet, dass jeder erfüllbare Ausdruck in einem abzählbar unendlichen Bereich erfüllbar ist und analog jeder in einem abzählbar unendlichen Bereich allgemeingültige Ausdruck in jedem nichtleeren Bereich allgemeingültig ist.
Kurzum: mark hat oben recht.