Original von Jay Ray
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Original von mark
ich kann mir nach wie vor nicht vorstellen, dass es eine anerkannte position gibt, die die kausale geschlossenheit frontal und plausibel begründet verneint. |
Darf ich auf den Empiristen Hume und seine Überlegungen zur Kausalität hinweisen, die ich vollinhaltlich teile?
Meine Ansicht in Kurzform: "Kausalität" ist ein bewährter Mythos.
Langform:
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Aus: Rudolf Eisler (1876-1927): Philosophen-Lexikon. Leben, Werke und Lehren der Denker, 1912:
Das Prinzip unseres kausalen Erkennens ist [nach Hume] nicht die Vernunft, sondern die Gewohnheit, die »große Führerin im menschlichen Leben«. Sie allein gestaltet unsere Erfahrungen nutzbringend. Ein »natürlicher Instinkt« treibt uns zum Glauben an konstante Kausalverknüpfung und Gesetzmäßigkeit: er ist notwendig zur Erhaltung des Menschen, ist biologisch zweckmäßig. Wir sind in allen Kausalurteilen auf die Beobachtung und Erfahrung angewiesen, welcher wir die einzelnen, speziellen Gesetze entnehmen. Aber die Erfahrung - äußere und innere - zeigt uns nichts von einer Kraft, von einem inneren Bande, welches notwendig die Wirkung aus der Ursache hervorgehen läßt; ein besonderer »Eindruck« der Ursächlichkeit, ein Kausalerlebnis findet sich nirgends. Erst in der subjektiven Verbindung der Wahrnehmungen und Vorstellungen liegt das Kausale und dieses ist, rein empirisch genommen, nur ein regelmäßiges Aufeinanderfolgen von Ereignissen, nichts mehr. Die Art und Weise, wie und wodurch etwas wirkt, ist uns völlig unbekannt. Wir kennen nur - auch bei unseren Willensakten - eine Aufeinanderfolge, erkennen nicht ein Bewirken. Die Kraft, durch die etwas erfolgt, ist überall verborgen, gegeben ist nur eine mehr oder weniger konstante Beziehung zwischen Vorgängen. Wir kennen Zusammenhänge (conjunction), aber keine innere Verknüpfung (connexion). Das Plus, den inneren Zusammenhang, das »Durch«, die notwendige Verknüpfung legen wir selbst in die Objekte hinein. So ist die Kausalität rein subjektiven, psychologischen Ursprungs, ein Produkt der Gewohnheit, indem auf Grund wiederholter, konstanter Assoziation zwischen zwei Vorstellungen A und B das Auftreten der einen ein Gefühl subjektiver Notwendigkeit erzeugt, zur anderen überzugehen, sie zu erwarten. Erst dieses Überzeugungsgefühl, dieser feste »Glaube« (belief), die Vorstellung B werde wieder auftreten, macht aus dem post hoc ein propter hoc, welches letztere nichts objektiv Erfahrbares ist. Der »Glaube«, auf den sich Hume beruft, ist ein lebhaftes, intensives Überzeugungsgefühl, das sich an Vorstellungen und deren Ablauf knüpft, nicht etwa eine bloße Vermutung. |
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