carsten aus bochum
Merkwürdige Dinge passieren. In einem Zeitalter in dem selbst die Überwindung der Religion vielen schon abgehakt, selbst überwunden schien, sind wir auf einmal konfrontiert mit einem eigenartigen Phänomen.
Religion, die letzten austrocknenden Sümpfe, die mit ihren etwas schrulligen Anhängern langsam ausstirbt?
Dawkins und Dennett als die Speerspitze einer Bewegung, die auszog dem müden Stier den Todesstoß zu versetzen? So hallte es durch den Blätterwald der letzten Monate, in dem man die angeblich endgültige Niederlage der Religion nun besiegelt sah.
Gleichzeitig sehen wir uns konfrontiert mit einer schleichenden Islamisierung weiter Teile der Welt.
Pakistan, ein Pulverfass mit atomarem Inhalt. In der Türkei kippt das Kopftuchverbot an Universitäten.
Der türkische Staatschef Erdogan hält mitten in Deutschland eine: keiner kann von euch verlangen, dass ihr euch anpasst Rede, die Massen jubeln ihm zu, die Massen derer, die Deutsche sein wollen. Ist nur Wahlkampf, möchte man sich beruhigen und beruhigt sich wieder, denn Appeasement ist noch immer die beste Lösung gewesen, wenn Dich einer bedroht, zieh‘ um, sei still, schau weg.
Nicht nur junge orientierungslose Migranten, auch Urgermanen konvertieren auf einmal zum Islam. Weil’s chic ist, provoziert, weil man mit einem fisseligen Backenbart heute mehr verstören kann, als durch eine Glatze? Oder ist es ernster, das Problem?
Haben wir es mit einem Bildungsphänomen zu tun? Der Soziologe Christian Pfeiffer konnte herausarbeiten, dass Migranten aus islamisch geprägtem Kulturraum, eher ungebildet sind, wenn sie religiös sind. Das passt in unser Weltbild.
Und bei uns? Nun, da sind es eher die Gebildeteren und Bessergestellten, die sich selbst als religiös sehen.
Vielleicht nur elitäres Gehabe, man kauft bio, ist nicht tätowiert und glaubt an Gott, das grenzt einen vom Prekariat ab.
Oder gibt es ein religiöses Grundbedürfnis im Menschen?
Kreationisten und Evangelikale sind in den USA keine Randgruppe, ohne Gott gewinnt in den Staaten niemand eine Präsidentenahl, ob Schwarzer oder Frau oder Konservativer ist da eher nachrangig.
Und bei uns? Hier im Forum liegt welche Untergruppe mit weitem Abstand vorne? Genau.
Da bekämpfen die Multikultis Jahrtzehnte den tendenziell faschistoiden Euro-phallo-paterno-logozentrismus, Steckbrief des Hauptfeindes: weiß, männlich, gebildet, wohlhabend, heterosexuell, zur Errektion fähig (in schlimmen Fällen will er Familien gründen, die Keimzelle des Reaktionären) und dann kommen sie mit dem Blick selbst kaum über europäische Grenzen und innerhalb tragen sie diese stark verdunkelte Sonnenbrille.
Die Religion ist tot, was für eine Lachnummer. Wo denn? In Afrika? Nigeria wurden eben zum religiösesten Land der Welt gekürt. In Arabien, in Ostasien, in Südamerika? Klar, da wohnen auch insgesamt nicht so viele Menschen. Aussterben tun die atheistischen Länder, das allerdings auch in beeindruckender Weise.
Aber es sind eben doch nur die, nun ja, weniger Gebildeten, die der Religion noch Lebenssaft einflößen. Schlaue Menschen lockt man mit dem Märchen vom alten Mann mit dem Bart nicht mehr hinterm Ofen hervor.
Kommt Bildung, kommt Wohlstand, kommt Demokratie dann wendet sich das Blatt. Eine der festen Überzeugungen die man so hat.
Simone, ein neueres Mitglied hier im Forum, schrieb in ihrem Thread „Hexen, Zauber und warum daraus (angeblich) Verbrechen entstanden“:
„Ich habe mich auch schon wieder beruhigt, mich erinnerte die Vortragsweise und die Vehemenz mit der das Thema vorgetragen wurde nur leider an ein anderes Unding das in unseren Schulen auftaucht: den Kreationismus, und ich reagiere auf solche nicht beweisbaren und krass ideologischen Ansichten etwas empfindlich, vor allem wenn sie in staatlichem Unterricht verbreitet werden.“ (Simone)
Hm, sind wir schon so weit? Beeindruckend. Bald werden wir dann wohl über die Evolutionstheorie Darwins diskutieren müssen und ob man den Kindern das zumuten kann. By the way, hat mal jemand darüber nachgedacht, dass der Biologieunterricht durchaus die religiösen Gefühle einiger Mitmenschen beleidigen könnte? Aber sicher lassen sich das Sonderregelungen finden, wenn man nur tolerant genug ist und wie das geht, haben wir ja immerhin gelernt.
Erobert Gott nun wieder die gebildeteren Schichten?
Was macht den altem Mann mit Bart auf einmal wieder so sexy?
Vor wenigen Wochen sprach der Philosoph Jürgen Habermas in Münster über die „Revitalisierung der Religionen“. Die online Seite der Zeitschrift Information Philosophie informiert:
„Seit Weber und Durkeim, so begann Habermas, sei es Allgemeingut, das auf den wissenschaftlich-technischen Fortschritt eine zunehmende Säkularisierung folge. Was wir aber heute erlebten, stelle diese These in Frage: überall auf der Welt seien konservative religiöse Gruppierungen auf dem Vormarsch, auch bei uns, wobei „die multikulturelle Weltkirche des römischen Katholizismus“ sich der Globalisierung besser anpasse als die protestantischen Nationalkirchen, die die großen Verlierer sind“. Mit diesem Vormarsch der Religion einher gehe eine fundamentalistische Zuspitzung sowie eine politische Einbindung religiöser Gewaltpotentiale (insbesondere im Islam und im Hindu-Nationalismus).
Im allgemeinen habe sich die religiöse Praxis jedoch in den privaten Bereich zurückgezogen, was aber keinesfalls einen Bedeutungsverlust der Religionen nach sich ziehe: „Religionen können ihren ‚Sitz im Leben’ moderner Gesellschaften behaupten und auf die öffentliche Meinungsbildung Einfluss nehmen“. Insbesondere sei die Religion bei Wertediskussionen, etwa über Sterbehilfe, Bioethik oder den Klimawandel gefragt.
Habermas sieht bei den „postsäkularen“ Gesellschaften des Westens einen Riss zwischen den religiös geprägten und den säkularen Bürgern. Die säkulare Seite dürfe die religiösen Bürger aber nicht aus der modernen Gesellschaft ausschliessen. Vielmehr stelle sich die Frage, was die säkulare Vernunft aus dem religiösen Erbe des Christentums und des Judentums lernen könne. Habermas sieht die Zeit vorbei, in der die Philosophie meinte, sie könnte über Vernunft und Unvernunft der Religion urteilen: „Religionen sind der einzige kulturelle Grundbaustein unserer Zivilisation, der sich in der Moderne erhalten hat.“
(Quelle: http://www.information-philosophie.de/in...56&n=2&y=5&c=27 )
Ist da doch mehr, als der Mangel an Bildung? Wird der Mann senil oder altersweise?
Was ist der Hintergrund? Ein religiöses Grundbedürfnis? Die Artikulierung eines mulmigen Gefühls, weil die Fortschrittsmythen der Moderne auch nur als Mythen entlarvt werden? Wohlstand und Bildung für alle? Das Wirtschaftswunder? Heute wundert man sich über die Wirtschaft. Amerika an der Schwelle zur Rezession? Sogar der Abgesang des Kapitalismus?
Die Projektionen ehedem religiöser Themen auf die Halbgötter in weiß, die uns das ewige Leben schenken sollen, das fälschlich als zeitliche Unsterblichkeit verstanden wird, wankt. Die Hoffnung die man in die Gentechnik setzte, ist erst noch mal vertagt, wie so oft. Jetzt können wir Hunger, Krebs, AIDS, Herzinfarkte noch nicht besiegen... aber später dann. Geld verdienen geht aber jetzt schon. Monsanto expandiert, heimlich, still und leise. Wahlbeteiligungen gehen zurück. Der technische Fortschritt kann die innere Leere nicht nur nicht mehr kompensieren, in Form moderner Medien scheint er sie zu unterstützen, wie der Soziologe Pfeiffer in einer neuen Studie darstellen konnte.
Am A.rsch der Welt scheint selbst der Hintern Gottes wieder ein Motiv zu sein, das sich zu bestaunen lohnt.
Was ist los in der Welt?
Konträr zum hervorragenden Beitrag des „Aufklärers“ (man ahnt den Autor hinter den Zeilen), dessen Abrechnung mit Kreationisten und fundamentalistischen Aufklärern an dieser Stelle Unterstützung finden soll, glaube ich nicht, dass es primär die Angst vor der entzauberten Welt ist, die diese eigenartigen Blüten sprießen lässt.
Kritisiert wird in dem Beitrag die mangelnde Kreativität im Umgang mit Religion.
Peter Scholl-Latour erkennt, dass wir, der aufgeklärte Westen, gottlose Tiere seien für die Islamis (die nicht in den Feuilletons der Zeitungen schreiben), die kopfschüttelnd dastehen und uns als degeniert betrachten. Die Kur, die er empfiehlt heißt, Regression. Werdet auch wieder gläubig. Das ist nicht jedem gegeben.
Henryk M. Broder sieht uns einknicken und er empfiehlt uns unserer europäischen Werte wieder bewusst zu werden und nicht zu kapitulieren. Stärke zeigen statt zu verleugnen oder mit angstweiteten Augen wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, die sich obendrein noch als Hydra entpuppen dürfte.
Jürgen Habermas empfahl bis vor kurzem den rationalen Kern aus der religiösen Sprache zu prockeln, es könnte sein, dass er mehr und mehr zu der Ansicht kommt, dass dies nicht reicht.
Sie alle (vielleicht mit Ausnahme Scholl-Latours, dessen Analysen ist schätze, aber dessen Gottesbild ich nicht teile) gehen noch immer von der Rückständigkeit aller Formen von Religiosität und Spiritualität aus.
Man muss sie anhören, auch dann, wenn sie noch nicht so weit sind. Da ist Ratlosigkeit. Man will sie ernst nehmen, weil man – fast schon zu spät - erkennt, dass man sie ernst nehmen muss, aber das was man da sieht, kann man nicht ernst nehmen. Noch mehr Appeasement? Dialog mit denen, die den herrschaftsfreien Diskurs nie üben konnten und die für Herrschaftsfreiehit gar nicht so viel übrig haben?
Allmählich dämmert uns vielleicht: wir haben da ein Problem.
Wie könnten Lösungen aussehen – nicht für die Welt, für uns?
Religion, die letzten austrocknenden Sümpfe, die mit ihren etwas schrulligen Anhängern langsam ausstirbt?
Dawkins und Dennett als die Speerspitze einer Bewegung, die auszog dem müden Stier den Todesstoß zu versetzen? So hallte es durch den Blätterwald der letzten Monate, in dem man die angeblich endgültige Niederlage der Religion nun besiegelt sah.
Gleichzeitig sehen wir uns konfrontiert mit einer schleichenden Islamisierung weiter Teile der Welt.
Pakistan, ein Pulverfass mit atomarem Inhalt. In der Türkei kippt das Kopftuchverbot an Universitäten.
Der türkische Staatschef Erdogan hält mitten in Deutschland eine: keiner kann von euch verlangen, dass ihr euch anpasst Rede, die Massen jubeln ihm zu, die Massen derer, die Deutsche sein wollen. Ist nur Wahlkampf, möchte man sich beruhigen und beruhigt sich wieder, denn Appeasement ist noch immer die beste Lösung gewesen, wenn Dich einer bedroht, zieh‘ um, sei still, schau weg.
Nicht nur junge orientierungslose Migranten, auch Urgermanen konvertieren auf einmal zum Islam. Weil’s chic ist, provoziert, weil man mit einem fisseligen Backenbart heute mehr verstören kann, als durch eine Glatze? Oder ist es ernster, das Problem?
Haben wir es mit einem Bildungsphänomen zu tun? Der Soziologe Christian Pfeiffer konnte herausarbeiten, dass Migranten aus islamisch geprägtem Kulturraum, eher ungebildet sind, wenn sie religiös sind. Das passt in unser Weltbild.
Und bei uns? Nun, da sind es eher die Gebildeteren und Bessergestellten, die sich selbst als religiös sehen.
Vielleicht nur elitäres Gehabe, man kauft bio, ist nicht tätowiert und glaubt an Gott, das grenzt einen vom Prekariat ab.
Oder gibt es ein religiöses Grundbedürfnis im Menschen?
Kreationisten und Evangelikale sind in den USA keine Randgruppe, ohne Gott gewinnt in den Staaten niemand eine Präsidentenahl, ob Schwarzer oder Frau oder Konservativer ist da eher nachrangig.
Und bei uns? Hier im Forum liegt welche Untergruppe mit weitem Abstand vorne? Genau.
Da bekämpfen die Multikultis Jahrtzehnte den tendenziell faschistoiden Euro-phallo-paterno-logozentrismus, Steckbrief des Hauptfeindes: weiß, männlich, gebildet, wohlhabend, heterosexuell, zur Errektion fähig (in schlimmen Fällen will er Familien gründen, die Keimzelle des Reaktionären) und dann kommen sie mit dem Blick selbst kaum über europäische Grenzen und innerhalb tragen sie diese stark verdunkelte Sonnenbrille.
Die Religion ist tot, was für eine Lachnummer. Wo denn? In Afrika? Nigeria wurden eben zum religiösesten Land der Welt gekürt. In Arabien, in Ostasien, in Südamerika? Klar, da wohnen auch insgesamt nicht so viele Menschen. Aussterben tun die atheistischen Länder, das allerdings auch in beeindruckender Weise.
Aber es sind eben doch nur die, nun ja, weniger Gebildeten, die der Religion noch Lebenssaft einflößen. Schlaue Menschen lockt man mit dem Märchen vom alten Mann mit dem Bart nicht mehr hinterm Ofen hervor.
Kommt Bildung, kommt Wohlstand, kommt Demokratie dann wendet sich das Blatt. Eine der festen Überzeugungen die man so hat.
Simone, ein neueres Mitglied hier im Forum, schrieb in ihrem Thread „Hexen, Zauber und warum daraus (angeblich) Verbrechen entstanden“:
„Ich habe mich auch schon wieder beruhigt, mich erinnerte die Vortragsweise und die Vehemenz mit der das Thema vorgetragen wurde nur leider an ein anderes Unding das in unseren Schulen auftaucht: den Kreationismus, und ich reagiere auf solche nicht beweisbaren und krass ideologischen Ansichten etwas empfindlich, vor allem wenn sie in staatlichem Unterricht verbreitet werden.“ (Simone)
Hm, sind wir schon so weit? Beeindruckend. Bald werden wir dann wohl über die Evolutionstheorie Darwins diskutieren müssen und ob man den Kindern das zumuten kann. By the way, hat mal jemand darüber nachgedacht, dass der Biologieunterricht durchaus die religiösen Gefühle einiger Mitmenschen beleidigen könnte? Aber sicher lassen sich das Sonderregelungen finden, wenn man nur tolerant genug ist und wie das geht, haben wir ja immerhin gelernt.
Erobert Gott nun wieder die gebildeteren Schichten?
Was macht den altem Mann mit Bart auf einmal wieder so sexy?
Vor wenigen Wochen sprach der Philosoph Jürgen Habermas in Münster über die „Revitalisierung der Religionen“. Die online Seite der Zeitschrift Information Philosophie informiert:
„Seit Weber und Durkeim, so begann Habermas, sei es Allgemeingut, das auf den wissenschaftlich-technischen Fortschritt eine zunehmende Säkularisierung folge. Was wir aber heute erlebten, stelle diese These in Frage: überall auf der Welt seien konservative religiöse Gruppierungen auf dem Vormarsch, auch bei uns, wobei „die multikulturelle Weltkirche des römischen Katholizismus“ sich der Globalisierung besser anpasse als die protestantischen Nationalkirchen, die die großen Verlierer sind“. Mit diesem Vormarsch der Religion einher gehe eine fundamentalistische Zuspitzung sowie eine politische Einbindung religiöser Gewaltpotentiale (insbesondere im Islam und im Hindu-Nationalismus).
Im allgemeinen habe sich die religiöse Praxis jedoch in den privaten Bereich zurückgezogen, was aber keinesfalls einen Bedeutungsverlust der Religionen nach sich ziehe: „Religionen können ihren ‚Sitz im Leben’ moderner Gesellschaften behaupten und auf die öffentliche Meinungsbildung Einfluss nehmen“. Insbesondere sei die Religion bei Wertediskussionen, etwa über Sterbehilfe, Bioethik oder den Klimawandel gefragt.
Habermas sieht bei den „postsäkularen“ Gesellschaften des Westens einen Riss zwischen den religiös geprägten und den säkularen Bürgern. Die säkulare Seite dürfe die religiösen Bürger aber nicht aus der modernen Gesellschaft ausschliessen. Vielmehr stelle sich die Frage, was die säkulare Vernunft aus dem religiösen Erbe des Christentums und des Judentums lernen könne. Habermas sieht die Zeit vorbei, in der die Philosophie meinte, sie könnte über Vernunft und Unvernunft der Religion urteilen: „Religionen sind der einzige kulturelle Grundbaustein unserer Zivilisation, der sich in der Moderne erhalten hat.“
(Quelle: http://www.information-philosophie.de/in...56&n=2&y=5&c=27 )
Ist da doch mehr, als der Mangel an Bildung? Wird der Mann senil oder altersweise?
Was ist der Hintergrund? Ein religiöses Grundbedürfnis? Die Artikulierung eines mulmigen Gefühls, weil die Fortschrittsmythen der Moderne auch nur als Mythen entlarvt werden? Wohlstand und Bildung für alle? Das Wirtschaftswunder? Heute wundert man sich über die Wirtschaft. Amerika an der Schwelle zur Rezession? Sogar der Abgesang des Kapitalismus?
Die Projektionen ehedem religiöser Themen auf die Halbgötter in weiß, die uns das ewige Leben schenken sollen, das fälschlich als zeitliche Unsterblichkeit verstanden wird, wankt. Die Hoffnung die man in die Gentechnik setzte, ist erst noch mal vertagt, wie so oft. Jetzt können wir Hunger, Krebs, AIDS, Herzinfarkte noch nicht besiegen... aber später dann. Geld verdienen geht aber jetzt schon. Monsanto expandiert, heimlich, still und leise. Wahlbeteiligungen gehen zurück. Der technische Fortschritt kann die innere Leere nicht nur nicht mehr kompensieren, in Form moderner Medien scheint er sie zu unterstützen, wie der Soziologe Pfeiffer in einer neuen Studie darstellen konnte.
Am A.rsch der Welt scheint selbst der Hintern Gottes wieder ein Motiv zu sein, das sich zu bestaunen lohnt.
Was ist los in der Welt?
Konträr zum hervorragenden Beitrag des „Aufklärers“ (man ahnt den Autor hinter den Zeilen), dessen Abrechnung mit Kreationisten und fundamentalistischen Aufklärern an dieser Stelle Unterstützung finden soll, glaube ich nicht, dass es primär die Angst vor der entzauberten Welt ist, die diese eigenartigen Blüten sprießen lässt.
Kritisiert wird in dem Beitrag die mangelnde Kreativität im Umgang mit Religion.
Peter Scholl-Latour erkennt, dass wir, der aufgeklärte Westen, gottlose Tiere seien für die Islamis (die nicht in den Feuilletons der Zeitungen schreiben), die kopfschüttelnd dastehen und uns als degeniert betrachten. Die Kur, die er empfiehlt heißt, Regression. Werdet auch wieder gläubig. Das ist nicht jedem gegeben.
Henryk M. Broder sieht uns einknicken und er empfiehlt uns unserer europäischen Werte wieder bewusst zu werden und nicht zu kapitulieren. Stärke zeigen statt zu verleugnen oder mit angstweiteten Augen wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, die sich obendrein noch als Hydra entpuppen dürfte.
Jürgen Habermas empfahl bis vor kurzem den rationalen Kern aus der religiösen Sprache zu prockeln, es könnte sein, dass er mehr und mehr zu der Ansicht kommt, dass dies nicht reicht.
Sie alle (vielleicht mit Ausnahme Scholl-Latours, dessen Analysen ist schätze, aber dessen Gottesbild ich nicht teile) gehen noch immer von der Rückständigkeit aller Formen von Religiosität und Spiritualität aus.
Man muss sie anhören, auch dann, wenn sie noch nicht so weit sind. Da ist Ratlosigkeit. Man will sie ernst nehmen, weil man – fast schon zu spät - erkennt, dass man sie ernst nehmen muss, aber das was man da sieht, kann man nicht ernst nehmen. Noch mehr Appeasement? Dialog mit denen, die den herrschaftsfreien Diskurs nie üben konnten und die für Herrschaftsfreiehit gar nicht so viel übrig haben?
Allmählich dämmert uns vielleicht: wir haben da ein Problem.
Wie könnten Lösungen aussehen – nicht für die Welt, für uns?
das will ich ja gerade diskutieren.
Da kennst du aber den Durchschnittsatheisten schlecht!
das sind psychologenphantasien, mehr nicht.