Freges Begriffsschrift

peterpan
Frege unterscheidet in seiner Begriffsschrift zwischen der grammatischen und der logischen Struktur von Sätzen und führt dazu verschiedene Argumente an , die ich im folgenden erläutern werde.

Bereits im Vorwort der Begriffsschrift verweist Frege darauf , dass die Sprache gewisse "Unzulänglichkeiten" ² im Bezug auf das Erlangen von Erkenntnissen aufweist. Seiner Meinung nach ist die Sprache , im Gegensatz zu Symbolsprachen , bezüglich der Logik unvollkommen , weil sie zu vieldeutig und weitläufig ist. Das heißt für den besonderen Zweck den Frege verfolgt ist die Sprache hinderlich. Hierbei spielt die Grammatik eine erhebliche Rolle. Erläutern möchte ich dieses an den Beispielsätzen " Sokrates ist sterblich " und " Niemand ist sterblich ". Grammatisch gesehen weisen beiden Sätzde die gleiche Subjekt - Prädikat - Struktur auf. Aus dem Satz " Sokrates ist sterblich " folgt , dass etwas , nämlich Sokrates , sterblich ist. Aus dem Satz " Niemand ist sterblich " hingegen folgt , dass nichts sterblich ist. ³ Für diese Unterschiede ist die unterschiedliche Bedeutung der Worte Sokrates und Niemand verantwortlich.

Das Verhältnis von der Begriffsschrift zur Sprache des Lebens ³ stellt Frege im Vorwort dar , als das Verhältnis eines Auges zu einem Mikroskop. Das Auge steht hierbei für die Sprache des Lebens und zeichnet sich vor allem dadurch aus , dass es vielseitig anwendbar ist , aber sobald " wissenschaftliche Zwecke große Anforderung der Schärfe der Unterscheidung stellen , zeigt sich das Auge als unvollkommen " Das Mikroskop hingegen ist an eben diese Anforderungen perfekt angepasst , ist dafür aber im Bezug auf die Bereiche in denen das Auge anwendbar ist ungenügend. Mit diesem Vergleich stellt Gottlob Frege dar , dass die Begriffsschrift die natürliche SPrache nicht ablösen soll und nicht universell gültig ist , sondern lediglich ein " Hilfsmittel für wissenschaftliche Zwecke " ist , d.h. sie ist angepasst an die speziellen Bedürfnisse der Logiker.
Die Begriffsschrift Freges beschränkt sich daher nur auf die Teile von Aussagen die für die richtige Schlußfolgerung notwendig sind und ist dadurch weitaus weniger informativ als die Sprache. Diese Informationen bleiben unverändert und werden durch die Begriffsschrift vollständig ausgedrückt. Diesen Teil der Aussagen bezeichnet Frege als " begrifflichen Inhalt " , auf den ich im folgenden noch genauer eingehen werde.

In der Alltagssprache liegen Urteile immer in der Subjekt - Cupula - Prädikat - Struktur vor. Das Problem mit dieser Struktur ist , laut Frege , die Beziehung zwischen Subjekt und Prädikat. Er rechtfertigt dieses damit , dass Urteile sich zweifach voneinander unterscheiden können. Die erste Art der Unterscheidung besagt , dass " Folgerungen die aus einem in Verbindung mit bestimmten anderen gezogen werden können , immer auch aus dem zweiten in Verbindung mit denselben andern Urteilen folgen ". Er erläutert diesen Aspekt anhand der beiden Sätze ( a ) " Bei Plataeae siegten die Griechen über die Perser " , sowie (b ) " bei Plataeae wurden die Perser von den Griechen besiegt ". Beide Sätze weisen eine unterschiedliche Subjekt - Prädikat - STruktur auf , haben allerdings logisch betrachtet den gleichen Inhalt , obwohl d Satz ( a ) aktiv ist und Sat (b) passiv. Daher kann laut Frege nicht nur auf die Unterscheidung zwischen Subjekt und Prädikat , sondern auch auf die Unterscheidung von Aktiv und Passiv verzichtet werden. Durch die Umwandlung ins Passive verschiebt sich lediglich was der Hörer mit dem Inhalt verbindet , d.h. die "Satzintention" ist eine andere. Laut Frege haben solche Wechselwirkungen zwischen der AUssage und dem Hörenden in der Begriffsschrift keinen Platz. Das Subjekt steht immer an der Stelle an der man die Aufmerksamkeit lenken will , für ein Urteil kann aber , wie bereits vorher erwähnt , nur das von Bedeutung sein , was für die richtige Schlussfolgerung notwendig ist. Was hingegen nicht notwendig ist , wird meistens nicht mal angedeutet. Die notwendigen Bestandteile einer Aussage ist der bereits vorher genannte begriffliche Inhalt. D.h. auch wenn man geringfügige Unterschiede erkennen kann , so sind doch die Übereinstimmungen überwiegend. Das hierfür genannte Beispiel sind die Sätze ( a ) " Archimedes kam bei der Eroberung von Syrakus um " und ( b ) " Der gewaltsame Tod des Archimedes bei Syrakus ist eine Tatsache. " . In diesem Satz kann zwar zwischen Subjekt und Prädikat unterschieden werden , es ist aber so das das Subjekt den kompletten Inhalt beinhaltet. Den einzigen Sinn den das Prädikat hat , ist es den Inhalt den das Subjekt ausdrückt , als ein Urteil darzustellen. In diesem Fall hätten alle Sätze nur ein Prädikat und dieses würde lauten : " es ist eine Tatsache ". Eine solche Sprache ist , laut Frege , die Begriffsschrift.

Frege ersetzt in seiner Begriffsschrift die bis dahin übliche Subjekt - Prädikat - STruktur durch eine neue Funktion - Argument - STruktur. Damit ist nicht mehr die Grammatik in Form von Subjekten und Prädikaten die Grundlage für die Analyse , sondern Argumente und Funktionen. Spezielle Besonderheiten der Sprache ist in diesen nicht enthalten , da logische Regeln universell und unabhängig von der Sprache ist. Laut Frege sind Argument und Funktion sprachliche Ausdrücke , wobei die Funktion der bleibende Bestandteil ist , der die alle Beziehungen darstellt , während das Argument durch andere zu ersetzen ist und den Gegenstand bezeichnet , in dem sich diese Beziehung befindet. Laut Frege hat die Sprache die Möglichkeit verschiedene Bestandteile als grundlegendes Argument erscheinen zu lassen , ist jedoch beschränkt durch " einen Mangel an Wörtern " . Durch diese Änderung in die Funktion - Argument Struktur sollen Inhalte , die für die Logik relevant sind übersichtlicher und genauer dargestellt werden.

Beantwortet dieser Text die Frage nach den Argumenten mit denen Frege zwischen der grammatischen und logischen Struktur von Sätzen unterscheidet , sowie den Begriff des begrifflichen Inhalts ?
eliskases
Zitat:
Original von peterpan
Frege unterscheidet in seiner Begriffsschrift zwischen der grammatischen und der logischen Struktur von Sätzen und führt dazu verschiedene Argumente an , die ich im folgenden erläutern werde.

Bereits im Vorwort der Begriffsschrift verweist Frege darauf , dass die Sprache gewisse "Unzulänglichkeiten" ² im Bezug auf das Erlangen von Erkenntnissen aufweist. Seiner Meinung nach ist die Sprache , im Gegensatz zu Symbolsprachen , bezüglich der Logik unvollkommen , weil sie zu vieldeutig und weitläufig ist. Das heißt für den besonderen Zweck den Frege verfolgt ist die Sprache hinderlich. Hierbei spielt die Grammatik eine erhebliche Rolle. Erläutern möchte ich dieses an den Beispielsätzen " Sokrates ist sterblich " und " Niemand ist sterblich ". Grammatisch gesehen weisen beiden Sätzde die gleiche Subjekt - Prädikat - Struktur auf. Aus dem Satz " Sokrates ist sterblich " folgt , dass etwas , nämlich Sokrates , sterblich ist. Aus dem Satz " Niemand ist sterblich " hingegen folgt , dass nichts sterblich ist. ³ Für diese Unterschiede ist die unterschiedliche Bedeutung der Worte Sokrates und Niemand verantwortlich.

Das Verhältnis von der Begriffsschrift zur Sprache des Lebens ³ stellt Frege im Vorwort dar , als das Verhältnis eines Auges zu einem Mikroskop. Das Auge steht hierbei für die Sprache des Lebens und zeichnet sich vor allem dadurch aus , dass es vielseitig anwendbar ist , aber sobald " wissenschaftliche Zwecke große Anforderung der Schärfe der Unterscheidung stellen , zeigt sich das Auge als unvollkommen " Das Mikroskop hingegen ist an eben diese Anforderungen perfekt angepasst , ist dafür aber im Bezug auf die Bereiche in denen das Auge anwendbar ist ungenügend. Mit diesem Vergleich stellt Gottlob Frege dar , dass die Begriffsschrift die natürliche SPrache nicht ablösen soll und nicht universell gültig ist , sondern lediglich ein " Hilfsmittel für wissenschaftliche Zwecke " ist , d.h. sie ist angepasst an die speziellen Bedürfnisse der Logiker.
Die Begriffsschrift Freges beschränkt sich daher nur auf die Teile von Aussagen die für die richtige Schlußfolgerung notwendig sind und ist dadurch weitaus weniger informativ als die Sprache. Diese Informationen bleiben unverändert und werden durch die Begriffsschrift vollständig ausgedrückt. Diesen Teil der Aussagen bezeichnet Frege als " begrifflichen Inhalt " , auf den ich im folgenden noch genauer eingehen werde.

In der Alltagssprache liegen Urteile immer in der Subjekt - Cupula - Prädikat - Struktur vor. Das Problem mit dieser Struktur ist , laut Frege , die Beziehung zwischen Subjekt und Prädikat. Er rechtfertigt dieses damit , dass Urteile sich zweifach voneinander unterscheiden können. Die erste Art der Unterscheidung besagt , dass " Folgerungen die aus einem in Verbindung mit bestimmten anderen gezogen werden können , immer auch aus dem zweiten in Verbindung mit denselben andern Urteilen folgen ". Er erläutert diesen Aspekt anhand der beiden Sätze ( a ) " Bei Plataeae siegten die Griechen über die Perser " , sowie (b ) " bei Plataeae wurden die Perser von den Griechen besiegt ". Beide Sätze weisen eine unterschiedliche Subjekt - Prädikat - STruktur auf , haben allerdings logisch betrachtet den gleichen Inhalt , obwohl d Satz ( a ) aktiv ist und Sat (b) passiv. Daher kann laut Frege nicht nur auf die Unterscheidung zwischen Subjekt und Prädikat , sondern auch auf die Unterscheidung von Aktiv und Passiv verzichtet werden. Durch die Umwandlung ins Passive verschiebt sich lediglich was der Hörer mit dem Inhalt verbindet , d.h. die "Satzintention" ist eine andere. Laut Frege haben solche Wechselwirkungen zwischen der AUssage und dem Hörenden in der Begriffsschrift keinen Platz. Das Subjekt steht immer an der Stelle an der man die Aufmerksamkeit lenken will , für ein Urteil kann aber , wie bereits vorher erwähnt , nur das von Bedeutung sein , was für die richtige Schlussfolgerung notwendig ist. Was hingegen nicht notwendig ist , wird meistens nicht mal angedeutet. Die notwendigen Bestandteile einer Aussage ist der bereits vorher genannte begriffliche Inhalt. D.h. auch wenn man geringfügige Unterschiede erkennen kann , so sind doch die Übereinstimmungen überwiegend. Das hierfür genannte Beispiel sind die Sätze ( a ) " Archimedes kam bei der Eroberung von Syrakus um " und ( b ) " Der gewaltsame Tod des Archimedes bei Syrakus ist eine Tatsache. " . In diesem Satz kann zwar zwischen Subjekt und Prädikat unterschieden werden , es ist aber so das das Subjekt den kompletten Inhalt beinhaltet. Den einzigen Sinn den das Prädikat hat , ist es den Inhalt den das Subjekt ausdrückt , als ein Urteil darzustellen. In diesem Fall hätten alle Sätze nur ein Prädikat und dieses würde lauten : " es ist eine Tatsache ". Eine solche Sprache ist , laut Frege , die Begriffsschrift.

Frege ersetzt in seiner Begriffsschrift die bis dahin übliche Subjekt - Prädikat - STruktur durch eine neue Funktion - Argument - STruktur. Damit ist nicht mehr die Grammatik in Form von Subjekten und Prädikaten die Grundlage für die Analyse , sondern Argumente und Funktionen. Spezielle Besonderheiten der Sprache ist in diesen nicht enthalten , da logische Regeln universell und unabhängig von der Sprache ist. Laut Frege sind Argument und Funktion sprachliche Ausdrücke , wobei die Funktion der bleibende Bestandteil ist , der die alle Beziehungen darstellt , während das Argument durch andere zu ersetzen ist und den Gegenstand bezeichnet , in dem sich diese Beziehung befindet. Laut Frege hat die Sprache die Möglichkeit verschiedene Bestandteile als grundlegendes Argument erscheinen zu lassen , ist jedoch beschränkt durch " einen Mangel an Wörtern " . Durch diese Änderung in die Funktion - Argument Struktur sollen Inhalte , die für die Logik relevant sind übersichtlicher und genauer dargestellt werden.

Beantwortet dieser Text die Frage nach den Argumenten mit denen Frege zwischen der grammatischen und logischen Struktur von Sätzen unterscheidet , sowie den Begriff des begrifflichen Inhalts ?

Ja.