carsten aus bochum
Nachdem der Weihnachtsmann mich mit dem Buch „Süße Träume“ beschenkt hat, muss ich doch noch mal was los werden.
Der „Kampf“ der Atheisten gegen diejenigen die es nicht sind richtet sich nicht nur gegen den Theismus, sondern zieht weitere Kreise, bis hinein in die Philosophie.
Begriffe wie Bewusstsein, Wesen, Ich, Subjekt, Erste-Person-Perspektive und die Qualia stehen im Verdacht unsinnig zu sein, und/oder schlicht nichts zu bedeuten. Begriffe einer alten Tradition und Sichtweise, die längst überwunden scheint und die nur noch durch das konservative Festhalten oder durch liebgewonnene alte Gewohnheit am Leben erhalten werden.
Anspruchsvollster Vertreter dieser Position derzeit soll der amerikanische Philosoph Daniel C. Dennett sein, so dass ich, der ich eher eine Gegenposition vertrete, sein Buch mit einiger Spannung gelesen habe.
Um so mehr wunderte ich mich um die Armut an Argumenten, die mir begegnete.
Sicher, Dennett ist Philosoph, dass merkt man, er weiß, wovon er redet und vor allem wovon seine Kollegen reden, meint aber, all das sei im Grunde genommen nur fauler Zauber. Aber immerhin, er weiß um die Inhalte – von gelegentlich „Missverständnissen“, die taktisch sein könnten mal abgesehen -, etwas was man lange nicht von allen Subjekt- und Erste-Person-Sicht-Kritikern behaupten kann.
Dennett scheint ein profunder Kenner von Bewusstseinsstudien zu sein, aber eher auf dem Gebiet der Wahrnehmungspsychologie, warum in seinem Buch die Ansichten derer, die mit der Methode der Sicht der 1.Person vornehmlich arbeiten – Tiefenpsychologen, Psychonanalytiker – überhaupt nicht berücksichtigt, war nur eine der Fragen, die ich mir im Laufe der Lektüre stellte.
Zu guter Letzt sei noch lobend erwähnt, dass Dennetts Schreibstil locker ist, etwas was man von Philosophen nicht immer sagen kann.
Ich gehe nicht jedes Kapitel detailliert durch, sondern setzte Schwerpunkte bei dem, was mir erwähnenswert und wichtig erschien.
Es folgt Gemeckere (alle Zitate, sofern nicht anders gekennzeichnet, sind aus dem Buch „Süße Träume“ von Daniel Dennett, 2005, dt.2006, Suhrkamp):
Kapitel 1:
Dennett ist der Ansicht, dass Vertreter der Philosophie von den Erkenntnissen der empirischen Forschung zum Bewusstsein profitieren könnten, das Buch enthält einige interessante und kuriose Bewusstseinsphänomene, die durch empirische Forschung zu uns gedrungen sind.
Das „Schwierige Problem des Bewusstseins“ besteht nach Dennetts Meinung schlicht darin, dass da nach etwas gesucht wird, was es gar nicht gibt, nämlich Bewusstsein als solchem und der Qualität dieses Bewusstseins - losgelöst von Funktion, wie er wohl meint.
Manche Philosophen interessieren sich durchaus für die Ergebnisse der Empiriker und wenden sich u.a. der Physik zu und dafür hat Dennett nichts übrig. (vgl. S.20ff)
Ich kann das verstehen und habe dafür auch nicht viel übrig und ich bin durchaus der Ansicht, dass Philosophen von den Ergebnissen der empirischen Wissenschaften profitieren können und sollen. Aber Dennetts Meinung nach sollten diese Ergebnisse aus der Biologie kommen.
Dabei preist er den Funktionalismus und den Reduktionismus als Methode und bleibt hier zum ersten Mal eine Erklärung schuldig: Wenn Reduktionimus, warum dann bei biologischer Reduktion halt machen?
Ganz am Ende des Buches verkündet er dann auch, dass man einst dachte, Leben sei eine Art eigener Qualität und dass dieser vitalistische Ansatz nach Dennetts Meinung heute vollständig überwunden sei. (vgl. S.198 ) Nun gut, also warum dann keine Quantenphysik des Bewusstseins, warum darüber spötteln? Es wäre nur konsequent, eine Konsequenz die sich aus Dennetts eigenem Ansatz ergibt und die er unbegründet unerklärt lässt.
Er sagt zwar, dass „die physikalische Beschaffenheit unseres Gehirns... die gleiche ist, wie die physikalischen Beschaffenheit der Hefezellen, die sich in einer Schüssel explosionsartig vermehren“ (S.22) und der Unterschied zwischen beiden durch „die Unterschiede in der Anatomie und der Zytoarchitektur erklärt“ (S.23) würden, aber was ist das gemäß der Ansicht des Reduktionismus letztlich anderes als Physik?
Dennett lässt hier durchblicken – ohne es zu sagen – dass Leben eventuell doch eine andere „Qualität“ hat, denn ansonsten wären auch Zellen nichts weiter als Anordnung und Funktion von Materie.
Im weiteren Verlauf des Kapitels wendet sich Dennett gegen das, was er Zombieismus nennt. Das ist die Idee, dass etwas fehlte (Bewusstsein, Qualität), wenn jemand oder etwas sich zwar exakt so verhält, wie jemand von dem man annimmt, er habe Bewusstsein, aber man annimmt, dass er (der Zombie) selbst nicht über dieses Bewusstsein verfügt.
Dennett führt hier aus, wie Philosophen argumentieren, die seiner Meinung nach Zombieisten (nicht Zombies) sind, aber was eigentlich dagegen spricht, außer, dass er der Meinung ist, dass dieses „mehr“ (Der Qualität, des Bewusstseins) nur der Intuition der Philosophen geschuldet sei, darüber sagt er nichts.
Reicht das?
Das ist ja seine Grundannahme, dass nämlich Bewusstsein, Qualität usw. lediglich auf einer Intuition beruhen würde, ansonsten aber nichts weiter sei als das, was sich funktionalistisch vollständig beschreiben lässt.
Dennetts für mich wenig überzeugendes Argument ist schlicht so zu beschreiben: Vergessen wir die Behauptung (dass es mehr als Funktionen zu entdecken gäbe), dann ist alles kein Problem mehr. (vgl. S.29)
Aber der Funktionalismus hat erhebliche Schwierigkeiten einige Dinge zu erklären.
Warum nun machen sich Menschen Gedanken über Kunst, Religion, Fragen nach dem Sinn?
Funktionalistisch argumentiert sind diese Tätigkeiten schon deshalb ohne Sinn und Bedeutung, weil Sinn und Bedeutung selbst keine Vokabeln des Funktionalismus sind. Man müsste also nach Zweck und (biologischem) Nutzen Ausschau halten. Und um was kann es da gehen außer Sicherung der Fortpflanzung? Nun, es gibt Kunst und Religion, philosophische Sinnsuche und Meditation, ein Streben nach Glück und die Suche nach Liebe. Nun man könnte sagen, dass Menschen die sowas praktizieren vielleicht auf der Suche nach mehr Lebensqualität sind, etwas, was sich durchaus auch durch empirische Forschung belegen lässt, man denke an Maslow und seine Pyramide der Bedürfnishierarchien.
Sind fundamentale Wünsche, nach Schutz, Nahrung, Gemeinschaft und Sex erfüllt, beginnt der Mensch irgendwann sein Leben nicht mehr aus einer Mangelposition heraus zu definieren, sondern hat positive Wünsche nach Selbstverwirklichung, ja letztlich Selbsttranszendenz.
Nur ist mehr Qualität ja gerade ein Wunsch, der nicht sein kann, denn Qualität soll ja nur eine Illusion sein.
Wo ist also der biologische Zweck (wir erinnern uns: die Biologie treibt uns an, also muss es ein biologischer Zweck sein), dass Menschen meditieren, alles von Elvis sammeln, sich über den Sinn ihres Daseins den Kopf zermatern – statt dessen könnten sie Nachkommen zeugen, Nahrung sammeln...?
Warum unterwerfen sich Menschen der Religion oder glauben an ein höheres Wesen?
Immerhin sinkt die Zahl des Nachwuchses in den atheistischen Ländern derzeit am schnellsten. Ist nicht der Atheismus ein unbiologisches Selbstmordprogramm und nicht die Religion? Die empirischen Fakten sprächen dafür. Aber soll man überhaupt so argumentieren? Wo ist die Grenze zum naturalistsichen Fehlschluss - vom Sein aufs Sollen zu schließen – überschritten? Überzeugende Antworten bietet der Funktionalismus keinesfalls.
Dennett setzt das Gehirn des Menschen immer noch in Analogie zu einem Computer, einer Sichtweise der von vielen Stellen, nicht zuletzt von Drewermann widersprochen wurde:
„Das Gehirn ist eben deshalb so leistungsfähig, weil es eine chemische, keine elektrische oder elektronische Maschine ist; der beliebte Vergleich des Gehirns mit einem Computer ist deshalb schlechthin falsch – fast so falsch, als wollte man die Birne am Baum mit zusammen mit [... der] Glühbirne als Objekte derselben Ordnung abhandeln, nur weil beide von weitem ähnlich aussehen.“ (Eugen Drewermann, Atem des Lebens, Patmos 2006, S.233)
Drewermann liefert dafür drei Gründe: 1. chemische Synapsen sind plastisch und bieten Raum für Veränderungen, 2. chemische Synapsen sind kleiner als es bei elektrischen möglich wäre und 3. liefert gerade die Langsamkeit der chemischen Synapsen die Möglichkeit mehrere Daten „über die Zeit zu integrieren“.
Weiter unter formuliert Dennett dann auch, dass sich „herausstellen [wird], dass geistbegabte Wesen keine simplen Computer sind“ (S.33), sogar, "dass sich ihre computationalen Ressourcen bis hinab zu den subzellularen molekularen Ressourcen erstrecken, über die allein organische Gehirne verfügen. Aber die resultierenden Theorien werden weiter funktionalistsich im weiten Sinn sein.“ (S.33f)
Ist denn nun die Biologie anders als die Physik? Hat sie eine andere Qualität, die sich physikalistisch nicht einfangen lässt? Dennett spricht sich im Umfeld dieser Zitate explizit nicht nur für den Funktionalismus sondern sogar für den Minimalismus aus. Warum macht er dann nicht ernst damit und redukziert die Biologie auf Physik?
Und was jetzt eigentlich genau gegen den Zombieismus spricht, darüber schweigt sich Dennett beharrlich aus, außer, dass wir ihn seiner Meinung nach nicht brauchen, aber davon ist er ja bereits ausgegangen. Wo sind die Argumente?
Dennett bemängelt der Widerstand gegen seine Position sei „insofern instinktiv, da er völlig arational ist, ihm fehlen die Argumente und er ist durch Argumente auch nicht zugänglich“. (S.35)
Die erdrückende Last der Dennettschen Argumente muss ich wohl überlesen haben und bezeichnenderweise schließt Dennett das schwache erste Kapitel mit einem argumentum ad hominem ab (etwas was als klassischer logischer Fehler gilt und auf dem ebenfalls klassischen Fehler der petitio principii reitet Dennett später ausführlich rum) wenn er formuliert:
„Wer meine Vorhersage nicht glaubwürdig findet, könnte darüber nachdenken, ob diese Skepsis auf irgendetwas anderem als der momentanen Empfänglichkeit für den Zombie-Verdacht beruht. Mit etwas Geduld und Unvoreingenommenheit wird das vorübergehen.“ (S.36)
Wer also unvoreingenommen ist muss Dennett zustimmen...
Kapitel 2:
Dennett führt in diesem Kapitel imaginäre Wissenschaftler vom Mars ein, die den Menschen und sein Treiben rein funktional beobachten, aber kein Bewusstsein haben, sie könnten also Zombies sein.
Er kombiniert in meinen Augen ein paar zugespitzte Vorurteile, wenn er die Marsianer Theorien über menschlichen Bewusstsein aufschnappen lässt, von dem es dann heißt, „dass das Bewusstsein absolut privat ist, für Außenstehende unzugänglich, irgendwie zumindest teilweise nicht kommunizierbar und durch Naturwissenschaften auch nicht zu erforschen“. (S.39)
So sagt das aber gewiss nicht jeder, der davon überzeugt ist – und darum geht es – dass das Bewusstsein nicht vollständig über den Weg einer 3.Person Perspektive zu erschließen sei. Dass es Korrelationen zwischen Körper und Geist gibt, bestreitet heute kaum jemand, dass man anhand der Korrelationen prognostizieren kann, wie sich jemand gerade fühlt, mag ja sein, aber man selbst fühlt das Gefühl dann immer noch nicht und wie weitreichend die Korrelationen sind ist durchaus kontrovers.
Er konstruiert im Gedankenexperiment eine Situation in der es unsinnig erscheint, Qualia zu formulieren.
Dabei setzt Dennett aber bereits voraus, dass es nur das gibt, was andere Zombies nennen würden. Dass er davon überzeugt ist, dass es nur Funktionen gibt (und darüber hinaus kein Bewusstsein) war ja seine These von Beginn an. Er sagt letztlich in diesem Kapitel: Man muss doch keine Qualia unterstellen.
Dass er dieser Meinung ist, ist nach 40 Seiten inzwischen bekannt.
Dennett kritisiert weiter, dass die Behauptung eine 3.Person Sicht, die das Bewusstsein vollständig beschreibt, sei nicht möglich, „abgeschnitten von den wesentlichen Belegquellen, Daten erleuchtungsartigen Einsichten“ (S.40 f) völlig unbelegt sei. Aber sind sie das?
Die Objektbeziehungstheorie (eine Untergruppe der Psychoanalyse), arbeitet sehr wohl mit einer Theorie des Bewusstseins und nimmt die Innenperspektiven sehr ernst – Dennett vertritt zu diesem ernst nehmen eine sehr eigenartige Position, er sagt sein bevorzugter Ansatz, ich komme gleich dazu, nähme die 1.Person Perspektive sehr ernst, um dann immer wieder das Gegenteil durchblicken zu lassen – hat aber dennoch einen klar wissenschaftlichen Standpunkt.
Ein Argument was Dennett nicht gelten lassen will ist die „Vertrautheits-Methodologie“ wie er es nennt - weil der andere uns ähnlich ist, können wir uns empathisch einfühlen. Doch nichts würde seiner Ansicht nach fehlen, beschrieben wir das Bewusstsein rein aus der Sicht der 3.Person (vgl. S.42).
Aber was würde dann mit den Fragen nach der Motivation, der Selbsteinschätzung, der Fähigkeit zur Empathie (einem fundamental wichtigen diagnostischen Kriterium) passieren, wenn wir die 1.Person Sicht nicht respektieren würden?
Wie kann ich wissen, warum jemand etwas tut oder nicht tut, zu wieviel Empathie er aufzubringen in der Lage ist, wie er sich, seine Umwelt, die politischen Verhältnisse sieht, die Intensität seines Leidens oder seiner Freude oder seiner Schmerzen einschätzt oder seine Visionen einer besseren Welt, eines vernünftigen Zusammenlebens, usw. wenn ich nicht just diesen Menschen danach frage? Was sollte das ersetzen können?
Auf Seite 47 folgt dann ein ernstzunehmendes Argument, das erste in meinen Augen:
Dennett kritisiert die eigenartige Bedeutungsumkehr des Wortes kontraintuitiv im Vergleich von Wissenschaft und Philosophie. Und das ist zunächst ein gutes Argument.
Vieles in der Welt, so Dennett, ist, entgegen unseren Intuitionen, kontraintuitiv und die Wissenschaft hat es sich zur Aufgaben gemacht, explizit kontraintuitiv zu sein. Iuntutiv kreist die Sonne um die Erde, etwas, was wir jeden Tag „sehen“ können, aber die Wissenschaft lehrt uns, dass es sich gerade andersherum verhält.
Also sind unsere Intuitionen in vielen Fällen nichts wert, warum also, sollte es nun ein gutes Argument sein, wenn sich ausgerechnet die Philosophen darauf berufen eine Ansicht sei kontraintuitiv und meinen, damit sei sie schachmatt gesetzt?
Ich glaube, dass beides richtig ist. Die Wissenschaft hat schon aus ihrer Methodik heraus die Aufgabe die „Wie“-Fragen dieser Welt zu beantworten und tut das konkurrenzlos gut. Genau das meint der Funktionalismus.
Die „Warum“-Fragen (im Sinne der Bedeutung statt der Funktion) beantwortet sie nach Meinung einiger unzureichend oder gar nicht.
Die Frage, warum wir sterben müssen, könnte also so verstanden werden, dass man darauf antwortet, dass Zellen eben ein genetisches Selbstmordprogramm haben (oder so), oder sie kann als die Frage nach dem Sinn des ganzen Prozederes verstanden werden. Warum ist das so? (Warum) muss das so sein? Wie soll ich im Angesicht dieser Erkenntnis weiter leben?
Aber ist es nun ein ernstzunehmendes Argument, dass etwas kontraintuitiv ist? Man kann drüber streiten.
Dass uns Menschen viele unserer Motivationen selbst nicht bewusst sind ist eine oft bewiesene Tatsache.
Affekte, deren Reizschwelle, Dauer und Heftigkeit genetisch determiniert sind, beeinflussen unser Sosein wie es kulturelle Muster, Sprache und Praxis, vermutlich noch wesentlich intensiver tun. Die Frage ist, entsteht aus diesem Kompositum etwas, von dem ich gerechtfertigterweise sagen kann, dass ich das bin, oder wenigstens, dass das charakteristisch gerade für mich und mein erleben ist? Ja, denn gerade das zu bemerken und formulieren zu können, ist ein fundamentales Zeichen für ein funktionierendes Ich, wie ebenfalls empirische Forschungen, die Dennett ignoriert, erwiesen haben.
Haben wir einen freien Willen, oder sind wir nur determiniert? Unsere Intuition sagt uns, dass wir „jemand“ sind und einen zumindest in Teilen freien Willen haben.
Bei der Diskussion über Willensfreiheit hat es mich stets gewundert, dass Systeme die mit Schicksal usw., argumentierten in der Vergangenheit oft als fatalistisch gegeißelt wurden, wohingegen ein noch größerer Fatalismus biologischer Determiniertheit oft so kritiklos geschluckt wird. Wo er das nicht wird, offenbart sich oft ein erhebliches Erklärungsdefizit bei der Frage, was es denn nun heißen soll, determiniert zu sein (vgl. etwa B. Falkenburg in D. Struma, „Philosophie und Neurowissenschaften“, 2006 Suhrkamp).
Das ist ein anderes Thema, zeigt aber, dass auch hier noch gestritten wird.
Im folgenden geht Dennett dazu über den von ihm erfundenen oder favorisierten Ansatz der Heterophänomenologie einzuführen. (vgl.S. 48-61) Kurz gesagt geht es darum, sowohl den Bericht der 1.Person („Was haben sie erlebt? Wie fühlten sie sich dabei? Was macht es mit ihnen? Was denken sie dazu?“) ernst zu nehmen, als auch die objektiven Daten der 3.Person Perspektive: welche Hirnmuster treten auf, welche Neurotransmitter sind aktiv, wie ist der Blutdruck, sind die Pupillen geweitet oder verengt... .
Dazu gibt es einiges zu sagen:
1) Wie oben angedeutet, hat Dennett ein eigenartiges Verständnis davon, was es bedeutet, jemanden ernst zu nehmen. Für mich klingt es so – und so scheint es auch gemeint zu sein – als ob Dennett seinen Probanden zwar zuhört, aber nur um ihn in einem kontroversen Fall eventuell auf seine Wahrnehmungsfehler hinzuweisen. Dafür hat Dennett auch gute Beispiele, aber nun ist das Leben nicht nur Wahrnehmung, sondern im Wesentlichen auch Interpretation derselben. Auch beruhen lange nicht alle Meinungsverschiedenheiten auf Wahrnehmungsfehlern, sondern eben auch auf unterschiedlichen Interpretationen. Wie soll man mit jugendlichen Gewalttätern zukünftig umgehen? Sind Datenspeicherungen legitim oder überzogen? Ist der Klimawandel aufzuhalten? Das sind keine Fragen von korrekter oder fehlerhafter Wahrnehmung, auch wenn es solche Fragen gibt. Dennett aber gibt den Anschein den „objektiven“ 3.Person Sichtweisen stets mehr zu trauen. Wie eine korrekte und umfassende Interpretation der 3.Person aussehen soll, ist zu fragen.
2) Daten müssen interpretiert werden, kurz: es muss diskutiert werden, das gilt für die Philosophie, wie für die Wissenschaft. Das weiß Dennett und wir wissen es auch. Genau dieser Prozess der Diskussion, der Interpretation ist es aber der ja bei den Ansätzen der Intersubjektivität, die ein Subjekt, also eine 1.Person Perspektive benötigt, gemeint ist: „Wie ist das aus deiner Sicht?“ „Was meinst Du denn dazu?“ „Hier bin ich anderer Meinung als du.“ „Ich finde, das kann man auch so interpretieren.“ Und wenn Dennett sagt, die ganze Idee der Qualia, des Bewusstseins, der 1.Person Perspektive sei nichts als Humbug, dann ist das ja genau seine Sicht der Dinge, seine ureigene, subjektive Interpretation, der andere nicht zustimmen. Er sagt ja sinngemäß: Ich sehe es anders. Ich, Daniel C.Dennett, habe da eine andere Interpretation anzubieten. Also passiert doch hier schon das, was geleugnet wird, Interpret trifft auf Interpret, möge das bessere Argument gewinnen.
3) Im Grunde genommen ist die Heterophänomenologie ein alter Hut, den etwa die Psychoanalyse seit Jahrzehnten auf hat. Spätestens seit Otto Kernberg, vermutlich aber schon sehr viel länger, ist das was Dennett beschwört gängige Praxis und keineswegs seine Erfindung. Und die Psychoanalyse nimmt die 1.Person wirklich ernst, mitunter auch um ihre Schwierigkeiten zu erkunden (Was kann dieser Mensch nicht sehen, was ist ihm unbewusst?), aber immer wieder braucht man die 1. Person Perspektive eines Klienten in seiner Individualität um Fortschritte zu erkennen und den Menschen in „seine“ Freiheit zu führen und „seine“ Wahrheit finden zu lassen.
Auf S.54 betont Dennett zwar die 1.Person Perspektive ernst zu nehmen, aber nur vor dem Hintergrund dem anderen aufzeigen zu können, wo er sich geirrt hat. Das ist überhaupt kein gleichberechtigter Status, was Dennett erneut völlig zu übersehen scheint.
Dennett scheint auch ein eigenartiges Verständnis von unbewusst zu haben, getrübt durch seinen engen Blick allein auf Wahrnehmungsphänomene.
Er spricht von falschen Überzeugungen und interpretiert diese als Unkenntnis über Fakten (etwa des Sehfeldes oder der Farbwahrnehmung). Dennett ignoriert, dass es sehr wohl auch fehlerhafte Überzeugungen gibt, die bspw. vor dem Hintergrund einer Verdrängung stattfinden (Etwa die typisch depressive Fehldeutung Trauer anstatt Wut zu empfinden.) Oder fehlerhafte Überzeugungen aufgrund antrainierter immer wieder wiederholter Glaubenssätze. („Wenn ich es jetzt nicht schaffe, werde ich es nie schaffen.“ „Männer wollen alle immer nur das eine.“)
Und in der Tat können diese Inhalte nachträglich bewusst werden, was das Leben in Einzelfällen dramatisch verändern kann.
Für diejenigen die das Buch lesen wollen oder gelesen haben, eine Anmerkung zur Differenz von „(a) „bewusste Erlebnisse selbst““ und „(b) Überzeugungen über diese Erlebnisse“ auf S.58f, wo ich Dennett so verstehe, dass er andeuten will, dass zwischen (a) und (b) kein Unterschied sinnvoll zu formulieren ist.
Ich frage mich ob die Formulierung: „Sie hat beleidigt reagiert“ nicht eine Überzeugung ausdrückt, die auf einem prinzipiell für alle zugänglichen, aber subjektiv verschieden empfindbaren Erlebnis beruht.
Weiter fragt Dennett: „Aber was wäre, wenn sich einige Ihrer Überzeugungen nicht durch verbale Urteile ausdrücken ließen?“ (S.59) Ja, was wäre denn? Überzeugungen kann man ja ausdrücken, aber die Bewusstseinserlebnisse vielleicht nicht. Vielleicht habe ich eine Erfahrung, die mich von der Todesangst vollkommen befreit. Andere könnten das bezweifeln oder mir sagen, meine Gewissheit beruhe auf einem Denkfehler. Dieses Gefühl kann ich haben oder nicht, aber es zu erleben bleibt zunächst mir vorbehalten. Darum geht es.
Das auf S.62 folgende Argument gegen Chalmers, Dennetts Lieblingsgegner in dem Buch, ist wiederum eine Mogelpackung. Chalmers meint, es sei möglich, dass jemand interne Zustände haben kann, sich dieser internen Zustände aber nicht bewusst ist. Er wäre in Dennetts Formulierung ein Zombie. Dennett kritisiert, dass es dies in ausgedehntem Umfang nur in Gedankenexperimenten geben können und er mag diese Gedankenexperimente aus dem Grund nicht. Auch ich halte es für schwer vorstellbar, dass es Wesen geben sollte, die über sehr komplexe interne Zustände verfügen, identisch wie ein Mensch, sich gleichzeitig aber nicht über diese Zustände bewusst sein könnten. Hm.
Aber wenn Dennett hier auch punkten kann, so dürfen wir nicht vergessen, dass sein Postulat der vollständigen Beschreibbarkeit des Bewusstseins durch oder aus der Perspektive der 3.Person zur Zeit ebenfalls nicht mehr ist als ein Gedankenexperiment. De facto ist man keinesfalls so weit erklären zu können, warum jemand Bach lieber mag als Händel, wie man sich selbst etwas vormachen kann und ob jemand den kategorischen Imperativ von Kant begreift und warum er sich dran hält/nicht dran hält, wenn er ihn begreift.
Man arbeitet gerade daran herauszufinden ob und wann jemand bewusst lügt, dass wäre beeindruckend, doch noch immer sehr grob.
Auf S.65 diskutiert - na ja – Dennett den vorgebliche oder tatsächlichen praktizierten Agnostizismus innerhalb der Wissenschaft und bemerkt dazu, entgegen Goldman, der dies leugnet:
„Die Einnahme einer agnostischen Einstellung ist heutzutage so fest in der wissenschaftlichen Praxis verankert, dass sie eine Selbstverständlichkeit darstellt – was vielleicht auch der Grund dafür ist, warum er dies übersehen hat.“
Ja? Das war mein spontaner Gedanke dazu und nach kurzem Nachdenken, kamen mir Kernbergs Worte in den Sinn, der ausführlich gegen die deskriptiven und wie man es nannte „atheoretischen“ (und 3.Person perspektivischen) Ansätze bei der Konzeption des DSM-III und DSM-IV argumentierte (auf dem Mitschnitt eines Vortrags: „Psychoanalytische Diagnostik von schweren Persönlichkeitsstörungen“), die wie er sagte ideologisch gegen analytische Verfahren ausgerichtet waren und es Atheorie nannten. Dass Kernberg die Analytiker keineswegs mit Samthandschuhen anfasst und sehr wohl gravierende und begründete Einwände hat gegen rein deskriptive Verfahren hat, kann man auf dem o.a. Vortrag hören oder in seinem Buch „Schwere Persönlichkeitsstörungen“ (Klett-Cotta 1984) nachlesen.
Fortsetzung folgt
Der „Kampf“ der Atheisten gegen diejenigen die es nicht sind richtet sich nicht nur gegen den Theismus, sondern zieht weitere Kreise, bis hinein in die Philosophie.
Begriffe wie Bewusstsein, Wesen, Ich, Subjekt, Erste-Person-Perspektive und die Qualia stehen im Verdacht unsinnig zu sein, und/oder schlicht nichts zu bedeuten. Begriffe einer alten Tradition und Sichtweise, die längst überwunden scheint und die nur noch durch das konservative Festhalten oder durch liebgewonnene alte Gewohnheit am Leben erhalten werden.
Anspruchsvollster Vertreter dieser Position derzeit soll der amerikanische Philosoph Daniel C. Dennett sein, so dass ich, der ich eher eine Gegenposition vertrete, sein Buch mit einiger Spannung gelesen habe.
Um so mehr wunderte ich mich um die Armut an Argumenten, die mir begegnete.
Sicher, Dennett ist Philosoph, dass merkt man, er weiß, wovon er redet und vor allem wovon seine Kollegen reden, meint aber, all das sei im Grunde genommen nur fauler Zauber. Aber immerhin, er weiß um die Inhalte – von gelegentlich „Missverständnissen“, die taktisch sein könnten mal abgesehen -, etwas was man lange nicht von allen Subjekt- und Erste-Person-Sicht-Kritikern behaupten kann.
Dennett scheint ein profunder Kenner von Bewusstseinsstudien zu sein, aber eher auf dem Gebiet der Wahrnehmungspsychologie, warum in seinem Buch die Ansichten derer, die mit der Methode der Sicht der 1.Person vornehmlich arbeiten – Tiefenpsychologen, Psychonanalytiker – überhaupt nicht berücksichtigt, war nur eine der Fragen, die ich mir im Laufe der Lektüre stellte.
Zu guter Letzt sei noch lobend erwähnt, dass Dennetts Schreibstil locker ist, etwas was man von Philosophen nicht immer sagen kann.
Ich gehe nicht jedes Kapitel detailliert durch, sondern setzte Schwerpunkte bei dem, was mir erwähnenswert und wichtig erschien.
Es folgt Gemeckere (alle Zitate, sofern nicht anders gekennzeichnet, sind aus dem Buch „Süße Träume“ von Daniel Dennett, 2005, dt.2006, Suhrkamp):
Kapitel 1:
Dennett ist der Ansicht, dass Vertreter der Philosophie von den Erkenntnissen der empirischen Forschung zum Bewusstsein profitieren könnten, das Buch enthält einige interessante und kuriose Bewusstseinsphänomene, die durch empirische Forschung zu uns gedrungen sind.
Das „Schwierige Problem des Bewusstseins“ besteht nach Dennetts Meinung schlicht darin, dass da nach etwas gesucht wird, was es gar nicht gibt, nämlich Bewusstsein als solchem und der Qualität dieses Bewusstseins - losgelöst von Funktion, wie er wohl meint.
Manche Philosophen interessieren sich durchaus für die Ergebnisse der Empiriker und wenden sich u.a. der Physik zu und dafür hat Dennett nichts übrig. (vgl. S.20ff)
Ich kann das verstehen und habe dafür auch nicht viel übrig und ich bin durchaus der Ansicht, dass Philosophen von den Ergebnissen der empirischen Wissenschaften profitieren können und sollen. Aber Dennetts Meinung nach sollten diese Ergebnisse aus der Biologie kommen.
Dabei preist er den Funktionalismus und den Reduktionismus als Methode und bleibt hier zum ersten Mal eine Erklärung schuldig: Wenn Reduktionimus, warum dann bei biologischer Reduktion halt machen?
Ganz am Ende des Buches verkündet er dann auch, dass man einst dachte, Leben sei eine Art eigener Qualität und dass dieser vitalistische Ansatz nach Dennetts Meinung heute vollständig überwunden sei. (vgl. S.198 ) Nun gut, also warum dann keine Quantenphysik des Bewusstseins, warum darüber spötteln? Es wäre nur konsequent, eine Konsequenz die sich aus Dennetts eigenem Ansatz ergibt und die er unbegründet unerklärt lässt.
Er sagt zwar, dass „die physikalische Beschaffenheit unseres Gehirns... die gleiche ist, wie die physikalischen Beschaffenheit der Hefezellen, die sich in einer Schüssel explosionsartig vermehren“ (S.22) und der Unterschied zwischen beiden durch „die Unterschiede in der Anatomie und der Zytoarchitektur erklärt“ (S.23) würden, aber was ist das gemäß der Ansicht des Reduktionismus letztlich anderes als Physik?
Dennett lässt hier durchblicken – ohne es zu sagen – dass Leben eventuell doch eine andere „Qualität“ hat, denn ansonsten wären auch Zellen nichts weiter als Anordnung und Funktion von Materie.
Im weiteren Verlauf des Kapitels wendet sich Dennett gegen das, was er Zombieismus nennt. Das ist die Idee, dass etwas fehlte (Bewusstsein, Qualität), wenn jemand oder etwas sich zwar exakt so verhält, wie jemand von dem man annimmt, er habe Bewusstsein, aber man annimmt, dass er (der Zombie) selbst nicht über dieses Bewusstsein verfügt.
Dennett führt hier aus, wie Philosophen argumentieren, die seiner Meinung nach Zombieisten (nicht Zombies) sind, aber was eigentlich dagegen spricht, außer, dass er der Meinung ist, dass dieses „mehr“ (Der Qualität, des Bewusstseins) nur der Intuition der Philosophen geschuldet sei, darüber sagt er nichts.
Reicht das?
Das ist ja seine Grundannahme, dass nämlich Bewusstsein, Qualität usw. lediglich auf einer Intuition beruhen würde, ansonsten aber nichts weiter sei als das, was sich funktionalistisch vollständig beschreiben lässt.
Dennetts für mich wenig überzeugendes Argument ist schlicht so zu beschreiben: Vergessen wir die Behauptung (dass es mehr als Funktionen zu entdecken gäbe), dann ist alles kein Problem mehr. (vgl. S.29)
Aber der Funktionalismus hat erhebliche Schwierigkeiten einige Dinge zu erklären.
Warum nun machen sich Menschen Gedanken über Kunst, Religion, Fragen nach dem Sinn?
Funktionalistisch argumentiert sind diese Tätigkeiten schon deshalb ohne Sinn und Bedeutung, weil Sinn und Bedeutung selbst keine Vokabeln des Funktionalismus sind. Man müsste also nach Zweck und (biologischem) Nutzen Ausschau halten. Und um was kann es da gehen außer Sicherung der Fortpflanzung? Nun, es gibt Kunst und Religion, philosophische Sinnsuche und Meditation, ein Streben nach Glück und die Suche nach Liebe. Nun man könnte sagen, dass Menschen die sowas praktizieren vielleicht auf der Suche nach mehr Lebensqualität sind, etwas, was sich durchaus auch durch empirische Forschung belegen lässt, man denke an Maslow und seine Pyramide der Bedürfnishierarchien.
Sind fundamentale Wünsche, nach Schutz, Nahrung, Gemeinschaft und Sex erfüllt, beginnt der Mensch irgendwann sein Leben nicht mehr aus einer Mangelposition heraus zu definieren, sondern hat positive Wünsche nach Selbstverwirklichung, ja letztlich Selbsttranszendenz.
Nur ist mehr Qualität ja gerade ein Wunsch, der nicht sein kann, denn Qualität soll ja nur eine Illusion sein.
Wo ist also der biologische Zweck (wir erinnern uns: die Biologie treibt uns an, also muss es ein biologischer Zweck sein), dass Menschen meditieren, alles von Elvis sammeln, sich über den Sinn ihres Daseins den Kopf zermatern – statt dessen könnten sie Nachkommen zeugen, Nahrung sammeln...?
Warum unterwerfen sich Menschen der Religion oder glauben an ein höheres Wesen?
Immerhin sinkt die Zahl des Nachwuchses in den atheistischen Ländern derzeit am schnellsten. Ist nicht der Atheismus ein unbiologisches Selbstmordprogramm und nicht die Religion? Die empirischen Fakten sprächen dafür. Aber soll man überhaupt so argumentieren? Wo ist die Grenze zum naturalistsichen Fehlschluss - vom Sein aufs Sollen zu schließen – überschritten? Überzeugende Antworten bietet der Funktionalismus keinesfalls.
Dennett setzt das Gehirn des Menschen immer noch in Analogie zu einem Computer, einer Sichtweise der von vielen Stellen, nicht zuletzt von Drewermann widersprochen wurde:
„Das Gehirn ist eben deshalb so leistungsfähig, weil es eine chemische, keine elektrische oder elektronische Maschine ist; der beliebte Vergleich des Gehirns mit einem Computer ist deshalb schlechthin falsch – fast so falsch, als wollte man die Birne am Baum mit zusammen mit [... der] Glühbirne als Objekte derselben Ordnung abhandeln, nur weil beide von weitem ähnlich aussehen.“ (Eugen Drewermann, Atem des Lebens, Patmos 2006, S.233)
Drewermann liefert dafür drei Gründe: 1. chemische Synapsen sind plastisch und bieten Raum für Veränderungen, 2. chemische Synapsen sind kleiner als es bei elektrischen möglich wäre und 3. liefert gerade die Langsamkeit der chemischen Synapsen die Möglichkeit mehrere Daten „über die Zeit zu integrieren“.
Weiter unter formuliert Dennett dann auch, dass sich „herausstellen [wird], dass geistbegabte Wesen keine simplen Computer sind“ (S.33), sogar, "dass sich ihre computationalen Ressourcen bis hinab zu den subzellularen molekularen Ressourcen erstrecken, über die allein organische Gehirne verfügen. Aber die resultierenden Theorien werden weiter funktionalistsich im weiten Sinn sein.“ (S.33f)
Ist denn nun die Biologie anders als die Physik? Hat sie eine andere Qualität, die sich physikalistisch nicht einfangen lässt? Dennett spricht sich im Umfeld dieser Zitate explizit nicht nur für den Funktionalismus sondern sogar für den Minimalismus aus. Warum macht er dann nicht ernst damit und redukziert die Biologie auf Physik?
Und was jetzt eigentlich genau gegen den Zombieismus spricht, darüber schweigt sich Dennett beharrlich aus, außer, dass wir ihn seiner Meinung nach nicht brauchen, aber davon ist er ja bereits ausgegangen. Wo sind die Argumente?
Dennett bemängelt der Widerstand gegen seine Position sei „insofern instinktiv, da er völlig arational ist, ihm fehlen die Argumente und er ist durch Argumente auch nicht zugänglich“. (S.35)
Die erdrückende Last der Dennettschen Argumente muss ich wohl überlesen haben und bezeichnenderweise schließt Dennett das schwache erste Kapitel mit einem argumentum ad hominem ab (etwas was als klassischer logischer Fehler gilt und auf dem ebenfalls klassischen Fehler der petitio principii reitet Dennett später ausführlich rum) wenn er formuliert:
„Wer meine Vorhersage nicht glaubwürdig findet, könnte darüber nachdenken, ob diese Skepsis auf irgendetwas anderem als der momentanen Empfänglichkeit für den Zombie-Verdacht beruht. Mit etwas Geduld und Unvoreingenommenheit wird das vorübergehen.“ (S.36)
Wer also unvoreingenommen ist muss Dennett zustimmen...
Kapitel 2:
Dennett führt in diesem Kapitel imaginäre Wissenschaftler vom Mars ein, die den Menschen und sein Treiben rein funktional beobachten, aber kein Bewusstsein haben, sie könnten also Zombies sein.
Er kombiniert in meinen Augen ein paar zugespitzte Vorurteile, wenn er die Marsianer Theorien über menschlichen Bewusstsein aufschnappen lässt, von dem es dann heißt, „dass das Bewusstsein absolut privat ist, für Außenstehende unzugänglich, irgendwie zumindest teilweise nicht kommunizierbar und durch Naturwissenschaften auch nicht zu erforschen“. (S.39)
So sagt das aber gewiss nicht jeder, der davon überzeugt ist – und darum geht es – dass das Bewusstsein nicht vollständig über den Weg einer 3.Person Perspektive zu erschließen sei. Dass es Korrelationen zwischen Körper und Geist gibt, bestreitet heute kaum jemand, dass man anhand der Korrelationen prognostizieren kann, wie sich jemand gerade fühlt, mag ja sein, aber man selbst fühlt das Gefühl dann immer noch nicht und wie weitreichend die Korrelationen sind ist durchaus kontrovers.
Er konstruiert im Gedankenexperiment eine Situation in der es unsinnig erscheint, Qualia zu formulieren.
Dabei setzt Dennett aber bereits voraus, dass es nur das gibt, was andere Zombies nennen würden. Dass er davon überzeugt ist, dass es nur Funktionen gibt (und darüber hinaus kein Bewusstsein) war ja seine These von Beginn an. Er sagt letztlich in diesem Kapitel: Man muss doch keine Qualia unterstellen.
Dass er dieser Meinung ist, ist nach 40 Seiten inzwischen bekannt.
Dennett kritisiert weiter, dass die Behauptung eine 3.Person Sicht, die das Bewusstsein vollständig beschreibt, sei nicht möglich, „abgeschnitten von den wesentlichen Belegquellen, Daten erleuchtungsartigen Einsichten“ (S.40 f) völlig unbelegt sei. Aber sind sie das?
Die Objektbeziehungstheorie (eine Untergruppe der Psychoanalyse), arbeitet sehr wohl mit einer Theorie des Bewusstseins und nimmt die Innenperspektiven sehr ernst – Dennett vertritt zu diesem ernst nehmen eine sehr eigenartige Position, er sagt sein bevorzugter Ansatz, ich komme gleich dazu, nähme die 1.Person Perspektive sehr ernst, um dann immer wieder das Gegenteil durchblicken zu lassen – hat aber dennoch einen klar wissenschaftlichen Standpunkt.
Ein Argument was Dennett nicht gelten lassen will ist die „Vertrautheits-Methodologie“ wie er es nennt - weil der andere uns ähnlich ist, können wir uns empathisch einfühlen. Doch nichts würde seiner Ansicht nach fehlen, beschrieben wir das Bewusstsein rein aus der Sicht der 3.Person (vgl. S.42).
Aber was würde dann mit den Fragen nach der Motivation, der Selbsteinschätzung, der Fähigkeit zur Empathie (einem fundamental wichtigen diagnostischen Kriterium) passieren, wenn wir die 1.Person Sicht nicht respektieren würden?
Wie kann ich wissen, warum jemand etwas tut oder nicht tut, zu wieviel Empathie er aufzubringen in der Lage ist, wie er sich, seine Umwelt, die politischen Verhältnisse sieht, die Intensität seines Leidens oder seiner Freude oder seiner Schmerzen einschätzt oder seine Visionen einer besseren Welt, eines vernünftigen Zusammenlebens, usw. wenn ich nicht just diesen Menschen danach frage? Was sollte das ersetzen können?
Auf Seite 47 folgt dann ein ernstzunehmendes Argument, das erste in meinen Augen:
Dennett kritisiert die eigenartige Bedeutungsumkehr des Wortes kontraintuitiv im Vergleich von Wissenschaft und Philosophie. Und das ist zunächst ein gutes Argument.
Vieles in der Welt, so Dennett, ist, entgegen unseren Intuitionen, kontraintuitiv und die Wissenschaft hat es sich zur Aufgaben gemacht, explizit kontraintuitiv zu sein. Iuntutiv kreist die Sonne um die Erde, etwas, was wir jeden Tag „sehen“ können, aber die Wissenschaft lehrt uns, dass es sich gerade andersherum verhält.
Also sind unsere Intuitionen in vielen Fällen nichts wert, warum also, sollte es nun ein gutes Argument sein, wenn sich ausgerechnet die Philosophen darauf berufen eine Ansicht sei kontraintuitiv und meinen, damit sei sie schachmatt gesetzt?
Ich glaube, dass beides richtig ist. Die Wissenschaft hat schon aus ihrer Methodik heraus die Aufgabe die „Wie“-Fragen dieser Welt zu beantworten und tut das konkurrenzlos gut. Genau das meint der Funktionalismus.
Die „Warum“-Fragen (im Sinne der Bedeutung statt der Funktion) beantwortet sie nach Meinung einiger unzureichend oder gar nicht.
Die Frage, warum wir sterben müssen, könnte also so verstanden werden, dass man darauf antwortet, dass Zellen eben ein genetisches Selbstmordprogramm haben (oder so), oder sie kann als die Frage nach dem Sinn des ganzen Prozederes verstanden werden. Warum ist das so? (Warum) muss das so sein? Wie soll ich im Angesicht dieser Erkenntnis weiter leben?
Aber ist es nun ein ernstzunehmendes Argument, dass etwas kontraintuitiv ist? Man kann drüber streiten.
Dass uns Menschen viele unserer Motivationen selbst nicht bewusst sind ist eine oft bewiesene Tatsache.
Affekte, deren Reizschwelle, Dauer und Heftigkeit genetisch determiniert sind, beeinflussen unser Sosein wie es kulturelle Muster, Sprache und Praxis, vermutlich noch wesentlich intensiver tun. Die Frage ist, entsteht aus diesem Kompositum etwas, von dem ich gerechtfertigterweise sagen kann, dass ich das bin, oder wenigstens, dass das charakteristisch gerade für mich und mein erleben ist? Ja, denn gerade das zu bemerken und formulieren zu können, ist ein fundamentales Zeichen für ein funktionierendes Ich, wie ebenfalls empirische Forschungen, die Dennett ignoriert, erwiesen haben.
Haben wir einen freien Willen, oder sind wir nur determiniert? Unsere Intuition sagt uns, dass wir „jemand“ sind und einen zumindest in Teilen freien Willen haben.
Bei der Diskussion über Willensfreiheit hat es mich stets gewundert, dass Systeme die mit Schicksal usw., argumentierten in der Vergangenheit oft als fatalistisch gegeißelt wurden, wohingegen ein noch größerer Fatalismus biologischer Determiniertheit oft so kritiklos geschluckt wird. Wo er das nicht wird, offenbart sich oft ein erhebliches Erklärungsdefizit bei der Frage, was es denn nun heißen soll, determiniert zu sein (vgl. etwa B. Falkenburg in D. Struma, „Philosophie und Neurowissenschaften“, 2006 Suhrkamp).
Das ist ein anderes Thema, zeigt aber, dass auch hier noch gestritten wird.
Im folgenden geht Dennett dazu über den von ihm erfundenen oder favorisierten Ansatz der Heterophänomenologie einzuführen. (vgl.S. 48-61) Kurz gesagt geht es darum, sowohl den Bericht der 1.Person („Was haben sie erlebt? Wie fühlten sie sich dabei? Was macht es mit ihnen? Was denken sie dazu?“) ernst zu nehmen, als auch die objektiven Daten der 3.Person Perspektive: welche Hirnmuster treten auf, welche Neurotransmitter sind aktiv, wie ist der Blutdruck, sind die Pupillen geweitet oder verengt... .
Dazu gibt es einiges zu sagen:
1) Wie oben angedeutet, hat Dennett ein eigenartiges Verständnis davon, was es bedeutet, jemanden ernst zu nehmen. Für mich klingt es so – und so scheint es auch gemeint zu sein – als ob Dennett seinen Probanden zwar zuhört, aber nur um ihn in einem kontroversen Fall eventuell auf seine Wahrnehmungsfehler hinzuweisen. Dafür hat Dennett auch gute Beispiele, aber nun ist das Leben nicht nur Wahrnehmung, sondern im Wesentlichen auch Interpretation derselben. Auch beruhen lange nicht alle Meinungsverschiedenheiten auf Wahrnehmungsfehlern, sondern eben auch auf unterschiedlichen Interpretationen. Wie soll man mit jugendlichen Gewalttätern zukünftig umgehen? Sind Datenspeicherungen legitim oder überzogen? Ist der Klimawandel aufzuhalten? Das sind keine Fragen von korrekter oder fehlerhafter Wahrnehmung, auch wenn es solche Fragen gibt. Dennett aber gibt den Anschein den „objektiven“ 3.Person Sichtweisen stets mehr zu trauen. Wie eine korrekte und umfassende Interpretation der 3.Person aussehen soll, ist zu fragen.
2) Daten müssen interpretiert werden, kurz: es muss diskutiert werden, das gilt für die Philosophie, wie für die Wissenschaft. Das weiß Dennett und wir wissen es auch. Genau dieser Prozess der Diskussion, der Interpretation ist es aber der ja bei den Ansätzen der Intersubjektivität, die ein Subjekt, also eine 1.Person Perspektive benötigt, gemeint ist: „Wie ist das aus deiner Sicht?“ „Was meinst Du denn dazu?“ „Hier bin ich anderer Meinung als du.“ „Ich finde, das kann man auch so interpretieren.“ Und wenn Dennett sagt, die ganze Idee der Qualia, des Bewusstseins, der 1.Person Perspektive sei nichts als Humbug, dann ist das ja genau seine Sicht der Dinge, seine ureigene, subjektive Interpretation, der andere nicht zustimmen. Er sagt ja sinngemäß: Ich sehe es anders. Ich, Daniel C.Dennett, habe da eine andere Interpretation anzubieten. Also passiert doch hier schon das, was geleugnet wird, Interpret trifft auf Interpret, möge das bessere Argument gewinnen.
3) Im Grunde genommen ist die Heterophänomenologie ein alter Hut, den etwa die Psychoanalyse seit Jahrzehnten auf hat. Spätestens seit Otto Kernberg, vermutlich aber schon sehr viel länger, ist das was Dennett beschwört gängige Praxis und keineswegs seine Erfindung. Und die Psychoanalyse nimmt die 1.Person wirklich ernst, mitunter auch um ihre Schwierigkeiten zu erkunden (Was kann dieser Mensch nicht sehen, was ist ihm unbewusst?), aber immer wieder braucht man die 1. Person Perspektive eines Klienten in seiner Individualität um Fortschritte zu erkennen und den Menschen in „seine“ Freiheit zu führen und „seine“ Wahrheit finden zu lassen.
Auf S.54 betont Dennett zwar die 1.Person Perspektive ernst zu nehmen, aber nur vor dem Hintergrund dem anderen aufzeigen zu können, wo er sich geirrt hat. Das ist überhaupt kein gleichberechtigter Status, was Dennett erneut völlig zu übersehen scheint.
Dennett scheint auch ein eigenartiges Verständnis von unbewusst zu haben, getrübt durch seinen engen Blick allein auf Wahrnehmungsphänomene.
Er spricht von falschen Überzeugungen und interpretiert diese als Unkenntnis über Fakten (etwa des Sehfeldes oder der Farbwahrnehmung). Dennett ignoriert, dass es sehr wohl auch fehlerhafte Überzeugungen gibt, die bspw. vor dem Hintergrund einer Verdrängung stattfinden (Etwa die typisch depressive Fehldeutung Trauer anstatt Wut zu empfinden.) Oder fehlerhafte Überzeugungen aufgrund antrainierter immer wieder wiederholter Glaubenssätze. („Wenn ich es jetzt nicht schaffe, werde ich es nie schaffen.“ „Männer wollen alle immer nur das eine.“)
Und in der Tat können diese Inhalte nachträglich bewusst werden, was das Leben in Einzelfällen dramatisch verändern kann.
Für diejenigen die das Buch lesen wollen oder gelesen haben, eine Anmerkung zur Differenz von „(a) „bewusste Erlebnisse selbst““ und „(b) Überzeugungen über diese Erlebnisse“ auf S.58f, wo ich Dennett so verstehe, dass er andeuten will, dass zwischen (a) und (b) kein Unterschied sinnvoll zu formulieren ist.
Ich frage mich ob die Formulierung: „Sie hat beleidigt reagiert“ nicht eine Überzeugung ausdrückt, die auf einem prinzipiell für alle zugänglichen, aber subjektiv verschieden empfindbaren Erlebnis beruht.
Weiter fragt Dennett: „Aber was wäre, wenn sich einige Ihrer Überzeugungen nicht durch verbale Urteile ausdrücken ließen?“ (S.59) Ja, was wäre denn? Überzeugungen kann man ja ausdrücken, aber die Bewusstseinserlebnisse vielleicht nicht. Vielleicht habe ich eine Erfahrung, die mich von der Todesangst vollkommen befreit. Andere könnten das bezweifeln oder mir sagen, meine Gewissheit beruhe auf einem Denkfehler. Dieses Gefühl kann ich haben oder nicht, aber es zu erleben bleibt zunächst mir vorbehalten. Darum geht es.
Das auf S.62 folgende Argument gegen Chalmers, Dennetts Lieblingsgegner in dem Buch, ist wiederum eine Mogelpackung. Chalmers meint, es sei möglich, dass jemand interne Zustände haben kann, sich dieser internen Zustände aber nicht bewusst ist. Er wäre in Dennetts Formulierung ein Zombie. Dennett kritisiert, dass es dies in ausgedehntem Umfang nur in Gedankenexperimenten geben können und er mag diese Gedankenexperimente aus dem Grund nicht. Auch ich halte es für schwer vorstellbar, dass es Wesen geben sollte, die über sehr komplexe interne Zustände verfügen, identisch wie ein Mensch, sich gleichzeitig aber nicht über diese Zustände bewusst sein könnten. Hm.
Aber wenn Dennett hier auch punkten kann, so dürfen wir nicht vergessen, dass sein Postulat der vollständigen Beschreibbarkeit des Bewusstseins durch oder aus der Perspektive der 3.Person zur Zeit ebenfalls nicht mehr ist als ein Gedankenexperiment. De facto ist man keinesfalls so weit erklären zu können, warum jemand Bach lieber mag als Händel, wie man sich selbst etwas vormachen kann und ob jemand den kategorischen Imperativ von Kant begreift und warum er sich dran hält/nicht dran hält, wenn er ihn begreift.
Man arbeitet gerade daran herauszufinden ob und wann jemand bewusst lügt, dass wäre beeindruckend, doch noch immer sehr grob.
Auf S.65 diskutiert - na ja – Dennett den vorgebliche oder tatsächlichen praktizierten Agnostizismus innerhalb der Wissenschaft und bemerkt dazu, entgegen Goldman, der dies leugnet:
„Die Einnahme einer agnostischen Einstellung ist heutzutage so fest in der wissenschaftlichen Praxis verankert, dass sie eine Selbstverständlichkeit darstellt – was vielleicht auch der Grund dafür ist, warum er dies übersehen hat.“
Ja? Das war mein spontaner Gedanke dazu und nach kurzem Nachdenken, kamen mir Kernbergs Worte in den Sinn, der ausführlich gegen die deskriptiven und wie man es nannte „atheoretischen“ (und 3.Person perspektivischen) Ansätze bei der Konzeption des DSM-III und DSM-IV argumentierte (auf dem Mitschnitt eines Vortrags: „Psychoanalytische Diagnostik von schweren Persönlichkeitsstörungen“), die wie er sagte ideologisch gegen analytische Verfahren ausgerichtet waren und es Atheorie nannten. Dass Kernberg die Analytiker keineswegs mit Samthandschuhen anfasst und sehr wohl gravierende und begründete Einwände hat gegen rein deskriptive Verfahren hat, kann man auf dem o.a. Vortrag hören oder in seinem Buch „Schwere Persönlichkeitsstörungen“ (Klett-Cotta 1984) nachlesen.
Fortsetzung folgt
dennett der atheist der irgendwie in die philosophie hinein seine kreise zieht und nicht nur theisten belästigt??
, Michael Stone (1980, 1990, 1993a) und Vamik Volkan (1976, 1987). Die normale Persönlichkeit ist in erster Linie gekennzeichnet durch ein integriertes Selbstkonzept und ein integriertes Konzept von wichtigen Bezugspersonen [etwas, über das uns nur die Subjektperspektive Auskunft geben kann - cab]. Sind diese beiden Strukturelemente der Persönlichkeit vorhanden, sprechen wir von „Ich-Identität“ (Erikson 1956a, b; Jacobson 1964). Erkennbar werden sie an dem inneren Gefühl für Selbstkohärenz und dem damit verbundenen äußeren Ausdruck. Ein integriertes Selbstkonzept bildet die grundlegende Voraussetzung für ein normales Selbstwertgefühl, Freude am eigenen Selbst und am Leben. Das eigene Selbst in seiner Ganzheit zu sehen verleiht die Fähigkeit zur Verwirklichung eigener Wünsche, zur Entwicklung des eigenen Potentials sowie die Fähigkeit zum Eingehen von langfristigen Beziehungen. Ein integriertes Konzept von wichtigen Bezugspersonen verleiht die Fähigkeit zur richtigen Einschätzung anderer Menschen und zur Empathie sowie zur emotionalen Besetzung anderer Menschen; auch gehört dazu die Fähigkeit, eine reife Form der Abhängigkeit zu entwickeln und gleichzeitig das konsistente Gefühl für die eigene Autonomie zu bewahren."