witko
ist eine überspitzte Formulierung. Dennoch befinden wir uns mitten in einer geschichtlich beispiellosen Veränderung, die erstaunlicherweise kaum Diskussionen auslöst. Seit Beginn des vorletzten Jahrhunderts ist jede Generation Deutscher zahlenmäßig kleiner als ihre Elterngeneration, in den deutschen Nachkriegsstaaten um durchschnittlich ein Drittel!
Betroffen von dem Phänomen an sich ist die gesamte westliche Welt, in Europa bemerkenswerter Weise die Staaten mit einer faschistischen Phase in ihrer Geschichte (Deutschland, Italien, Spanien, Griechenland) besonders stark.
Welche unserer ganz aktuellen Probleme - neben der ewigen Rentendiskussion - hängen bereits mit der Entwicklung zusammen, ohne dass wir es wahrhaben wollen? Wie verändern sich unser Arbeitsleben, unser Alltag, die öffentliche Infratsruktur...in den nächsten Jahrzehnten?
Was sind möglicherweise die Vorteile/Chancen, was die Nachteile/Risiken der Entwicklung?
Wie gehen wir damit um, falls, auch wenn "irgendwann mal" die öffentlichen Schulden angefangen werden zu tilgen, die Verschuldung je Einwohner trotzdem nicht abnimmt oder gar weiter wächst? Nimmt vielleicht das Verkehrsaufkommen perspektivisch weiter zu oder ab? Wieviel Staßennetz und wieviel Wasser/Abwassernetz, dass wir heute bauen, brauchen wir künftig noch?
Undundund...
Interessant wäre, Quervergleiche zu anderen Ländern (Japan, USA, China...Indien) zu ziehen oder aber Entwicklungen aus der Geschichte aufzugreifen. Die letzte nachhaltige Bevölkerungsschrumpfung in Deutschland dürfte wohl der 30jährige Krieg verursacht haben.
witko
Phil(osoph)
Deutschland hat die niedrigste Geburtenrate in der europäischen Union. Ob das wirklich mit Kriegen zusammenhängt?
Wieso liegt Frankreich dann an zweiter Stelle?
witko
Hallo Phil,
ich hatte ja die Hoffnung auf eine Reaktion aufgegeben...
Den Zusammenhang sehe ich eher intuitiv, gebe ich zu. Aber der bezieht sich zuerst auf faschistische Regierungssyteme, weniger auf eine Kriegsbeteiligung überhaupt - zu der einige ja nicht gefragt wurden.
Meinst Du mit 2. Stelle, Frankreich habe die zweithöchste (in Europa)? Die 2.-niedrigste dürfte es nicht haben.
Meines Wissens betreibt seit der Nachkriegszeit aktive Bevölkerungspolitik, wozu ein zentrales staatliches Forschungsinstitut eingerichtet wurde. Erklärtes!! Ziel seit de Gaulle ist, perspektivisch in der Bevölkerungsstärke mit Deutschland mitzuhalten bzw. es zu übertreffen - mit anderen Worten: einwohnerstärkste westeuropäische Nation zu werden.
Diese politischen Gedankengänge sind in den unterlegen Staaten des Krieges einerseits verpönt, andererseits hat m. E. gerade in den ehem. faschistischen Staaten wohl eine extreme Gegenbewegung zu staats- und gesellschaftstragenden Gedanken eingesetzt.
In Deutschland feiert der Individualismus, ja der Narzissmus, fröhlich Urständ. Mit ihm geht ein beinahe Paranoia zu nennendes Misstrauen gg. Gemeinsinn und -wohl einher. Der faktische Lebensentwurf (nicht der verkündete, nur wird der vor sich her geschoben) ist der des alleinverantwortlichen und für sich verantwortlichen Singles.
Ein konservatives, im Ergebnis kinderfeindlichen Milieu - "Der Staat darf keine Lufthoheit (!!??) über die Kinderbetten (mehr) haben" - ergänzt sich mit eher liberal eingestellten hedonistischen Haltungen zu einer zukunftsfeindlichen Allianz.
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Aus welcher Quelle hast Du die Geburtenraten?
Gruß
witko
Deichkind
| Zitat: |
| Welche unserer ganz aktuellen Probleme - neben der ewigen Rentendiskussion - hängen bereits mit der Entwicklung zusammen, ohne dass wir es wahrhaben wollen? Wie verändern sich unser Arbeitsleben, unser Alltag, die öffentliche Infratsruktur...in den nächsten Jahrzehnten |
Auf jeden fall wird man nicht mehr mit 65 in rente gehen, sondern die Lebenarbeitszeit verlängert sich,
vll in den supermärkten werden viel mehr produkte auf ältere leute zugeschnitten sein,
man wird sich immer wieder fortbilden müssen, also lebenlanges Lernen, um dem innovationstempo gerecht zu werden,
Noch ne Anmerkung zum Schluss: Ich finde, junge Politiker sollten mehr zu sagen haben, da die vielen Alten nicht in die zukunft schauen, sondern nur versuchen zu behalten, was sie jetzt haben (besitzstandswahrerei).
MfG
Phil(osoph)
Hi witko

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| Zitat: |
Original von witko
Hallo Phil,
ich hatte ja die Hoffnung auf eine Reaktion aufgegeben...
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Keine Sorge
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Original von witko
Meinst Du mit 2. Stelle, Frankreich habe die zweithöchste (in Europa)? Die 2.-niedrigste dürfte es nicht haben.
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Oh, stimmt, das habe ich etwas unklar ausgedrückt. Ich meinte natürlich, dass Frankreich die zweithöchste Geburtenrate nach Irland in Europa besitzt.
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Original von witko
Aus welcher Quelle hast Du die Geburtenraten?
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Aus dem stern, in dem vor einiger Zeit ein sehr interessantes Titelthema wie folgt lautete: "Land ohne Kinder - Die familienfeindliche Gesellschaft: Wie Deutschland seine Zukunft verspielt", in dem sehr scharf mit dem "Seniorenheim" Deutschland ins Gericht gegangen wird und immer wieder Vergleiche zum uns familientechnisch weit überlegenen Frankreich gezogen werden.
Mit 8,7 Geburten auf 1000 Einwohner hat Deutschland neben Slowenien wie gesagt die niedrigste Geburtenrate der EU und rangiert in einem Weltbank-Vergleich zwischen 190 Staaten auf Platz 185. Unablässig sinkt die Zahl der Kinder, die jährlich in der BRD zur Welt gebracht werden: während 1950 auf dem Gebiet des heutigen Deutschland noch knapp über eine Million Babys zur Welt kamen, waren es 2004 nach einer vorläufigen Schätzung des statistischen Bundesamts nur noch 705600. Was einst als "Alterspyramide" bezeichnet wurde - viele Kinder, wenig Senioren -, ist hierzulande längst zum angefressenen Pilz mutiert. Schon im Jahr 2035 werden die Deutschen das Volk mit dem höchsten Durchschnittsalter weltweit sein; jeder Berufstätige muß dann für einen Ruheständler aufkommen.
Gruß,
Phil
witko
Allerdings ist Frankreich damit lediglich einäugig unter Blinden.
Hier mal etwas Material:
Artikel
Grafik ist hier wohl "zuviel"??
Dann unser Pilz oder auch zerzauste Tanne heute und in Zukunft als Link:
Demographietanne
witko
Auszüge aus einer Pressemitteilung des BMI von 2001
| Zitat: |
Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland ist rückläufig und wird dies nach der letzten Bevölkerungsvorausberechnung, die bis zum Jahre 2050 reicht, auch bleiben. In vielen Bereichen der Wirtschaft gibt es schon heute einen gestiegenen Bedarf an qualifizierten Fach- und Führungskräften, der über die nationalen Arbeitsmärkte nicht gedeckt werden kann. Zwar kann Zuwanderung alleine das Problem des Bevölkerungsrückgangs und die damit verbundenen Probleme wie die Überalterung der deutschen Gesellschaft nicht lösen. Eine intelligente, geregelte Zuwanderungspolitik kann jedoch im Verbund mit anderen Maßnahmen helfen, die bevorstehenden und erkannten Probleme abzufedern.
...
Gestiegenen Bedarf an Fach- und Führungskräften decken
Die Bundesrepublik Deutschland steht ähnlich wie andere hochindustrialisierte Staaten vor der Situation, in einigen Bereichen der Wirtschaft, insbesondere in der Biotechnologie und der Informations- und Kommunikationstechnologie, einen gestiegenen Bedarf an qualifizierten Fach- und Führungskräften über die nationalen Arbeitsmärkte nicht decken zu können.
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Angesichts einer Arbeitslosigkeit von 3,7 Millionen Menschen kann von einem allgemeinen Arbeitskräftemangel in Deutschland keine Rede sein. Es gibt jedoch einige Tätigkeitsbereiche, in denen ein großer Anteil der insgesamt 1,5 Millionen offenen Stellen nicht besetzt werden kann. Insbesondere technologie- und wissensintensive Unternehmen des Dienstleistungsbereichs sind oft nicht in der Lage, offene Stellen für Ingenieure, Informatiker und Mathematiker mangels geeigneter inländischer Bewerber zu besetzen...
Bereits heute ist absehbar, dass der künftige Arbeitskräftebedarf weder durch verstärkte Anstrengungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung noch durch eine intensivere Aktivierung des inländischen Arbeitskräftepotenzials in ausreichendem Maße gedeckt werden kann.
Bevölkerungsrückgang abfedern
Wie wird sich die Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten entwickeln? Wie wird sich die Zuwanderung auf die Bevölkerungsentwicklung auswirken? Diese und andere Fragen werden durch die 9. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Bundes und der Länder beantwortet.
Die Berechnung zur Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2050 geht schlimmstenfalls davon aus, dass die Bevölkerung auf etwa 59 Millionen Einwohner zurückgehen wird.
Gründe hierfür sind:
das seit 30 Jahren zu niedrige Geburtenniveau: Das sog. "Reproduktionsniveau" liegt bei 2.100 Kindern pro 1.000 Frauen, zur Zeit liegt die Geburtenrate bei ca. 1.400 Kindern.
die seit Jahrzehnten zunehmende Lebenserwartung: Heute ist die Lebenserwartung für Neugeborene um ca. 30 Jahre höher als vor 100 Jahren und wird bis 2050 um weitere vier Jahre steigen.
Grund dafür ist die glücklicherweise zurückgehende Säuglings- und Kindersterblichkeit, die vor hundert Jahren für Neugeborene bei 20 % lag, 1979 auf 2,3 % zurückgegangen ist und zur Zeit bei 5 Promille im ersten Lebensjahr liegt.
Neben Geburten und Sterbefällen bestimmen die Zu- und Fortzüge aus dem bzw. in das Ausland die Bevölkerungszahl und den Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland...
In den letzten 40 Jahren (von 1959 bis 199
zogen fast 30 Millionen Menschen nach Deutschland während über 21 Millionen Menschen aus Deutschland ins Ausland zogen, ein positiver Wanderungssaldo von insgesamt 8,753 Millionen Menschen. In den letzten acht Jahren (1991 bis 199
betrug der Wanderungsüberschuss alleine fast 5,8 Millionen Menschen.
...
Bei einem jährlichen Wanderungsgewinn von 100.000 Personen von 2000 bis 2049 wird die Bevölkerung auf 65 Millionen sinken und der Altenquotient bei 80 liegen (derzeit 40!!).
Bei einem jährlichen Wanderungsgewinn von 200.000 Personen von 2000 bis 2049 wird die Bevölkerung auf 70 Millionen sinken und der Altenquotient bei 75 liegen.
Ohne Zuwanderungsüberschüsse sinkt die Bevölkerung auf 59 Millionen und der Altenquotient wird bei 84 liegen.
Alternativ würde eine spätere Altersgrenze von 77 Jahren theoretisch zum Ergebnis führen, dass das Verhältnis der Bevölkerung im Renten- und Erwerbsalter konstant bleibt.
Unter der Annahme einer höheren Zuwanderung (Variante 2) und einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 65 Jahre würde der heutige Altenquotient nur von heute 40 auf 52 im Jahre 2050 ansteigen.
Das eine "Bestandserhaltungsmigration" (das Verhältnis der 15 bis 64-jährigen zu den über 64-jährigen bleibt gleich) illusorisch ist, zeigt eine Modellrechnung der Vereinten Nationen, nach der dann von 1995 bis 2050 fast 190 Millionen Zuwanderer nach Deutschland kommen müssten (Pro Jahr 3,4 Millionen Personen). |
Und ein kleines Teilproblemchen! der öffentlichen Finanzen:
http://www.iwkoeln.de/default.aspx?p=img&i=32758
Es ist absehbar, dass sich bereits in den nächsten 10 Jahren die Ausgaben der öffentlichen Hand für ehem. Beamte verdoppeln, Tendenz weiter steigend. Natürlich wurden dafür vorsorglich Rücklagen bei den Kommunen, den Bundesländern und beim Bund geschaffen...
Die Entwicklung ist ähnlich der anderer Versorgungssysteme (BfA, LVA usw.)
Hirschi
Also gesamt gesehen werden wir uns über zu wenig Menschen nicht beschweren können. Auf Deutschland bezogen könnte man vielleicht folgende Denkansätze verfolgen:
- Wir Deutsche nehmen alles sehr ernst. Wir sind die grundlichsten im Krieg gewesen, waren die besten Erfinder und sind DIE Mustereuropäer (vom Haushalt mal abgesehen), die mit ihren Beträgen und übergenauen Umsetzungen der EU-Richtlinien ganz vorn stehen. Diese Genauigkeit kann uns nun auch in der Form zum Verhängnis werden, dass wir die Individualisierung viel zu genau nehmen.
- Es ist vielleicht auch einfach Zeit, dass wir von der Erde so langsam verschwinden. Es ist quasi ein natürlicher Prozess, den wir nicht aufhalten können. Die Germanen sind vielleicht schon die Dinos unter den Menschen
MfG
Hirschi
Kuranai
So ein Quatsch !
...Wir sind nur keine Massenware

Schonmal was von Qualität gehört?1
Es wäre doch langfristig sinnlos, nur deswegen Kinder in die Welt zu setzen, weil der Generationenvertrag z.Z. nicht mehr funktioniert.
Ähnlich sinnlos ist es keine Kinder in die Welt zu setzen, weil man ihnen diese ach so schlecht Welt nicht zumuten will.
*laber* *bla* ... Nur weil wir uns nicht ausbreiten wie die Pest heißt das nicht, dass wir aussterben.
Da wo das Bevölkerungswachstum am größten ist, geht es den Menschen am schlechtesten; wobei eher letztgenanntes die Ursache und das erste die Wirkung ist.
dein6Sinn
Mich wunderts nicht, dass immer weniger Frauen Kinder bekommen. Dann wollen die meisten Frauen auch studieren, was auf einer FH ca. 4 Jahre dauert und auf der Uni um mind. die hälfte der Zeit länger. Bis Sie fertig sind, sind sie um die 26 Jahre. Nur, was bringt mir ein Studium ohne Berufspraxis? Nichts. Also werde ich erst mal ein paar Jahre arbeiten gehen und dann bin ich bereits 30 wenns gut geht. Nun wird mir ja auch die Studienzeit nicht zur Pension dazu gerechnet, wenn ich jetzt auch noch ein Kind bekomme und 2 Jahre daheim bin kann ich arbeiten bis ich 70 bin.
Es gibt derzeit die Werbung, dass die Karenzzeit in die Pension eingerechnet wird, aber nachdem nichts so einfach ist wie es klingt würde mich interessieren wo da der Haken ist.
Scorp
Meiner Meinung muss man zu allererst von der urtümlichen Rollenverteilung wegkommen, was logischerweise die Gleichberechtigung, im besonderen
die Gleichentlohnung, voraussetzt. Somit könnte ein Mann die "Mutterrolle" übernehmen und Frau ihrer Karriere nachgehen.
Im übrigen Pension ist ja eine nette Sache aber ich würde in Zukunft nichtmehr auf Vater Staat vertraun - das Sozialsystem der BRD ist ein Relikt aus
den goldenen Jahren und heute unmöglich finanzierbar, allerhöchstens reformierbar,trotzdem eine großartige Sache auf die man Stolz sein sollte

.
Im übrigen niemals vergessen
UNS GEHT ES UNGLAUBLICH GUT
dein6Sinn
Ja sicher, werd ich auch eine private Pensionsversicherung machen, aber wenn ich nicht arbeiten gehe, woher Geld nehmen? Aber sag mir mal, wieviele Männer du schon getroffen hast, die Hausmann spielen wollen. Ich nicht viele...
Viviane
ich denka uf die dauer werden wir eher wieder in die traditionelle rollenverteilung zurückfallen-sry, aber (ob mit oder ohne zusammenhang) seit z.b. frauen regelmäßig aufs gymnasium gehen ist das bildungsnieveau kontinuierlich gesungen-welcher 20jährige würde heute noch ein abitur von 1925 bestehen?
dazu mehr bei nachfrage.
die arbeitslosigkeit wird sich irgendwann zwischen 2020 und 2040 relativieren bzw. es wird dann ein arbeitskräftemangel sein-ewig KANN man die babyboomgeneration nicht im beruf halten. spätestens dann wäre ein neuer babyboom zumindest möglich-weil die menschen wieder chancen sehen.
interessant zum regierungskonzept: frankreich hat keine kinder weil man job und kinder unter nicht unter einen hut kriegt. lösung? kindergärten und krippen errichten, damit sich beides vereinen lässt.
deutschland hat keine kinder weil man job und kinder nichtu unter einen hut kriegt. lösung? familien geld zahlen damit einer nicht arbeiten muss.
dein6Sinn
Ich hoff mal, dass das Zurückfallen in die alten Rollen erst wieder kommt wenn ich nicht mehr da bin. Würde es gar nicht aushalten, den ganzen Tag daheim zu bleiben und Haushalt zu machen. Da muss man ja verrückt werden
Kuranai
Das Ganze ist doch wiedermal nicht zu pauschalisieren.
Du kannst z.B. auch zu Hause n Bisschen was programmieren und simulieren :p
...Meinen Job könnte ich auch zu Hause machen
und wer selbstständig ist hat auch andere Bedingungen, der kann seine Arbeitszeiten anpassen.
Nur, wer solchen Luxus nicht hat...also mal wieder die Unterschicht

- hat das Problem.
witko
Ich glaube, das gerade die heuchlerische Hochhaltung der alten Rollen - ungeachtet der fortschreitenden Realität - ein Hauptgrund für den Stand der Dinge ist.
Da sitzen seit Jahrzehnten die drei berühmten Affen zusammen, der eine ist erzkonservativ, der andere kursichtig, der dritte hedonistisch: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen .
War nicht gerade Westdeutschland und die Mittelmeerländer - die mit der niedrigsten Geburtenrate in Europa seit längerem nämlich - diejenigen, die das soziale Bild der Hausfrau am Herd und des berufstätigen Mannes am ausgeprägtesten gepflegt haben?
Was könnte man tun?
Ich sehe keine Weg "zurück" und ernsthaft wollen kann ihn auch niemand. Dennoch liegt auf der Hand, dass doch einiges schiefläuft; und nicht erst seit einigen Jahren.
Ist es nicht machbar, als vernunftbegabte Wesen Entwicklungen zu beeinflussen, die offensichtlich zu Problemen führen? Und von der Schwere derselben haben wir keine Vorstellung. Seit 400 Jahren herrscht in Deutschland "Wachstumsmentalität". Wenn nunmehr Medien und Wirtschaftsweise ratlos Stagnation verkünden...warum kommt man nicht auch auf eine der nächstliegenden, einfach einleuchtenden Ursachen? Man wälzt makroökonomische Modelle, und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Viviane
witko: das ist ja sehr nett, dein link. patentlösungen ohne begründungen.
witko
@Kuranai,
natürlich ist nichts zu pauschalisieren, aber ganz ohne Verakkgemeinerungen dürfte alles Denken schlicht unmöglich sein. Es handelt sich um Thesen. Das heißt nicht, das dahinter keinerlei Überlegung steckt.
Und es ist beileibe nicht so, dass Jede und Jeder, der eigentlich nicht ständig an einem bestimmten (sog. Arbeits-)Platz körperlich präsent zu sein bräuchte, dies auch anders gestalten kann. Gerade bei vielen Angestellten, selbst in der öffentlichen Verwaltung, hinkt der Machbarkeit das Denken und Fühlen um ca. 30 Jahre hinterher. Und es hat nichts mit "Unterschicht" zu tun, wenn Referenten-Innen in einem Ministerium ihre 40-Stunden-Wochen nach Stechuhr ableisten, obwohl sie bspw. rechtliche Beurteilungen auch in einer familiär verträglicheren Art abfassen könnten.
@Viviane
Ein bisschen mehr als nur nett ist er schon. "Patent"-Lösung ist eine sehr schlimme Killerphrase, aber lieber eine solche Lösung - auch wenn sie von sich aus kein Patent anstrebt- als keine.
Es sind doch harauskristallisierte Thesen aus einer Forschungsarbeit, wie das nun mal so ist. Für eine Diskussion sind aber Thesen sicher geeigneter als ein 400-Seiten-Gutachten. Aber wenn Du doch interessiert sein solltest, kann ich gern mit mehr Informationen dienen. Ich hatte allerdings bisher erfahren, dass mit allzuviel Faktenhuberei die Leute überfordert reagiern und abwinken, ehe sie überhaupt die grauen Zellen in Wallung bringen.
Gruß
witko
humanoid
Einigermaßen bei mir auch schätze ich mal. *g*
H.
witko
Hut ab vor dem Einstand. Dafür lohnt sich ´ne Forumsmitgliedschaft.
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