EU-Grundrechte-Charta

Archibald
@ taci:

Dann drücke doch mal in allgemeiner Sprache aus, auf was du genau hinauswolltest..........
tacitglory
@Archibald:
Zitat:
Naja, aber hauptsächlich gilt: Das Tragen von Symbolen und Zeichen, wird im Artikel 10 nicht erwähnt. Es wird somit weder ein eingeschränktes, geschweige denn uneingeschränktes Recht für das Tragen jeglicher Symboliken eingeräumt.


Ich wollte nur wissen ob das Beamtengesetz irgendwie eine Sonderstellung neben der Charta hat, oder ob es in diesem Punkt (das Tragen von religiössen Symbolen) nicht gilt und die Charta in Kraft tritt, oder ob dieser Punkt wirklich quasie als Interpretationspunkt da ist ?

@Shui:
Zitat:
Weiterhin gilt in diesem Sinne auch die Religionsfreiheit der Schüler, was nun bedeutet, dass sie nicht durch Schule/Staat in eine bestimmte Richtung gedrängt werden dürfen...


Sollte aber gerade deshalb nicht den Schülern Religionstolleranz (gegenüber Andersgläubigen) beigebracht und somit das tragen eines Kreuzes etc. erlaubt werden.
Shui
Zitat:
Sollte aber gerade deshalb nicht den Schülern Religionstolleranz (gegenüber Andersgläubigen) beigebracht und somit das tragen eines Kreuzes etc. erlaubt werden.

Komischer Zusammenhang...
Was hat denn das Tragen eines Symboles mit Toleranz zu tun?
Nehmen wir das Kreuz, so wirst du auch genug Leute treffen, die ein Kreuz tragen, ohne auch nur ansatzweise christlich zu sein. Dann kann man da auch wenig über Toleranz lernen.

Glaubst du echt, die Schüler würden toleranter werden, wenn Lehrer Kreuze und ähnliches tragen?
Lehrer erfüllen eine gewisse Vorbildfunktion, diese soll aber nicht dazu genutzt werden, die Kinder in eine bestimmte politische oder religiöse Richtung zu lenken. Das hängt auch mit der Trennung von Kirche und Staat zusammen, woraus ja auch die Neutralität des Staates entspringt.


MfG Shui
tacitglory
@Shui:
Zitat:
Glaubst du echt, die Schüler würden toleranter werden wenn Lehrer Kreuze und ähnliches tragen?

Die Frage kann man auch umdrehen:
Glaubst du echt, die Schüler würden christlicher, muslimischer, etc. werden nur weil sie bei ihrem Lehrer ein Kreuz, Kopftuch etc. sehen.

(Wenn es um eine Grundschule oder einen Kindergarten geht stimme ich dir zu.)

In Punkto Weiterführende Schulen aber nicht. Ich denke, wenn die Schüler sehen, dass unterschiedliche Lehrer unterschiedlichen Religionen angehöhren, könnte so eine Art von Akzeptanz gegenüber diesen entstehen. Das müsste im religionsunterricht natürlich erwähnt und erklärt werden (Zumindest war das bei mir der Fall-->Wir haben uns die Weltreligionen im Unterricht angesehen und besprochen, wobei mir, jetzt im Rückblick keine bevorzugung einfällt).

Ich gehe ja auch nicht davon aus, dass danach weltfrieden und Große Toleranz herrschen würde (Diese Worte Scheinen zu Menschenmassen nicht zu passen).
Aber immerhin. Wozu ist der Religionsunterricht sonst da? Um zu wissen wo Moses und die Anderen religiösen Figuren überall waren? Damit Man gesagt bekommt, was man darf und was nicht (In diesem Punkt ist mir der Philo-Unterricht lieber)? Das währe traurig finde ich.

ps.: sag mir bitte wenn ich mich irre, aber bedeutet Toleranz nicht, dass man akzeptiert wird (bzw. selbst jemanden akzeptiert)? Um akzeptiert zu werden muss man sich aber erst auten dürfen.

Zitat:
Dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu wechseln, und die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung einzeln oder gemeinsam mit anderen öffentlich oder privat durch Gottesdienst, Unterricht, Bräuche und Riten zu bekennen...

(Missverstehe ich etwas bei diesem zitat?)
Shui
Zitat:
Glaubst du echt, die Schüler würden christlicher, muslimischer, etc. werden nur weil sie bei ihrem Lehrer ein Kreuz, Kopftuch etc. sehen.

Lehrer sind Vorbilde rund von Vorvbildern schaut man sich eben so manches ab. Insofern: Ja, das glaube ich.
Freilich, gehen wir ejtzt von gebildeten, mündigen Jugendlichen aus, die vielerlei Dinge hinterfragen, dann ist es völlig egal, welche Symbole da irgendjemand trägt... Nur so ist es eben nicht. Es ist nicht jeder in der Lage, so etwas objektiv zu betrachten.

Zitat:
dass unterschiedliche Lehrer unterschiedlichen Religionen angehöhren

Und wie möchtest du das garantieren? Vorher festlegen, dass 30% der Lehrer Christen sein müssen? Und 10% Juden? 25% Muslime? 31% Buddhisten?
Was machst du, wenn nun aber alle Lehrer einer Religion angehören?

Zitat:
Wozu ist der Religionsunterricht sonst da?

Ich hab keien Ahnung, ich hatte seit jeher Ethik und bin damit immer gut gefahren.
Schätze mal der Unterricht dient dazu, das die Schüler die sich mit dem Verstehen von Texten schwer tun einfach was haben dass die fein auswendig lernen können... Naja oder so, bezweifle dass in meienr Klassenstufe jemand aus anderen Gründen Religionsunterricht gewählt hat O.o

Zitat:
Missverstehe ich etwas bei diesem zitat?

Woher soll ich das wissen, wenn du nicht dazu schreibst, was du darunter verstehst?

Falls du darauf hinaus möchtest, dass man in Schulen Kreuze und Kopftücher tragen darf, dann missverstehst du es. Denn das Tragen von Symbolen wird nirgendwo erwähnt. Und das Bekennen im Zusammenhang mit Unterricht, bezeichnet, so würde ichd as sehen, die Möglichkeit in außerschulischem und (falls angeboten) schulischem Unterrricht mehr über seine Religion zu lernen.
Das ändert nichts an der Neutralität des Staates und damit an dem Verbot, Glaubenssymbole in Schulen oder anderen staatlichen Einrichtungen zu tragen.


MfG Shui
Agent Orange
Zitat:
Dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu wechseln, und die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung einzeln oder gemeinsam mit anderen öffentlich oder privat durch Gottesdienst, Unterricht, Bräuche und Riten zu bekennen...


Da "Unterricht" sowieso schon hervorgehoben ist...
Auf staatlichen Unterricht, oder genereller staatliches Bildungswesen, ist der Artikel nicht ohne weiteres anzuwenden. Denn hier kollidiert die individuelle Freiheit der Glaubensausübung mit der neutralen Grundhaltung des Staates. Wird an staatlichen Schulen offensichtliche Glaubensbekennung durch Symbole o.ä. erlaubt und bezieht der Lehrbeauftragte in der Folge offensichtlich Stellung zu einem Glauben, dann ist das prinzipiell unvereinbar mit der Anforderung an seine Rolle als Staatsbeamter der dem privaten Bereich überlassenen Religions- und Ideologiebildung, bzw. -ausübung gegenüber neutral zu begegnen. Privat darf die Person Stellung beziehen, eventuell auch im Beruf, doch dann müsste sie auf eine Privatschule wechseln.
tacitglory
@shui:
Zitat:
Falls du darauf hinaus möchtest, dass man in Schulen Kreuze und Kopftücher tragen darf

Genau darum ging es mir (sorry, dass ich's vergessen hab zu tippen)

Zitat:
Und wie möchtest du das garantieren? Vorher festlegen, dass 30% der Lehrer Christen sein müssen? Und 10% Juden? 25% Muslime? 31% Buddhisten?

Naja. Ich hatte wohl die (vielleicht naive) Hoffnung dass nicht nur christen als Lehrkrefte aufgenommen werden (ob man so etwas irgendwie fördern könnte gruebel ).

Zitat:
Schätze mal der Unterricht dient dazu, das die Schüler die sich mit dem Verstehen von Texten schwer tun einfach was haben dass die fein auswendig lernen können

Bei uns war das seit der 5 (oder 6.?) bis zur 9(10.) klasse so dass wir in einem lokeren kreis über themen wie Weltreligionen, sekten, altagsprobleme (zB.:drogen) etc. gerdedet (und auch leider tests geschrieben ( traurig ) hatten.
Erst, seit der 9(10.) ging es richtig los. Man musste wissen welcher heilige wann und wo war etc.
Zu dem zeitpunkt hatte ich mich jedoch Für Philosophie entschieden und bin bis heute (mein Zweitfach im Studium) dabei geblieben *Phu. Noch mal glück gehabt großes Grinsen *

Es gab bei euch das Das Fach Ethik? (oder meintest du das außerschulisch?)

@Agent Orange:
Zitat:
staatlichen Schulen

Oh. Ich muss zugeben,dass ich nicht den unterschied bedacht zu haben (zwischen staatlichen und privaten schulen)
Agent Orange
Zitat:
Es gab bei euch das Das Fach Ethik?


Das gibt es an vielen Schulen. In Hessen wird Ethik innerhalb der nächsten drei Jahre zum obligatorischen Ersatzfach für Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen.
Shui
Zitat:
Ich hatte wohl die (vielleicht naive) Hoffnung dass nicht nur christen als Lehrkrefte aufgenommen werden (ob man so etwas irgendwie fördern könnte gruebel ).

Das würde ja dann schon für manche eien Bevor-/nachteiligung aufgrund ihrer Religion bedeuten, dürfte also mit der Charta nicht vereinbar sein.
Weiterhin dürfte es schwierig fallen, beispielsweise im erzchristlichen Bayern genug Lehrer verschiedener Glaubensrichtungen zu finden.

Zitat:
Es gab bei euch das Das Fach Ethik?

Jep.. Weis nicht mehr genau, wie es in der Grundschule aussah, aber danach hatte ich auf jeden Fall immer Ethik gehabt.
Sah so aus, wie bei euch bis zur 9.(10.) Klasse, ging danach aber so weiter und inzwischen kommt es wohl auch Philosophieunterricht gleich.
Agent Orange
Zitat:
Ich hatte wohl die (vielleicht naive) Hoffnung dass nicht nur christen als Lehrkrefte aufgenommen werden (ob man so etwas irgendwie fördern könnte ).


Wer sagt denn, dass nur Christen angestellt werden? Wie gesagt, der Glaube ist Privatsache und hat in den zahlenmäßig dominierenden staatlichen Schulen keine Rolle zu spielen. Mittels des Schulfachs Religion darf Religion beschrieben und erklärt werden, aber Religion darf nicht, z.B. in Form eines Gottesdienstes, praktiziert werden.
Um das nochmal kurz zu erläutern: Wenn ein staatlicher Lehrkörper, von dem aufgrund seiner lehrenden Funktion zumindest angenommen werden muss, dass er einen Einfluss auf das Denken von Schülern ausüben kann, sich irgendwie ideologisch oder religiös derart positioniert, dass der Eindruck entsteht, er "werbe" dafür oder er lehne es ab, dann verletzt letztlich der Staat, den der Lehrer hier repräsentiert, genau den privaten Bereich der durch Art. 4 I GG "unverletzlich" ist, namentlich die "Freiheit des Glaubens".