Eugen
Hallo,
Ich habe mich neulich in Davidsons Essay "Was ist eigentlich ein Begriffsschema?" verbissen (Donald Davidson / Richard Rorty: Wozu Wahrheit? Eine Debatte. suhrkamp 2005, S. 7 ff.)
Während ich meine, den Grundgedanken Davidson halbwegs erfasst zu haben, bereitet mir allerdings die Argumentation im einzelnen z.T. erhebliche Schwierigkeiten.
Im Wesentlichen will Davidson zeigen, dass die z.B. bei Kuhn ausgeführte Vorstellung völlig inkommensurabler, also unübersetzbarer Sprachen / Begriffssysteme, die dennoch wahre Aussagen formulieren können, keinen Gehalt haben kann. Der Begriff der Wahrheit lässt sich nämlich, so Davidson, nicht von dem der Übersetzbarkeit trennen.
Davidson führt dazu u.a. Tarskis Konvention W an:
"Laut Tarskis Konvention W muß aus einer befriedigenden Wahrheitstheorie einer Sprache L für jeden Satz s von L ein Theorem der Form »s ist dann und nur dann wahr, wenn p« folgen, wobei »S« durch eine Beschreibung von s ersetzt wird und »p« durch s selbst, sofern L das Deutsche ist, und durch eine Übersetzung von s ins Deutsche, sofern L eine Fremdsprache ist. Dies ist freilich keine Definition der Wahrheit, und es ist damit auch keineswegs angedeutet, daß es eine einzelne Definition oder Theorie gibt, die für Sprachen allgemein gilt. Dennoch deutet die Konvention W auf ein wichtiges Merkmal hin, das allen spezialisierten Wahrheitsbegriffen gemeinsam ist, ohne dieses Merkmal allerdings durch einen Behauptungssatz aussagen zu können. Dies gelingt der Konvention W, indem sie wesentlichen Gebrauch macht von dem Begriff der Übersetzung in eine uns bekannte Sprache. Da die Konvention W unsere tauglichste intuitive Vorstellung vom Gebrauch des Wahrheitsbegriffs beinhaltet, scheint kaum Aussicht zu bestehen auf einen Test, wonach ein Bcgriffsschema von dem unseren grundverschieden ist, sofern dieser Test von der Voraussetzung abhängt, daß wir den Begriff der Wahrheit von dem der Übersetzung trennen können." (a.a.O, S. 22)
Ich würde dieses Argument gern noch besser verstehen.
Leider zählt aber die formale Logik nicht zu meinen Stärken und ich wäre jedem dankbar, der mir ein bißchen näher erläutern kann, was es mit dieser "Konvention W" auf sich hat und ob sie wirklich was taugt.
Gruß
Eugen
Ich habe mich neulich in Davidsons Essay "Was ist eigentlich ein Begriffsschema?" verbissen (Donald Davidson / Richard Rorty: Wozu Wahrheit? Eine Debatte. suhrkamp 2005, S. 7 ff.)
Während ich meine, den Grundgedanken Davidson halbwegs erfasst zu haben, bereitet mir allerdings die Argumentation im einzelnen z.T. erhebliche Schwierigkeiten.
Im Wesentlichen will Davidson zeigen, dass die z.B. bei Kuhn ausgeführte Vorstellung völlig inkommensurabler, also unübersetzbarer Sprachen / Begriffssysteme, die dennoch wahre Aussagen formulieren können, keinen Gehalt haben kann. Der Begriff der Wahrheit lässt sich nämlich, so Davidson, nicht von dem der Übersetzbarkeit trennen.
Davidson führt dazu u.a. Tarskis Konvention W an:
"Laut Tarskis Konvention W muß aus einer befriedigenden Wahrheitstheorie einer Sprache L für jeden Satz s von L ein Theorem der Form »s ist dann und nur dann wahr, wenn p« folgen, wobei »S« durch eine Beschreibung von s ersetzt wird und »p« durch s selbst, sofern L das Deutsche ist, und durch eine Übersetzung von s ins Deutsche, sofern L eine Fremdsprache ist. Dies ist freilich keine Definition der Wahrheit, und es ist damit auch keineswegs angedeutet, daß es eine einzelne Definition oder Theorie gibt, die für Sprachen allgemein gilt. Dennoch deutet die Konvention W auf ein wichtiges Merkmal hin, das allen spezialisierten Wahrheitsbegriffen gemeinsam ist, ohne dieses Merkmal allerdings durch einen Behauptungssatz aussagen zu können. Dies gelingt der Konvention W, indem sie wesentlichen Gebrauch macht von dem Begriff der Übersetzung in eine uns bekannte Sprache. Da die Konvention W unsere tauglichste intuitive Vorstellung vom Gebrauch des Wahrheitsbegriffs beinhaltet, scheint kaum Aussicht zu bestehen auf einen Test, wonach ein Bcgriffsschema von dem unseren grundverschieden ist, sofern dieser Test von der Voraussetzung abhängt, daß wir den Begriff der Wahrheit von dem der Übersetzung trennen können." (a.a.O, S. 22)
Ich würde dieses Argument gern noch besser verstehen.
Leider zählt aber die formale Logik nicht zu meinen Stärken und ich wäre jedem dankbar, der mir ein bißchen näher erläutern kann, was es mit dieser "Konvention W" auf sich hat und ob sie wirklich was taugt.
Gruß
Eugen