Liebe ist Verstehen (?)

Imitaxionen
Zitat:
"[...] erkannte nun, dass Verstehen und Liebe eins sind. Ohne Verstehen kann es keine Liebe geben. Die Veranlagung des Menschen ist das Ergebnis von körperlichen, emotionalen Bedingungen. Verstehen wir das, können wir einen Menschen nicht hassen, selbst wenn er sich brutal verhält, aber wir können bestrebt sein, mitzuhelfen, seine körperlichen, emotionalen und sozialen Bedingungen zu verändern. Verstehen erzeugt Mitgefühl und Liebe, und beide bewirken richtiges Handeln. Um lieben zu können, ist es vor allem notwendig zu verstehen: [...]"


Dies las ich vor kurzem und hadere ein wenig damit.

Stimmt das?

Beschreibt das DIE Liebe, gewissermaßen als Überbegriff, oder nur eine Facette?

Versteht der Verfasser die Liebe überhaupt?
kämpfer der sonne
jetzt weisst du sicherlich warum gott alle menschen liebt, weil er versteht und je mehr ich verstehe desto mehr lieb auch ich die menschen, doch ihre taten muss ich nicht lieben.

einen menschen zu lieben bedeutet ihn so zu sehen wei gott ihn gemeint hat.

dazu musst du dich erst einmal für ihn intersssierebn und dazu ihn verstehen, dann erkennst du seine beweggründe.

aber es gibt auch durch und durch böse und schlechte menschen.
DerSchwarzeGeiger
Zitat:
Original von kämpfer der sonne


aber es gibt auch durch und durch böse und schlechte menschen.


es gibt keine guten und bösen menschen, es gibt nur die tat und die konsequenzen die daraus folgen, die beweggründe lassen uns dann entscheiden ob wir das genauso gemacht hätten der nicht, aber da jeder mensch sich so gerne in seiner individualität sonnt, vergisst er fast schon regelrecht das er es nun ist und keine tat eines anderen menschen beurteilen kann...

Liebe ist verstehen, diese aussage ist absolut richtig, Liebe ist das was du daraus machst und damit meine ich kein betrügen oder sonstiges, ich meine die gedanken, ja selbst deine erinnerung spielt eine große rolle, wenn du an deinen partner denkst, an die schöne zeit mit ihm dann vermisst du das natürlich auch, und aus vielen dieser einzelnen kriterien wie vermissen oder kennenlernen bilden dann den allgemeinen begriff liebe... Zwinker
kämpfer der sonne
ich vermisse keinen, auch nicht die toten, denn sie sind bei gott und ich habe gott in meinem innersten.

ein schlechter mensch ist ein mensch der schlechtes tut.
er mag vielleicht im kern ein guter mensch sein, aber ich sehe nun mal die taten, denn an ihren taten werdet ihr sie erkennen.
Oli
Zitat:
Original von kämpfer der sonne


einen menschen zu lieben bedeutet ihn so zu sehen wei gott ihn gemeint hat.


Wow! Selten habe ich einen so schönen Satz gelesen! Andererseits wirft er für mich die Frage auf: Wie hat Gott MICH denn wohl gemeint?
DerSchwarzeGeiger
Zitat:
Original von kämpfer der sonne
ich vermisse keinen, auch nicht die toten, denn sie sind bei gott und ich habe gott in meinem innersten.

ein schlechter mensch ist ein mensch der schlechtes tut.
er mag vielleicht im kern ein guter mensch sein, aber ich sehe nun mal die taten, denn an ihren taten werdet ihr sie erkennen.

schlecht ist was du als schlecht empfindest, ich zitiere in diesem lieben gern einen spruch von rammstein, ...:"Dein Glück ist nicht mein Glück, ist mein Unglück:"...denk scharf nach... gruebel !
Phantom
Zitat:
Zitat von Imitaxionen
"[...] erkannte nun, dass Verstehen und Liebe eins sind. Ohne Verstehen kann es keine Liebe geben. Die Veranlagung des Menschen ist das Ergebnis von körperlichen, emotionalen Bedingungen. Verstehen wir das, können wir einen Menschen nicht hassen, selbst wenn er sich brutal verhält, aber wir können bestrebt sein, mitzuhelfen, seine körperlichen, emotionalen und sozialen Bedingungen zu verändern. Verstehen erzeugt Mitgefühl und Liebe, und beide bewirken richtiges Handeln. Um lieben zu können, ist es vor allem notwendig zu verstehen: [...]"

Wenn es keine Liebe geben kann ohne Verstehen (zweiter Satz),
und aus Verstehen Liebe folgt (fünfter satz),

dann liebt man IMMER dann und NUR dann wenn man versteht.
Demnach wären Liebe und Verstehen in der Tat eins.

Und ich finde die beiden Prämissen ziemlich plausibel
(die erste vollkommen, mit der zweiten bin ich gleich dir noch am Hadern):

1. Wenn ich nicht weiß wovon ich rede kann ich kaum sagen dass ich dieses etwas lieben würde, Liebe setzt also in meinen Augen voraus, dass ich verstehe was ich liebe.
2. Wenn ich etwas hasse, dann nur aus dem Unverstand der totalen Bedingtheit aller Dinge heraus, denn als das für "hassenswert" Befundene verursachend müsste ich verständig die erste Ursache hassen statt etwas Bestimmtes herauszuggreifen, das wehrlose determinierte Folge dieser Ursache ist.
Die erste Ursache zu hassen jedoch hieße Alles zu hassen, wozu wiederum kein Anlass besteht.
Wozu jedoch Anlass besteht ist auf positive Weise auf das irrende, ohne Verständnis vielleicht vorschnell hassenswert beurteilte Wesen einzuwirken.
Wer das Ganze sieht muss die Teile als notwendig ansehen und sich selbst -als Teil- mit ihnen verbunden sehen.
Wenn man, dies im Hinterkopf behalten, Mitmenschen anblickt, die dieses Verständnis (noch) nicht teilen und die folgerichtig bisweilen hassen und leiden, dann wird man das mit anderen Augen tun:
nämlich -gemäß dem Verfasser- mitleidend und liebend.
Die Folge sollte daraufhin richtiges Handeln sein.

Ob da mit Liebe dasselbe gemeint ist das wir gemeinhin unter dem Begriff "Liebe" zu verstehen geneigt sind (nämlich nicht nur die Liebe eines Erleuchteten) wäre eine Erörterung wert:

Mit der Wikipedia-Definition ginge es -wie ich überrascht feststellen muss- ziemlich konform:
positive, tiefe, innige Verbundenheit,
stärkste Zuneigung,
tätige Zuwendung ("beide bewirken richtiges handeln"),
Zweck und Nutzwert übersteigend...

Dass Liebe und Mitleid die selbe Ursache zugesprochen wird kam mir zuerst arg seltsam vor, aber wenn man die pessimistische Weltsicht des Verfassers berücksichtigt, und annimmt dass Leben Leiden sei,
könnte man Lieben und Mitleid durchaus als ähnlicher ansehen als ich es momentan intuitiv tue.

Zur Liebe noch zu sage wäre, dass ich mir schon vorstellen kann, dass Liebe, von allen Zuständen die ich kenne, dem Zustand der Erleuchtung am Nächsten kommen dürfte...

Vielleicht sollten wir also nicht annehmen der Verfasser habe einen anderen Begriff von Liebe zugrunde gelegt, sondern vielleicht dass etwas anderes mit "Verstehen" gemeint sein könnte (wir denken da ja schnell an kaltes, rationales Zur-Kenntnis-Nehmen... aber es gibt ja durchaus auch erfüllende Momente des Verstehens und ein höchst angenehmes Gefühl der Einsicht. etwas in der Art käme der Sache vermutlich schon näher...)
kämpfer der sonne
Zitat:
Original von Oli
Zitat:
Original von kämpfer der sonne


einen menschen zu lieben bedeutet ihn so zu sehen wei gott ihn gemeint hat.


Wow! Selten habe ich einen so schönen Satz gelesen! Andererseits wirft er für mich die Frage auf: Wie hat Gott MICH denn wohl gemeint?


wenn du einen menschen liebst dann kennst du ihn, das bedeutet du hast ihn durschaut wie gott ih gemeint und ihn erschaffen hat. der mensch verändert sich nur zu gerne selber und lebt ein anderes leben, als welches er vernünftigerweise leben sollte, aber wir haben aj einen freien willen und gott hat es uns überlassen wofür wir uns entscheiden.
kämpfer der sonne
Zitat:
Original von DerSchwarzeGeiger
[quote][i]]
schlecht ist was du als schlecht empfindest, ich zitiere in diesem lieben gern einen spruch von rammstein, ...:"Dein Glück ist nicht mein Glück, ist mein Unglück:"...denk scharf nach... gruebel !


ja ja....

die zehn gebote sind eine grund idee von dem, was schlecht ist. wenn du einen anderen menschen betrügst bist du ein schlechter mensch. reicht das?
carsten aus bochum
Zitat:
...

„Dies las ich vor kurzem und hadere ein wenig damit.

Stimmt das?“


Nö.
Man liebt in aller Regel das, was man nicht versteht.
Liebe versucht zu verstehen, was fremd ist.

Verstehen stimmt auf Umwegen.
Von Liebe kann man eigentlich nur reden, wenn man den anderen einen anderen sein lässt, mit eigenen Gedanken, Träumen, Wünsche.

In diesem Sinne muss man einen anderen verstehen, um ihn zu lieben.
Rhetorix
Zitat:
...erkannte nun, dass Verstehen und Liebe eins sind. Ohne Verstehen kann es keine Liebe geben.

Ganz im Gegenteil!
Eine Neigung erweist sich erst dann als Liebe, wenn sie das Unverständliche mit einschließt.

Allererste Voraussetzung der Liebe zu einem anderen Menschen ist die Wahrnehmung, dass er ein anderer ist.
Hieraus muss sich die Erkenntnis ergeben, dass er anders ist.
Wer nicht liebt, was anders ist, liebt letztlich sich selbst, gespiegelt im Gegenüber.

Nicht alles Andere ist verständlich und nachvollziehbar.
Liebe bedeutet, einem anderen gut zu sein, sein Glück mehren, Unglück von ihm abwenden und hierfür etwas pfern zu wollen, und auf des Anderen Dasein Wert zu legen auch dann, wenn er sich (teilweise) als unverständlich erweist.
Es bedeutet, Wünsche zu erfüllen, um ihm eine Freude zu machen, gerade auch dann, wenn man den Wunsch nicht versteht.
Es bedeutet, eine Missetat gerade auch dann zu verzeihen, wenn sie einem unverständlich erscheint.
Und es bedeutet, ein Geschenk oder Opfer freudig anzunehmen, ohne zu sagen: "Na schön, du hast mich zwar aus einem brennenden Haus gerettet und dir selbst dabei den Pelz verbrannt, aber leider verstehst du mich nicht."
carsten aus bochum
Sag' ich doch. gruebel
Aber schön, dass wir mal einer Meinung sind.
DerSchwarzeGeiger
Zitat:
Original von kämpfer der sonne
Zitat:
Original von DerSchwarzeGeiger
[quote][i]]
schlecht ist was du als schlecht empfindest, ich zitiere in diesem lieben gern einen spruch von rammstein, ...:"Dein Glück ist nicht mein Glück, ist mein Unglück:"...denk scharf nach... gruebel !


ja ja....

die zehn gebote sind eine grund idee von dem, was schlecht ist. wenn du einen anderen menschen betrügst bist du ein schlechter mensch. reicht das?


Nein, weil wenn ich jemanden betrüge bin ich kein schlechter Mensch, geschweige denn habe ich eine "böse" tat vollbracht, dann habe ich mich lediglich gegen eine gewisse grundmoral gestellt, aber was ist denn moral heutzutage???
Wenn ich was tue was dir nicht passt, bin ich dann ein schlechter Mensch, bis zu einem gewissen Punkt ist Egoismus sehr gesund...
Oli
@Phantom:

Deinen letzten Beitrag finde ich sehr gut. Den kann und sollte man ruhig mehrmals lesen. winken
kämpfer der sonne
Zitat:
Original von DerSchwarzeGeiger
[quote][i]

Nein, weil wenn ich jemanden betrüge bin ich kein schlechter Mensch, geschweige denn habe ich eine "böse" tat vollbracht, dann habe ich mich lediglich gegen eine gewisse grundmoral gestellt, aber was ist denn moral heutzutage???
Wenn ich was tue was dir nicht passt, bin ich dann ein schlechter Mensch, bis zu einem gewissen Punkt ist Egoismus sehr gesund...


wenn ich dich betrüge dann hat das nichts mit moral zu tun, dann habe ich dir geschadet weil ich nichts gutes an dir getan habe.

egoismus ist ein ismus und die sind alle "schlecht"
ich unterscheide zwischen egoismus und selbstliebe und die selbstlibe ist etwas gutes, denn wer sich selber liebt kann auch andere lieben und wer gut zu sich selber ist kann auch gut zu anderen sein.

ich brauche keine moral denn ich weiss was dir schadet und was dir nützt, das reicht mir vollkommen, aber du darfst gerne behaupten, dass ich ein moralischer mensch bin.
Phantom
Zitat:
egoismus ist ein ismus und die sind alle "schlecht"

Optimismus und Altruismus sollte man als Folge dieser unbestreitbaren Wahrheit zu Todsünden erklären motz
kämpfer der sonne
nagut es gibt wohl doch ausnhemen aber nichts ist 100% .

eine ausnahme bestätigt die regel. gruebel
Botschaft
Verstehen zerstört die Liebe.

Liebe braucht keine Worte. Denn Worte zerstören sie. Worte wollen die Liebe erklären. Um sie zu erklären, muss sie befragt werden, muss sie "Verstanden" werden. Und alles was man zu Verstehen versucht, erstrahlt im Glanz der Begeisterung, aber auch im Schatten der Erkenntnis.
Liebe versteht sich von ganz allein - unter dem Vorbehalt, dass sie erwiedert wird. Liebe, ich spreche von tiefster, innigster Zuneigung - sie besteht ohne Zutun, ohne Arbeit daran, ohne dass man sich gegen sie wehren kann.
Wird sie erwiedert, spielt es keine Rolle, welche Hindernisse im Weg stehen, die gibt es nicht. Und versucht man, diesen fantastischen Zustand zu verstehen, dann verblasst sie, weil man sie sich zu erklären versucht. Mit jedem rationellen Verständnis schwindet ein Stück der Liebe.

Liebe ergänzt sich also nicht durch Verstehen. Doch warum hassen wir dann? Vielleicht weil Hass ein Stück unerreichter Liebe ist? Ich höre den Protest, aber...
Warum zieht es uns immer wieder zu einem Menschen, den wir hassen? Warum gehen wir diesem nicht aus dem Weg? Und wenn dieser Mensch, den wir so sehr hassen, nicht mehr in unseren Gedanken ist, verdrängt also, hassen wir ihn dann noch? Nein! Dann ist es nur noch eine abgeschwächte Form davon, die wir "ich kann diese Person nicht leiden" nennen.

Verstehen betrübt die Sinne, macht sie blind und rationell. Liebe darf nicht Verstehen, denn sonst läuft sie Gefahr zu Schwinden.
Phantom
Wenn du sagst dass Verstehen Liebe zerstören würde, dann meinst du dass "die Liebe verstehen" die Liebe zerstören würde,
nicht dass "das Geliebte verstehen" die Liebe zerstören würde, oder?

Dann widersprechen sich deine Meinung und die des Verfassers nämlich gar nicht.
Es würde nur aus deiner Meinung folgen dass man die Liebe nicht lieben könnte ohne sie zu zerstören ^^
Ebenso wie man das Verstehen nicht verstehen könnte...

Allerdings bin ich mir nicht sicher ob die Liebe zu verstehen sie zerstört...
"Liebe versteht sich von ganz allein"
Botschaft
Auch "das Geliebte zu verstehen" ist eine Gefahr. Denn wenn ich das Geliebte verstehe, dann muss ich damit rechnen, daran zu Zweifeln. Liebe ist nur rein ohne Vorurteile, Erkenntnis und Einfluss. Man muss ihr die Macht lassen und darf sie nicht durch Erklären einschränken.