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Zitat von Imitaxionen
"[...] erkannte nun, dass Verstehen und Liebe eins sind. Ohne Verstehen kann es keine Liebe geben. Die Veranlagung des Menschen ist das Ergebnis von körperlichen, emotionalen Bedingungen. Verstehen wir das, können wir einen Menschen nicht hassen, selbst wenn er sich brutal verhält, aber wir können bestrebt sein, mitzuhelfen, seine körperlichen, emotionalen und sozialen Bedingungen zu verändern. Verstehen erzeugt Mitgefühl und Liebe, und beide bewirken richtiges Handeln. Um lieben zu können, ist es vor allem notwendig zu verstehen: [...]" |
Wenn es keine Liebe geben kann ohne Verstehen (zweiter Satz),
und aus Verstehen Liebe folgt (fünfter satz),
dann liebt man IMMER dann und NUR dann wenn man versteht.
Demnach wären Liebe und Verstehen in der Tat eins.
Und ich finde die beiden Prämissen ziemlich plausibel
(die erste vollkommen, mit der zweiten bin ich gleich dir noch am Hadern):
1. Wenn ich nicht weiß wovon ich rede kann ich kaum sagen dass ich dieses etwas lieben würde, Liebe setzt also in meinen Augen voraus, dass ich verstehe was ich liebe.
2. Wenn ich etwas hasse, dann nur aus dem Unverstand der totalen Bedingtheit aller Dinge heraus, denn als das für "hassenswert" Befundene verursachend müsste ich verständig die erste Ursache hassen statt etwas Bestimmtes herauszuggreifen, das wehrlose determinierte Folge dieser Ursache ist.
Die erste Ursache zu hassen jedoch hieße Alles zu hassen, wozu wiederum kein Anlass besteht.
Wozu jedoch Anlass besteht ist auf positive Weise auf das irrende, ohne Verständnis vielleicht vorschnell hassenswert beurteilte Wesen einzuwirken.
Wer das Ganze sieht muss die Teile als notwendig ansehen und sich selbst -als Teil- mit ihnen verbunden sehen.
Wenn man, dies im Hinterkopf behalten, Mitmenschen anblickt, die dieses Verständnis (noch) nicht teilen und die folgerichtig bisweilen hassen und leiden, dann wird man das mit anderen Augen tun:
nämlich -gemäß dem Verfasser- mitleidend und liebend.
Die Folge sollte daraufhin richtiges Handeln sein.
Ob da mit Liebe dasselbe gemeint ist das wir gemeinhin unter dem Begriff "Liebe" zu verstehen geneigt sind (nämlich nicht nur die Liebe eines Erleuchteten) wäre eine Erörterung wert:
Mit der Wikipedia-Definition ginge es -wie ich überrascht feststellen muss- ziemlich konform:
positive, tiefe, innige Verbundenheit,
stärkste Zuneigung,
tätige Zuwendung ("beide bewirken richtiges handeln"),
Zweck und Nutzwert übersteigend...
Dass Liebe und Mitleid die selbe Ursache zugesprochen wird kam mir zuerst arg seltsam vor, aber wenn man die pessimistische Weltsicht des Verfassers berücksichtigt, und annimmt dass Leben Leiden sei,
könnte man Lieben und Mitleid durchaus als ähnlicher ansehen als ich es momentan intuitiv tue.
Zur Liebe noch zu sage wäre, dass ich mir schon vorstellen kann, dass Liebe, von allen Zuständen die ich kenne, dem Zustand der Erleuchtung am Nächsten kommen dürfte...
Vielleicht sollten wir also nicht annehmen der Verfasser habe einen anderen Begriff von Liebe zugrunde gelegt, sondern vielleicht dass etwas anderes mit "Verstehen" gemeint sein könnte (wir denken da ja schnell an kaltes, rationales Zur-Kenntnis-Nehmen... aber es gibt ja durchaus auch erfüllende Momente des Verstehens und ein höchst angenehmes Gefühl der Einsicht. etwas in der Art käme der Sache vermutlich schon näher...)