Hi Imitaxionen,
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| Ich finde, dass ist nicht alles. Liebe geht weiter. Zum einen in dem Sinne, wie es Rhetorix und Carsten beschrieben haben, dass man sich über seine Verstandesgrenzen (Verstand<->verstehen) hinaus für einen Menschen begeistern kann. |
Das fand ich auch sehr einleuchtend, und bisher auch ein bisschen schwierig mit Buddha in Einklang zu bringen.
Andererseits kann ich mir nicht vorstellen dass Buddha mit dem Verstehen des anderen gemeint hat dass man alles an ihm kennen müsste.
Vielelicht impliziert er -ähnlich Rhetorix und Carsten- dass auch das Verstehen der Grenzen des Wissens einen Teil der Liebe bzw des Verstehens ausmacht.
Ich könnte schließlich nicht sagen dass ich jemanden vollkommen verstünde wenn ich dabei unterschlagen würde dass es Dinge/Seiten an diesem jemand gibt die ich nicht sehen KANN.
Jemanden zu verstehen hieße demnach, sein Verhalten und Erleben nachzuvollziehen zu können,
wobei zum Nachvollziehen auch gehören würde (da ich nicht die geliebte Person BIN), das Wissen um das eigene Unwissen über den anderen, einzubeziehen.
Wenn jemand etwas tut,
kann ich alle rationalen Gründe verstehen (quasi -psychologisch gesprochen- Effektvarianz) und die resultiere Residualvarianz als dasjenige "verstehen" was ich nicht kenne, und nicht kennen KANN.
(wer Residualvarianz hier schelmisch mit Fehlervarianz übersetzt, verkennt, dass Menschen keine genormt 1-m-langen Eisenstangen sind

)
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| Zum anderen denke ich an die Liebe im Sinne einer partnerschaftlichen Beziehung. Man geht eine Abhängigkeit ein, macht sich verletzlich auf der Basis von Vertrauen. Man will in der Nähe des Partners sein, und auch wenn man versteht, dass der Partner gern verreist schmerzt es sehr, wenn er fortgeht. |
Hm, hier könnte man zwischen der Liebe zum Partner und der Liebe zur Handlung trennen:
Denn dass du den Partner liebst und verstehst dass er gerne reist ist ja noch kein Grund, keinen Schmerz zu empfinden wenn er geht (im Gegenteil).
Das Problem sehe ich darin dass man die Handlung des Partners (das Reisen) nicht liebt, auch wenn man sie vermeintlich versteht.
Aber versteht man sie wirklich solange man bei dem Gedanken an sie Schmerz empfindet?
Liegt der Schmerz nicht gerade darin, dass man enttäuscht darüber ist, dass man die gemeinsame Zeit höher wertschätzt als der Partner (so dass er die Reise der Zweisamkeit vorgezogen hat)?
also in einer Fehleinschätzung, einem "missverständnis"
Ich kann mir auch zahllose Aktionen des Partners ohne mich vorstellen, die ich voll und ganz verstehe, bei denen ich seine Freude teile, und die keinen Schmerz hervorrufen.
Worin unterscheiden sich diese Handlungen von den leidvollen?
-Ich könnte mir durchaus vorstellen dass, wenn man bei Handlungen des Partners Schmerz empfindet,
weitestgehend an seinem eigenen Missverständnis leidet, und daran, dass man sich anderes erhofft hatte.
Ist natürlich nur eine Hypothese...
Und überdies gilt sie natürlich (wenn überhaupt) nur in idealisierten Fällen, in denen der Partner voll für seine Handlung verantwortlich ist und keinerlei äußere unvorhersagbare Umstände mit einwirken:
Es gibt natürlich auch Situationen für die keiner der Partner etwas kann und die trotzdem leidvoll sind (z.B. der Tod von einem der beiden).
Aber auch dem Tod, dem Schmerz usw nimmt Buddha ja (angeblich) das liedvolle indem er es versteht.
Aber das ist eine interessante Frage:
Kann man die ABwesenheit des geliebten Partners lieben lernen wenn man sie "versteht"?
Wir könnten als Extremfall ja mal diskutieren ob man den Tod lieben lernen kann indem man ihn (seine Bedingtheit, seine Notwendigkeit und alles was sonst noch mit ihm zu tun hat) versteht.
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| Das Zitat stammte aus einem Buch über das Leben Buddhas. Buddha hat eine Frau und einen Sohn, die er liebt und umgekehrt, aber er sieht sie nie, weil er wandern muss um Erleuchtung zu finden und später zu lehren. Und das ist was mich stört und nicht passt. Super, dass er seine Familie versteht, aber er ist nicht für sie da, er hat eine Verantwortung, der er sich nicht stellt. Er ist ein Mönch und erleuchtet und liebt alles und jeden, und ist damit in einem Zustand völliger Beziehungslosigkeit. Das kanns ja wohl nicht sein! Er liebt seine Familie nicht mehr, als dass er einen Sonnenuntergang schön findet... ich meine natürlich hängt alles in der Welt zusammen, aber sich auf seinen Berg (methaphorisch) zu setzen und zu meditieren bringt uns nicht weiter. Schon allein in dem Sinne, dass wir keine Familien mehr hätten (Kinder müssen versorgt werden etc.) Der feine Herr Buddha ist für mich ein Riesenegoist, der in Sachen Liebe nur an der Oberfläche kratzt. |
Buddha als Egoisten zu bezeichnen, wo er doch den Glauben an Atman ablehnte, finde ich ein wenig hart geurteilt.
Nur weil der gute Mann keinen Grund mehr sah sich in Beziehungen zu stürzen
Ob man das jetzt ähnlich sieht oder anders bleibt jedem freigestellt.
Ich persönlich finde Beziehungen auch (noch?) was tolles und deine Hypothese daher sehr einleuchtend:
"Liebe im Sinne einer partnerschaftlichen Beziehung. Man geht eine Abhängigkeit ein, macht sich verletzlich auf der Basis von Vertrauen."
Geht diese Art von Liebe wirklich über Buddhas Definition hinaus, oder ist sie nur ein Speziafall (den Buddha nicht praktizierte, aber der zweifelsohne praktizierbar und eine Form von Liebe ist)?
Da fallen mir spontan zwei Fragen ein die von Bedeutung sein könnten:
1)
Wie hängen Vertrauen und Verstehen zusammen?
-Vielleicht ist Vertrauen nur da nötig und erst da möglich, wo ich die Grenzen der Erkennbarkeit des anderen verstanden habe. den anderen zu verstehen/lieben hieße demnach -da es Dinge (wie sein subjektives Erleben) an ihm gibt die niemand außer ihm selbst erfahren kann- auch ihm zu vertrauen
2)
Geht Vertrauen immer mit Verletzlichkeit einher?
-Bleibt die Verletzlichkeit nicht stets die selbe weil mit der Zunahme des Vertrauens auch die Gefahr verletzt zu werden sinkt (wenn wir mal davon ausgehen dass man dem anderen aufgrud gewisser Erfahrungen vertraut, dass man mit wachsendem Verstehen Vertrauen aufbaut und nicht blind)?
Die Menschen denen ich vertraue sind meist auch diejenigen von denen ich am ehesten sagen würde dass ich sie verstehe und die mich (erfahrungsgemäß) am wenigsten/seltensten verletzen.