Wert eines Insektenlebens

Exebeche
Zitat:
Original von serchanto
Das Entscheidende ist für mich: Alles (nicht nur Lebendes!), was existiert, hat ein grundlegendes Recht aufs Dasein. Und: Im Ernstfall hat alles auch das Recht, seine Existenz zu verteidigen (was vom Freiräumen von Lebensräumen bis zum Fressen reicht).
Aber: Als Mensch habe ich die Verantwortung dafür, diese Verteidigung der eigenen Existenz (allem gegenüber) auf das absolut Notwendige zu beschränken.

Es hat etwas von einer Formel, so einfach, klar, abgrenzend, fast zu einfach.
Es trennt so präzise wie eine Rasierklinge, und ich finde es bestechend, geradezu genial.
Mit Sicherheit hat es das Potential zu einer allgemeingültigen Richtlinie.
Es verhält sich ähnlich wie andere Maximen, die etwa besagen, dass die eigene persönliche Freiheit da aufhört, wo ich die eines anderen verletze. Es lässt sich nicht messen, ist aber für jeden nachvollziehbar.
Dann ist da aber natürlich ein breiter Auslegungsspielraum.
Um meine Existenz zu verteidigen mag es ziemlich albern wirken, eine Schnake durch das Schlafzimmer zu jagen. Nach der Maxime der Notwendigkeit sieht es sogar ziemlich unmoralisch aus, man bekommt fast ein schlechtes Gewissen.
Hat man aber jemals ein paar Tage in einem tropischen Regenwald verbracht, sieht man rasch, dass diese moralischen Bedenken ein reines Luxusproblem sind, weil man dort in Anbetracht eines moskitoverseuchten Zeltes und fernab jeglicher Zivilisation plötzlich auch vor chemischen Massenvernichtungswaffen nicht zurückschreckt.
Prompt steht man wieder vor dem Problem:
Wo zieht man die Grenze?
Freiräumen von Lebensräumen schön und gut.
Aber gerade zu dem Begriff "Lebensraum" fällt mir ein: Dem gebildeten Amerikaner ist diese deutsche Vokabel noch geläufig, etwa so wie wir "Glasnost" kennen.
"Lebensraum" und "Ubermensch" haften uns an.
serchanto
@ Exebeche:

In Kürze, weil mir im Augenblick die Zeit für lange Diskussionen fehlt:

Keiner sagt, dass es leicht ist. Es ist immer eine schwierige Auslegungsfrage, wem und mit welcher Begründung man im gegebenen Umfeld wieviel "Lebensraum" einräumen kann.

Ich finde es jedenfalls zynisch, eine Ethik nur auf den Menschen oder vielleicht noch biologisches Leben auzubauen. Es ist uns im Grunde nicht erlaubt, nach Gutdünken frei über die Welt zu verfügen. Ich habe das ein bisschen genauer in diesem Thread (gegen Ende) ausgeführt.

Um daraus eine fundierte Ethik aufzubauen, dürfte aber Jahre dauern (und mich heillos überfordern Zwinker ).

serchanto
Gabriel
Zitat:
Original von notme
Ich erkläre mir das so, daß man keinerlei sozialen Bezug zu Insekten hat, zu Hunden, Katzen, Fischen jedoch schon und daher steht ihr Lebenswert auch um vieles höher. Aber objektiv betrachtet könnte sich hier ein Denkfehler befinden, denn eines haben Menschen, Insekten und Tiere gemeinsam: sie leben.


Definiere "Leben". Tausende oder gar Millionen haben es versucht und sind gescheitert, weshalb sie sich auf biologische Spitzfindigkeiten stützen mussten.

Die frage ist, denke ich, was für eine Art von Leben ein Lebewesen hat.

Zum Beispiel: Können Fliegen überhaupt leiden? Ist für sie als winzige Geschöpfe dieses Leiden genauso stark wie für uns mit unseren Massen an Nervensträngen? Und wie steht es mit den Bakterien?

Doch wir können Leiden beim Menschen zum Einen auf elektrische Ursachen in den Nerven, zum anderen auf biochemische Ursachen im Gehirn zurückführen, wenn wir mit den empiristischen Methoden der Hirnforschung arbeiten. Was mir nicht bekannt ist, ist das Maß, wie empfindungsfähig Fliegen sind. Aber ich bezweifle, dass sie Gefühle unserer menschlichen Komplexität empfinden können. Sie haben nach einer halben Sekunde sogar alles wieder vergessen, was sie vor einer halben Sekunde wussten.

Katzen sicherlich sind empfindsamer. Eventuell sogar so empfindsam (wenn auch nicht im Denken so hoch entwickelt) wie die Menschen.

Doch der Aspekt des Leidens ist nicht der Einzige. Es geht auch um Würde. Schließlich verbietet uns der Grundsatz der Menschenwürde, Menschen aus Spaß zu töten (ganz zu schweigen davon, dass ich definitiv nicht den Wunsch verspüre, dies zu tun).

Angenommen, das Leiden der Fliegen wäre so gering, dass es vertretbar wäre, ihnen zu schaden.
Haben Fliegen dann keine Würde, nur weil sie nicht oder nur wenig leiden können? ??!
Dieser Schluss ist doch im Grunde inkonsistent.

Aber wie kamen wir zur Idee der Menschenwürde? Sprechen wir den Menschen nicht Würde deshalb zu, weil sie nur ein selbstreflexives Wohlbefinden haben, wenn sie nicht geschändet werden? Haben wir die Menschenwürde nicht bloß aufgrund menschlicher Empfindungen im Verbund mit moralischem Denken erfunden?

Wenn das stimmt, dann würde Empfindungsfähigkeit über den Wert eines Lebewesens entscheiden. Was ist also mit Menschen, die ihren Tastsinn verloren haben, weil Regionen ihres Gehirns erkrankt sind? Oder mit geistig Behinderten, die nicht merken, was passiert, wenn man sie umbringt, ohne in ihnen Empfindungen auszulösen?

Weiter gedacht: Was unterscheidet diese Behinderten dann moralisch gesehen von bloßer Materie, und was unterscheidet Materie wertemäßig von Bakterien?

Ich sehe, das Problem ist sehr vielschichtig und so einfach nicht zu lösen.

Vielleicht ist die Würde und der moralische Wert eines Lebewesens auch rein ideell und im Grunde an und für sich nicht vorhanden, sondern nur für uns als moralisch wertende Wesen. nunja

Bah, das ist ja zum Verrücktwerden!!! AARRGH!!

Jemand eine Idee, wie man diese seltsamen Schlüsse auflösen kann? gruebel
Ahorn
Mit meinen Gottesanbeterinnen pflege ich einen "Aurakontakt".
Und wenn sie mich mit ihrem Herzköpfchen anschauen, werde ich ganz sentimental. geschockt

Ich glaube das man schon einen Bezug aufbauen kann. Gerade wenn sie schön und faszinierend sind und auch noch ein gewisses Alter erreichen. Jeder wäre doch bestimmt berührt, wenn z.b. ein schöner Schmetterling auf seiner Hand landen würde. Und selbst ein Marienkäfer hat was Lustiges an sich. Auch das Zirpen einer Grille oder eines Heimchens hat an einem lauen Sommerabend schon viele Pärchen in romantische Stimmung gebracht und die Fantasie beflügelt. Auch die vielfältigen Techniken, ob es nun das Jagen oder Tarnen ist, ist in dieser Microwelt äußerst raffiniert und geschickt.
Ich vermute, was die Beziehung zu Insekten erschwert, ist, daß man sie nicht kuscheln kann. Es ist dort viel feinsinnlicher und filigraner, und es ist die Anschauung, die im Vordergrund steht.



Zu fliegenden Proteinen, wie Fliegen, habe ich vieleicht eine Beziehung wie zu lebendem Gras, ich kann nicht einfach so aus Spaß darauf treten.
Gabriel
Mir gefällt deine Ansicht. smile

Nur was mich interessiert: Wie viel können Insekten fühlen und kann man ihnen als Lebewesen überhaupt einen Wert zuweisen? Oder ist einfach alles Leben wertvoll und kann nicht in Wertkategorien unterteilt werden? Und was ist ein Lebewesen überhaupt, was macht es aus, abgesehen von biologischen Faktoren wie Reproduktions- oder Bewegungsfähigkeit?

Ich meine, ein Mensch ist meiner Meinung nach auch lebendig, wenn er sich nicht reproduzieren kann (sterilisiert ist) oder sich nicht mehr bewegen kann (bewegungsbehindert ist). Solche biologischen Spitzfindigkeiten bringen meiner Meinung kein Licht in die Definition des Begriffs "Leben".

Wie also kann die Ethik überaupt ein Urteil darüber fällen und sollte sie es?

Mit freundlichen Grüßen winken
Gabriel
Ahorn
http://de.wikipedia.org/wiki/Leben
Dort heißt es:
Leben ist die charakteristische Eigenschaft, die Lebewesen von unbelebter Materie unterscheidet. Wesentliche Merkmale sind Stoff- und Energieaustausch mit der Umwelt sowie Fortpflanzung und Wachstum.

Also ist Feuer auch lebendig.


Und in der Philosophie ist Leben das Wesen des Organischen.



Ich selber gehe nach dem Gefühl und empfinde z.b. einen schönen großen Baum als sehr "lebendig". Er hat eine lange Geschichte hinter sich und hat sehr viel erlebt und strahlt was "Weises" und Imposantes aus, und vielleicht kann er sogar auch auf irgendeine Art kommunizieren, die uns aber verborgen bleibt.
Das ist natürlich eine Gefühlsprojektion und keine Feststellung.

Auch nimmt man das Leben beim Verarbeiten aus dem Holz, indem man es auftrennt, den inneren Kern entfernt, zu Riemchen schneidet und Splint an Splint und Kern an Kern, rechte Seite und linke Seite wieder verleimt, um so das Werfen zu vermeiden.

Ich versuche es also nicht kategorisch einzugliedern, sondern es sind für mich fließende Übergänge.
Ich meine, man selbst entscheidet, ob etwas und wie es fühlen kann.



Und bei Wikipedia heißt es außerdem:
Emotion, einen psychophysiologischen Prozess mit subjektivem Gefühlserleben und Änderung der Verhaltensbereitschaft.

Das könnte der Beweis sein, dass Insekten fühlen können.

Schmerz empfinden und Fühlen, sind voraussichtlich zu unterscheiden.



Unter Sensibilität versteht man in der Physiologie und Wahrnehmungspsychologie den "fünften Sinn", das Fühlen.

Anders als bei den vier anderen Sinnen hat die Sensibilität kein ausgezeichnetes Sinnesorgan, sondern bezieht ihre Informationen aus einer Vielzahl von Rezeptor-Typen und freien Nervenendigungen, die über den ganzen Körper verteilt sind.




Für mich haben alle Lebewesen Gefühle auf irgend eine Art und Weise. Ich versuche somit, achtsam zu sein und nicht unötiges Leiden zu verursachen. Ich bin ein gemäßigter Naturschützer.



smile
Gabriel
Danke für deinen konstruktiven Beitrag. smile

Zitat:
Original von *~Ahorn~*
http://de.wikipedia.org/wiki/Leben
Dort heißt es:
Leben ist die charakteristische Eigenschaft, die Lebewesen von unbelebter Materie unterscheidet. Wesentliche Merkmale sind Stoff- und Energieaustausch mit der Umwelt sowie Fortpflanzung und Wachstum.

Also ist Feuer auch lebendig.


Ja, aber diesen Schluss würden die meisten orthodoxen Biologen nicht gelten lassen. Sie widersprechen sich, weil sie sich in der Definition von Leben auf solche Dinge stützen, aber im Grunde was anderes meinen.

Ist es so etwas wie "Beseeltheit", wonach sie suchen, was sie aber schlecht messen können? ?

Zitat:
Original von *~Ahorn~*
Ich versuche es also nicht kategorisch einzugliedern, sondern es sind für mich fließende Übergänge.
Ich meine, man selbst entscheidet, ob etwas und wie es fühlen kann.


Aber wie? Kannst du dich in ein Insekt hineinversetzen?

Alles Liebe
Gabriel
Ahorn
Zitat:
Aber wie? Kannst du dich in ein Insekt hineinversetzen?



Als Hobbyzüchter von indischen Riesengottesanbeterinnen versuche ich mich tatsächlich in die Lage der Tierchen hineinzuversetzen, um ihr Wohlbefinden nachvollziehen zu können.
Dieses geschieht aber meist visuell und mit der Erfahrung; ich achte auf die Micromimik. Außerdem spielt die Zeit auch eine sehr wichtige Rolle, denn in gewissen Abständen häuten sich die Tiere. Genauso ist es mit dem Zeitigen (Entwicklungs- oder Reifungszeit) der Oothek: Nachdem sie geschäumt wurde, dauert es eine gewisse Zeit und bedarf bestimmter äußerer Bedingungen (Temparatur, Feuchtigkeit usw.), bis die kleinen Larven schlüpfen.

Diese Zeiten gehen ins Gefühl über.

Dieses Gefühlswissen zeigt sich auch sehr deutlich beim Begatten der Dame. Mit Hilfe der Zeit, Erfahrung und dem Gefühl weiß ich, wann das Weibchen bereit ist, sich befruchten zu lassen. Dazu kommt noch, dass ich das Weibchen vorher stimuliere, sie fällt dann in eine Art Trance, um so dem berühmten Sexualkannibalismus vorzubeugen.



smile
tacitglory
Hallo,

Zur Zeit der Aufklärung (so ein Philo-Prof. im letzten semester) haben bei einem wissenschaftlichen treffen, einige der Beteiligten eine Katze an einen tisch geschnallt und sie bei lebendigem leibe seziert. die schmerzensschreie (und ich bin absolut davon überzeugt, dass es schmerzenslaute waren) wurden als natürliche reaktion , nicht aber als empfinden/fühlen gedeutet. AARRGH!! AARRGH!!

Jetzt stellt euch mal vor (auch wenn folgendes vielleicht ein bischen irre klingen mag), dass außerirdisches leben auf die erde kommt (alle irdischen bedrohungen des menschen wurden ja weitgehend ausgerottet oder unter kontrolle gebracht, darunter auch der wolf und der mensch selbst). Jetzt würde ein wissenschaftlerteam ein paar menschen, deren sprache niemand versteht entführen (genügend berichte diesbezüglich gibt es, naja nunja ) und so wie die erwähnte katze sezieren und auf die idee kommen, dass wir menschen nur schädlinge währen, die nicht einmal ein gefühlsleben besässen und einen schnellen tod, nicht einmal mitbekommen würden.

Unsere menschenrechte würden uns da auch nicht helfen.

Das mit den aliens klingt ziemlich abstrus und (vielleicht) auch vom thema abschweifend, aber ich wollte nur sagen, dass die definition von leben immer etwas subjektives mit sich trägt (Menschenrechte wurden unter anderem deshalb geschaffen, weil wir menschen sind. Tiger würden vielleicht -wenn sie es könnten- Tigerrechte schaffen,) und die bestimmung von Wahrnehmungsfähigkeit nicht einfach (vielleicht nicht möglich?) ist.

Irgendwo wurde in diesem Thread angesprochen, dass die Fliege, die ich irgendwo töte, vom sterbeprozess (damit auch Schmerz, Angst, etc.) gar nicht fühlt. Aber einer Robbe die wegen ihres Fells totgeprügelt wird weinen wir nach, oder wie (nicht missverstehen! Ich befürworte Robbentötung NICHT)-->nur weil wir die klagelaute höhren (die wir heutzutage glücklicherweise als wiedergabe von schmerz erkennen)?
Es ist daher wichtig vom Wert des lebewesens zu sprechen, wie das dann hier auch getan wird,
denn dann sind alle lebewesen miteinbezogen, schmerzempfindend oder nicht.

So. Hoffe ich bin nicht all zu sehr vom thema abgekommen.

@*~Ahorn~*:
wie groß werden Riesengottesanbeterinnen den so?
Mit freundlichen Grüßen
Tacitglory Zwinker
Ahorn
Zitat:
..eine Kaze an einen tisch geschnallt und sie bei lebendigem leibe seziert.

Das glaube ich nicht

Zitat:
@*~Ahorn~*
wie groß werden Riesengottesanbeterinnen den so?:

Ist fast eine Handvoll Tier Zwinker siehe auch HP
tacitglory
Zitat:
Zitat:
..eine Kaze an einen tisch geschnallt und sie bei lebendigem leibe siziert.

Das glaube ich nicht


Die beteiligten waren der festen meinung, der Mensch sei als einzigster dazu fähig, empfindungen wahr zu nehmen (hoffe ich irre mich da jetzt aber nicht)

Ich kann leider keine schriftlichen beweise vorlegen, allerdings wurde mir das einmal in der Schule erzählt und einmal in der Uni (Thema der Vorlesung im letzten Semester:Antropologie des Menschen) Einmal von einem Philosophielehrer und einmal von einem Dozenten (Glaube nicht dass man mich 2 mal reingelegt hat)

Wenn du willst suche ich zu hause (bin gerade am uni-rechner) meine unterlagen raus und schau noch einmal nach, falls ich mir dazu was notiert hatte.

Zitat:
Ist fast eine Handvoll Tier Zwinker siehe auch HP


ist womöglich ne blöde frage, aber was ist mit HP gemeint ?
Ahorn
Zitat:
Die beteiligten waren der festen meinung, der Mensch sei als einzigster dazu fähig, empfindungen wahr zu nehmen

Wenn ein Philo-Prof. im letzten semester, Studenten oder sonst für wissenschaflich Beteiligte, solche Meinung vertreten; das würde mich Entsetzen, wundern oder sogar enttäuschen. Das kann doch keiner ernsthaft glauben, daß wenn man eine Katze bei lebendigem leibe seziert, daß die nichts empfindet.
Zitat:
(Glaube nicht dass man mich 2 mal reingelegt hat)

hm

Philo-Prof. im letzten semester, was ist das denn für einer! Ist das ein Prof der noch studiert! gruebel
Aber das ist jetzt auch erstmal alles egaaal..



Ich behandele jedes Tier, wenn es nicht gerade Viruse, Bakterien, Läuse, Maden oder ähnliche Parasiten sind als empfindsam. Und selbst die lasse ich in Ruhe wenn sie mich in Ruhe lassen.
Aber ehrlich gesagt glaube ich das, daß mit Empfinden, dem Schmerzempfinden bei etwa einer Maus anfängt, alle anderen Lebensformen die "darunter" sind, glaube ich nicht das, daß der Fall ist. Aber ganz sicher bin ich da auch nicht, denn wenn ich z.b. die Grillen nehme (die von der Intelligenz ja nicht gerade der Hit sind), und mit nehme meine ich auch nehme, nähmlich zum verfüttern als Beutetiere nehme, dann spüren die scheinbar auch was. Sie fiepen ganz leise aber Herzzerbrechend dann. Sonst sind die ganz still außer das sie manchmal zierpen, aber da ist noch dieses fiepsen was für mich ein Anzeichen von Unwohlsein oder Angst bedeutet. Aber wenn sie dann ins Terra gefallen sind, scheinen die wieder Glücklich zu sein. Sie buddeln im Sand rum und knabbern an Blätter, daß ist für mich ein Indiz, alles ist wieder gut. roll
Schopenhauer (und andere auch) meint, wie wohl auch allgemein bekannt ist wie ich vermute, daß einfach mit der Intelligenz das Leiden, und so mit das Empfinden steigt. Dies hat er auch gut an ein Gemälde von Tischbein beschrieben hat. Auch S.K. meint, je mehr Verzweiflung um so mehr Geist.






Mitleid mit Tieren und ein guter Charakter sind derart eng miteinander verknüpft,
dass man mit Gewissheit feststellen kann,
dass niemand, der grausam zu Tieren ist, ein guter Mensch sein kann.
Arthur Schopenhauer






Gruß Ahorn smile
tacitglory
Leider hatte ich keine notizen dazu erhalten.
Nebenbei: ich meinte mit letztes semester eigentlich das semester vor dem, in dem ich jetzt bin Der prof war schon fertig mit studium (kam wohl falsch an)

Außerdem war es nicht die meinung des Profs, sondern die diverser Wissenschaftler (an dieser stelle würde ich nur zu gerne namen nennen können-->sorry), die vor 100 Jahren oder wann das war, an dieser meinung festhielten. Mit der zeit verschwand diese vermutung, oder besser gesagt, sie hat sich auf weniger intelligente spezies verlagert.

Wenn man bedenkt, dass Kühe oder Schweine, die auf dem fließband getötet werden, soweit eine doku berichtet hatte, im betäubten zustand quasi ausgeblutet werden, damit ihr blut nicht beim schlachten und verpacken zu schnell gerinnt.

Die zweite info ist, wie gesagt, aus einer (ich meine auf Kabel 1 gelaufenen) Doku (K1 Reportage oder so)

Mal nebenbei: Werden Bäume (die in Massen gehackt und verbrannt oder verarbeitet werden) als Lebewesen angesehen (klingt jetzt vielleicht komisch, ist aber als ernste Frage gemeint)
Ahorn
Zitat:
die vor 100 Jahren oder wann das war, an dieser meinung festhielten.

Ich glaube das vor 500 Jahren auch noch die Frage gestellt wurde, ob Frauen überhaupt Menschen sind. nunja
Aber ich muss gestehen, daß ich jetzt gar nicht mehr genau weiß was ich dazu noch weiter schreiben kann. Vielleicht sollte hier ein Fachmann/Frau ein paar seriöse Zeilen zu schreiben.

Zitat:
Wenn man bedenkt, dass Kühe oder Schweine, die auf dem fließband getötet werden, soweit eine doku berichtet hatte, im betäubten zustand quasi ausgeblutet werden, damit ihr blut nicht beim schlachten und verpacken zu schnell gerinnt.

Dazu kann ich auch nichts weiter zu schreiben, weil mir sonst fast Übel..



Zitat:
Werden Bäume (die in Massen gehackt und verbrannt oder verarbeitet werden) als Lebewesen angesehen (klingt jetzt vielleicht komisch, ist aber als ernste Frage gemeint)

Und deswegen kommen wir jetzt auch gerne zum eigentlichen Thema zurück. Hierzu habe ich dieses schon angedeutet:
Ich selber gehe nach dem Gefühl und empfinde z.b. einen schönen großen Baum als sehr "lebendig". Er hat eine lange Geschichte hinter sich und hat sehr viel erlebt und strahlt was "Weises" und Imposantes aus, und vielleicht kann er sogar auch auf irgendeine Art kommunizieren, die uns aber verborgen bleibt. (Das ist natürlich eine Gefühlsprojektion und keine Feststellung.)

Auch wurde schon irgendwo mal mit dem Gedankengang gespielt ob vielleicht sogar das Meer eine art primitive Lebensform ist.
Die Ökologie die eine wissenschaftliche Teildisziplin der Biologie ist, hat wenn ich richtig informiert bin, eine holistische Anschauung und geht davon aus das die Erde wie ein große Lebensform zu sehen ist.
Und wenn ich jetzt noch viel weiter gehe, dann kann auch das ganze Universum als die -eine Natur- oder die -unendliche Natur- die -unendliche Substanz- ...als Gott gesehen werden.



Gruß
Ahorn winken
Neo
Zitat:
Original von *~Ahorn~*
Ich glaube das vor 500 Jahren auch noch die Frage gestellt wurde, ob Frauen überhaupt Menschen sind. nunja
Aber ich muss gestehen, daß ich jetzt gar nicht mehr genau weiß was ich dazu noch weiter schreiben kann. Vieleicht sollte hier ein Fachmann/Frau ein paar seriöse Zeilen zu schreiben.


Find ich auch. Das ist eine wichtige Frage, die wir unbedingt endgültig klären sollten. Hier sind Fachleute gefragt smile
tacitglory
@*~Ahorn~*:

Zitat:
Dazu kann ich auch nichts weiter zu schreiben, weil mir sonst fast Übel..

Ich hab nur erwähnt, was in der Doku als HUMAN dargestellt werden sollte (grausam find ich es aber auch)


Aber du hast Recht. Zurück zum Thema Gut !

Zitat:
Auch wurde schon irgendwo mal mit dem Gedankengang gespielt ob vielleicht sogar das Meer eine art primitive Lebensform ist.

Sicher ist, dass es im wasser selbst sehr viele (teils mikroskopisch kleine) Lebewesen gibt (Einzeller,etc.)
Wie kommt man auf diese Idee oder ist das auch eine intuitive Vermutung/Gedanke ?

Zitat:
Und wenn ich jetzt noch viel weiter gehe, dann kann auch das ganze Universum als die -eine Natur- oder die -unendliche Natur- die -unendliche Substanz- ...als Gott gesehen werden.

Wenn Gott ein Lebewesen ist, dann ist er sterblich, Das ist bei jedem Lebewesen so. Also ist er entweder ein sterbliches Lebewesen, oder kein Lebewesen (aber das geht jetzt in Richtung Religionsphilosophie und Endloskette des Ersten fröhlich )

@Neo:
Zitat:
Ich glaube das vor 500 Jahren auch noch die Frage gestellt wurde, ob Frauen überhaupt Menschen sind. nunja

Stimmt dieses Thema sollte endlich abgehackt werden großes Grinsen

@*~Ahorn~*:
Sicher das die Frage noch vor 500 Jahren (also um 1500 n.Chr.) gestellt wurde gruebel
Ruhe
hallo,

Informationen aus dem Netz, kenn mich jedoch nicht viel mit der Biologie aus:

"Das ZNS(Zentrale Nervensystem) der Insekten besteht erstaunlicherweise aus 10^5-10^6 Neuronen im Vergleich zu 10^10 Neuronen beim Menschen."

"Das Verhalten der Insekten ist nicht wie bei den höheren Tieren durch eine innere stimulierende Quelle, z.B. im Großhirn bestimmt. Solche Zentren gibt es nicht. Die Muskel-, Drüsen- und Organbewegung wird ausschließlich durch Reflexe gesteuert. Kompliziertere Verhaltensweisen können auf eine Abfolge solcher Reflexe zurückgeführt werden. Einige Insekten zeigen sogar bedingte Reflexe, also solche, denen ein Lernvorgang zugrunde liegt."

http://www.egbeck.de/skripten/12/bs12-45.htm


Insekten haben also weniger Neuronen. Inwieweit das von der Größe abhängt und die Leidensfähigkeit beeinflusst weiß ich nicht.

Dass Insekten in der Forschung als Maschinen dargestellt werden ist klar. Es gelingt ja auch schon beim Menschen Handlungen auf chemische Reaktonen im Körper zurückzuführen. (unter anderem, dass wir erst eine Entscheidung ausführen, z.B die Hand heben, und erst kurze Zeit später in unserem Gehirn uns für jene Aktion entscheiden).
Dass Insekten aber keine "stimulierende Quelle " haben, könnte darauf hindeuten, dass sie keinen Willen/Bewusstsein haben. Jedoch weiß ich nicht inwiefern es in der Biologie auch durch andere Systeme möglich ist ein Bewusstsein entstehen zu lassen. Der Text gesteht ja auch zu, dass es dort nicht erklärte Lernprozesse gibt, was für ein Bewusstsein sprechen würde.

Diese quelle (http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-8316-2008-06-04.html) spricht von einem 4 Sekunden Orientierungsgedächtnis und auch von einem Zentrum für jenes im Gehirn.
Folgender Text (http://www.redaktion-wissen.de/texte2006...erinnerung.html) spricht von einem Gedächtnis von mehreren Tagen und in Ausnahmefällen, auch Monate. Bei dieser Zeit muss man meiner Meinung nach auch beachten, dass Insekten eine viel geringere Lebenserwartung haben als Menschen. Im Verhältnis ist ihr Gedächtnis also nicht so kurz und ist auf ein Insektenleben zugeschnitten. Der Text spricht außderdem von einem Fliegengehirn mit bis zu 200.000 Nervenzellen.(Mensch 100Mrd).

Viel interessanter ist dabei aber, dass Insekten einige Nahrungsquellen, je nach Vergangenheit (z.B. hungersnote, gifte) anderen vorziehen, also sich bewusst? entscheiden und Präferenzen bzw einen Willen besitzen.


Oft ist es sinnvoll nach dem Sinn von Gefühlen und Bewusstsein zu fragen. Macht es Sinn, dass eine Pflanze Leid empfindet? Wohl eher nicht, da sie dieses Leid z.B gefressen zu werden nicht aktiv verhindern kann. Bei Insekten würde es Sinn machen, da sie Leid durch ihr Handeln verhindern können. Wenn sie allerdings keine bewusste entscheidungen treffen können, also Maschinen wären, würde es keinen Sinn machen dass Sie Schmerzen spüren.

Ich persönlich glaube nach jetzigem Kenntnisstand dass Insekten sich in den Grundzügen nicht von uns unterscheiden. Es sind "kleine Menschen". Ich kann mich einfach nicht damit anfreunden, das es Maschinen sein sollen. Mein Handeln beeinflusst es aber nicht wesentlich. Um überleben zu können muss ich Insekten töten (bsp. Ackerbau). Und auch das Töten von Mücken und Autofahren sehe ich als legitim an, da sich sonst mein Lebensstandard sehr einschränken würde und nicht mehr lebenswert wäre. Ansonsten versuche ich keine Insekten bewusst zu töten. Ich werde jedoch die Entscheidung von Menschen respektieren und schätzen, die mit einem Besen barfuß spazieren gehen.
Bjenn
Zitat:
Original von notme

Meine Hauptfrage lautet:Ist es legitim Schwächere zu quählen, töten, vergewaltigen, wenn es keine negativen Konsequenzen für uns hat, keiner uns Schuld einredet, zB im Krieg, wo es eh keiner merkt, und die Opfer zu 100% wehrlos sind?


Meiner Meinung ist es nicht legitim, da es gegen der Grundsatz des Moralischen Empfindens widerspricht.
Ob es Jemand merkt ändert nichts an der Tat.

Ich denke der Wert eines Lebewesens ist an dem Level der Bewusstseinsfähigkeit auszumachen, da dies die geistliche Anbindung an Materielles bedeutet und somit natürliche Wille zum Leben gemessen werden sollte.

Ich denke allgemein würde die Gesellschaft den Wert eines Lebewesens an der Funktion und deren Potential festmachen, da hierdurch zum Beispiel Todesstrafen gerechtfertigt werden.

Meiner Meinung darf man nur das Leben eines Lebewesens erst beenden, wenn der Schaden der von diesem Lebewesen ausgeht dessen Lebenswert übersteigt, wobei der Schaden erst nach dem richtigen Moralsystem gemessen auch dem Lebenswert aufzuwiegen ist.

Generell sollte man ein Lebewesen nie ohne Grund töten, auch wenn es nur ein Insekt ist.
Ahorn
Zitat:
Original von Bjenn


Generell sollte man ein Lebewesen nie ohne Grund töten, auch wenn es nur ein Insekt ist.

Ich reduziere das auf ganz einfache Prinzipien die da lauten:
Saugt, beißt oder sticht mich das Insekt, besteht die Gefahr das es von mir getötet wird.
Verursacht es einen Schaden, fällt also die Kleidung, Möbel oder die Pflanzen an, macht es sich über meinen Vorrat her, ist das der sichere Tod.
Desweiteren ist die Größe, Schönheit, Anzahl und Besonderheit des Insekts ein wichtiger Faktor für mich ob ich über Leben oder Tod entscheide. Bei Kleinen Insekten die es in Unmengen gibt, sind auch vier auf einen Streich nicht der Rede wert; auf jedenfall aber wenn es sich um einen Sauger oder sonst ein nerviges kleines Biest handelt.
Bjenn
Zitat:
Original von Ahorn

Desweiteren ist die Größe, Schönheit, Anzahl und Besonderheit des Insekts ein wichtiger Faktor für mich ob ich über Leben oder Tod entscheide. Bei Kleinen Insekten die es in Unmengen gibt, sind auch vier auf einen Streich nicht der Rede wert; auf jedenfall aber wenn es sich um einen Sauger oder sonst ein nerviges kleines Biest handelt.


Die Ausgangsfrage hieß aber, ob es Legitim wäre.
Die erklärst hier nach welchen emotionalen Faktoren, ein Tier bei dir eine Überlebenschance hätte, was objektiv gesehen, meiner Meinung nach Unmoralisch ist.

Würde man so weiter Handeln dürfte man doch unästhetische Menschen die nichts Besonderes sind eher töten als andere.