Eugen:
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| Das klingt mir doch nach einem reichlich schlichten Repräsentationalismus. Da werden also offenbar "Dinge, Prozesse, Zusammenhänge usw." als etwas aufgefasst, das unabhängig von unserer Erkenntnis da ist, die davon getrennt in einem irgendwie nicht-empirischen, transzendenten Raum als theoriebildende Instanz arbeitet. |
Ich nenne es lieber Realismus. Davon, dass Dinge, Prozesse usw. einer theoriebildenden Instanz angehören sollten, gehe ich nicht aus, denn das erkennende Subjekt ist diese Instanz, die Theorien erzeugt. Eine Theorie spricht bestimmten Entitäten real Existenz zu und versucht diese zu erklären. Insofern ist Wahrnehmung (empirischer Kontakt) nicht theorieunabhängig, worauf du zurecht hinweist.
Du kannst diese Auffassung ruhig transzendental in dem Sinne nennen, dass Erkenntnis sich auf von ihr unabhängige Dinge usw. bezieht, die durch Erkenntnis erfasst werden sollen und können.
Eugen:
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| Dem liegt anscheinend die Vorstellung zugrunde, es gebe so etwas wie die letztgültige "Wahrheit", die, obwohl prinzipiell unerkennbar, dennoch als eine Art Meßlatte fungieren soll, an der die verschiedenen Theorien je nach ihrer Nähe zu ihr gemessen werden könnten. |
Von Wahrheit in diesem Sinne gehe ich nicht aus, brauche ich auch nicht, da Wahrheit als regulative Idee keine Wahrheitsgarantie benötigt, die auch nicht zu bekommen ist.
Auch ohne die Wahrheit zu kennen, lassen sich Gesichtspunkte entwickeln, die Theorien hinsichtlich ihres Wahrheitsgehaltes abschätzbar machen, wozu die Erklärungskraft gehört und insbesondere der Aspekt, dass eine Theorie nicht zu viele Schwachstellen hat.
Von Wahrheit und Falschheit lässt sich sprechen (auch indem ich sage, das eine sei wahrer oder falscher als das andere usw.), solange diese Zuschreibung selbst hypothetischen Charakter besitzt.
Eugen:
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| Vielleicht sollte man im Bezug auf Theorien es aufgeben, von ihrer Wahrheit oder Falschheit insgesamt zu sprechen. |
Das halte ich für unnötig, weil ein pragmatischer Ansatz (den du unten andeutest) nicht erklären kann, worauf die Nützlichkeit einer Theorie beruhen könnte.
Wenn ich sage, eine Theorie sei nützlicher, weil sie die Realität besser umreißt als eine andere, dann wäre das eine Erklärung ihrer Nützlichkeit.
Eugen:
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| Ihre höhere Erklärungskraft ist das wesentliche und das ist ganz praktisch zu verstehen: wir können damit mehr anfangen, unsere Prakitiken gewinnen damit, wenn man so will, an Sicherheit. |
Mit dem Gehalt einer Theorie steigt ihre Erklärungskraft, sehr richtig - sofern sie nicht zu wenig treffend ist, was sich aber über Prüfungen in Erfahrung bringen lässt.
Ein Gewinn an praktischer Sicherheit kann mit einer erklärungskräftigen Theorie durchaus verbunden sein (muss aber nicht). Dadurch steigt jedenfalls nicht die Sicherheit, dass eine Theorie auch wahr ist. Das ist nämlich das Argument, welches durchaus kein Scheinproblem formuliert.
Dass sich aus gehaltvollen Theorien diverse Anschlussprobleme ergeben, gehört zu ihren Vorteilen.
Eugen:
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| Zunächst mal trennst du offenbar nicht deutlich zwischen (Einzel-) Aussagen und Theorien. Da ist m.E. ein wesentlicher Unterschied. |
In diesem Zusammenhang ist die Unterscheidung zwischen Einzelaussagen und Theorien nicht zentral, da der Übergang ohnehin fließend ist und Einzelaussagen immer theoretisch unterfüttert sind.
Wenn ich sage, Gott existiert, ohne zu sagen wo, warum und in welchem Zusammenhang, dann ist diese Einzelaussage fast leer.
Sage ich, Gott existiert auf dem Mars und erzeugt dort das Wetter, indem beim Ausatmen Wolken produziert und obendrein Wind erzeugt, bekomme ich eine riskantere Aussage, weil ihre Möglichkeit, falsch zu sein, zunimmt.