Neo
Amit Goswami vertritt in seinem Buch " The Self Aware Universe" die Ideologie des, wie er es nennt, monistischen Idealismus.
Speziell seine These zum Leib-Seele-Problem (mind-body-problem) finde ich außerordentlich interessant und bedeutsam, revolutionär und gleichzeitig höchst nachvollziehbar. Sie beantwortet bisher unbefriedigend beantworte Fragen, die sich aus diesem Problemkreis ergeben; so ist etwa für mich die materialistisch-dualistische Antwort, das Bewußtsein sei ein Epiphänomen des materiellen Gehirns aus verschiedenen Gründen unbefriedigend.
Hier aber nun ein kurzer Abriß Goswamis These.
Im Kapitel 10: Exploring the Mind-Body Problem und Kapitel 11: In Search of the Quantum Mind geht er von der Tatsache aus, dass wenn man das Phänomen des Gedankens näher betrachtet, einem gewisse Ähnlichkeiten zu den Merkmalen auffallen, wie sie in der Quantenphysik beschrieben werden. Da wäre einmal das Unbestimmtheitsprinzip. Für ein Materieteilchen kann nicht gleichzeitig sein Ort und sein Impuls bestimmt werden.
Gleiches gilt auch für Gedanken. Man kann das leicht an sich selbst beobachten. Es ist nicht möglich, den Fokus der Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes gedankliches Objekt zu richten (Ort) und gleichzeitig auf den Vorgang des Denkens (Impuls), der dieses Objekt hervorbringt, also aus welchen Assoziationen dieses Objekt entspringt oder in welche Richtung der Gedanke führt.
In dem Moment wo ich an den Vorgang denke, nimmt die Schärfe des Objektes ab, seine Details verschwimmen und umgekehrt.
Er beruft sich dabei auf die Idee dass “David Bohm and before him August Comte noted that there seems to be an uncertainty principle operating for thought. If we concentrate on the content of thought, we lose sight of the direction in which the thought is heading. If we concentrate on the direction of a thought, we lose sharpness in ist content. Observe your thoughts and see for yourself.“
Und weiter:
„We can generalize Bohm´s observation and posit that thought has an archetypal component. Its appearance in the field of awareness is associated with two conjugate variables: feature (instanteneous content, akin to the position of physical objects) and association (the movement of thought in awareness, akin to the momentum of physical objects). Note that awareness itself is akin to the space in which thought objects appear.
So mental phenomena such as thought seem to exhibit complementary. We can posit that, although it is always manifested in form (described by attributes such as feature and association) between manifestations thought exist as transcendent archetypes – as does the quantum object with ist transcendent coherent superposition (wave) and manifest one-faceted (particle) aspects.
Additionally, there is plenty of evidence of discontinuity – quantum jumps – in mental phenomena, especially in the phenomen of creativity.“
Weiter erwähnt er J.H. Poincaré und C.F. Gauß welche in ähnlicher weise ihr Erleben der Kreativität beschrieben (...have spoken of their own creative experiences in similar terms, as being sudden and discontinious like a quantum leap“).
Die Schlußfolgerung ist:
Gedanken bestehen für Goswami also ebenso wie Materie aus einer gemeinsamen elemenataren Substanz.
„Just as ordinary matter consists ultimately of submicroscopic quantum objects that can be called the archetypes of matter, let us assume that the mind consists ultimately of the archetypes of mental objects (very much like Plato called ideas). I further suggest that they are made of the same basic substance that material archetypes are made of and that they also obey quantum mechanics. Thus quantum measurement considerations apply to them as well.“
Als Bestätigung dieses Gedankens erwähnt er auch C.G.Jung:
„I am not alone in this kind of of speculation: Jung intuited decades ago that the psyche and matter must ultimately be made of the same stuff“.
Für Goswami ist das bewußte Denken letzlich eine Kombionation aus quantenphysikalischen Prozessen (Kollabieren der Wellenfunktion eines gedanklichen Archetyps bzw. eines Konglomerats von solchen zu einem konkreten gedanklichen Objekt) sowie dem Gehirn als Meßinstrument dieses Kollabierens der Wellenfunktion, was den neurochemischen Prozessen entspricht. Dem Gehirn fällt dabei die Aufgabe zu, Kontinuität zu ermöglichen, indem es die Informationen („Meßergebnisse“) speichert, also Gedächtnis erschafft, während die Quantenprozesse (also Gedanken) von ihrer Natur her diskontinuierlich sind (s.auch den begriff Tao aus dem Taoismus, oder Heraklit´s "Alles fließt" oder die begriffe acintya und avidya aus dem Hinduismus, die ebenfalls besagen, dass erst das menschliche Gehirn feste Formen und individuelle Dinge erschafft, diese jedoch in Wahrheit nur Momentaufnahmen in einem ständigen Übergangsprozess sind, wo immer alles in alles übergeht und es keine Getrenntheit gibt).
Es ist wichtig zu verstehen, dass das Gehirn den Vorgang des Entstehen eines Gedankes nicht verursacht, sondern lediglich mißt und interpretiert.
Das hat erhebliche Konsequenzen: bestimmte Phänomene könnten damit erklärt werden. Wenn das Gehirn nicht der Ort der Entstehung des Gedankens ist sondern nur der Empfänger, dann ist es nicht mehr abwegig dass zwei Empfänger gleichzeitig denselben Gedanken haben. Die Theorie der Nichtlokaliät (EPR-Paradoxon) kommt hier sehr stark zum Tragen. Und es ist auch nicht mehr abwegig, dass das Gehirn Bewußtseinsinhalte sichtbar macht, die „außerkörperlich“ sind (sog. AKE oder engl. OBE, also außerkörperliche Erfahrungen), da nach Goswami sowieso alle Bewußtseinsinhalte außerkörperlich, also nicht vom Gehirn erzeugt und damit auch nicht „subjektiv“ im herkömmlichen sein können, da die subjektive Interpretation einer Erfahrung lediglich eine Projektion ist. Er erinnert an den Begriff maya aus dem Hinduismus.
Welche weiteren Auswirkungen diese Vorstellung hat, das erwarte ich mit Spannung im weiteren Verlauf des Buches zu finden, ich finde aber schon jetzt verblüffende Zusammenhänge etwa zu Beschreibungen des Einsseins mit dem Universellen Bewußtseins und der Illusion des subjektiven Selbst in den östlichen Philosophien.
Oder die Idee des schöpferischen Prozesses als ursächlich gedanklicher Vorgang.
Gleichzeitig möchte ich erwähnen, dass diese Überlegungen (was mich selbst anbelangt) noch keinesfalls "ausgegoren"sind, ich mich also in einen kontinuierlichen Enstehungsprozess meines Weltbildes befindlich sehe.
Dies nur prophylaktisch gegen irgendwelche Einwände wie "jetzt leg Dich doch endlich mal auf eine bestimmte philosophische Richtung oder Ideologie fest."
Speziell seine These zum Leib-Seele-Problem (mind-body-problem) finde ich außerordentlich interessant und bedeutsam, revolutionär und gleichzeitig höchst nachvollziehbar. Sie beantwortet bisher unbefriedigend beantworte Fragen, die sich aus diesem Problemkreis ergeben; so ist etwa für mich die materialistisch-dualistische Antwort, das Bewußtsein sei ein Epiphänomen des materiellen Gehirns aus verschiedenen Gründen unbefriedigend.
Hier aber nun ein kurzer Abriß Goswamis These.
Im Kapitel 10: Exploring the Mind-Body Problem und Kapitel 11: In Search of the Quantum Mind geht er von der Tatsache aus, dass wenn man das Phänomen des Gedankens näher betrachtet, einem gewisse Ähnlichkeiten zu den Merkmalen auffallen, wie sie in der Quantenphysik beschrieben werden. Da wäre einmal das Unbestimmtheitsprinzip. Für ein Materieteilchen kann nicht gleichzeitig sein Ort und sein Impuls bestimmt werden.
Gleiches gilt auch für Gedanken. Man kann das leicht an sich selbst beobachten. Es ist nicht möglich, den Fokus der Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes gedankliches Objekt zu richten (Ort) und gleichzeitig auf den Vorgang des Denkens (Impuls), der dieses Objekt hervorbringt, also aus welchen Assoziationen dieses Objekt entspringt oder in welche Richtung der Gedanke führt.
In dem Moment wo ich an den Vorgang denke, nimmt die Schärfe des Objektes ab, seine Details verschwimmen und umgekehrt.
Er beruft sich dabei auf die Idee dass “David Bohm and before him August Comte noted that there seems to be an uncertainty principle operating for thought. If we concentrate on the content of thought, we lose sight of the direction in which the thought is heading. If we concentrate on the direction of a thought, we lose sharpness in ist content. Observe your thoughts and see for yourself.“
Und weiter:
„We can generalize Bohm´s observation and posit that thought has an archetypal component. Its appearance in the field of awareness is associated with two conjugate variables: feature (instanteneous content, akin to the position of physical objects) and association (the movement of thought in awareness, akin to the momentum of physical objects). Note that awareness itself is akin to the space in which thought objects appear.
So mental phenomena such as thought seem to exhibit complementary. We can posit that, although it is always manifested in form (described by attributes such as feature and association) between manifestations thought exist as transcendent archetypes – as does the quantum object with ist transcendent coherent superposition (wave) and manifest one-faceted (particle) aspects.
Additionally, there is plenty of evidence of discontinuity – quantum jumps – in mental phenomena, especially in the phenomen of creativity.“
Weiter erwähnt er J.H. Poincaré und C.F. Gauß welche in ähnlicher weise ihr Erleben der Kreativität beschrieben (...have spoken of their own creative experiences in similar terms, as being sudden and discontinious like a quantum leap“).
Die Schlußfolgerung ist:
Gedanken bestehen für Goswami also ebenso wie Materie aus einer gemeinsamen elemenataren Substanz.
„Just as ordinary matter consists ultimately of submicroscopic quantum objects that can be called the archetypes of matter, let us assume that the mind consists ultimately of the archetypes of mental objects (very much like Plato called ideas). I further suggest that they are made of the same basic substance that material archetypes are made of and that they also obey quantum mechanics. Thus quantum measurement considerations apply to them as well.“
Als Bestätigung dieses Gedankens erwähnt er auch C.G.Jung:
„I am not alone in this kind of of speculation: Jung intuited decades ago that the psyche and matter must ultimately be made of the same stuff“.
Für Goswami ist das bewußte Denken letzlich eine Kombionation aus quantenphysikalischen Prozessen (Kollabieren der Wellenfunktion eines gedanklichen Archetyps bzw. eines Konglomerats von solchen zu einem konkreten gedanklichen Objekt) sowie dem Gehirn als Meßinstrument dieses Kollabierens der Wellenfunktion, was den neurochemischen Prozessen entspricht. Dem Gehirn fällt dabei die Aufgabe zu, Kontinuität zu ermöglichen, indem es die Informationen („Meßergebnisse“) speichert, also Gedächtnis erschafft, während die Quantenprozesse (also Gedanken) von ihrer Natur her diskontinuierlich sind (s.auch den begriff Tao aus dem Taoismus, oder Heraklit´s "Alles fließt" oder die begriffe acintya und avidya aus dem Hinduismus, die ebenfalls besagen, dass erst das menschliche Gehirn feste Formen und individuelle Dinge erschafft, diese jedoch in Wahrheit nur Momentaufnahmen in einem ständigen Übergangsprozess sind, wo immer alles in alles übergeht und es keine Getrenntheit gibt).
Es ist wichtig zu verstehen, dass das Gehirn den Vorgang des Entstehen eines Gedankes nicht verursacht, sondern lediglich mißt und interpretiert.
Das hat erhebliche Konsequenzen: bestimmte Phänomene könnten damit erklärt werden. Wenn das Gehirn nicht der Ort der Entstehung des Gedankens ist sondern nur der Empfänger, dann ist es nicht mehr abwegig dass zwei Empfänger gleichzeitig denselben Gedanken haben. Die Theorie der Nichtlokaliät (EPR-Paradoxon) kommt hier sehr stark zum Tragen. Und es ist auch nicht mehr abwegig, dass das Gehirn Bewußtseinsinhalte sichtbar macht, die „außerkörperlich“ sind (sog. AKE oder engl. OBE, also außerkörperliche Erfahrungen), da nach Goswami sowieso alle Bewußtseinsinhalte außerkörperlich, also nicht vom Gehirn erzeugt und damit auch nicht „subjektiv“ im herkömmlichen sein können, da die subjektive Interpretation einer Erfahrung lediglich eine Projektion ist. Er erinnert an den Begriff maya aus dem Hinduismus.
Welche weiteren Auswirkungen diese Vorstellung hat, das erwarte ich mit Spannung im weiteren Verlauf des Buches zu finden, ich finde aber schon jetzt verblüffende Zusammenhänge etwa zu Beschreibungen des Einsseins mit dem Universellen Bewußtseins und der Illusion des subjektiven Selbst in den östlichen Philosophien.
Oder die Idee des schöpferischen Prozesses als ursächlich gedanklicher Vorgang.
Gleichzeitig möchte ich erwähnen, dass diese Überlegungen (was mich selbst anbelangt) noch keinesfalls "ausgegoren"sind, ich mich also in einen kontinuierlichen Enstehungsprozess meines Weltbildes befindlich sehe.
Dies nur prophylaktisch gegen irgendwelche Einwände wie "jetzt leg Dich doch endlich mal auf eine bestimmte philosophische Richtung oder Ideologie fest."
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). Aber es hängt bestimmt nicht nur mit der tatsache zusammen, dass wir in jedem leben eine wirklich andere person sind.
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