Heyhey!! Schön, dass ihr noch da seid, ich dachte schon, nach so langem Warten hättet ihr euch in interessantere Themen verdrückt...
Also: in die hände spucken und los gehts...
@kämpfer der Sonne:
Ja, das mit lehrern und Lehrmeistern ist wirklich so eine sache... Ich hatte schon oft das gefühl, ich hätte so jemanden gefunden, den man wirklich als "Lehrmeister" in diesem Sinne bezeichnen könnte. Doch dann tut oder sagt diese Person etwas, was erkennen lässt, dass sie es irgendwie doch nicht ist.
Die Frage dann:
ist die Person doch ein Lehrmeister und ich erkenne bloss noch nicht, dass das, was mich abstösst, durchaus richtig ist (sozusagen eine schwerere Lektion)
oder ist die Person nur "zufällig von mir als Lehrmeister eingestuft worden, ist es aber überhaupt nicht?
In diesem falle denke ich, man halte sich an den Grundsatz: Auch nur ein Mensch!
Ich suche keine ganzheitlichen Lehrmeister mehr, sondern, versuche in jedem zu sehen, was diese Person mich lehren kann (und auch: was diese Person mich auf keinen Fall lehren sollte, quasi was sie mich lehrt, nicht zu sein)
Wieder mal alles eine Frage des erkennens...
Muss ich anfügen, dass diese Personen uns nicht zwingend bewusst ihre Lehren vermitteln?
Das Lehrmeister-Lehrer Problem ist tatsächlich auch in der Schule vorhanden. Früher (vielleicht Antike, weiss ich nicht mehr so genau) mussten die Lehrer in den Schulen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch "Einstellungen", was heute seltener, oder in geringerem Ausmass geschieht.
Siehst du warum? Es ist heute recht schwierig, riskant und eigentlich auch unvernünftig, Lehrer zu sehr nach diesem Kriterium zu bewerten/auszuwählen, denn, wie will der staat prüfen, welche einstellungen der Lehrer effektiv vermittelt? und noch mehr: wer bestimmt dann, welche Einstellungen die "richtigen" sind? Ich sähe da Probleme auf uns zu kommen...
Aber jetzt haben wir dafür Generationenweise Leute, von denen sehr viele keine Lehrmeister in sachen einstellungen und so haben, weil die Lehrer sich zurückhalten, die Eltern es versäumen und sie selbst sich (noch) keine Lehrmeister (bewusst) suchen.
Ich denke, ich verstehe auch deine Gefühle, bezüglich der Hohlköpfe. Und ich kenne ein paar leute, die das auch verstehen würden, doch wir sehen uns manchmal gegenseitig als hohlköpfe an...
Nur allzu oft habe ich das Gefühl, dass die meisten um mich herum sich geradezu zu weigern scheinen, die wichtigen wahrheiten einzusehen, überhaupt, etwas zu begreifen oder zu sehen.
Doch lasse dir nun gesagt sein: Das sind äusserst gefährliche Gedanken!!
Ich muss an dieser Stelle (wenn auch selbst etwas wiederwillig) Neos Denkanstoss gutheissen. Gut möglich, dass wir oft recht haben, wenn wir an der offensichtlichen Dummheit der anderen schier verzweifeln. Doch wenn wir uns das angewöhnen, wird unsere "Prüfweise" schlampig, und wenn wir nicht aufpassen, werten wir voreilig und werden tatsächlich etwas hochmütig und reich an Vorurteilen.
Doch was nun? Wir brauchen nicht nur Optimissmus, nein, auch Hoffnung und Glaube an die Menschheit!! (Erich Fromm sagte mal, dass der Glaube an die Menschheit (und ihr Potential) die höchste form des Glaubens sei...)
Glaube mir, wenn ich dir sage, oft bin ich von Leuten überrascht worden, das sie (in meinen Augen) nicht völlig verlohren sind, nein, sogar nichtig weise seiten zu besitzen schienen, welche sie sehr geschickt verstecken.
Die listigen gesellen
Viele tun das, sei es, dass ihnen diese (oft) so klischeehaft "richtigen" ansichten etwas peinlich sind, oder sie sich nicht der wichtigkeit dessen bewusst sind... oder einfach nicht so damit hausieren, wie wir das tun (sind wir angeber?? ich hoffe nicht, ich müsste mich sonst selbst verachten... obwohl, manchmal sind wirs glaube ich)
Doch nichtsdesto trotz glaube ich an die existenz von richtigen Dummköpfen. Und daran, dass sie zahlenmässig mit anderen "gruppierungen" mithalten können...
Doch wir lassen uns nicht unterkriegen, und hey: jeder Mensch, in dem wir auch nur ein Fünkchen weisheit entdecken können, gehört eigentlich zu unserer Seite!
also: Augen auf, lasset uns den Lehrmeister in einem Jeden aufspühren!
Und jedem ein Lehrer zu sein. (ganz unaufdringlich natürlich)
Solange du mir sagst, dass du weise Leute suchst, bist du in die richtige Richtung unterwegs!
Und das nicht allein!
@ Neo
Das du mal dieselben Probleme mit solchen Fragestellungen hattest, klingt irgendwie beruhigend...
Also ich bin jetzt 20 seit noch nicht ganz einem Monat. Ist das so etwa das Alter...? oder bin ich etwa etwas hintennach??
Nein ernsthaft: ich bin mir natürlich bewusst, dass gewisse meiner Probleme mit meinem (nicht mehr ganz so zarten, aber trotzdem) Alter zusammenhängen, und ich bin auch sehr froh, wenn man mir das sagt

schliesslich bin ich um ebendieses Fortkommen (entwicklungsmässig) das du schilderst besorgt und bestrebt...
Wenn ich dich recht verstehe, lautet dass stichwort eigentlich Demut (unpassender Begriff, ich weiss. es haftet ihm so etwas negativ-christliches an, fiel mir aber nichts besseres ein). Wir müssen einsehen, dass wir nicht so wichtig sind und der Spruch vom teil des ganzen eben wörtlicher gemeint ist, als wir annehmen wollten.
Was ich tue kommt auch vom Einen Ganzen, und das ist auch gut so...
Interessant, wie sich das Bewusstsein dieses Zustandes auf den Alltag auswirken würde...
Dein Gleichnis mit dem Träumen ist tatsächlich recht gut, wenn es auch weiter Fragen aufwirft... Ach Quatsch: es ist gerade desshalb gut
Ich selbst wäre froh um phantasievollere Traumwelten, das würde eine Interpretation erleichtern, aber ich träume ohnehin zu wenig... Aber das thema sind ja hier nicht die Träume, sondern das Bewusstsein!
Also: Ich glaube zu verstehen, dass das Problem des Bewusstseins der Perspektiven, dabei liegt, dass wir nur als eine Perspektive Bewusstsein haben... wir müssten also, um uns der verschiedenen Perspektiven bewusst zu sein (und nicht nur von ihnen zu wissen) eine ihnen übergeordnete Rolle einnehmen. Mit dem "Einen Bewusstsein" eins werden. Yoga, hm? Ich glaube auch, dass wir dazu die Pfade der Ratio verlassen müssen, und das ganze etwas mystischer und spiritueller werden lassen.
Vielleicht ist luzides Träumen eine ganz gute einstiegsübung. Wenn ich mich zwischen aufwachen und schlafen befinde, komme ich manchmal in eine Phase, die dem ähnelt, was du als luzides Träumen bezeichest. Mich würde interessieren, wie du versucht hast, willentlich in solch einen Zustand zu kommen.
Und hey: eine gewisse Ego-Verhaftung wird uns ja nicht töten, und auch niemand anderen...
Gut, ich kürze meinen Beitrag hier ab und mache vielleicht morgen oder so weiter. Bitte um verständnis, aber je müder ich werde, desto schlechter wird wohl auch der Beitrag...
Ausserdem: träumen deucht mich im Moment verlockender, als darüber zu schreiben!
Auf Bald
Nasrudin