albert_u
„Auf die Frage: was ist das Jetzt? Antworten wir also zum Beispiel: das jetzt ist die Nacht. [Zumindest wenn die Uhrzeit stimmt.] Um die Wahrheit dieser sinnlichen Gewissheit zu prüfen, ist ein einfacher Versuch hinreichend. Wir schreiben diese Wahrheit auf; eine Wahrheit kann durch Aufschreiben nicht verlieren; eben so wenig dadurch, dass wir sie aufbewahren. Sehen wir jetzt, diesen Mittag, die aufgeschriebene Wahrheit wieder an, so werden wir sagen müssen, dass sie schal geworden ist.
Das Jetzt, welches Nacht ist, wird aufbewahrt, d.h. es wird behandelt als das, für was es aufgegeben wird, als ein Seiendes; es erweist sich aber vielmehr als ein Nichtseiendes. Das Jetzt selbst erhält sich wohl, aber als ein solches, das nicht Nacht ist; ebenso erhält es sich gegen den Tag, der es jetzt ist, als ein solches, das auch nicht Tag ist, oder als ein Negatives überhaupt. Dieses sich erhaltende Jetzt ist daher nicht ein unmittelbares, sondern ein vermitteltes; denn es ist als ein bleibendes und sich erhaltendes dadurch bestimmt, dass anderes, nämlich der Tag und die Nacht, nicht ist. Dabei ist es eben noch so einfach als zuvor, Jetzt, und in dieser Einfachheit gleichgültig gegen das, was noch ei ihm herspielt; so wenig die Nacht und der Tag sein Sein ist, ebenso wohl ist es auch Tag und Nacht; es ist durch dies ein Anderssein gar nicht affiziert. Ein solches Einfaches, das durch Negation ist, weder Dieses noch Jenes, ein Nichtdieses, und ebenso gleichgültig, auch Dieses wie Jenes zu sein, nennen wir ein Allgemeines; das Allgemeine ist also in der Tat das Wahre der sinnlichen Gewissheit.“
Ich bin zwar in Hegels Hauptwerk noch nicht weit, aber dieser Absatz hat es mir angetan. Für mich ist er ein Podest, auf dem sich die Phänomenologie im allgemeinen gründen lässt. Die Vorgehensweise, wie wir zum Allgemeinen kommen können, lässt sich durch die Differenzierung von sinnlicher Gewissheit und Allgemeinem finden: Wir können sich ihr immer mehr annähren, ähnlich wie die Naturwissenschaften es mit ihren Modellen tun. Das Mittel der Philosophie muss dabei Diskurs und stetige Beobachtung sein.
Freundliche Grüße
albert
Das Jetzt, welches Nacht ist, wird aufbewahrt, d.h. es wird behandelt als das, für was es aufgegeben wird, als ein Seiendes; es erweist sich aber vielmehr als ein Nichtseiendes. Das Jetzt selbst erhält sich wohl, aber als ein solches, das nicht Nacht ist; ebenso erhält es sich gegen den Tag, der es jetzt ist, als ein solches, das auch nicht Tag ist, oder als ein Negatives überhaupt. Dieses sich erhaltende Jetzt ist daher nicht ein unmittelbares, sondern ein vermitteltes; denn es ist als ein bleibendes und sich erhaltendes dadurch bestimmt, dass anderes, nämlich der Tag und die Nacht, nicht ist. Dabei ist es eben noch so einfach als zuvor, Jetzt, und in dieser Einfachheit gleichgültig gegen das, was noch ei ihm herspielt; so wenig die Nacht und der Tag sein Sein ist, ebenso wohl ist es auch Tag und Nacht; es ist durch dies ein Anderssein gar nicht affiziert. Ein solches Einfaches, das durch Negation ist, weder Dieses noch Jenes, ein Nichtdieses, und ebenso gleichgültig, auch Dieses wie Jenes zu sein, nennen wir ein Allgemeines; das Allgemeine ist also in der Tat das Wahre der sinnlichen Gewissheit.“
Ich bin zwar in Hegels Hauptwerk noch nicht weit, aber dieser Absatz hat es mir angetan. Für mich ist er ein Podest, auf dem sich die Phänomenologie im allgemeinen gründen lässt. Die Vorgehensweise, wie wir zum Allgemeinen kommen können, lässt sich durch die Differenzierung von sinnlicher Gewissheit und Allgemeinem finden: Wir können sich ihr immer mehr annähren, ähnlich wie die Naturwissenschaften es mit ihren Modellen tun. Das Mittel der Philosophie muss dabei Diskurs und stetige Beobachtung sein.
Freundliche Grüße
albert