Hi.
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Unter 1.1.2 meines Textes heißt es: "Das Sosein sind somit die Eigenschaften von Entitäten ... [S. 9] (was natürlich nicht ausschließt, daß erstere selbst Entitäten sind). Damit müßte klar sein, daß jede Eigenschaft Teil des Soseins einer Entität ist. Wozu da noch eine förmliche Definition?
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Die Definition ist nötig, damit man versteht, was du als Eigenschaften auffasst. Man sieht an einem analogen Fall deutlich, warum dein Hinweis, die Menge aller Eigenschaften eines Dinges sei sein Sosein, nicht weiterhilft:
Ich lege fest, dass die Menge aller Blubbs eines Dinges dessen Farbe ist.
Nun die Frage: Was ist ein Blubb? Anhand der oben gemachten Festlegung ist diese Frage nicht zu beantworten, denn kompatibel mit der o.g. Festlegung sind etwa die Behauptungen:
Ein Blubb ist ein Farbpartikel an einem Ding.
Ein Blubb ist ein Farbfleck an einem Ding.
Ein Blubb ist die Gesamtfarbe eines Dinges (somit wäre die Menge aller Blubbs eines Dinges freilich eine Einermenge).
Ein Blubb ist ein Eindruck eines Farbpartikels eines Dinges.
Ein Blubb ist ein Eindruck eines Farbfleckes eines Dinges.
Usw.
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Und da redest Du von 'Gegenständen', 'Substanz' und 'Dingen', als könnte man ganz selbstverständlich in meinem Gegenbeweis vom herkömmlichen Weltbild als dem richtigen ausgehen.
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Ich würde ja gerne deine Terminologie benutzen, nur leider ist das nicht möglich, da du sie – wie ich nun zum zigsten male erkläre – nicht eindeutig definierst. Daher bleibt mir gar nichts anderes übrig, als mit bekannten Begriffen zu fragen, was du meinst.
Hatte ich schon gefragt, was bei dir Eigenschaften sind?
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Wenn Du meine Ontologie verstehen willst, dann mußt Du sie erstmal vorurteilsfrei zu Ende lesen.
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Wenn ich deine Ontologie verstehen will, muss ich erst einmal wissen, was diese und jene Begriffe bedeuten.
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Er [Sherlock Holmes, für den nicht alle Eigenschaften angegeben sind] ist ein Gedanke, ein Denkinhalt. Wieviele Eigenschaften dieser hat ist ontologisch völlig belanglos.
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Aber pragmatisch nicht. Wenn sich Zwei über Sherlock Holmes unterhalten, für den unbekannt ist, wie viele Haare er auf dem Kopf hat, kann es vorkommen, dass sich der eine einen Sherlock mit 1.000.000 Haaren, der andere einen Sherlock mit 1.500.000 Haaren denkt. Gemäß deiner Behauptung, dass Gegenstände identisch mit der Menge ihrer Eigenschaften sind, redeten daher bei über ganz unterschiedliche Gegenstände. Aber noch schlimmer: Dass sich Zwei vordergründig über denselben Gegenstand unterhalten aber tatsächlich über zwei verschiedene reden, passiert sogar bei wirklichen („wirklich“ im herkömmlichen Sinne) Gegenständen, wenn etwa beide unterschiedliche Eigenschaften des fraglichen Gegenstandes kennen. Die Freiheitsstatue, die 46,5 Meter hoch ist, ist nach deiner Theorie eine andere Freiheitsstatue als diejenige, die auf Liberty Island steht, da ja die Eigenschaftsmengen jeweils verschiedene sind. Das aber ist absolut kontraintuitiv und ebenfalls ein völlig unnützes Problem, wie so viele in deiner Theorie.
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Mir scheint es richtiger gesagt: ... mit einer fehlerhaften oder ungenauen (wann das zutrifft, legst Du natürlich selbst fest) Herleitung, die Du dem Leser glaubhaft machen willst – weil Dir das Ganze einfach gegen den Strich geht.
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Jung’, meine Posts hier sind voll von Einwänden und Anmerkungen gegen bzw. zu deinem Text, du musst sie nur ernst nehmen. Du hast dich mit deiner Theorie in eine Unmenge übelster Probleme hineinmanövriert; meine Hinweise darauf mit dem Wörtchen „irrelevant“ oder „sekundär“ wegwischen zu wollen, hilft vielleicht deinem Ego, aber nicht dem Leser, der – auch wenn er nicht ich ist – vermutlich ähnliche oder weitere Schwierigkeiten und Unklarheiten finden wird.
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Zur Kosten-Nutzen-Frage des Wechsels der Weltanschauung könnte man viel sagen, es gehört aber nicht zum Thema.
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Und wie das zum Thema gehört: Ich kann dir logisch zwingend nachweisen, dass Gott ein dreieckiges Quadrat ist, welches rund ist und mathematische Formeln zum Frühstück ist. Das Problem ist aber, dass ich dafür Annahmen machen müsste, die zu allerlei Unsinn führen, weshalb der Beweis, trotz logischer Stringenz, verworfen würde.
Du behauptest in deinem Essay viel, aber du gibst keinen Pfennig Kleingeld für das, was du da behauptest. Soweit ich das überblicken kann, hast du keine deiner Thesen problematisiert oder von mehreren Seiten beleuchtet, obwohl doch, wenn das alles so revolutionär ist, wie du behauptest, im Vornhinein klar sein muss, dass dir niemand aus der Hand fressen wird.
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Fehler! Bei mir heißt es nicht: "Nicht-Denkbares läßt sich nicht denken" (denn dann enstünde natürlich sogleich die Frage: was ist "Nicht-Denkbares"), sondern etwas läßt sich nicht nicht denken, was sich ja bereits aus der doppelten Verneinung ergibt.
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Dass sich etwas nicht nicht denken ließe, ist ja eine noch weitaus schwächere Behauptung, als diejenige, dass sich etwas nicht-denkbares nicht denken ließe (denn dieser Satz ist sogar analytisch). „Etwas lässt sich nicht nicht denken“ heißt genaugenommen „es gibt etwas, dass sich nicht nicht denken lässt“. Daraus folgt mittelst dem Gesetz der doppelten Negation „es gibt etwas, dass sich denken lässt“. Dieser Satz ist aber (a) in deinem System trivial und (b) folgt daraus nicht „es gibt nichts, was sich nicht denken lässt“.
Des weiteren scheinst du den Begriff „bewusstseinsunabhängig“ (ich mache der besseren Lesbarkeit wegen mal „denkunabhängig“ draus) falsch zu gebrauchen. Du behauptest, wenn ich das richtig sehe, dass „x existiert denkunabhängig“ gleichbedeutend ist mit „x existiert dann und nur dann, wenn es nicht gedacht wird“. Diese Äquivalenz ist aber falsch. „x existiert denkunabhängig“ ist äquivalent mit „x existiert AUCH DANN, wenn es nicht gedacht wird“. Daraus aber folgt nicht „wenn x gedacht wird, existiert es nicht denkunabhängig“.
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Die Herren [Castaneda und Leibniz] verpflichten mich zu gar nichts. Ich habe nur darauf zu achten, daß mein System konsistent ist.
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Ersetze das Wörtchen „nur“ durch „auch“, dann passt es wieder. Logische Konsistenz ist kein Garant für nichts, Beispiel:
Alles, was Mathematik tankt, isst Lügnerparadoxien zum Frühstück.
Alle Fische tanken Mathematik.
Also essen alle Fische Lügnerparadoxien zum Frühstück.
In der aristotelischen Syllogistik ein logisch wahrer Satz, aber offensichtlich völliger Schwachfug. – Logik ist ein Werkzeug, mehr nicht; das sollte man nicht vergessen. Ein Haus zu errichten, indem man das Werkzeug richtig verwendet, ist kein Garant dafür, dass das Haus auch stehen bleibt (es kann ja in einem Moorgebiet errichtet worden sein).
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Ja, schrecklich [,dass die Theorie womöglich zum Determinismus führt].
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Ich glaube, du hast gar nicht verstanden, worauf ich hinaus wollte: Es mag DIR egal sein, ob deine Theorie zum Determinismus führt, ob sie eine Entitätenexplosion impliziert, ob sie es verbietet, informative Identitätssätze zu formulieren usw., das heißt aber nicht, dass es dem LESER egal ist. – Du solltest bei all deinem „für MICH ist das völlig ausreichend, deine Einwände interessieren mich nicht und tun nichts zur Sache“ nicht vergessen, dass du nicht DICH überzeugen willst, sondern doch wohl den Leser. „Thinking out of the box“ nennt’s der Angelsachse.
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Allerdings, und darum versuche ich auch nicht, da etwas "zu verwischen" (Du liest eben nicht gründlich).
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Dass ich deinen Text nur überfliege, liegt vornehmlich daran, dass du, statt deine Leser (und damit auch mich) neugierig zu machen, weiterzulesen und vor allem, GRÜNDLICH weiterzulesen, lieber vor den Kopf stößt. Bei so viel Entgegenkommen deinerseits kannst du nicht erwarten, dass ich meine Zeit, die ich auch mit Carnap, Hintikka, Russell oder Frege verbringen kann, für deinen Text opfere. Ich benutze die Suchfunktion und lese ein wenig im Kontext der gefunden Begriffe; mehr Zeit habe ich nicht.
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Diese Frage [die Frage, wie es in einem System ohne Unterscheidung von real und ideal Kategorienfehler des Schlusses vom Realen auf das Ideale geben kann] erheitert mich. Ich muß ja wohl davon sprechen, wenn der Kategorienfehler einer der Gründe für die Nicht-Nachweisbarkeit des Realen ist.
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Und du trittst mir gegen’s Schienbein, weil ich konventionelle Begriffe im Zusammenhang mit deiner Theorie verwende...
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Sich etwas vorstellen, egal was oder wie, wie auch etwas behaupten, erfordert zu denken. Und "eine nicht vorgestellte [also nicht gedachte] Welt" ist eben ein Denkfehler! Oder willst Du gar sagen, Du könntest Dir etwas vorstellen oder etwas behaupten, ohne Gedanken, ohne Denken?
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Das Problem ist hier, dass du mit einem sehr naiven und unreflektiertem Bedeutungsbegriff arbeitest.
Bedeutung ist tatsächlich ein Großthema in der analytischen Philosophie und daher gibt es auch Bedeutungsbegriffe wie Sand am Meer. Darum müsstes du überhaupt erst einmal plausibel machen, warum nun gerade dein antiker Bedeutungsbegriff der richtige sei. Aber zu dir: du gehst (a) davon aus, dass die Bedeutung eines Eigennamens einfach der Gegenstand ist, auf den der Eigennamen referiert. Zusätzlich gehst du (b) davon aus, dass, wenn jemand einen Eigennamen sagte, ihm der entsprechende Gegenstand gedanklich vorschwebte.
Ein Gegenbeispiel gegen (b) ist z.B. die Situation, dass sich Hinz und Kunz über Frinz unterhalten. Nun kommt Frunz dazu und hört, wie sich Hinz und Kunz über Frinz unterhalten. Allerdings kennt Frunz den Frinz gar nicht. Doch obwohl Frunz den Frinz nicht kennt, macht er eine Bemerkung über ihn (z.B. „nach dem, was ihr beiden da – Hinz und Kunz – erzählt, muss Frinz ja echt dämlich sein“). Was für eine Vorstellung hat aber Frunz wohl, wie er so über Frinz redet? – Gewiss hat er nicht die Vorstellung von Frinz, denn er kennt Frinz ja gar nicht, nicht einmal annähernd. Stattdessen hat Frunz beim Namen „Frinz“ wohl eher die Vorstellung „derjenige, über den Hinz und Kunz sich unterhalten“. Frunz hat also über Frinz geredet, ohne eine Vorstellung von Frinz zu haben, ohne Frinz zu denken.
Ein Gegenbeispiel gegen (a) ist der Fall etwa mit dem Namen „Sokrates“. Nach deiner implizit gebliebenen Behauptung referiert „Sokrates“ einfach auf den Gegenstand
Sokrates. Das aber ist Unfug. Weder du noch ich noch sonst wer, der in den letzten 2.000 Jahren geboren wurde, kennt Sokrates persönlich. Stattdessen kennen wir Sokrates nur aus Büchern und Vorlesungen. Was aber erfahren wir in Büchern und Vorlesungen über ihn? – Nun, z.B. dass er ständig Leute auf dem Athener Marktplatz angeschnackt hat und wegen seiner Dreistigkeit vor Gericht letztlich den Schierlingsbecher trinken musste. Wir erfahren auch, dass er der Lehrer Platons war und dass er auf die Sophisten nicht gut zu sprechen war. Auch erfahren wir, dass er sehr kräftig war und als Soldat gekämpft hat. Kurz, aus Büchern und Vorlesungen erfahren wir BESCHREIBUNGEN von Sokrates, IDENTIFIKATIONSKRITERIEN. Wenn wir nun den Namen „Sokrates“ hören, denken wir daher nicht an Sokrates – wir würden glatt an ihm vorbeigehen, wenn uns der reinkarnierte Sokrates auf der Straße begegnen würde –, sondern wir denken an die BESCHREIBUNG, die wir von Sokrates haben. Wenn wir den Namen „Sokrates“ hören, haben wir nicht eine Vorstellung von Sokrates, sondern wir haben die Vorstellung „derjenige, der die und die Eigenschaften hat“. Wir haben keine Vorstellung von Sokrates, sondern gewissermaßen nur von den Identifikationskriterien. (Ob Eigennamen für Leute, mit denen wir nicht bekannt sind, tatsächlich so referieren, wie hier dargestellt, ist umstritten, aber es genügt hier die Feststellung, dass es möglich ist, dass Eigennamen nur auf Identifikationskriterien referieren). (Da meine Beschreibung vermutlich ziemlich schlecht ist: zum Nachgooglen eignen sich die Begriffe bzw. Begriffspaare „Denotation/Konnotation“ (im Zusammenhang mit Mill), „Sinn/Bedeutung“ (Frege), „Intension/Extension“ (Carnap), „Begriffsinhalt/Begriffsumfang“ (Port Royal Logic bzw. Port Royal Grammar, geht aber auch so), „rigid desigantors“ (Kripke), „direct referential terms“ (Kaplan), „definite descriptions“ (vor allem Russell) und für weitergehende Untersuchungen „attributive definite descriptions/referential definite descriptions“ (Donnellan).)
Was folgt nun daraus für eine nicht-gedachte (nicht-vorgestellte) Welt? – Ganz einfach: es lässt sich einwenden, dass man, wenn man über eine nicht-gedachte Welt redet, bloß die BESCHREIBUNG einer solchen Welt als Vorstellung hat, nicht aber die Welt selbst (das ist analog dem Beispiel mit der größten Menge, mit dem du, wie mir scheint, überhaupt nichts anzufangen weißt...bei Unklarheiten einfach nachfragen, ich erläutere gerne, was ich hie und da meine). Eben so kann man über Gegenstände reden, die nicht denkbar sind. Der Einwand, dass man ja trotzdem denken müsse, ob man nun den nicht-denkbaren Gegenstand denkt oder nur seine Beschreibung, kann nur zustande kommen, wenn man nicht unterscheidet zwischen dem, WAS da vorgestellt wird und dem Mittel, WIE man es sich vorstellt. In epistemologischer Sprache für einen analogen Fall: Wenn man nicht unterscheidet zwischen dem ErkenntnisMITTEL und dem ErkenntnisGEGENSTAND (d.i. der erkannte Gegenstand).
BTW:
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Ich habe schon früher darauf hingewiesen, daß man einer neuen Weltsicht nicht Requisiten aus der widerlegten bzw. im Status der Widerlegung befindlichen entgegenhalten kann.
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Wie schon Peirce gegen Descartes vorbrachte: Der Glaube, vorurteilsfrei zu sein, ist der beste Nährboden für Aberglaube.
Und wo wir gerade bei Descartes sind: "cogito, ergo sum" ist kein logischer Schluss und war von Descartes auch nie als solcher beabsichtigt. Primärliteratur lesen hilft