???
Ich weiß nicht, ob ich nun ein Atheist oder ein wirklicher Christ bin?
Jedenfalls habe ich schon einige christlichen Erlebnisse mitgemacht und so einiges entdeckt, was christlich falsch ist.
Gott ist toll, Jesus ist super, Gott ist herrlich und ich liebe ihn. Ich liebe ihn über alles in der Welt. Er ist mein Vater, mein Retter und Schöpfer. Ohne ihn wäre mein Leben nichts wert und das Leben hätte keinen Sinn. Ihm verdanke ich mein Glück, meine Liebe und mein Leben und alles was ich erfahre ist seine Kraft, seine Barmherzigkeit, seine Güte und seine Liebe…
Ich habe keine Ahnung, ob es Gott nun gibt oder nicht. Aber wenn es Gott geben sollte, dann ist dies Wohl genau das, was er nicht will.
Gott ist nicht da, um verherrlicht zu werden und vergöttert zu werden. Davon hat er nichts und das will er auch nicht. Er will, daß die Menschen richtig leben, daß die Menschen gute Menschen sind und daß sie über sich und ihr Leben Gedanken machen, wie sie es schaffen so zu leben, wie es wohl das perfekteste, absolut gute und allwissende Wesen gerne hätte.
Gott ist nicht egoistisch und macht sich nichts daraus, daß er alles weiß, alles kann und einfach perfekt ist. Gott ist kein Mensch, der sich daran aufgeilt, wenn er diese Worte hört bzw. an dem Wissen zu wissen, daß er so ist, wie er ist.
Gott ist gut und jeder gute und unegoistische Mensch, der etwas sehr gut kann weiß bzw. fühlt, daß es nicht darum geht von anderen Menschen zu hören, wie gut sie sind.
Ich spielte mal sehr gut Saxophon und habe auch ein paar Preise gewonnen. Es war schon angenehm zu hören, daß ich gut bin. Aber mir geht es nur um das Musizieren. Ich spiele gerne vor, wenn es die anderen Menschen glücklich macht mir zuzuhören. Aber im Grunde ist mir es egal. Ich zeig auch gerne anderen Menschen, wie es geht und ich mache auch gerne mit anderen Menschen Musik. Aber nicht, um verherrlicht zu werden.
Vielleicht kennen ja einige diese Situation. Und man genießt es auch nur, weil wir Menschen sind.
Aber Gott ist mehr als ein Mensch. Er ist nicht glücklich darüber, weil ein Mensch erkannt hat, wie toll er ist. Er ist glücklich darüber, wenn es ein Mensch schafft so zu sein, wie es richtig ist. Ein Mensch, der so redet, wie ich es geschrieben habe, hat nicht richtig oder falsch gemacht, nur weil er diese Worte sagt und an Gott glaubt. Es kommt auf den Menschen an und nicht auf den Glauben. Es kommt auf den Menschen an und nicht auf seine Worte.
Es kommt auf die Tiefgründigkeit, auf die Einstellung, die Gedanken und das Bewusstsein. Gott weiß ja alles und deshalb sind nicht einmal Gebete notwendig. Man steht ja immer, zu jeder Zeit, mit Gott in Verbindung. Wozu also beten, wenn man ständig gedanklich mit Gott redet?
…wenn es ihn überhaupt gibt?
Toschy
| Zitat: |
| Original von ???Gott ist nicht da, um verherrlicht zu werden und vergöttert zu werden. Davon hat er nichts und das will er auch nicht. Er will, daß die Menschen richtig leben, daß die Menschen gute Menschen sind und daß sie über sich und ihr Leben Gedanken machen, wie sie es schaffen so zu leben, wie es wohl das perfekteste, absolut gute und allwissende Wesen gerne hätte. |
mit dieser erkenntnis bist du doch sehr christlich...
genau darum gehts... haargenau darum gehts...
warum wir christen dann dennoch gott loben und preisen?? aus dankbarkeit...
ausserdem wird, gerade weil er kein mensch ist, er kaum was dagegen haben (wie jetz z.b. ein mesch der stendig gelobt und gesonstwast wird und sacht "lasst den *Kraftausdruck*")...
es ist ein bekunden der liebe zu ihm, ein danke für seine liebe zu uns, ein hinausschreien in die welt welch liebe das ist...
du hast völlig recht... nicht wer lobsingt, toll redet/predigt oder sonstwas tut ist ein christ ("nicht jeder der in die kirche geht ist gleich ein chist, man wird ja auch nicht zum auto bloß weil man sich in eine garage stellt")... sondern wer lebt wie ein christ...
alles lobpreis und beten ist eine geste der dankbarkeit, der wertschätzung und dient gleichzeitg um mit andern zusammen deise liebe zu erleben...
und hier kommt noch ein punkt den du leider etwas vernachlässigt hast: es geht natürlich drumm recht zu leben... aber da die beziehung zu gott keine eingleisige "gegen die wand" rednerei ist sondern ein aktives "wechselspiel" kann man es durchaus als wirkliche beziehung bezeichnen... und diese beziehung geht man BEWUSST ein indem man betet, lobt und preist... wenn man das nicht tut isses mir (und gott) auch recht... dann ist das alles eben passiv... gott kanns egal sein wer lobt und wer passiv bleibt... er freut sich an beiden... solang sie recht leben...
wenn du nur so lebst dass du gott mit jedem atemzug den du tust preisest ist es recht (ich spreche hier tatsächlich nur von atmen... leben... einfach nur da sein...)...
gott isses wurst... ja ihm isses sogar wurst ob einer absolut mega fromm iss oder ein lügner und heuchler ist... seine gnade ist grundlos und wir menschen können nicht wissen wer, wesshalb sie bekommt... wir haben aber die 10 gebote als richtlinien (heuristisch) und unsere vernunft als "flüstern gottes" das uns hilft...
"recht leben" tun wir nicht für ihn sondern so gesehn erstmal für uns (denn recht leben ist logischerweise für unser leben einfach "Besser") und dann auch um gott damit zu danken und zu lieben (man kann gott nicht [aktiv] lieben wenn man gerade jemanden tötet)...
nach der christlichen lehre ist ein wichtiger aspekt: gott liebt uns... und wir menschen transzendieren diese liebe und schicken sie quasi zu gott zurück... jeder hats gern geliebt zu werden... erst recht wenn man selber liebt... also wiso nicht auch gott??
EDIT: das ist übrigens kein christlicher fehler... es ist nur der fehler den viele christen begehn weil sies nicht recht verstehn... s gab/gibt genug christen die es, so gesehn, "nicht ernst meinen".... das ändert nichts am glauben an sich...
Antigone
Ich bin weder getauft, noch Atheist oder passe in eine andere Schublade bezüglich der Religion.
Aber ich weiß , dass "Gott" nur durch die Eigenliebe erfahren werden kann.
Ich sehe "Gott" als "All das, was ist" um uns an.Da ich existiere, bin ich also ein Teil von "allem dem, was ist". Ich habe also eine direkte Verbindung zu " Gott" auch ohne zu beten.
Verlaß Dich einfach auf Dein Gefühl...
Ich glaube auch nicht, dass Gott will, dass wir nach einer bestimmten Weise handeln und leben.
Er liebt ja alle und wird es immer tun.
Er wendet sich niemals ab, nur der Mensch tut es...
Toschy
| Zitat: |
Ich glaube auch nicht, dass Gott will, dass wir nach einer bestimmten Weise handeln und leben.
Er liebt ja alle und wird es immer tun.
Er wendet sich niemals ab, nur der Mensch tut es... |
korrekt... aber was ist wohl besser (mal angenommen gott hat uns tatsächlich 10 gebote erlassen die uns am ende ein besseres leben erfahren lassen): einfach irgerndwie zu leben oder danach zu leben wie der schöpfer von allem es für richtig hällt?? ich mein, wer weiss besser was gut für dich ist?? du oder "er"??
und davon mal abgesehn: wem bringt es denn etwas "besser zu leben"?? gott wohl kaum... er ist ewig und was sonst noch... aber dir brignt es was... eindeutig...!!
oh, doch, es brignt gott auch was: stell dir vor du liebt jemanden... wäre es dir lieber der jenige ist ein massenmörder der in der gosse lebt oder ein glücklicher famileinvater (mal als beispiel) der sein leben und seine liebe geniesst?? was wäre dir lieber zu sehn... (was nichts an der liebe zu der person ändert sondern an deinem wohlsein bezüglich der liebe - "jesus leidet noch heute")??
Archibald
@ ???
Auch wenn Gott im gewisen Sinne "Alles" ist, weiß, kann, usw, deswegen gibt es für uns trotzdem ein "fern"- oder aber "näher"-sein zu Gott.
dmz
| Zitat: |
Original von ???
Ich weiß nicht, ob ich nun ein Atheist oder ein wirklicher Christ bin?
Jedenfalls habe ich schon einige christlichen Erlebnisse mitgemacht und so einiges entdeckt, was christlich falsch ist. |
Der Zweifel bestaetigt: Nicht Atheist sondern Anti-Christ ?
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| Zitat: |
Original von ???
Gott ist toll, Jesus ist super, Gott ist herrlich und ich liebe ihn.
Ich liebe ihn über alles in der Welt.
Er ist mein Vater, mein Retter und Schöpfer. |
Wenn es Ihn(Gott) gaebe, stellte ich Ihm ein miserables Zeugnis aus
fuer die Welt und die Ereignisse, die Er uns Menschen angetan hat und
die Er uns in Aussicht stellt .....
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| Zitat: |
Original von ???
Ohne ihn wäre mein Leben nichts wert und das Leben hätte keinen Sinn.
Ihm verdanke ich mein Glück, meine Liebe und mein Leben und alles was ich erfahre ist seine Kraft, seine Barmherzigkeit, seine Güte und seine Liebe ... |
Das Geschriebene entspricht aber nicht der offiziellen Lehre des Christentums;
es klingt eher nach der uralten Auffassung der Praedestinationslehre* (Vorbestimmung, Schicksalsglaeubigkeit).
Der Kirchenlehrer Augustinus(354-430nCh) hatte den theologischen Determinismus* dahingehend abgeaendert,
dass
der Mensch fuer sein Schicksal eigen-verantwortlich sei und nicht vorbestimmt sei.
Denn die Vorbestimmung sei realitaetsfremd.
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| Zitat: |
Original von ???
Ich habe keine Ahnung, ob es Gott nun gibt oder nicht. |
Den Gott, den sich die Menschen so vorstellen,
den gibt es mit Sicherheit nicht.
Aber wenn's einer sein muss: Gott ist ein 'Kosmologisches Prinzip'.
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| Zitat: |
Original von ???
Er(Gott) will, daß die Menschen richtig leben, daß die Menschen gute Menschen sind und daß sie über sich und ihr Leben Gedanken machen, wie sie es schaffen so zu leben, wie es wohl das perfekteste, absolut gute und allwissende Wesen gerne hätte. |
Und warum gibt es so zahlreiche
schlechte und erfolglose Menschen,
die nicht in der Lage sind,
eine aesthetisch-moralisch-ethische Lebensgestaltung annaehernd zu erreichen ?
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| Zitat: |
Original von ???
Gott ist nicht egoistisch und macht sich nichts daraus, daß er alles weiß, alles kann und einfach perfekt ist.
Gott ist kein Mensch, ..... |
Gott ist kein Mensch: sondern sinngemaess ein 'Kosmologisches Prinzip',
welches zufaellige - bisweilen auch wahrscheinliche - Zustaende und Ereignisse hervorbringt;
- auch was die Lebenslaeufe der Menschen anbelangt.
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| Zitat: |
Original von ???
Man steht ja immer, zu jeder Zeit, mit Gott in Verbindung.
Wozu also beten, wenn man ständig gedanklich mit Gott redet ?
..… wenn es Ihn überhaupt gibt ? |
"Ich und Mich sind immer im Gespraeche",
Friedrich Nietzsche(1844-1900).
Der Mensch selbst ist sein 'Gott' .....
Toschy
| Zitat: |
Original von dmz
Gott ist ein 'Kosmologisches Prinzip'. |
ich glaube du solltest dich mal mit der etymologie von "gott" bescheftigen...
| Zitat: |
| Der Mensch selbst ist sein 'Gott' ..... |
eine frage an dich... wie meinst du in der lage zu sein in einem thread über christentum zu reden wenn du doch sowiso nichtmal im entferntesten in der lage bist etwas jenseits deiner eigenen nasenspitze auch nur in betracht zu ziehen?? (anders würde der satz nämlich lauten "ich bin [mein] gott")
gott als kosmologisches prinzip?? wie kannst du denken gott sei inhalt einer mensch gemachten formel oder these??
ok... betrachten wir mal den vergleich:
1. auf der einen seite haben wir eine entität mit unendlicher *ausdehnung*, unendlicher zeit* und unendlichen fähigkeiten* (bedingt dadurch dass jene entität der ursprung [die schöpferische kraft] aller "gegebenheiten" [raum, zeit, "leben"{als vorbedingung zu einer "handlung"}] ist).
2. auf der anderern seite ein wesen mit ca. 1,90m höhe, einem hirn von ca. einem kilo gewischt, einem intellekt der scheinbar nicht im stande ist auch nur im ansatz zu begreifen wie "leben" überhaupt entstahen konnte bzw. wie raum und zeit "so einfach" entstehen konnten..., einer körperstruktur die relativ leicht vernichtet werden kann und dessen "zeitrahmen" im durchschnitt gerademal 70 jahre (setz das mal in relation zu "unendlich") beträgt.
und nun sage mir mal ob letzteres "wesen" erstere entität in einer these (einem [z.b. kosmologischen] prinzip) festhalten kann...
* all diese begriffe können nur mataphorisch angewandt werden da, wie gesagt, gott als schöpfer von raum und zeit in diesen maßstäben nur als unendlich aufgefasst werden kann in wahrheit aber noch "unendlich viel mehr" ist...
Toschy
| Zitat: |
Original von Archibald
Auch wenn Gott im gewisen Sinne "Alles" ist, weiß, kann, usw, deswegen gibt es für uns trotzdem ein "fern"- oder aber "näher"-sein zu Gott. |
stimmt!
der entscheidende und meistens nicht berücksichtigte faktor ist der, dass ein mensch eine affinität zu etwas (oder jemandem) aufbauen kann... diese affinität, diese liebe, bewirkt etwas im subjekt... das objekt wirkt also nicht nur auf das subjekt selbst sondern das subjekt, durch seine hinwendung, erlebt
in sich selbst auch eine wirkung...
in christlicher sprache ist alelrdings die wahrscheinlichkeit groß dass dies innere, scheinbar von einem selbst ausgehende, wirken wiederum nur ein wirken gottes (des Heiligen Geistes) ist... aber auch das wiederum bedarf einer gewissen vorbereitung bzw. bereitschaft... im prinzip muss man es nur "zulassen"... sich darauf "einlassen" und einfach mal "loslassen"... irgendwie so...
Leo
Ich bin kein Christ, aber ich werde mit Sicherheit hier nicht über das Christliche Weltbild schimpfen. Ich hab mich mit den Kerngedanken von verschiedenen Religionen (zugegebenermaßen auf Laienniveau, also nicht mit Theologischen Fachbegriffs-Schlachten) beschäftigt und bin zu folgendem, persönlichem, ebenfalls Laienhaften Schluß gekommen:
So gut wie alle Religionen sind sich einig dass Alles zusammenhängt und gewissermaßen eine Einheit bildet. Sie finden dafür viele unterschiedliche Namen, einer davon ist Gott, ein anderer Kosmos. Ich bevorzuge mittlerweile den Begriff Kosmos oder Natur, weil ich bei Gott immer noch (da ich christlich erzogen wurde) die Assoziation eines übernatürlichen Wesens oder einer mich beherrschenden Person habe die irgendwie zauberhafterweise von dieser Welt getrennt ist. Ich denke aber dass einer der größten Vorteile einer Gottesvorstellung darin liegt, sich bei ihm bedanken zu können

. Ich meine: seht euch mal um. Ich bin begeisterter Alpha-Centauri gucker (Kosmologie-Sendung auf BR-Alpha) und weiß von daher was für unermessliches Glück wir haben, dass es uns gibt. Wäre die Erde minimal weiter weg oder näher an der Sonne wären wir leider Sternenstaub, 0 Chance für Leben.
Gott ist tot gez. Nietzsche
Nietzsche ist tot gez. Gott
Leo
Wenn Atheisten und Theisten sich Denkfehler vorwerfen dann erinnert mich das immer an Kinder die sich im Sandkasten um ein Laserschwert streiten.
Schneemann
| Zitat: |
Original von Leo
So gut wie alle Religionen sind sich einig dass Alles zusammenhängt und gewissermaßen eine Einheit bildet.
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Interessante Schlussfolgerung deinerseits. Komischerweise komme ich zu ganz anderen Schlüssen. Meiner Ansicht nach sind sich fast alle Religionen einig dass ihre die einzig richtige ist und dass sich die Welt in Gut und Böse aufteilen lässt (ganz im Gegensatz zu deiner "Einheit").
| Zitat: |
Ich denke aber dass einer der größten Vorteile einer Gottesvorstellung darin liegt, sich bei ihm bedanken zu können
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Ganz genau, z.b. für das Fressen-Gefressen-Werden Prinzip der Natur, die Naturkatastrophen, die Krankheiten, die Kriege, etc..
| Zitat: |
Gott ist tot gez. Nietzsche
Nietzsche ist tot gez. Gott |
Solange man über Nietzsche noch solche Sprüche reisst sind er und seine Theorien noch quick lebendig.
Gruß,
Schneemann
Leo
| Zitat: |
Original von Schneemann
Interessante Schlussfolgerung deinerseits. Komischerweise komme ich zu ganz anderen Schlüssen. Meiner Ansicht nach sind sich fast alle Religionen einig dass ihre die einzig richtige ist und dass sich die Welt in Gut und Böse aufteilen lässt (ganz im Gegensatz zu deiner "Einheit").
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Eine solche Einstellung (alle anderen Religionen sind falsch) kann ich eigentlich nur bei extrem Konservativen oder Fanatikern erkennen. Der Buddhismus beispielsweise (und jetzt komm mir nicht mit dem das-ist-doch-gar-keine-Religion-Argument

) kennt weder Gut noch Böse noch behauptet er das einzig wahre zu sein (von irgendwelchen radikalen Sekten mal abgesehen).
Bezogen auf die schwarzweiß Malerei hast du beim Christentum auch nur zum Teil recht. Der Grundgedanke wie ich ihn verstanden habe ist dass Gott der Schöpfer/Ursprung von allem, und zugleich ein Teil von allem (also auch vom Bösen) ist.
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Original von Schneemann
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Original von Leo
Ich denke aber dass einer der größten Vorteile einer Gottesvorstellung darin liegt, sich bei ihm bedanken zu können
|
Ganz genau, z.b. für das Fressen-Gefressen-Werden Prinzip der Natur, die Naturkatastrophen, die Krankheiten, die Kriege, etc..
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Ohne das Fressen-Gefressen-werden Prinzip der Natur hättest du ziemlichen Kohldampf (Ich würde das Prinzip lieber als NAHRUNGskette bezeichnen).
Naturkatastrophen sind schlimm, Krankheiten auch, Kriege auch. Meine Vorstellung von Gott/Kosmos/Natur ist aber nicht dass DER das alles Schuld ist, sondern dass der ALLES ist. Also gehören auch wir zu Gott/Kosmos/Natur und sollten deswegen lieber unsere Technik nutzen um mit Naturkatastrophen besser klarzukommen, weiter Lebewesen essen und Kriege verhindern (z.B. durch Protest oder Wahl der richtigen Partei

).
In freudiger Erwartung der mich in der Luft zerreißenden Antwort

--- Leo
Telltale
| Zitat: |
| (und jetzt komm mir nicht mit dem das-ist-doch-gar-keine-Religion-Argument) |
Verzeihung Leo,
aber ausgerechnet das einzig vernünftige Argument soll ausgeschlossen sein?
Das Argument, das die Buddhisten selbst verwenden, soll in einer Unterhaltung über Buddhismus nicht gelten?
Wieso, weil dann nicht drumherum gequatscht werden kann oder gibt es einen anderen Grund?
Ich weiß zwar nicht, ob Schneemann recht hat und der Ausschließlichkeitsanspruch in der Tat auf alle Religionen zutrifft, doch sollte dem nicht so sein, nenne ihm doch einfach die Religion, auf die es nicht zutrifft, dann müsstest Du auch keine Zuflucht zu einer ars vivendi nehmen und sie zur Religion erklären.
Gruß
Telltale
Tarvoc
| Zitat: |
Original von Telltale
Ich weiß zwar nicht, ob Schneemann recht hat und der Ausschließlichkeitsanspruch in der Tat auf alle Religionen zutrifft, doch sollte dem nicht so sein, nenne ihm doch einfach die Religion, auf die es nicht zutrifft, dann müsstest Du auch keine Zuflucht zu einer ars vivendi nehmen und sie zur Religion erklären. |
Es stimmt, der Buddhismus kann (bis auf manche Unter-Richtungen) nur schwerlich als Religion gesehen werden. Nur wo ziehst du die Grenze?
Was ist mit dem Konfuzianismus? Ist der schon eine Religion?
Und was ist mit dem Taoismus?
Es scheint so zu sein, dass die "östlichen" Denkrichtungen (außer dem Hinduismus) nicht im "westlichen" Sinne als Religionen betrachtet werden können. Die Frage ist nur, was sie dann sind. Ars Vivendi ist schon gar nicht so schlecht, täuscht aber etwas über ihren z.T. riesigen kulturellen Einfluss im Osten hinweg...
Ach ja: Das Judentum hat meines Wissens auch keinen konsequenten Absolutheitsanspruch. (Die Juden missionieren ja z.B. auch nicht.)
Schneemann
| Zitat: |
Original von Leo
Der Buddhismus beispielsweise (und jetzt komm mir nicht mit dem das-ist-doch-gar-keine-Religion-Argument
) kennt weder Gut noch Böse noch behauptet er das einzig wahre zu sein (von irgendwelchen radikalen Sekten mal abgesehen). |
Schön, dann frage ich dich eben nur ob deiner Meinung nach der Buddhismus als typisches und repräsentatives Beispiel für die Religionen dieser Welt gelten kann ?
Natürlich kannst du die Teile des Christentums (oder andere Religionen) die dir nicht ins Konzept passen als "fanatisch" übergehen. Aber in deinem Fall befürchte ich dass gerade beim Christentum ca. 95% unter diese Kategorie fallen dürften und es fraglich erscheint ob du dich mit deinen Aussagen ganz allgemein aufs Christentum beziehen solltest oder ob du diesen Begriff nicht besser den "Fanatikern" überlässt.
Gruß,
Schneemann
Telltale
| Zitat: |
| Nur wo ziehst du die Grenze? |
Ausgezeichnete Frage, Tarvoc, denn genau darum geht es.
Egal, wo ich auch immer eine Grenze zöge, es wäre doch nur MEINE Grenze.
Es wäre meine Zerlegung desselben in scheinbar verschiedene Teile.
Du hast es doch a.O. selbst zur Sprache gebracht.
"Unterscheidung ist Sünde."
"Noch zu Lebzeiten muß das, was die Sünde trennte, wieder zu Einheit gebracht werden, damit das Karma keinen Schaden nimmt".
Dem habe ich weder etwas hinzuzufügen, weil man dem, dem nichts fehlt, durch Hinzufügung ein anderes Gesicht gibt und ich streiche nichts daraus, da ich ihm durch die Streichung etwas wegnähme, ohne das es doch nicht ganz sein kann.
Dieser Meister, von dem Du a.b.O. gesprochen hast, hat völlig recht:
Egal, wie man die Wahrheit nennt, die Nennung allein verzerrt sie schon.
Doch nennen müssen wir etwas, weil wir Menschen sind, die in Austausch treten wollen. Hat man sich daher für eine Nennung der Wahrheit entschieden, darf man keinesfalls den Eindruck erwecken, als wäre die Wahrheit beliebig, wenn das Karma unbeschadet bleiben soll.
Daher nennt er sie immer "Die Eiche im Vorhof",weil er sich für diesen Namen einmal entschieden hat. Und nun bleibt es dabei, ganz gleich, wie die Fragen lauten oder ob er den Anderen "Dunkel" erscheint. Denn seine Seele, sein Karma ist es, um das es geht.
Daher kann die Antwort auf Deine Frage nur lauten: Ich werde eher mit dem Teufel ein Tänzchen wagen, als dass ich eine Grenze durch das Sein zöge.
Ich hoffe, das ist nicht zu kryptisch.
Gruß
Telltale
Leo
| Zitat: |
Schön, dann frage ich dich eben nur ob deiner Meinung nach der Buddhismus als typisches und repräsentatives Beispiel für die Religionen dieser Welt gelten kann ?
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Ein repräsentatives Beispiel für "die Religionen dieser Welt" gibt es meiner Meinung nach nicht, also nein. Dazu sind die Unterschiede viel zu groß.
Man sollte aber vielleicht mal klären was mit Religion überhaupt gemeint ist, damit keine Missverständnisse mehr aufkommen.
| Zitat: |
Natürlich kannst du die Teile des Christentums (oder andere Religionen) die dir nicht ins Konzept passen als "fanatisch" übergehen. Aber in deinem Fall befürchte ich dass gerade beim Christentum ca. 95% unter diese Kategorie fallen dürften und es fraglich erscheint ob du dich mit deinen Aussagen ganz allgemein aufs Christentum beziehen solltest oder ob du diesen Begriff nicht besser den "Fanatikern" überlässt.
Gruß,
Schneemann |
Mit Fanatikern meinte ich ja, dass sie alle anderen Religionen als falsch ansehen. Ich wäre sehr überrascht und geschockt wenn das beim Christentum zu 95% der Fall wäre. Ich bin aber gerne Bereit mich da belehren zu lassen.
Über die Gut und Böse Aufteilung bin ich zu streiten bereit !

Insbesondere die Vorstellung der Sünde ist sicher ein Teil der in der Geschichte des Christentums schon zu vielen Toten geführt hat.
Ich kenne mich allerdings zu wenig mit den Christlichen (vor allem nicht Katholischen) Vorstellungen aus um beurteilen zu können ob heute noch genau diese Bipolarität existiert und wie heute damit umgegangen wird. Ein fanatischer (jaa ich nenne ihn so aus ganzem Herzen!) US Präsident hat sicher nicht die gleichen Vorstellungen darüber wie 95% der Christen.
Tarvoc
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Original von Telltale
Ausgezeichnete Frage, Tarvoc, denn genau darum geht es.
Egal, wo ich auch immer eine Grenze zöge, es wäre doch nur MEINE Grenze. |
Okay, ich denke, darauf können wir uns einigen.
| Zitat: |
Original von Telltale
"Unterscheidung ist Sünde." |
Nicht zu unterscheiden, ist auch Sünde.
| Zitat: |
Original von Telltale
Ich werde eher mit dem Teufel ein Tänzchen wagen, als dass ich eine Grenze durch das Sein zöge. |
Deine Weigerung, eine Grenze zu ziehen, ist bereits die Ziehung einer Grenze.
Ganz schöne Zwickmühle, hm?