Argumentation über die Logik

albert_u
Hallo, hier eine Argumentation über die Logik:

Immanuel Kant erkannte in der menschlichen
Urteilskraft Urteile a priori und Urteile
posteriori. Verkürzt gesagt, gehen Urteile
posteriori auf Sinneseindrücken und
Erfahrungen zurück, während Urteile a
priori sich im Bereich des Abstrakten
bewegen.

Welche Sinneseindrücke wir haben, hängt
von unseren evolutionär gewachsenen
Körpern ab. Sie sind unpräzise und fehlerhaft
– zwei Elemente. Was wir wahrnehmen
hängt also nicht nur von dem Objekt ab,
welches wir beobachten, sondern auch von
unseren eigenen Organen. Das Aufnehmen
und die Richtigkeit von Sinneseindrücken
ist also körperlich begrenzt.

Sinneseindrücke werden geordnet und
gesammelt. Ein Erfahrungsschatz entsteht.
Wir können Erfahrungen kombinieren,
wieder hervorkramen und Schlussfolgerungen
anstellen. All das ist Leistung
unseres Gehirns. Unser Gehirn ist zwar
unglaublich komplex, aber zugleich sehr
begrenzt. Auch das Gehirn ist ein Produkt
der Evolution und somit von seiner
Leistungsfähigkeit her nicht unendlich. Es
kann zwar beliebige Sinneseindrücke
kombinieren, aber wie viele und wie
kompliziert diese Sinneseindrücke sein
können, hängt von der Intelligenz des
Einzelnen ab.

Das tatsächlich beliebige Einzeleindrücke
kombiniert werden können (Beispiel: der
Computer ist auf dem Tisch), ist ein
wichtiger Punkt. Er deutet nämlich bereits
darauf hin, dass für den Menschen,
solange er sich im Rahmen eines einfachen
logischen Systems aufhält, keine
Scheinwidersprüche unauflösbar bleiben.
Nehmen wir als Beispiel:

a=1, b=2, a+b=3

Dieses System ist logisch. Es enthält
keinen logischen Widerspruch. Man
entdeckt auch keinen Widerspruch und
es gibt auch keinen. Es ist ein System,
das vom Individuum überschaubar ist. Ein
solches System wird gelöst. Das logische
Auge kann vor keinem Einzelpunkt in der
Welt halt machen. Es gibt komplizierte
mathematische und physikalische Gebilde,
die bis heute nicht gelöst werden konnten.
Doch die geforderte Lösung ist kompliziert.
Und natürlich scheitert die Physik auch
an der Begrenztheit unserer sinnlichen
Wahrnehmung.

netten Gruß
Albert
Rhetorix
Und? Worauf willst du hinaus?
albert_u
Darauf das Logik stimmt. Auf empirischer Basis quasi...
Qwertzu
Logik die nicht stimmte, wäre keine Logik. Trotzdem folgt auch die Logig gewissen Regeln.
In unserer empirischen Wahrnehmung des Alls folgen immer Ursache und Wirkung aufeinander. Also ist alles logisch, was in diesem System diese Grundannahme gebührend berücksichtigt, ebenso, wie in dem genannten Beispiel.

Anzunehmen, daß das All als ganzes, was ja lt. Kant niemals wahrgenommen werden kann, also nur eine Idee ist, wiederum eine Ursache haben müsse, fällt nicht in den Wirkungsbereich der genannten Regel.
Aurom
warum kommen denn so viele argumentatoren, die sich auf LOGIK berufen, zu total verschiedenen ergebnissen? gruebel
Castell
Ich finde, die Logik hat spätestens seit Kants 4 Antinomien ihren Anspruch auf Absolutheit verloren.

gruß,
Castell
albert_u
Die Frage ist nicht, ob die menschliche Logik funktioniert bzw. Wahrheitsgültigkeit besitzt, sondern wieviel Menge (des Universums) sie erfassen kann.
Jupp
Castell, wo hätte Logik je Anspruch auf Absolutheit erhoben?

Zitat:
Die Frage ist nicht, ob die menschliche Logik funktioniert bzw. Wahrheitsgültigkeit besitzt, sondern wieviel Menge (des Universums) sie erfassen kann.


Albert, was ist der Sinn dieser Aussage?
Jay Ray
Zitat:
Original von albert_u
Die Frage ist ... wieviel Menge (des Universums) sie erfassen kann.

Sie kann die Menge der inhaltlich und auch formal eindeutig formulierten Aussagen erfassen.
Castell
Zitat:
Original von Jupp
Castell, wo hätte Logik je Anspruch auf Absolutheit erhoben?

Google mal nach der Epoche der Aufklärung Zwinker
Damals dachte man, die menschliche Ratio könne die Welt erklären.
Zitat:

Zitat:
Die Frage ist nicht, ob die menschliche Logik funktioniert bzw. Wahrheitsgültigkeit besitzt, sondern wieviel Menge (des Universums) sie erfassen kann.


Albert, was ist der Sinn dieser Aussage?


Ich denke mal, dass Albert damit meinte, man dürfe den Wert der Logik nur nach ihrem Erklärungsvermögen und nicht danach bemessen, ob sie absolut sei.

gruß,
Castell
Jupp
Ich bin ja so blöd, nicht wahr? nunja

Schwafelt einfach ohne mich weiter, ich bins jetzt leid.
Das hier ist mein letzter Beitrag in diesem Forum, falls es
überhaupt jemanden interessiert - ich hasse es, mich zu
langweilen.
Neo
Zitat:
Original von Jupp
Schwafelt einfach ohne mich weiter, ich bins jetzt leid.
Das hier ist mein letzter Beitrag in diesem Forum, falls es
überhaupt jemanden interessiert - ich hasse es, mich zu
langweilen.

Das steht Dir natürlich frei. trotzdem kann ich diesen Schritt nicht ganz nachvollziehen. nach all dem was Du hier in den verschiedenen Unterforen gepostet hast,klang das nicht so, als würde es Dich langweilen.
Ich für meinen Teil möchte sagen, dass ich die Gespräche mit Dir genossen habe.
Ich bedauere natürlich, falls ich Deinen intellektuellen Ansprüchen nicht genügt haben sollte.

Grüße
Neo
albert_u
Ich meinte mit meinem letzten Posting, dass die Logik das, was sie wiederspruchsfrei erkennt und wirklich überschauen kann auch richtig erkennt. Alles kann sie natürlich niemals erkennen. Genau darauf wollte ich ja hinaus.

netten Gruß
albert
carsten aus bochum
Hallo zusammen,

Zitat:
In unserer empirischen Wahrnehmung des Alls folgen immer Ursache und Wirkung aufeinander.


Ich gehe heute einkaufen, weil morgen die Geschäfte zu haben. gruebel

Ist Logik nicht einfach nur eine Art Rationalität auszudrücken (dazu eine recht spezielle)?

Rationalität enthält aber z.B. auch reine Mitteilungen, wie: "Ich bin müde."

Sie fängt in gewisser Weise Stimmungen auf, all das ist logisch schwer darzustellen, weshalb Sprachspiele auch immer so erfolglos als ein anderes logisches Zeichensystem dargestellt werden, das sich prinzipiell auch in Variablen übersetzen ließe.

Gruß,

Carsten
mark
Zitat:
Original von carsten aus bochum
Zitat:
In unserer empirischen Wahrnehmung des Alls folgen immer Ursache und Wirkung aufeinander.


Ich gehe heute einkaufen, weil morgen die Geschäfte zu haben. gruebel

damit willst du aber keinen gegenbeweis antreten, oder?
Tarvoc
Zitat:
In unserer empirischen Wahrnehmung des Alls folgen immer Ursache und Wirkung aufeinander.

In meiner "empirischen Wahrnehmung" finde ich weder "Ursachen" noch "Wirkungen".
mark
Zitat:
Original von Tarvoc
Zitat:
In unserer empirischen Wahrnehmung des Alls folgen immer Ursache und Wirkung aufeinander.

In meiner "empirischen Wahrnehmung" finde ich weder "Ursachen" noch "Wirkungen".


...er schreibt ja auch in "unserer" roll
ich geh mal suchen... cool
Tarvoc
Zitat:
Original von mark
...er schreibt ja auch in "unserer" roll

Stimmt, "unsere" kann ja viel bedeuten. fröhlich
Castell
@Tarvoc
Meintest du damit, dass Ursache und Wirkung eine Abstraktion und also nicht empirischer Natur bzw. apriorisch sind?

gruß,
Castell
Archibald
Zitat:
Original von albert_u

Welche Sinneseindrücke wir haben, hängt
von unseren evolutionär gewachsenen
Körpern ab. Sie sind unpräzise und fehlerhaft
netten Gruß
Albert


@ Albert:

Ich glaube, daß nicht sosehr die Unterschiede in unserer Sinneswahrnehmung verantwortlich sind für unterschiedliche Urteile, sondern, deren mentale Interpretation.

Nehmen wir also mal an, "A" und "B" sehen den gleichen Film.

"A" findet es einen der Filme, die es jemals gegeben hat, "B" findet ihn "ziemlichen Schrott".

War der Sinneseindruck des Filmes von "A" und "B" tatsächlich ein anderer ?

Hat die Verkäuferin des Supermarktes im Film in den Sinnen von "A" tatsächlich einen roten statt einen blauen Kittel angehabt ?

War sie nur in seinen Augen weiblich ?

War es nur in seinen Augen ein Supermarkt ?