H. Lübbe - Wozu Philosophie?

affekt
Hallo,

Ich brauch ma eure Hilfe!
Beim Durcharbeiten einer Stellungnahme zur Funktion der Philosphie ("Wozu Philosophie?", Hermann Lübbe) is bei mir ein kleines Verständnisproblem aufgetreten. Ich denke man muss den Text nich unbedingt kennen um den folgenden Abschnitt zu verstehen, ich kenne den vorangehenden Text und kann ihn trotzdem nich recht interpretieren, also wäre schön wenn ihr mir sagen könntet wie ihr das versteht:

"...Die Frage, wozu noch etwas gut sei, kann ja zweierlei Richtungen haben. Entweder stellt sie etwas infrage, anstelle dessen wir inzwischen etwas Besseres haben. Oder sie stellt infrage, was selbst als Ultima ratio nun nicht mehr ausreicht. Der Fall der Philosophie ist der zuletzt genannte Fall."

Es geht mir vorallem um den letzten Satz ( und somit auch um den vorletzten, auf den dieser Satz ja Bezug nimmt...).
Juri
Zitat:
Original von affekt
Hallo,

Ich brauch ma eure Hilfe!
Beim Durcharbeiten einer Stellungnahme zur Funktion der Philosphie ("Wozu Philosophie?", Hermann Lübbe) is bei mir ein kleines Verständnisproblem aufgetreten. Ich denke man muss den Text nich unbedingt kennen um den folgenden Abschnitt zu verstehen, ich kenne den vorangehenden Text und kann ihn trotzdem nich recht interpretieren, also wäre schön wenn ihr mir sagen könntet wie ihr das versteht:

"...Die Frage, wozu noch etwas gut sei, kann ja zweierlei Richtungen haben. Entweder stellt sie etwas infrage, anstelle dessen wir inzwischen etwas Besseres haben. Oder sie stellt infrage, was selbst als Ultima ratio nun nicht mehr ausreicht. Der Fall der Philosophie ist der zuletzt genannte Fall."

Es geht mir vorallem um den letzten Satz ( und somit auch um den vorletzten, auf den dieser Satz ja Bezug nimmt...).


Ich verstehe es folgendermaßen: Wenn du bei irgendetwas fragst, "wozu es gut ist", kann das zweierlei Grund haben: Entweder, du hast schon etwas besseres gefunden, und fragst, wozu das alte denn noch gut ist. Beispiel: nachdem das Auto erfunden wurde, fragst du dich, wozu eigentlich die alten Kutschen noch gut sind, wo doch alles, was die Kutschen können, von den Autos viel besser geleistet werden kann.
Oder du hast noch nicht etwas besseres gfunden, sondern fragst, wozu etwas letzten Endes (Ultima ratio=letztes Ziel) gut ist. Du fragst dann nicht, weil es etwas besseres schon gibt, was das Befragte als veraltet erscheinen läßt, sondern einfach so.
Bei der Philosophie fragst, wenn du nach deren Zweck fragst, in der letzten Weise. Das heißt: Es gibt noch keine bessere Alternative zur Philosophie; es gibt kein Auto, was die Philosophie als alte Kutsche erscheinen läßt.
Hat das weitergeholfen?
Tim
Um es kurz zu sagen: Lübbe sagt, dass Philosophie als Disziplin in Frage gestellt wird.

Ist sie notwendig? Welchen Zweck hat sie?

Solche Fragen haben sicherlich ihre Berechtigung, da sich der Zweck der Philosophie nicht leicht erschließen lässt.

Einen Zweck erstrebt nicht jeder philosophisch denkende Mensch. Für einige Menschen ist Philosophie schlichtweg eine Disziplin, die hilft, das Denken zu schulen. Die Frage nach der Existenz eines Geräusches, das niemand hört, wird nicht zu einer weltbewegenden Antwort führen.

Schaut man sich hingegen Texte der großen Staatsphilosophen des 17. und 18. Jahrhunderts an, dann erkennt man den Zweck der Philosophie: Der Philosoph will den Menschen verstehen und ihn in seinem Denken beeinflussen.
metin
Die Philosophie hilft das persönliche Horizont zu erweitern. Weil die Philosophen nicht nur an personlichen Zweck orientieren denken. Der Philosophen will die Zusammenhänge zwischen den Phänomene erkennen. Doch Wissen wird nicht dafür gesammelt, um seiner Macht zu vergrößern, sondern das wissen wird gesammelt, um die Pflichten gegenüber Schöpfung richtig zu erfüllen. Dieser Pflichten kann man gut erfüllen, wenn man wissen über die Zusammenhänge hat.
Der Wert der Philosophie liegt darin, das man mit den Dinge, die man betrachtet, kontemplativ betrachte, also versucht mit den liebende zu vereine.
Die kleiner Welt, die vom unsere persönliche Nutzen geprägt ist, führt uns zur Unsicherheit, weil man das Gefühle hat, man beutet die Umwelt aus. Dieser Lebensform, wo die Verwirklichung persönliche Wünsche den Mittelpunkt bilde, mute sich fiebrig. Im Vergleicht dazu ist das philosophisches Leben, wo man versucht umfassend zu denken, ruhig und frei. Das heiß, man ist nicht vom sorgen geprägt, das man mit seine Wunsche zu kurze kommt.
Die kleine Welt, zu den nur engsten Sippe und vielleicht noch die Freunde angehören, wird vom der großen Welt zertrümmern, wenn die Menschheit nicht in der Lage ist, umzudenken und ihren Horizont zu erweitern. Die Menschen sollten lernen, auf die Lebewesen Rücksicht zu nehmen, die auf den ersten Blick für das Ganze nicht nützlich erscheint.
Lieber Grüssen
Metin Öztaskin
metin
Die Frage „wozu Philosophie“ wird gestellte, weil die Philosophie den Eindruckt erweckt, als ob die Philosophie nichts viel bringt. Doch dieser Eindruckt ist nicht berechtig. Sie bringt Übersicht. Wenn man weiß, wie die Zusammenhänge zwischen den Phänomen ist, dann man sichern und gelassen reagieren, wie ich versucht habe in den obigen Beitrag zu zeigen.
Außerdem liegt der Grund für dieser Frage darin, das man die Philosophie nicht definieren. Die Schwierigkeit liegt darin, dass die Philosophie keine Gegenstand hat wie die anderen Wissenschaften. Die anderen Wissenschaften haben ein Bereich, indem sie forschen. SO untersucht die Biologie unter welchen Bedingungen das leben entstanden ist. Die Biologie fragt nicht, was Leben ist. Sie nimmt Selbstverständlich.
Wenn man versucht die Philosophie zu definieren, ist man in die tiefes Frage
Dieser Gedanken dürfte für erfahrene Philosophen nichts neues sein. Doch ich gerne wissen, was ihre zu dieser Gedanken meinte.

Lieber Grüssen
Metin Öztaskin

P. S.: das beste an der Philosophie ist, ist Kontemplative Betrachtung des Gegenstandes. das heiß, der philosophierende versucht nicht den Gegenstand zu erobern, sondern versucht mit den Gegenstand liebende zu vereinige.