Der kleine Prinz/ Fahrenheit 451

Lalala
Ich bearbeite zur Zeit das Buch "Fahrenheit 451" von Bradsbury und ich muss sagen, dass ich dieses Buch bis jetzt einfach großartig finde! Zwar fehlt mir noch ein Großtei, aber allein die Thematik in diesem Werk lässt in mir so etwas wie Leidenschaft hochkommen.

Haptthema in dieser Geschichte ist das Verbrennen von Büchern, um selbstständiges Denken zu verhindern und Gefühle zu unterdrücken, da diese die Menschen traurig amchen könnten. Es geht darum, dass Bücher lesen zu einem "asozialen Handeln" verleiten würden, da diese zum Nachdenken anregen und selbstständiges Denken voraussetzen.

Was hat das nun mit dem kleinen Prinzne zu tun? Nun, die Frage, die ich bearbeiten muss, lautet:

wenn ich ein Buch auswendig lernen müsste, um es vor der vergessenheit zu bewahren, welche wäre das und warum?

ich habe natürlich auch an die bibel gedacht, faust oder werke von schiller etc.. aber mein erster gedanken war der kleine prinz, da er auch kindern auf eine wunderbare weise zeigt, was wesentlich im Leben ist und Moral und Gefühl auf eine wunderbare Art und Weise zu erklären versteht. Kinder sind schließlich unsere Zukunft und sollte es keine Bücher mehr geben, bis auf dieses, dann werden Kinder von vornherein mit diesem wunderbaren Werk gebildet. Oder glaubt ihr, dass ein Kind Faust und seine Gedanken nachvollziehen kann oder gar die tiefenpschologischen Aspekte der Bibel versteht? nun, ich schweife ab...

da ich nun bezug auf das verbrennen von bücher zurück greifen möchte, habe ich mich gefragt, was der kleine prinz dazu sagt. er besucht verschiedene planeten mit verschiedenen wesen mit verschiedenen merkmalen. was würde er sagen, wenn er einen planeten betritt, auf dem bücher verbrannt werden?

oder besser gesagt, was würde geantwortet werden?

"Warum verbrennst du Bücher?" fragte der kleine Prinz den Feuerwehrmann.
"Weil sie unsere Gesellschaft zerstören. Sie regen zum Nachdenken an."
"Aber ist Nachdenken denn schlecht?" fragte der kleine Prinz verwundert.
"Ja, denn es führt zu asozialem Verhalten. Die Menschen werden dann das machen, was sie wollen."
"Was wollen die Menschen denn machen?"
"Nun... " darufhin fiel dem Feuerwehrmann nichts mehr ein und der kleine Prinz machte sich davon. Die großen Leute sind verwunderlich, sehr verwunderlich, stellte er auf seiner Reise fest.

Was würde der kleine Prinz über das Verbrennen von Büchern sagen?
Chris
Ganz großes Lob! Der kleine Prinz ist bestimmt nicht das schlechteste Buch, das man für die Zukunft bewahren sollte. Mir würde gerade auch kein besseres Buch einfallen - ich habe von einem Freund mal gehört, dass das Buch "Die Stadt in der Wüste" (auch von Saint-Ex) noch intensiver sein soll als "Der kleine Prinz". Aber solange ich das noch nicht gelesen habe (steht als nächstes in meiner Leseliste), kann ich dazu noch nichts sagen.
musiclover
Wunderschoene Frage!
Muss ich nachdenken.

Danke und alles Liebe!
musiclover
Der kleine Prinz wuerde vielleicht sagen:
"Ihr habt doch einen freien Willen, mit dem Ihr Eure Worte Gedanken waehlen koennt? Wollen die Buecherverbrennungen Euch das nehmen?
Lasst Ihr Euch das nehmen? Gedanken, Worte wirken doch, egal ob positive oder negative? Deshalb ist es doch wichtig gut zu waehlen? Aber auch selbst zu waehlen? Denn ist nicht am Ende auch jeder selbst verantwortlich, fuer sein Leben? Das kann Euch doch auch niemand nehmen?"

Danke
alles Liebe
Lalala
nun, das is schon sehr komplex nud danke für die antworten!!!

aber der kleien prinz müsste das irgendwie einfacher rüber bringen... also kein kind würde so sprechen, wie du es beschreiben hast. das is nich bös gemeint!! aber ich denk halt an was ganz einfaches... naja, aber liebe grüße


und bitte ;-)
marinus
Ich will nicht zu weit von deiner Frage weg führen, aber auf Fahrenheit 451° würde ich anders eingehen. Ich weiss nicht ob ich dich missverstehe, aber du hast es noch nicht durchgelesen? Oder noch nicht gänzlich durchgearbeitet? Ganz gleich, für mich ist Fahrenheit im Moment die sich immer verwahrhaftigerende Prophezeiung unserer Zeit. Ich denke das Buch hat zwei entscheidende Ebenen. Zunächst die gesellschaftskritische, anticipierende Ebene, sowie die Ebene des Menschen, z.B. Faber oder (vor allem!) Montag, aber natürlich auch der des Captians.
Nicht Orwells Vision des totalitären Systems, das jeden Menschen bricht, ist heute nahe, auch wenn es ein Augenöffner war. Fahrenheit ist denke ich eine der aktuellsten Distopien. Bradbury schildert auf jener ersten Ebene glaube ich vor allem die Selbstzensur der Gesellschaft, die aus der Eigenheit der Gesellschaft selbst hervorgeht. Niemand zwingt, niemand macht, es ist eine Entwicklung aus sich selbst heraus, die keiner Wahrnimmt und die auch keiner fassen kann. Neben der Selbstzensur tritt eine große "Verflachung" ein, das Unwichtige ersetzt das Tiefsinnige. Und ist nicht unsere mediale Welt heute auch schon weit in diese Richtung gegangen? Und wir selbst mit? Der Gedanke des Vermeidens von Schmerz ist nun sicher nicht der neuste, man denke nur an die immer präsenten alten Griechen. Aber in unserer Gesellschaft, in der zur Zeit das Geld und die Oberfläche regiert, in der alles Spaß sein muss, sind wir diesen Weg glaube ich schon bedeutende Schritte vorwärts gegangen, ohne ihn selbst bemerkt zu haben.

Mögen die Flugzeuge Bradbury´s auch den Himmel mit ihren schreienden Triebwerken zerreissen, der Krieg wird kaum wahrgenommen und die Bevölkerung lässt sich weiterhin durch ihre Bildschirmwände unterhalten. Und bei uns tickert diese oder jene Kriegserklärung durch die Schaltkreise, eine Membran sagt es uns, eine Röhre zeigt es uns, aber es ist nur eine Randbemerkung.

Die Zweite Ebene ist der Mensch, und hier ist Montag das Beispiel für das unendlich Lebendige das uns geschenkt wurde. Er wacht aus einem Teifschlaf aus, nur durch einen kleinen Anstoß, und beginnt einen gegensätzlichen Weg zu beschreiten. Links und rechts sind Menschen die nicht aufwachen, aber am Ende findet er auf dem Land andere Menschen, die sich anders entschlossen haben, die sich auf Werte hinter der Fassade entschlossen haben. Die Wertung ihrer Bemühungen liefert Bradbury fast direkt mit:
Die Bevölkerung, die den Krieg nicht wahrnahm und selten das Donnern der Flugzeuge merkte, wird durch einen großen Knall ausgelöscht, so wie Montags Frau, die ganz offensichtlich den "falschen Weg" gegangen ist (auch wenn das schon fast eine Vergewaltigung des Buches ist, denn es ist wohl zu vielschichtig um es so leicht darzustellen. Nichtsdestotrotz benutzte ich es hier so).

Dieses sich selbst Sterilisierende, das Verleblosen, welches die Gesellschaft in Bradburys Vision voran trieb, hat sie ihr Leben gekostet; sie hat es nicht mehr wertgeschätzt, hat sich der Illusion hingegeben und ist deshalb gestorben ohne es selbst gemerkt zu haben.

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Wenn du jetzt Saint-Exupérys kleinen Prinzen damit verbinden willst, dann würde ich die Verbindung vielmehr auf dieser "Lebens-Ebene" sehen. Der kleine Prinz reist von einem Planeten zu einem anderen und verwundert sich immer wieder darüber, auf welche seltsame Weise doch die Erwachsenen leben.
Er sieht also vielleicht ebenfalls diese Verflachung, die er mit seinem ursprünglich-kindlichen Geist nicht nachempfinden kann, und als merkwürdig bezeichnet. In diesem wunderbaren Buch gibt es auch diese zwei Welten, eine lebendige und eine starre.
Dem jungen Herrn mit blondem Haar währe das Bücherverbrennen sicherlich absolut unverständlich, aber der Drang nach lebendigem Sein, den er ja fast selbst darstellt, der liegt ihm nahe.

Vielleicht ist es sogar so, dass beide Bücher vor einer Sache warnen: Davor, das Leben nicht mehr zu leben sondern nur noch zu tun, nicht mehr den Wert des Lebens zu merken, nicht mehr die Qual um der Freude willen zu ehren, warnt davor in einen unbelebten Trott zu verfallen, der nachher nichtmals mehr die eigene Existenz rechtfertigt.

Aber es gibt auch einen Lichtblick: Der Wandel der Welt. So wie der Prinz scheinbar stirbt, wird auch die Stadt der Menschen vernichtet. Doch daraus entsteht Neues. Der Prinz kehrt zu seinem Planeten zurück, die Menschen versuchen einen Wiederaufbau. Es ist also nie etwas entgültig verloren.