Hallo zusammen,
@ Albert:
Ich wollte Dir eigentlich nicht die Schwäche Deiner Hypothese nachweisen, sondern einfach nur sagen, dass man das Ich nicht so einfach dingfest machen kann.
Die Stellung von Ontologie zur Metaphysik ist nicht immer leicht zu bestimmen, eigentlich ist die Ontologie ein Teilgebiet der Metaphysik, Heideggers Fundamentalontologie geht allerdings über klassisch metaphysische Positionen hinaus, das stimmt schon.
@ Eugen:
Es tut mit leid, wenn wir uns da missverstanden haben, ich sehe uns keinesfalls weit auseinander und ich würde Dich niemals unter die harten (wohl nicht mal weichen) Reduktionisten einreihen.
An das Wilberzitat erinnere ich mich und dem stimme ich zu.
Hier ist eigentlich der Ansatzpunkt dessen was ich meine.
Dass mehr oder weniger parallel zu Denkprozessen, Emotionen, ja sogar außerkörperlichen Erfahrungen wie Wilber meint, Hirnprozesse ablaufen, das ist nicht die Frage.
Die Frage die sich in meinen Augen daraus ergibt, ist die, wie das Verhältnis von diesen Hirn-/Körperprozessen zu Gedanken, Emotionen und mystischen Erfahrungen ist.
Ich habe schon verstanden, dass der Konstruktivismus eine relative Autonomie der Konstrukte formuliert und auch je nach Vertreter unterschiedlich stark betont. Bei Luhmann sind soziale Systeme ausgesprochen wirksame und wenn man so will eigenmächtige Konstruktionen, keinesfalls reduziert auf Materie.
Bei Watzlawick ist Kommunikation ein quasiautonomes Konstrukt, das sogar in die Lage versetzt sein soll, durch eine Eigendynamik Psychosen zu induzieren (durch verzerrte, paradoxe und doppelgebundene Kommunikationsmuster), was sich aber in der psychiatrischen Forschung nicht bestätigte.
Und so soll auch in den Theorien von Hirnforschern, die dem Konstruktivismus zugerechnet werden, das einmal durch Hirnaktivität entstandene Ich durchaus eine gewisse Autonomie haben.
Es geht also meiner Meinung nach nicht darum, ob die relative Autonomie der Konstrukte eingestanden wird (das wird sie), sondern wie belastbar diese Konstrukte dann in der Realität sind.
Ist ein Konstrukt so weit in die Unabhängigkeit entlassen, dass es vollkommen autonom agieren kann?
Nein, der Ansicht ist von Freud bis Luhmann, Singer bis Wilber, Heidegger bis Watzlawick wohl niemand.
Um die Postmoderne mal auf einen populären Satz zu vereinfachen, „alles hängt mit allem zusammen“ und natürlich bildet auch das Ich da keine Ausnahme.
Auch der nächste Punkt ist relativ unstrittig. Wirken die Konstrukte eigentlich innerhalb „ihrer“ Umwelt?
Auch da sind sich viele einig, so tun es.
Körperprozesse beeinflussen Körperprozesse, Sätze beeinflussen Sätze und mystische Erfahrungen beeinflussen mystische Erfahrungen, keine größere Frage.
Der nächste Punkt ist schwieriger: beeinflussen sich die verschiedenen quasiautonomen Bereiche eigentlich auch untereinander?
Da gibt es unterschiedliche Antworten. Bei Luhmann eher weniger, bei Wilber mehr, aber das ist gar nicht der Hauptstreitpunkt, wie mir scheint.
Der scheint zu sein, ob es eine einseitige Beeinflussung gibt, oder eine wechselseitige.
Eine ebenen- oder systemübergreifende Beeinflussung scheint es nach Auffassung der meisten wohl zu geben, nur wird gerade in der Riege der lautstärksten Hirnforscher die Beeinflussung überwiegend, wenn nicht ausschließlich in einer Richtung gesehen.
Das Ich, was immer das sei, wird damit zu einem Produkt von Hirnzellen und was immer dieses Ich auch innerhalb seines drastisch beschränkten Aktionsradius macht, es ist zentral abhängig davon, was die Hirnzellen so anstellen. Und zwar in der Weise, dass die Hirnzellen den Takt vorgeben, tritt da eine biologische Veränderung ein, ist der Mensch automatisch gezwungen anders zu denken, bzw., er denkt ja gar nicht selbst, sondern das Ich hat ohnehin nur die Funktion auf biologischen Veränderungen in der Art zu reagieren, dass sozusagen aktuelle Zustandsanpassungen vorgenommen werden.
Ich gehe zum Mittagessen, auf einmal ändert sich mein Hormonhaushalt und urplötzlich kommt mir eine andere Idee, der ich nachgebe, weil mein Körper es mir diktiert.
Und wie der Körper auf das Konstrukt Ich einwirkt, kann man zeigen indem man mittels Elektrostimulation einzelner Zellen, Areale, oder mithilfe medikamentöser Einflussnahme die Biologie die Gehirns beeinflusst und siehe da, der Mensch verändert sich. Der Beweis ist erbracht.
Nun könnte man sagen, dass Gedanken, Gefühle, allgemein Innerliches gar nicht so nachgeordnet ist, dass es zum Epiphänomen wird, sondern beide Prozesse zeitgleich und synchron ablaufen.
Und irgendwie fungiert die Umwelt da sogar als Reizgeber, hier eine Warnlampe, da eine fleischliche Rundung und so ist der Bezug zur Außenwelt gesichert, auf welches äußere Signal da jeweils reagiert wird, darüber entscheidet die augenblickliche biologische Gestimmtheit.
Das ist die Idee des Parallelismus, die aber ebenfalls bereits alles was draußen vorhanden ist zum Reiz, zum Signal degradiert.
Die Verwunderung was man eigentlich dauernd mit einem selbstständigeren Ich möchte ist nachvollziehbar, weil man aus dieser Perspektive wirklich keines braucht.
Sogar eine Rückkopplung zur Außenwelt ist eingebaut, damit hat man eigentlich alles was man braucht, der Rest wird durch Ockham rasiert, wenn man nicht gerade lästige ontologische Ideen verfolgt.
Und hier liegt der eigentliche Punkt. Das Ich, was immer es sei, ist schleichend aus dem Blick geraten, ja ist als Ich, das eine Wirkkraft hat, auf einmal völlig überflüssig.
In einer sozialen Interaktion ist der Mensch Teil eines sozialen Systems, jedes Wort, jede Handlung ist soziale Interaktion, der Rest ist Biologie, der kleinere Rest ist mürrisch schweigend eingekapseltes Ich. Nur wozu dient es, außer den Löffel in der richtigen Mund zu schieben und der Illusion zu frönen, dass ich esse, weil ich es so will?
Wir müssen aber essen, unsere Biologie will das so.
Warum wir dennoch fasten können, erklärt man auf dieselbe Art, vielleicht ein Fastentrieb, oder einfach nur eine Funktionsstörung? Unser Gehirn will dann eben das.
Wo hier übrigens noch eine grundsätzliche Falsifizierbarkeit gegeben ist, entgeht mir auch.
Man könnte auch sagen, Gott hat es eben so oder anders gewollt. Oder Ich habe es so oder so gewollt, oder eben das Gehirn.
Wenn es sich um Parallelismus handelt, dann ist relativ klar, wie der reale Körper auf den konstruierten Geist einwirkt, ursächliche Veränderungen im Körper evozieren im Geist, im Ich, im Bewusstsein die Illusion so eben selbstständig seine Meinung geändert zu haben.
Andersrum ist die Sache weit weniger klar. Die Philosophen sprechen hier mitunter von Gründen, doch diese werden sogleich wieder biologistisch kassiert. Was sollten sie auch für einen Einfluss haben und vor allem: wie sollte jener Einfluss in eine kausale Sprache zu übersetzen sein? Gründe sind naturwissenschaftlich gesehen nichts. Was sollen sie sein? Schwingungen, unspezifischen Reizungen bestimmter Areale und DIE entscheiden dann wieder. Es mag so aussehen, als würden uns Gründe beeinflussen, da man aber nicht beschreiben kann wie, weil man noch nie Geist oder Bewusstsein oder ein Ich isolieren konnte, ist da einfach nichts was wirken könnte und wo nichts ist was wirken kann, braucht man sich auch keine weiteren Gedanken zu machen, denn Wirkungen sind kausal, das hat man damit stillschweigend ein weiteres Mal vorausgesetzt.
Die angeblich so provozierende Frage: „Wo ist denn euer Geist, Bewusstsein, eure Seele oder Ich?“ muss schon Plato lächerlich vorgekommen sein, und ob Virchow bemerkt er habe beim Aufschneiden von so und so vielen Körpern noch nie eine Seele gesehen, oder Hirnforscher das Ich im Kopf suchen, es wird nicht besser.
Wenn nun auch gleich alles in den Kopf verlegt werden soll ergibt das überdies eigene Widersprüchlichkeiten, denen sich Putnam verdienstvoll gewidmet hat.
Aber selbst wenn Gründe wirken würden, etwas, was zu denken für den Naturwissenschaftler schon eine Unmöglichkeit zu sein scheint, Gründe sind schon immer intersubjektiv – Sprachspiel oder Aktion eines sozialen System, je nach dem. Auch dafür bräuchte es in letzter Konsequenz kein Ich.
Man könnte fragen, ob denn nicht Intersubjektivität immer schon Subjektivität voraussetzt, aber je nach Schule kann man wahlweise mehr das Gewicht auf die ersten beiden Silben legen und dann ist Subjektivität wieder ein Konstrukt, was eher nachgeordnet erscheint.
Was bleibt ist die Frage, ob nicht das Ich, zum einen sehr wohl von Körperdaten abhängen kann, die Formulierung des Ich nicht in der Tat immer schon Sprachspiel, historische Spur, usw. sein kann und dass dennoch nicht alles ist.
Mit anderen Worten, ob es nicht der Mensch ist, der auf dem Boden von gemachten Erfahrungen, vernommenen Gründen, genetisch fixierter Aktivitätsschwelle, -dauer und –intensität (kurz: Temperament), sinnlichen Außenreizen, Träumen der Nacht, sozialen Konditionierungen, psychodynamischen Prozessen usw. dennoch Situationen kennt, in denen er das Heft in die Hand nimmt und mit seinem Ich entscheidet, das oder jenes, nach Abwägung vieler Faktoren zu tun, „weil ich es so will“.
Ob man dieses Ich nun Selbst nennt oder sonst wie ist da nur sekundär, aber Du weißt, was gemeint ist.
Otto Kernberg, dieser große Psychoanalytiker (und Schrecken seiner Zunft) lässt das Ich ebenfalls aus Affekten entstehen, lässt diese Affekte (und ihre Intensität und Dynamik) im Zentrum der Objektbeziehungen zwischen zwei Menschen in der Psyche, meinetwegen auch im Hirn als verbindendes Element entstehen und die Qualität dieser Affekte ist es, die wesentlich die Psyche (und ihre eventuellen Verzerrrungen) prägt, pathologisch oder normal.
Kernbergs Erkenntnis war es, dass um einen intensiven internalisierten Affekt (und mehr noch um einen chronisch wiederholten Affekt) herum sich eine internalisierte Beziehung (Täter/Opfer) im inneren der Psyche aufbaut.
Leichte Affekte hinterlassen geringe Spuren, Spitzenaffekte tiefe Rillen, die nachträglich von der Psyche in nur-gute und nur-böse Partialobjekte, wie es so schön heißt, getrennt werden. Der fundamentale Mechanismus der Spaltung, hier als erste Sortierung von (Innen-)Welt.
Diese Spaltung verliert sich normalerweise zugunsten einer schrittweisen Einsicht in die Ambivalenz von Welt, von Beziehungen, von Emotionen, von der eigenen Psyche und der Psyche anderer Menschen. Außer bei drastischen Einwirkungen von außen in Kombination mit einer entsprechenden genetischen Prädisposition (dem Temperament).
Bleibt diese Spaltung bestehen, so ist es Kernbergs Erkenntnissen zufolge von entscheidender Bedeutung, dass das (strafrechtlich und moralisch) objektive Opfer einer langen Kette scheußlicher Erfahrungen sich die gesamte tiefe Rille in der eigenen Psyche anschaut.
Kurz und gut, jedes Opfer empfindet sich berechtigterweise als Opfer. Aber jedes Opfer hat in größerem Maße als man glaubt die Möglichkeit auch das Bild des verinnerlichten Täters und dessen Empfinden sich selbst zu vergegenwärtigen.
Das Introjekt umfasst ein hilfloses misshandeltes Opfer und einen sadistisch agierenden Täter, die zwei Seiten der ganzen Medaille.
Identifiziert man sich nur mit der Opferseite, kommt es nie zur Heilung.
Heilung bedeutet den Täterpol anzuschauen und die Gefühle des Täters zu spüren, auszuhalten, nachzuerleben und ihre Qualität und sogar die damit einhergehende Lust auch in sich zu spüren. Das ist Integration, dass macht ein fragmentiertes Ich zu einem echten Ich, das allein wirkt heilend und es ist in langen Studien bewiesen.
Ansonsten ist der Mensch gezwungen die nichtintegrierte Seite zu agieren und es kommt zum für schwere Persönlichkeitsstörungen so typischen häufigen und abrupten Rollenwechsel von Grandiosität und Nichtswürdigkeit, von „ich hasse dich, verlass’ mich nicht“ die den betroffenen Menschen und seine Umwelt gleichermaßen quält.
Dabei wird das Ich angesprochen und direkt behandelt und der Mensch ist es, sein Ich, dass die integrierende Leistung vollbringen muss. Medikamente können dämpfen, können Symptome lindern, heilen aber können sie nicht und die Studien über die (Un-)Wirksamkeit der Psychopharmakologie auf diesem Sektor sprechen eine deutliche Sprache und sind erschreckend.
Und niemand außer dem Ich kann diesen Schritt gehen.
Vor einem völlig anderen ideologischen Hintergrund entwickelten Thorwald Dethlefsen und Rüdiger Dahlke die Reinkarnationstherapie, deren Idee man letztlich so verkürzen kann: Übernimm die Verantwortung für alles was dir je geschehen ist, für alle Aspekte deines Lebens.
Die Idee ist grob skizziert, dass uns im Leben nichts zufällig passiert, sondern alles nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung gesetzmäßig eintritt. Wenn man es auch heute nicht erkennt und sich nur als Opfer sieht, braucht man nur die Perspektive zu erweitern, z.B. Leben zurückzugehen (bzw. phantasierte Bilder aufsteigen zu lassen) und so kommt man auch an die andere Seite heran, immer mit dem erklärten Ziel von dem sich verbeißen in den Opferpol loszulassen und AUCH den Täterpol in sich zu intergieren.
Wenn Du „Boomeritis“ gelesen hast, wirst Du ähnliche Ideen von Wilber dort wiederfinden.
Es hat mich wirklich umgehauen als ich die selben Konsequenzen vor wirklich völlig anderem Hintergrund entdeckte und in beiden Fällen steht das Ich zentral in der Verantwortung und wird mit dem Ich gearbeitet und hat das Ich eine Wirkung, wenn eine therapeutische Veränderung gelingt, bis weit hinein in die sozialen Interaktionen und die Körperchemie.
(Und führende deutsche Spezialkliniken für Borderline-Störungen arbeiten exakt nach diesen Erkenntnissen, loszukommen von der Identifikation mit der Opferrrolle).
Ich glaube, dass Du verstehen wirst, was ich meine und auch die Konsequenzen spürst und vielleicht auch meine Aversionen gegen all jene Systeme nachvollziehen kannst, die uns suggerieren wollen, dass Ich sei letztlich weniger wichtig.
Es ist ungeheuer wichtig, es wirkt kausal (man weiß nur nicht wie) und steht einfach im Zentrum unseres Lebens, wenn wir nicht gerade Grottenolm oder tief erleuchtet sind.
@ mark:
Wie oft soll ich eigentlich noch sagen, dass mich an den Ideen des Konstruktivismus keineswegs alles stört. Von Watzlawick habe ich mit großem Gewinn fünf oder sechs Bücher gelesen, die Ideen sind Teil meiner eigenen Ausbildung gewesen und ich kann auch Luhmnanns Ideen was abgewinnen.
Und selbst wenn es nicht so wäre, warum ist es dann schon der Kritik würdig, wenn ich mich informiere?
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| „es ist doch so. alles was du wahrnehmen kannst ist auch physikalisch beschreibbar.“ |
Mein Traum letzte Nacht, meine Angst vor der Invasion von Außerirdischen, das Mandala, das mir während einer Meditation erschienen ist, Ironie, Empathie, Mitleid, der Wunsch glücklich zu sein... kann man das alles nicht wahrnehmen?
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Warum Eisen rostet, da braucht’s keinen Psychologen, sondern einen Chemiker.Warum einer Pflanze sich der Sonne entgegenreckt, nun eher Biochemie als großes Geheimnis.Das Balzverhalten der Fische. Recht simple Biologie.Die Freude des Hundes. Schon differenzierter. Aus meiner Sicht nicht mehr nur durch Hormonausstoß zu erklären.Aber dann der Mensch. Klar, es gibt da schon sehr schlichte Vertreter. Aber Kafka, Planck, C.G Jung, Maharshi, Russell. Tolstoi, Beethoven Gauss... alles nur Variationen über ein paar Hormonschübe die bald auch physikalisch erklärt werden können?Zu wenig. Für mich.
“einerseits richtig, andererseits der falsche schluss. warum ist eigentlich eine variation "nur"?
bei deinen beispielen fährst du nicht nur die komplexität des dings selbst sondern gleichzeitig auch die des kontextes extrem hoch. das ist alles.
es ist doch nicht andere als beim würfel. da gleubst du doch auch dass der im prinzip deterministisch fällt. trotzdem kann kein mensch sagen wie er dann fällt. man muss wahrscheinlichkeiten benutzen die bestimmte unkenntnis über gegebenheiten miteinbeziehen. disziplinen kreuzen kann man ähnlich sehen...aber ist auch wurscht.“ |
Versteh ich nicht. Niemand käme auf die Idee das Fallen des Würfels anders als physikalisch-mathematisch zu untersuchen.
Kein Grund die Komplexität hochzufahren, beim Komponieren einer Sinfonie aber schon, was willst Du da mit Wahrscheinlichkeiten?
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| „warum schreibst du dann immer sowas? wie kommst du drauf dass hirnzellen diener der gründe wären...etwas physikalisches beeinflusst wird von etwas unphysikalischem? das schmeisst doch alles um.“ |
Wenn Du Spaß dran hast, in der Antwort an Eugen habe ich es glaube ich so erklärt, dass man es verstehen kann, wenn man es verstehen will.
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Davon abgesehen, dass Gründe nicht unbedingt ein Ich voraussetzen sondern erst einmal Rationalität,
“aha. wo gibts denn das bitte getrennt zu kaufen?“ |
Es ist die Frage, wo Du ein Ich beginnen lässt und wo Rationalität.
Gibt es vernünftig handelnde Computer, ist handelt ein konditioniert Pudel rational? Er ist dressiert, ja, aber er hat auf etwas verstanden, oder, sonst hätte er nicht lernen können.
Hat eine irrationaler Mensch weniger Ich als ein rationaler?
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sind Erklärungen wie etwas funktioniert nicht immer dazu geeignet das Gesamte zu erfassen (wie funktioniert eigentlich lesen, sich verlieben, schlafen, Selbstbewusstsein, Charisma...)
“das gesamte, stimmt. liegt in der natur der sache dass man grobes nicht mit feinem macht.
aber ist lesen etwas gesamtes in dem sinne? wenn man kindern das lesen beibringt...dann natürlich nicht indem man alles aueinandernimmt...aber irgendwie scheint mir das am punkt vorbei zu gehen...“ |
Irgendwie schein genau das der Punkt zu sein.
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| „nun, egal was ich wie darstelle, man verliert immer.“ |
Das ist wohl wahr, einmal den Wald und einmal die Bäume, aber der Wald ist erst Wald wenn man ihn als solchen erkennt.
Sonst ist da ein Baum und ein Baum und ein Baum...
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| „ich weiss nicht, aber wie trennst du das wesen einer uhr von ihrer funktion?“ |
Das Wesen einer Uhr ist, dass sie Zeit misst, ihre Funktion ist das Ineinandergreifen von Zahnrädern...
Man müsste natürlich Zeit auseinanderklamüsern, aber das sollte man gar nicht erst beginnen.
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Des weiteren ist die Frage, ob die Summe aller erklärbaren Funktionen (Fürs Ich: Hirnfunktionen, Ernährung, gesellschaftliche Konditionierungen, soziokulturelles Umfeld, Sprache, geographisch-klimatischen Gegebenheiten, genetisches Temperament, Kern-Geschlechtsidentiät... und die vielleicht 250 Faktoren die ich nicht erwähnt habe) zusammen das Gesamtphänomen Ich abschließend und ohne Rest beschreiben, oder ob einfach gesagt, das Ganze mehr ist, als die Summe seiner Teile.
“das ganze mehr als die summe...
man sagt das geht auf aristoteles zurück. in der metaphysik steht eine stelle die man so deuten kann. ein haufen ziegel ist natürlich etwas andere als ein haus. auf der anderen seite ist das auch nur eine bestimmte anordnung der ziegel.“ |
Jetzt machst Du es zu einem „nur“.
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| „wie jeder haufen auch. es gibt sicherlich mehr haufen als häuser. deshalb ist das haus auch was besonderes. allerdings, dazu, kommt da nichts.“ |
Doch man kann drin wohnen, etwas sehr „wesentliches“. Der Sprung von Ding zum Zeug nach Heidegger.
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| „selbstverständlich reicht es nicht bestandteile aufzuführen. das ist aber doch eine ziemlich triviale erkenntnis. die einzelteile eines autos sind kein auto. trotzdem seh ich nicht ein warum man ein ich letzten endes nicht genau so beschreiben un verstehen können soll wie ein auto.“ |
Kann man doch, ist nur eben Funktionalismus und verfehlt dass wesentliche, dass es nämlich ein Zeug zum Fahren, ein Fahrzeug ist.
Ein Oldtimer der in der Garage steht ist vielleicht noch immer ein funktionsfähiges Auto, aber in seinem Wesen vielleicht vom Fahrzeug zum Sammlerstück geworden, an dem man sich erfreut, dass als Geldanlage dient...
Es ist auch okay zu sagen, ein Auto was nicht mehr fährt und damit – nach Heidegger - seiner „Zeughaftigkeit“ beraubt und wieder zum Ding wird, funktioniert nicht mehr, nur ist das eine andere Ebene der Betrachtung.
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Du bist es und nicht ich, der sich mit Händen und Füssen gegen seit Jahrzehnten bestehende Unterscheidungskriterien wehrt und demzufolge bei diesen Beispielen in Schwierigkeiten kommt.
“also allgemein akzeptierte unterscheidungskriterien gibt es da nicht. das wäre mir ganz neu.“ |
Und Du bist eine Frau aus Polen, die sich brennend für Tischerücken interessiert....
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Absoluter Glaube und absoluter Skeptizismus führen beide zu nichts, wie mir durchaus bewusst ist.Intersubjektivität ist auch hier das Zauberwort, gemeinschaftliche Widerlegung oder Bestätigung derer, die in der Sache kompetent sind, eigentlich einfach.
“ja nun. das problem ist damit nicht gelöst sondern nur verschoben. das gleiche ergab sich ja in der postmodernendiskussion mit tarvoc. denn, wer sind denn die in der sache kompetenten. was dir nicht passt, hirnforschung, deren protagonisten, singer/roth(z.b.), erklärst du einfach deswegen für inkompetent. zirkel, oder?
du erkennst kompetenz gerade darüber über das kompetent gerichtet werden soll. prima.“ |
Wie löst denn die Naturwissenschaft innerhalb ihrer Reihen das Problem, das in der Tat eines ist, worauf ich übrigens selbst hingewiesen habe? Veröffentlichungen, Zahl der Nennungen, eingeheimste Preise... auch nicht gerade handfest, oder?
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“trotzdem könntest auch du wenigstens zugeben dass glaubwürdigkeit nicht mit irgendwlechen kontrollierten bedingungen zu tun hat und dass das alles genausogut anders verstanden werden kann. dir gefällt eben die sicht besser...zwingend ist die nicht.“
Dass alles anders sein könnte ist die Position des radikalen Skeptizismus und führt nur in Sackgassen.
“das ist doch kein argument gegen kritiker zum beispiel von asw.“ |
Richtig, das liegt daran, dass es mit einer Kritik von ASW auch nix zu tun hat sondern grundsätzlich formuliert ist.
Die Aussage, dass alles anders verstanden werden kann, ist gleichbedeutend, dass alles egal oder relativ oder eben prinzipiell nicht zu beurteilen (erkennen) ist, Letzteres ist nun mal Skeptizismus. Sein „Wesen“ in anderer Erscheindung.
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„ehrlich, in den naturwissenschaften gabs nie eine perfekte objektivität. nur eine im sinne von ausschaltun aller relevanten störeinflüsse von aussen.
das kann auch nur jemand behaupten der noch nie selber im labor stand. echt.“ |
Ich rede von einem Ideal und das gab es durchaus. Ideale findet man aber gerade nicht im Labor. Und über die Diskussionen liest man in Philosophie- und Wissensschaftstheoriebüchern.
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| „will ich gar nicht. ist es nicht gerade der konstruktivistische ansatz der die objektivität ablehnt? schon weil er das modell von objekt und subjekt und wahrnehmung über eigenschaften unsinnig findet?“ |
Hast Du’s Singer mal erklärt, oder wie meint der das wohl:
„Alle diese Verhaltensmanifestationen lassen sich operationaliserien, aus der Dritten-Person-Perspektive heraus objektivieren und im Sinn kausaler Verursachung auf neuronale Prozesse zurückführen.“
Gruß,
Carsten