Jay Ray
#6: Reini
—
Zu der Frage von Physiker
Physiker hat folgendes geschrieben:
Wie würdet ihr die Sintflutgeschichte in der Bibel mit dem babylonischen Gilgamesch-Epos vergleichen?
Die Dichtungen zu Ehren von König Gilgamesch sind ein fantastisches Zeugnis über die Astronomie resp. die Astrologie, mit fliessenden Übergängen, was im Gegensatz zu heute zu der damaligen Zeit durchaus üblich war.
Interessant ist, dass der/die Autor(en) für die Schilderung von der Flut von dem Hauptthema der Astronomie/Astrologie abwich, was für einige Leute ein Hinweis ist, dass die biblischen Berichte über die Sinflut älter sind als die entsprechenden Passagen, einiges davon ist bruchstückhaft mit eingeflossen.
Gilgamesch könnte der babylonische König Nimrod gewesen sein und ist ein Mitbegründer der antiken Religionen, die sich ganz bewusst von Gott lossagten, um ihre eigenen Wege zu gehen.
Nimrod, ein Urenkel Noahs, unter dem der Turmbau zu Babel geschah (1. Mose 11, 4), in dessen Zeit das Gilgamesch Epos fällt.
Da die Erinnerungen der Flut noch sehr präsent waren, floss einiges davon in dieses Epos mit ein.
Im Gegensatz zu grossen Teilen des Alten Testaments, beansprucht das Gilgamesch Epos keinen Anspruch auf historische Ereignisse.
In diesen neuen Religionen blieben Elemente enthalten, die auf die Erfahrungen und Erlebnisse der Urväter, z.B. Noah, mit Gott zurückzuführen sind.
Babylon war dann auch der Ausgangspunkt aller antiken Religionen, wobei im Laufe der Jahrhunderte daran einiges verändert und hinzugefüht wurde.
Die Sprachverwirrung aufgrund des Turmbaus zu Babel hat da sicher auch dazu geführt, dass Personen und Gottesvorstellungen verschiedene Namen gegeben wurden, obwohl sie auf sehr ähnlichen Geschichten beruhen.
Die griechische Mythologie enthält auch Andeutungen über die Sinflut, z.B. Venus soll aus einem Ei hervorgegangen sein, welches lange Zeit auf dem Meer schwamm.
Die griechische Mythologie wurde stark von der ägyptischen beeinflusst, welche widerum ihre Lehren aus dem Orient und auch aus Babylon bezog.
Viele Religionen haben Überlieferungen, die an die Sinflut erinnern.
Die antiken Religionen haben Gemeinsamkeiten und bezogen sich auf die Erzählungen der Bibel, z.B. auch die "Mutter-Kind" Verehrungen neben den Sinflutberichten und sind ein starkes Indiz, dass die in der Bibel geschilderten historischen Ereignisse auch tatsächlich stattgefunden haben und bruchstückhaft in den Religionen jener Zeit, Eingang gefunden hat.
Alexander Hislop hat dies in seinem Buch "The Two Babylons" untersucht.
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#8: eliskases
—
Nabend zusammen,
reini:
"Interessant ist, dass der/die Autor(en) für die Schilderung von der Flut von dem Hauptthema der Astronomie/Astrologie abwich, was für einige Leute ein Hinweis ist, dass die biblischen Berichte über die Sinflut älter sind als die entsprechenden Passagen, einiges davon ist bruchstückhaft mit eingeflossen."
Das ist allerdings ein bemerkenswerter Ansatz für die Datierung des Gilgamesch-Epos, reini.
Wichtiger als die Abweichung von astronomischen Themen dürfte für die Datierung allerdings sein, dass das Epos auf 12 Tontafeln in altbabylonischer Keilschrift geschrieben wurde, was darauf hinweist, dass es älter ist als alle direkten alttestamentlichen Quellen, deren älteste die Qumrantexte sind, in Hebräisch -, viel viel jünger als die Keilschrift. Das bedeutet natürlich, dass die alttestamentlichen Autoren eher vom Gilgameschmythos abgeschrieben haben und nicht umgekehrt.
Und da gibt es noch einige andere Geschichten, z.B. die Aussetzung Moses in einem Bastkorb im Nil etc.
Nur um "der Wahrheit" die Ehre zu geben ..., nicht?
Zitat:
"Schruppak, die Stadt, die du selbst kennst,
am Ufer des Euphrats gelegen,
jene Stadt war schon uralt, als die Götter in ihr weilten.
Die Sintflut zu schicken, danach verlangte den großen Göttern ihr Herz."11. Tafel, 10,1
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#9: artemisia
Reini hat folgendes geschrieben:
...Gilgamesch könnte der babylonische König Nimrod gewesen sein...Nimrod, ein Urenkel Noahs, unter dem der Turmbau zu Babel geschah (1. Mose 11, 4), in dessen Zeit das Gilgamesch Epos fällt...
[...]
1. Noah ist keine historische Person, sondern legendär oder sagenhaft. Er (und seine Nachkommen) eignen sich daher zu keinerlei Datierung.
2. Nimrod ist gleichfalls keine historische Person, sondern legendär oder sagenhaft; auch er taugt nicht für Datierungen.
3. Der 'Turmbau zu Babel' (die Zikkurat von Etemenanki) lässt sich auf die Regierungszeit von Hammurabi, also das 18. Jahrhundert v.Chr., datieren.
Er entstand in einer Zeit, in der man sich die Geschichte von Gilgamesch als in ferner Vergangenheit liegende Ereignisse erzählte.
4. Lies:
Die Mauer um Uruk-Gart ließ er bauen,
Um das heilige Eanna, den strahlenden Hort...
Drei Sar und den Bereich von Uruk umschließt sie...
... wie er, Gilgamesch, durch alle Beschwernisse zog,
Der heldenhafte Sohn Uruks, der stößige Stier...
Wie man angesichts der von Anfang an klaren Bezeichnung Gilgameschs als eines Königs von Uruk behaupten kann, es habe sich bei ihm um einen König von Babylon gehandelt, ist mir schleierhaft.
Nur zur Klarstellung: Uruk war längst eine bedeutende Stadt, als Babylon noch ein Kaff im Schwemmland war.
5. und das Beste zum Schluss:
Ein sumerischer König Gilgamesch ist für die Zeit um 2.600 v.Chr. historisch nachgewiesen.
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Zu der Frage von Physiker
Physiker hat folgendes geschrieben:
Wie würdet ihr die Sintflutgeschichte in der Bibel mit dem babylonischen Gilgamesch-Epos vergleichen?
Die Dichtungen zu Ehren von König Gilgamesch sind ein fantastisches Zeugnis über die Astronomie resp. die Astrologie, mit fliessenden Übergängen, was im Gegensatz zu heute zu der damaligen Zeit durchaus üblich war.
Interessant ist, dass der/die Autor(en) für die Schilderung von der Flut von dem Hauptthema der Astronomie/Astrologie abwich, was für einige Leute ein Hinweis ist, dass die biblischen Berichte über die Sinflut älter sind als die entsprechenden Passagen, einiges davon ist bruchstückhaft mit eingeflossen.
Gilgamesch könnte der babylonische König Nimrod gewesen sein und ist ein Mitbegründer der antiken Religionen, die sich ganz bewusst von Gott lossagten, um ihre eigenen Wege zu gehen.
Nimrod, ein Urenkel Noahs, unter dem der Turmbau zu Babel geschah (1. Mose 11, 4), in dessen Zeit das Gilgamesch Epos fällt.
Da die Erinnerungen der Flut noch sehr präsent waren, floss einiges davon in dieses Epos mit ein.
Im Gegensatz zu grossen Teilen des Alten Testaments, beansprucht das Gilgamesch Epos keinen Anspruch auf historische Ereignisse.
In diesen neuen Religionen blieben Elemente enthalten, die auf die Erfahrungen und Erlebnisse der Urväter, z.B. Noah, mit Gott zurückzuführen sind.
Babylon war dann auch der Ausgangspunkt aller antiken Religionen, wobei im Laufe der Jahrhunderte daran einiges verändert und hinzugefüht wurde.
Die Sprachverwirrung aufgrund des Turmbaus zu Babel hat da sicher auch dazu geführt, dass Personen und Gottesvorstellungen verschiedene Namen gegeben wurden, obwohl sie auf sehr ähnlichen Geschichten beruhen.
Die griechische Mythologie enthält auch Andeutungen über die Sinflut, z.B. Venus soll aus einem Ei hervorgegangen sein, welches lange Zeit auf dem Meer schwamm.
Die griechische Mythologie wurde stark von der ägyptischen beeinflusst, welche widerum ihre Lehren aus dem Orient und auch aus Babylon bezog.
Viele Religionen haben Überlieferungen, die an die Sinflut erinnern.
Die antiken Religionen haben Gemeinsamkeiten und bezogen sich auf die Erzählungen der Bibel, z.B. auch die "Mutter-Kind" Verehrungen neben den Sinflutberichten und sind ein starkes Indiz, dass die in der Bibel geschilderten historischen Ereignisse auch tatsächlich stattgefunden haben und bruchstückhaft in den Religionen jener Zeit, Eingang gefunden hat.
Alexander Hislop hat dies in seinem Buch "The Two Babylons" untersucht.
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#8: eliskases
—
Nabend zusammen,
reini:
"Interessant ist, dass der/die Autor(en) für die Schilderung von der Flut von dem Hauptthema der Astronomie/Astrologie abwich, was für einige Leute ein Hinweis ist, dass die biblischen Berichte über die Sinflut älter sind als die entsprechenden Passagen, einiges davon ist bruchstückhaft mit eingeflossen."
Das ist allerdings ein bemerkenswerter Ansatz für die Datierung des Gilgamesch-Epos, reini.
Wichtiger als die Abweichung von astronomischen Themen dürfte für die Datierung allerdings sein, dass das Epos auf 12 Tontafeln in altbabylonischer Keilschrift geschrieben wurde, was darauf hinweist, dass es älter ist als alle direkten alttestamentlichen Quellen, deren älteste die Qumrantexte sind, in Hebräisch -, viel viel jünger als die Keilschrift. Das bedeutet natürlich, dass die alttestamentlichen Autoren eher vom Gilgameschmythos abgeschrieben haben und nicht umgekehrt.
Und da gibt es noch einige andere Geschichten, z.B. die Aussetzung Moses in einem Bastkorb im Nil etc.
Nur um "der Wahrheit" die Ehre zu geben ..., nicht?
Zitat:
"Schruppak, die Stadt, die du selbst kennst,
am Ufer des Euphrats gelegen,
jene Stadt war schon uralt, als die Götter in ihr weilten.
Die Sintflut zu schicken, danach verlangte den großen Göttern ihr Herz."11. Tafel, 10,1
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#9: artemisia
Reini hat folgendes geschrieben:
...Gilgamesch könnte der babylonische König Nimrod gewesen sein...Nimrod, ein Urenkel Noahs, unter dem der Turmbau zu Babel geschah (1. Mose 11, 4), in dessen Zeit das Gilgamesch Epos fällt...
[...]
1. Noah ist keine historische Person, sondern legendär oder sagenhaft. Er (und seine Nachkommen) eignen sich daher zu keinerlei Datierung.
2. Nimrod ist gleichfalls keine historische Person, sondern legendär oder sagenhaft; auch er taugt nicht für Datierungen.
3. Der 'Turmbau zu Babel' (die Zikkurat von Etemenanki) lässt sich auf die Regierungszeit von Hammurabi, also das 18. Jahrhundert v.Chr., datieren.
Er entstand in einer Zeit, in der man sich die Geschichte von Gilgamesch als in ferner Vergangenheit liegende Ereignisse erzählte.
4. Lies:
Die Mauer um Uruk-Gart ließ er bauen,
Um das heilige Eanna, den strahlenden Hort...
Drei Sar und den Bereich von Uruk umschließt sie...
... wie er, Gilgamesch, durch alle Beschwernisse zog,
Der heldenhafte Sohn Uruks, der stößige Stier...
Wie man angesichts der von Anfang an klaren Bezeichnung Gilgameschs als eines Königs von Uruk behaupten kann, es habe sich bei ihm um einen König von Babylon gehandelt, ist mir schleierhaft.
Nur zur Klarstellung: Uruk war längst eine bedeutende Stadt, als Babylon noch ein Kaff im Schwemmland war.
5. und das Beste zum Schluss:
Ein sumerischer König Gilgamesch ist für die Zeit um 2.600 v.Chr. historisch nachgewiesen.