hallo zanderdan,
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Original von Zanderdan
da bist du wohl ziemlich der einzige, dem der tractatus klar ist. Egal.
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also komm, abgesehen davon dass die meinungen darüber was ich verstanden hab und was nicht auseinandergehen, wirst du doch nicht behaupten wollen hegel oder nietzsche wäre klarer als wittgenstein, oder? ich sag nur habermas.
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Thema im tractatus wie auch in der Spätphilosophie ist doch eine Sprachkritik, welche die Grenzen der Philosophie ans Licht bringen soll.
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jaaahmmm. wie er es eben im vorwort ausdrückt. "das buch will dem denken eine grenze ziehen, oder vielmehr - nicht dem denken, sondern dem ausdruck der gedanken. denn um dem denken eine grenze zu ziehen, müssten wir beide seiten dieser grenze denken können (wir müssten also denken können, was sich nicht denken lässt)."
das ist doch eigentlich sehr klar und wie er das so sagt zieht sich das doch durchs ganze buch.
sprachkritik ja, aber am ende nur an einer ganz bestimmten art sprache. denn sonst wäre das buch sinnlos. russell bemerkt ja auch mal dass es doch einigermassen beunruhigend wäre dass wittgenstein so viel zu sagen hat wovon er sagt dass sich nichts darüber sagen liesse...
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Ähnlich auch bei Heidegger, nach der Kehre (wobei ich Heidegger auch nicht verdauen kann).
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ach, das weiss ich nicht. den hab ich weder im kopf noch im schrank. nur das urteil. kommt es nur mir einigermassen unorthodox vor das so zu vergleichen?
sonst kannst du ja wie gesagt auch aristoteles schon zu der analytischen philosophie zählen...
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Aber wo sonst in der analytischen Philosophie ist das überhaupt ein Thema (außer natürlich bei Kripke)? Mir scheinen die Sprache und die Logik bei den Analytikern nirgends in Frage zu stehen (im Gegensatz zB zu den Poststrukturalisten) - deshalb ist LW für mich kein Analytiker. Macht doch Sinn, oder?
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also, als erstes könnte man fragen ob man sinn machen kann...
aber nein, das sehe ich nicht so. russell beschäftigt sich intensiv mit diesen problemen, ebenso quine. bei denen nimmt das ganze nur leicht andere formen an als bei wittgenstein. ohne zweifel ist wittgenstein was besonderes und der traktat in inhalt und form sowieso.
wittgenstein stellt ja auch nicht die logik in frage. und sprache nur insofern als sie manchmal vorgaukelt etwas zu sagen und es dann nicht halten kann.
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Russel soll dabei nicht untern Tisch fallen, schon gar nicht unter den empirischen. Empirischer Tisch - häh? ..."rolle der empirie für die erkenntnis "...also Empirismus? Verstehe ich nicht, aber ist nicht so erheblich. "die einheitswissenschaft" habe ich nicht gemeint, sondern das gemeinsame Voranschreiten der Philosophiegemeinschaft. Wenn jeder Physiker immer wieder ganz eigene Methoden, Begriffe, Probleme, Ansätze etc aufstellen würde, wäre die Disziplin ein Sysiphosspektakel und man wäre nie über die Fallgesetze auf der schiefen Ebene hinausgelangt. Weil einer an den anderen Anknüpfen konnte, wurden am Ende die beeindruckenden Fortschritte erzielt. Sowas wollte man mE endlich auch in der Philosophie sehen. Warum auch nicht? Aber viel rausgekommen ist nicht.
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naja. das würd ich so nicht sehen. die sache ist natülich die dass sobald man in die bereiche kommt in denen jeder denken kann was er will weil alles wörtlich wirklich irrelevant ist genau das passiert. jeder denkt was anderes. ist halt nix empirisches. aber dort wo man kriterien aufstellen kann und das getan hat, da zeitigt das doch auch erfolge. ganz entscheidend gehören da natürlich die logik und die fromalen systeme dazu, nicht zuletzt alles was man erkenntnistheoretisch gelernt hat aus den naturwissenschaften.
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Die Philosophie des Geistes, das Prunkstück der analytischen Philosophie, hat mich jedenfalls nicht sehr beeindruckt.
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cih hielt immer die logik für das prunkstück der analytischen philosophie...
aber wenn du searle damit meinst....dann geb ich dir recht, das weisst du ja. der ist wirklich untragbar.
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Und ich halte auch den Ansatz für verfehlt: es ist ähnlich einer genormten Literatur, in der man Fortschritte erzielen kann. Anders gesagt: ich halte Philosophie nicht für einen argumentativen Kern, der von Stilverzierungen und Geraune um- bzw verhüllt wird und der im Prinzip ahistorisch, unabhängig vom historischen Kontext Bedeutsamkeit hat und bearbeitet werden kann. So -das ist meine Unterstellung- halten's die Analytiker.
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das funktioniert ja mit manchem auch ganz gut. man wendet was man gut findet und auch funtkioniert hat halt auch auf alles andere mal an und schaut was raus kommt. und wenn dann einer sein ganzes leben das macht wird er hinterher nicht sagen: blöd, war alles unisnn.
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Mensch, ich schwafel hier schon wieder, muß doch arbeiten. Noch kurz:
"mark: komm mal einem physiker in einem fachforum mit metaphyischen vorraussetzungen...es wird einfach niemand mit dir reden..."
Das mag sein, ist aber wohl in den meisten Fällen auch nicht unberechtigt. Ich beginne meine Präsentationen auch nicht mit fundamentalontologischen Erörterungen. Automechaniker sind idR wohl auch nicht erfreut, wenn man ihnen in den Arm fällt, um sie über die vor- und zuhandenheit der Motorteile zu belehren. Bloß weil jemand über Physik redet, ist er ja nicht verpflichtet, metaphysische Erörterungen über sich ergehen zu lassen. Es sei denn vielleicht, es gehört zum Thema (EPR, Bell'sche Ungleichungen oder sowas).
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ja. aber vielen ist wirklich nicht mal klar worin der unterschied zwischen mathematischem und physikalischem messen besteht. das ist dann doch traurig.
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| also ehrlich geagt finde ich angesichts der fragen nach der künstlichen intelligenz die beschäftigung mit fragen im zusammenhang mit dem turingtest, turingmaschine, gödel etc wesentlich aktueller und angezeigter als eine inhaltliche auseinandersetzung mit dem hegelschen weltenplan. |
Ja, stimme zu, diese Fragen sind alle recht interessant, aber die analytische Philosophie ist dabei eigentlich ein "elender Hinterherschleicher", oder nicht?
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heute irgendwie schon. aber bis der glanz von frege russell wittgenstein etc verblasst verträgts noch ein paar putnams und searles denk ich...
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Computerfunktionlismus oder strong AI - das sind doch alles nur Metaphern, die angeblich das Leib-Seele-Problem lösen. Da wird doch nur neuer Wein in alte Schläuche gegossen.
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zweifellos. es ist auch ein witz eigentlich dass searle zur analytischen philosophie gezählt wird. aber bitte, ist halt so.
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Noch 2 Fragen:
1. Wer vertritt denn für die analytische Philosophie?
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für mich sollte das wohl heissen. na im gegensatz zu dir wittgenstein, russell,frege, moore...
und schliesse mich damit wie meistens den herren hier an:
http://plato.stanford.edu/entries/analysis/s6.html
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2. Hast du schon mal was von Carnap gelesen? Und war das nicht sterbenslangweilig?
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in der tat. aber hauptsächlich inhaltlich. ich hab aber auch schon von leuten gehört die seine vorlesungen spannend fanden. kann ja auch nicht sein dass nur weil carnap sich mit dingen beschäftigt hat die heute nicht wirklich interessant erscheinen mögen und das auch noch etwas hölzern deshalb die analytische philosophie sterbenslangweilig sein soll. echt, wenn du was mit herzblut willst, dann lies doch schiller....
im übigen rechne ich das auch dem positivismus an, nicht der analytischen philosophie ;-)
gruss