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Original von Torsten
Einen Aspekt läßt Du hier völlig außer Acht: Daß die Theorien nicht an sich existieren, sondern Teile der objektiven Realität beschreiben, an welcher sie überprüfbar sind. Durch Experimente lassen sich richtige Theorien verifizieren und werden so zur Erkenntnis, nur falsche Theorien werden falsifiziert und verworfen oder in ihrer Gültigkeit eingeschränkt.
Nun gibt's ja mathematische, physikalische und andere Theorien, welche noch nicht in der Praxis überprüft werden können. Hier muß man eben warten, bis sich einmal eine Anwendung ergibt. |
also, eigentlich lass ich das nicht ausser acht, sondern ich spreche genau davon wie man das verbindet.
ich würde natürlich mit objektiv vorsichtig sein. hier kann man schon erkenntnistheorien einbringen, das ist richtig, man muss es aber nachweislich nicht. die frage nach der genauen art der objektivität, dem weltbild etc muss man nicht letzgültig beantworten, für empirische wissenschaften reicht eine arbeitshypothese die sich im wesentlichen an den praktischen gegebenheiten und der pragmatik orientiert vollkommen.
du benutzt verifizieren und falsifiezierne auf eine sehr umgangssprachliche, jargonhafte art hier. das ist ja nicht falsch, führt nur etwas in die irre. wie gesagt, im sinne der falsifizierbarkeitsforderung gelten, noelns volens, auch theorien die nie tatsächlich widerlegt wurden oder auch überhaupt könnten, das gilt es ja herauszufinden, als falsifizierbar wenn sie kontingent formuliert sind.
nehmen wir deine wortwahl und sagen ein experiment verifiziere bzw falsifiziere eine theorie. dann muss erst sichergestellt sein dass die theorie dergestalt ist bzw so formuliert ist, dass das überhaupt möglich ist. eine tautologische theorie kann man eben mit keinem experiment der welt falsifizieren, denn es ist ja eine tautologie. verifizieren kann man sie nur scheinbar, denn weil sie unabhängig vom ausgang einer überprüfung wahr ist kommt eben immer nur wahr heraus.
genau um sicherzustellen dass man keine tautologien vorliegen hat, darum geht es bei der falsifizierbarkeitsforderun. umgekehrt könnte man natürlich dann auch eine verifizierungsforderung einführen...allerdings stellen sich widersprüchlichektien mneist offensichtlicher dar und sind eher weniger das problem. dass eine theorie nicht gut ist wenn sie nie stimmt...ist klar.
hat man das kann man sich über die bedeutung der verifikation gedanken machen. da kommt man dann zum problem dass man kausalzusammenhänge logisch beschreibt.
bis hierhin sind sich eigentlih auch eigentlich alle sehr einig. danach wirds etwas verwirrend. popper vertritt da sicher eine extremposition indem er die induktion als methode der forschung und des erkenntnisgewinns ablehnt. man kann sagen dass er sie anders wieder einführt. ich hab mir hier schon die finger wundgeschrieben dazu. ich bin nicht seiner meinung. das problem ist aber offenbar. man kann, logisch betrachtet, mit der induktion nicht letzendlich verifizieren. das geth nur wenn man die nebenbedingungen miteinbezieht. die entziehen sich aber der kontrolle.
wer wöllte schon widersprechen dass es eine erkenntnis ist die man da macht wenn man mit der hand auf die heisse herdplatte langt? und man wäre einigermassen bescheuert das nächste mal wieder draufzulangen mit der begründung dass man schliesslich nicht induktiv im strengen sinne logisch auf die zukunft schliessen kann. ist richtig. aber vollkommen unpraktisch. also lässt man es bleiben und fährt gut damit. es gitb aber eben auch die situationen wo sich das verändert, weil sich die rahmenbedingungen verändern oder warum auch immer. man müsste hier sehr weit gehen und schon betrachten wie man sich die welt zurechtlegt, dass zum beispiel sehr auf konstanz im weltbild geachtet wird, so dass man eher bereit ist rückwirkend umzuinterpretieren als entitäten ineinander spontan übergehen zu lassen. sieht man einen menschen von ferne und merkt beim näherkommen dass es nicht wie anfangs gedacht eine bekannte person ist, dann hat sich die person nicht geändert, man hat sich eben geirrt. genausogut könnte man die konstanz auch auf das was man augenscheinlch wahrnimmt richten. das ist ja dann auch das was so oft zu misverständnissen führt wenn mit prima facie argumentiert wird, weil das doch offesichtlich das geforderte empirische ergebnis sei. ein sehr weites feld.
man kann aber sehr viel an den beiden worten verifizieren und falsifizeiren, bzw -barkeit festmachen. man kann darunter einfach unterschiedliches verstehen. deine benutzung von falsifizierbarkeit ist jedenfalls eindeutig nicht die der falsifizeirbarkeitsforderung. da wird nicht die widerlegung gefordert, sondern ein denkbar möglicher ausgang eines experiments das zur widerlegung führen würde.
das mit der induktion und der verifikation...das ist ja nun wirklich nicht nur poppers steckenpferd. hume hat was dazu gesagt was kant die tränen in die augen getrieben hat und ihn überhaupt erst zu seinen überlegungen zur erkenntnistheorie getrieben hat. jedenfalls sagt er sowas in seinem vorwort zur kritik der reinen vernunft. an der kernfrage ob man, wenn man einzelergebnisse in logische existenzaussagen umwandelt, die der theorie entsprechende allaussage logisch beweisen, also formal tautologisch ableiten kann ist eindeutig so mit nein zu beantworten. die frage ist nur ob man allein das unter verifizieren verstehen möchte oder kann...
eigentlich macht popper das, insbesondere am beispeil des marxismus, explizit sehr deutlich. cih verstehe nicht ganz warum es da missverständnisse gibt. er sagt ganz klar, dass man prinzipiell keine verhältnisse vorfinden kann die den marxismus widerlegen würden. wenn nichts derartiges denkbar ist, dann ist der marxismus eine tautologie und keine empirische theorie. man könnte sich überlegen wie man das durch zusatzaussagen doch hinbekommt. das muss mn dann aber eben auch so machen. wenn das nicht geht, dann ist es eben essig und ein vermeintlicher "beweis" ist eben kein wirklicher weil amn eben keine kontingente aussage beitzt.
gruss