Karl Popper ein negativer Utilitarist?

Torsten
Zitat:
Original von mark
das ist eben falsifizierung...


Nee, Falsifizierung wäre, wenn die Maschine nicht funktioniert. Nach [-] Popper kann aber eine richtige Theorie niemals bestätigt werden, da sie ja naturgemäß nicht falsifizierbar (weil richtig) ist.

Popper ist nur [EDIT:der Nachfolger ] früherer Leugner der Erkennbarkeit der Welt, deren Nichterkennbarkeit jene aber ganz genau erkennen konnten.
mark
Zitat:
Original von Torsten
Zitat:
Original von mark
das ist eben falsifizierung...

Nee, Falsifizierung wäre, wenn die Maschine nicht funktioniert. Nach [-] Popper kann aber eine richtige Theorie niemals bestätigt werden, da sie ja naturgemäß nicht falsifizierbar (weil richtig) ist.

aber hier geht es doch nur um die anwendung der logik. wenn sich etwas nicht wie vorhergesagt verhält ist das zwar für die konkrete vorhersage eine echte niete. aber natürlich falsifieziert das alleine noch keine theorie in der praxis. der unwägbarkeiten wegen. auf der anderen seite sind tolle theorien wie die newtonsche gravitationstheorie obwohl so gut bestätigt in strengen sinn dann doch falsch. das trifft es aber natürlich nicht so ganz. es ist eben alles ein bisschen komplizierter als auf dem reisbrett. aber ansonsten hat er recht damit dass nur weil etwas funktioniert das nicht heisst dass es immer so funktioniert. das ist schon alles. und popper ist ja nicht der erste der sich damit beschäftigt.
Zitat:

Popper ist nur [EDIT:der Nachfolger ] früherer Leugner der Erkennbarkeit der Welt, deren Nichterkennbarkeit jene aber ganz genau erkennen konnten.

nein, nein. jeder geht davon aus dass morgen die sonne auch wieder aufgeht. aber wissen kann man das nicht und schon gar nicht kann man das wissen aufgrund der tatsache das sie bisher noch immer irgendwann aufgegangen ist.
letzlich sind in allen naturbeobachtungen diese unwägbarkeiten drin. man kann nie sagen wie direkt den die kausalzusammenhänge sind...und die rahmenbedngungen sind oftmals gar nicht einschätzbar, man geht einfach mal von konstanz aus. das ist aber einfach eine kesse annahme. in vielenb bereichen funktioniert das ja auch.
ich würde ihm auch nicht zustimmen dass wissenschaft nur so funktioniert und induktion deswegen keine rolle spielt. das ist meiner meinung nach auch falsch. das ändert aber nichts daran dass man auch induktion nur sinnvoll mit dingen machen kann die eben auch anders sein können. wenn es keinen unterschied macht für meine theorie was ich beobachten kann, dann ist das halt pseudowissenschaft.
man muss unterscheiden zwischen der forderung nach falsifizierbarkeit und der rolle der induktion für den erkenntnisgewinn.
die falsifikationsforderung hat so gesehen erstmal nicht mit seiner erkenntnistheorie zu tun, obwohl er sie darauf aufbaut. aber die forderung selbst schliesst induktion nicht aus. nur muss man logisch betrachtet einfach zugeben dass man zur induktion schlicht eine nebenbedingung braucht. zur flasifikation nicht. das ist schon alles.
ob man die welt nun erkennen kann oder nicht...das ist letztlich eine frage die ziemlich akademisch ist. defakto bewegt man sich klar in der mitte.
falsifikation hat damit erstmal nichts zu tun.

gruss
Torsten
Zitat:
Original von mark
jeder geht davon aus dass morgen die sonne auch wieder aufgeht. aber wissen kann man das nicht ...


Danke, das genügt. Da Du ja aufgrund dieser Weltanschauung auch nicht wissen kannst, ob ich existiere, halte ich einen weiteren Austausch für unsinnig, da ja meine Aussagen dann ebenfalls nur eventuell existieren und - mangels Erkennbarkeit der Welt - ohnehin keine verläßlichen Informationen enthalten können.

Oh heilige Einfalt!
mark
Zitat:
Original von Torsten
Zitat:
Original von mark
jeder geht davon aus dass morgen die sonne auch wieder aufgeht. aber wissen kann man das nicht ...


Danke, das genügt. Da Du ja aufgrund dieser Weltanschauung auch nicht wissen kannst, ob ich existiere, halte ich einen weiteren Austausch für unsinnig, da ja meine Aussagen dann ebenfalls nur eventuell existieren und - mangels Erkennbarkeit der Welt - ohnehin keine verläßlichen Informationen enthalten können.

es kommt eben darauf an was man will und welche möglichkeiten einem zur verfügung stehen das zu überprüfen. man kann sich auch trefflich darüber streiten was das eigentlich bedeuten soll, etwas wissen, im gegenstzu zu...?
Zitat:

Oh heilige Einfalt!

naja. im normalfall geht man eben auch aus erfahrung davon aus dass dinge die man zu wissen glaubt sich hinterher als falsch herausgestellt haben. und mehr noch, dass man es hätte nicht besser wissen können. die sprache ist da nicht so dogmatisch wie du zumbeispiel, obwohl du das eher popper vorwirfst.

tatsächlich bist du aber völlig abgekommen von deiner ursprünglichen angelegenheit der frage nach der sinnhaftigkeit des falsifikationskriteriums. und bist bei einer merkwürdigen erkenntnistheorie angelangt. ich habe gar keine ausgebreitet. selbst die *hart-kern*induktionisten würden niemals auf die idee verfallen sie könnten konkret sicher die zukunft vorhersagen. das nennt man eben unsicheres wissen. mit der streitfrage ob eine theorie als sicheres wissen gelten kann hat das auch wiederum nur sekundär zu tun.
insofern springst du munter hin und her ohne dass auch nur eine sache geklärt würde bevor du das nächste fass aufmachst. langweilig.

gruss
Torsten
Zitat:
Original von mark
tatsächlich bist du aber völlig abgekommen von deiner ursprünglichen angelegenheit der frage nach der sinnhaftigkeit des falsifikationskriteriums.


Durchaus nicht. Wie ich darlegte, ist es nicht haltbar. Eine allgemeine Forderung an Erkenntnisse muß natürlich das Kriterium erfüllen, als Erkenntnis (wir wollen doch wohl nicht annehmen, daß [-] Popper die Forderung einfach so aufgestellt hat, ohne was erkannt zu haben?) sich selbst zu genügen. Zudem sind richtige Theorien eben nicht falsifizierbar, was Poppers [-]Idee erst recht ad absurdum führt.
mark
Zitat:
Original von Torsten
Zitat:
Original von mark
tatsächlich bist du aber völlig abgekommen von deiner ursprünglichen angelegenheit der frage nach der sinnhaftigkeit des falsifikationskriteriums.


Durchaus nicht. Wie ich darlegte, ist es nicht haltbar.

ganz im gegenteil hast du nichts dergleichen dargelegt. genaugenommen hast du zu dieser angelegenheit innhaltlich überhaupt nicht argumentiert oder aufgezeigt. du ha zu drei relativ voneinander unabhängigen fragen deine meinung kundgetan. getöse allein ist noch keine darkegung.
Zitat:

Eine allgemeine Forderung an Erkenntnisse muß natürlich das Kriterium erfüllen, als Erkenntnis (wir wollen doch wohl nicht annehmen, daß [-] Popper die Forderung einfach so aufgestellt hat, ohne was erkannt zu haben?) sich selbst zu genügen.

erstens stellt er keine forderung auf sondern er formuliert einen impliziten ansoruch explizit. darüber wird meist gar nicht geredet sondern es wird vorausgesetzt. dein eigenes obiges beispiel zeigt das sehr deutlich. manchmal genügt man aber dieser forderung nicht ohne es zu merken, gerade weil es höchst selten explizit formuliert und angelegt wird.
was selbstgenügsamkeit für ein kriterium sein soll bezüglich erkenntnis ist mir schleierhaft. wenn es aber bedeutet dass man rundherum mit seiner erkenntnis zufrieden ist weil niemand auch nur ansatzweise etwas gegenteiliges aufzeigen kann weil sie eben der struktur nach immer richtig sein muss und alles irgendwie erklärt und einpasst, dann wendet sich popper tatsächlich dagegen. aber nicht nur popper sondern eben jeder verständige mensch.
Zitat:

Zudem sind richtige Theorien eben nicht falsifizierbar, was Poppers [-]Idee erst recht ad absurdum führt.

das ist doch wirklich langweilig dass du jetzt wieder mit dem wortverständnis spielst. was soll das?
das einzige was du damit ad absurdum führst ist deine eigene argumentation. ist es so schwer zu verstehen dass wenn die gravitationstheorie jedes beliebige verhalten im gravitationsfeld beinhalten für möglich erklären würde sie schlicht immer wahr wäre und damit sinnlos, nicht widerlegbar, pseudowissenschaftlich? ist es so schwer zu verstehen dass eine theorie um sie beurteilen zu können, und dabei kann von dem ganzen erkenntnisquatsch selbst noch völlig abgesehen werden, eben widerlegbar sein muss? dass es einen unterschied macht ob etwas widerlegbar ist im konkreten im gegensatz zum potentiellen sinn???

die partei, die partei, die hat immer recht. das kommt dabei heraus wenn man sich überhaupt unter gar keinen möglichen umständen widerlegen lassen will weil man sich ja selbstgenügsam im recht erkennt. qua was weiss ich was. und wer was anderes sagt ist ein scharlatan und wenn er aufmuckt wird er eben erschossen.

gruss
Torsten
Zitat:
Original von mark
ist es so schwer zu verstehen dass eine theorie um sie beurteilen zu können, und dabei kann von dem ganzen erkenntnisquatsch selbst noch völlig abgesehen werden, eben widerlegbar sein muss?


Warum muß eine richtige Theorie widerlegbar sein? Wenn man sie widerlegen kann, ist sie nicht richtig.

Die Forderung nach Falsifizierbarkeit schließt Erkenntnisse aus.

Ehe Du das nicht kapiert hast, solltest Du nicht versuchen, Dich weiter in [-] Poppers Gedankengewusel hineinzuversetzen.
mark
Zitat:
Original von Torsten
Zitat:
Original von mark
ist es so schwer zu verstehen dass eine theorie um sie beurteilen zu können, und dabei kann von dem ganzen erkenntnisquatsch selbst noch völlig abgesehen werden, eben widerlegbar sein muss?


Warum muß eine richtige Theorie widerlegbar sein? Wenn man sie widerlegen kann, ist sie nicht richtig.

Die Forderung nach Falsifizierbarkeit schließt Erkenntnisse aus.

Ehe Du das nicht kapiert hast, solltest Du nicht versuchen, Dich weiter in [-] Poppers Gedankengewusel hineinzuversetzen.


nein, das ist eben nicht richtig.
erstens. dass nur solche theorien "richtige" theorien sind...das ist eben so eine bezeichnung. er kapriziert sich ja auf naturwissenschaftliche theorien und nennt richtig einfach das wie man es dort macht. zum bleistift. ansonsten ist dieses "richtig" eine geschmacksfrage, wenn man denn verstanden hat um was es geht.
zweitens. das problem ist deine formulierung mit dem "kann". das verschleiert etwas die ganze sache weil es sich so mit der dahinterstehenden logik der überlegung nicht verträgt. natürlich ist eine widerlegte theorie in diesem sinne eine flasche theorie, also nicht richtig. damit war sie auch einmal potentiell widerlegbar in diesem sinn.
logisch unterscheidet man zwischen drei typen von aussagen. tautologien, widersprüche und kontingente aussagen. popper, und nicht nur er sondern alle, durch die bank, erklären dass naturwissenschaftliche theorien nur dann sinnvoll sein können wenn sie kontingent formuliert werden. denn nur dann ist die überprüfung der entsprechendne empirischen tatsachen denen die logischen konstanten entsprechen sollen möglich und vor allem entscheidend dafür ob die aussage richtig oder falsch ist. tautologische und widersprüchliche aussagen sind vollkommen unabhängig von dem wahrheitsgehalt der elementaraussagen wahr oder falsch. das ist wirklich alles was hinter dieser falsifizierungs*Kraftausdruck*e steckt.
widerlegbar heisst nicht dass man einen apfel finden muss oder auch nur kann der sich gegen das gravitationsgesetz verhält sondern dass man, wenn es diesen apfel gäbe, ihn auch finden können müsste.
du verstehst widerlegbar schlicht als "im besitz eines gegenbeweises sein" bzw als "es gibt tatsachen die das gegenteil beweisen". das ist aber nicht das was man mit dem falsifizierungsdingesn meint. sondern schlicht dass ein alibi das man nicht überprüfen kann sinnlos ist, zum beispiel. oder dass ein gravitationsgesetz das alle theoretisch denkbaren flugbahnen für möglich erklärt eben nichts wirklich beschreibt sondern eine tautologie ist. zur beschreibung der wirklichkeit eigenen sich nur aussagen und die sind in ihrer logischen formulierung eben kontingent oder shclicht aussagelos.
daher sagt man ja auch in der mathematik zum beispiel dass ein neuer mathematischer satz eigentlich keinen erkenntnisgewinn bringt. der satz des pythagoras sagt nichts anderes als die axiome aus denen er abgeleitet wurde. keine einzige kontingente aussage kommt dazu, es sind alles tautologische umwandlungen der axiome.

die forderung nach falsifizierbarkeit schliesst erkenntnis nicht aus. erkenntnis ist eine schwierige sache. insbesondere wenn man es volkommen allgemein behandelt. schon leichter tut man sich wenn man es an beispielen behandelt. wie das popper ja auch tut. hier haben wir es ja mit empirischer erkenntnis zu tun. in den naturwissenschaften kann man sehr gut sehen welche art zirkelschluss da dahinter steckt.
die forderung nach falsifizierbarkeit, vielleicht sollte man sich wirklich einen neuen namen dafür überlegen, er wird notorisch misversstanden, hat mit erkenntnistheorien erst mal gar nichts zu tun. das kannst du schon daran erkennen dass die unterscheidlichsten erkenntnistheoretiker sich darin alle einig sind. konstruktivisten und popperianer gehen nicht besonders gut zusammen. und trotzdem streiten sie sich nicht darüber dass man eine therie auch überprüfen können muss. dazu gehört eben auch dass man tatsachen finden könnte, theoretisch zumindest, die der theorie widersprechen. allein das ist der sinn der falsifizierungsforderung. ob und in welcher weise aus dieser überprüfung in welcher art erkenntnis abgeleitet werden kann oder auch nicht ist ein ganz anderes thema.

poppers erkenntnistheorie, bzw seine art praktische metaphysik, sind mein ding nicht. das könnte man wissen von hier aus dem forum. aber mit der falsifizierungsforderung hat das eben nichts zu tun. das sind einerseits ganz praktische überlegungen, andererseits überlegungen zur logik.

gruss
Torsten
Einen Aspekt läßt Du hier völlig außer Acht: Daß die Theorien nicht an sich existieren, sondern Teile der objektiven Realität beschreiben, an welcher sie überprüfbar sind. Durch Experimente lassen sich richtige Theorien verifizieren und werden so zur Erkenntnis, nur falsche Theorien werden falsifiziert und verworfen oder in ihrer Gültigkeit eingeschränkt.

Nun gibt's ja mathematische, physikalische und andere Theorien, welche noch nicht in der Praxis überprüft werden können. Hier muß man eben warten, bis sich einmal eine Anwendung ergibt.
mark
Zitat:
Original von Torsten
Einen Aspekt läßt Du hier völlig außer Acht: Daß die Theorien nicht an sich existieren, sondern Teile der objektiven Realität beschreiben, an welcher sie überprüfbar sind. Durch Experimente lassen sich richtige Theorien verifizieren und werden so zur Erkenntnis, nur falsche Theorien werden falsifiziert und verworfen oder in ihrer Gültigkeit eingeschränkt.

Nun gibt's ja mathematische, physikalische und andere Theorien, welche noch nicht in der Praxis überprüft werden können. Hier muß man eben warten, bis sich einmal eine Anwendung ergibt.


also, eigentlich lass ich das nicht ausser acht, sondern ich spreche genau davon wie man das verbindet.
ich würde natürlich mit objektiv vorsichtig sein. hier kann man schon erkenntnistheorien einbringen, das ist richtig, man muss es aber nachweislich nicht. die frage nach der genauen art der objektivität, dem weltbild etc muss man nicht letzgültig beantworten, für empirische wissenschaften reicht eine arbeitshypothese die sich im wesentlichen an den praktischen gegebenheiten und der pragmatik orientiert vollkommen.
du benutzt verifizieren und falsifiezierne auf eine sehr umgangssprachliche, jargonhafte art hier. das ist ja nicht falsch, führt nur etwas in die irre. wie gesagt, im sinne der falsifizierbarkeitsforderung gelten, noelns volens, auch theorien die nie tatsächlich widerlegt wurden oder auch überhaupt könnten, das gilt es ja herauszufinden, als falsifizierbar wenn sie kontingent formuliert sind.
nehmen wir deine wortwahl und sagen ein experiment verifiziere bzw falsifiziere eine theorie. dann muss erst sichergestellt sein dass die theorie dergestalt ist bzw so formuliert ist, dass das überhaupt möglich ist. eine tautologische theorie kann man eben mit keinem experiment der welt falsifizieren, denn es ist ja eine tautologie. verifizieren kann man sie nur scheinbar, denn weil sie unabhängig vom ausgang einer überprüfung wahr ist kommt eben immer nur wahr heraus.
genau um sicherzustellen dass man keine tautologien vorliegen hat, darum geht es bei der falsifizierbarkeitsforderun. umgekehrt könnte man natürlich dann auch eine verifizierungsforderung einführen...allerdings stellen sich widersprüchlichektien mneist offensichtlicher dar und sind eher weniger das problem. dass eine theorie nicht gut ist wenn sie nie stimmt...ist klar.
hat man das kann man sich über die bedeutung der verifikation gedanken machen. da kommt man dann zum problem dass man kausalzusammenhänge logisch beschreibt.
bis hierhin sind sich eigentlih auch eigentlich alle sehr einig. danach wirds etwas verwirrend. popper vertritt da sicher eine extremposition indem er die induktion als methode der forschung und des erkenntnisgewinns ablehnt. man kann sagen dass er sie anders wieder einführt. ich hab mir hier schon die finger wundgeschrieben dazu. ich bin nicht seiner meinung. das problem ist aber offenbar. man kann, logisch betrachtet, mit der induktion nicht letzendlich verifizieren. das geth nur wenn man die nebenbedingungen miteinbezieht. die entziehen sich aber der kontrolle.
wer wöllte schon widersprechen dass es eine erkenntnis ist die man da macht wenn man mit der hand auf die heisse herdplatte langt? und man wäre einigermassen bescheuert das nächste mal wieder draufzulangen mit der begründung dass man schliesslich nicht induktiv im strengen sinne logisch auf die zukunft schliessen kann. ist richtig. aber vollkommen unpraktisch. also lässt man es bleiben und fährt gut damit. es gitb aber eben auch die situationen wo sich das verändert, weil sich die rahmenbedingungen verändern oder warum auch immer. man müsste hier sehr weit gehen und schon betrachten wie man sich die welt zurechtlegt, dass zum beispiel sehr auf konstanz im weltbild geachtet wird, so dass man eher bereit ist rückwirkend umzuinterpretieren als entitäten ineinander spontan übergehen zu lassen. sieht man einen menschen von ferne und merkt beim näherkommen dass es nicht wie anfangs gedacht eine bekannte person ist, dann hat sich die person nicht geändert, man hat sich eben geirrt. genausogut könnte man die konstanz auch auf das was man augenscheinlch wahrnimmt richten. das ist ja dann auch das was so oft zu misverständnissen führt wenn mit prima facie argumentiert wird, weil das doch offesichtlich das geforderte empirische ergebnis sei. ein sehr weites feld.

man kann aber sehr viel an den beiden worten verifizieren und falsifizeiren, bzw -barkeit festmachen. man kann darunter einfach unterschiedliches verstehen. deine benutzung von falsifizierbarkeit ist jedenfalls eindeutig nicht die der falsifizeirbarkeitsforderung. da wird nicht die widerlegung gefordert, sondern ein denkbar möglicher ausgang eines experiments das zur widerlegung führen würde.

das mit der induktion und der verifikation...das ist ja nun wirklich nicht nur poppers steckenpferd. hume hat was dazu gesagt was kant die tränen in die augen getrieben hat und ihn überhaupt erst zu seinen überlegungen zur erkenntnistheorie getrieben hat. jedenfalls sagt er sowas in seinem vorwort zur kritik der reinen vernunft. an der kernfrage ob man, wenn man einzelergebnisse in logische existenzaussagen umwandelt, die der theorie entsprechende allaussage logisch beweisen, also formal tautologisch ableiten kann ist eindeutig so mit nein zu beantworten. die frage ist nur ob man allein das unter verifizieren verstehen möchte oder kann...

eigentlich macht popper das, insbesondere am beispeil des marxismus, explizit sehr deutlich. cih verstehe nicht ganz warum es da missverständnisse gibt. er sagt ganz klar, dass man prinzipiell keine verhältnisse vorfinden kann die den marxismus widerlegen würden. wenn nichts derartiges denkbar ist, dann ist der marxismus eine tautologie und keine empirische theorie. man könnte sich überlegen wie man das durch zusatzaussagen doch hinbekommt. das muss mn dann aber eben auch so machen. wenn das nicht geht, dann ist es eben essig und ein vermeintlicher "beweis" ist eben kein wirklicher weil amn eben keine kontingente aussage beitzt.

gruss
Torsten
Zitat:
Original von mark
die frage nach der genauen art der objektivität, dem weltbild etc muss man nicht letzgültig beantworten


Mit so schwachsinnigen Voraussetzungen, nämlich gar keinen, läßt sich natürlich weder eine sinnvolle Theorie aufstellen (ja über welche Welt denn, von der man sich noch nicht mal ein Bild macht?) noch an irgendwas überprüfen. [-]
mark
Zitat:
Original von Torsten
Zitat:
Original von mark
die frage nach der genauen art der objektivität, dem weltbild etc muss man nicht letzgültig beantworten


Mit so schwachsinnigen Voraussetzungen, nämlich gar keinen, läßt sich natürlich weder eine sinnvolle Theorie aufstellen (ja über welche Welt denn, von der man sich noch nicht mal ein Bild macht?) noch an irgendwas überprüfen. [-]
[-]
das halte ich doch für einen nebenkriegsschauplatz. du weichst vom eigentlichen problem ab. aus irgendeinem grund scheint dich meine begründung und erläuterung zum verständnis der begriffe überhauot nicht zu interessieren...ich halte das für den zentralen punkt eines reinen missverständnisses...warum willst du darauf nicht eingehen sondenr immer an erkenntnistheorien rummachen?
es ist eine in gewissem sinn schwachsinnige voraussetzung weil eben immer unter vorbehalt. es ist ein so tun als ob. und letztlich bestätigt sich alles in einem zirkel...bestenfalls...
und, was die poppersche erkenntnisthorie betrifft sind wir uns womöglich sogar einig. und niemand den ich persönlich kenne an wissenschaftler stimmt mit popper darin überein. übereinstimmung gibt es aber mit praktisch allen bezüglich des falsifizierungskriteriums...weil alle empirische forschung sonst ofenkundig sinnlos wäre. da gibts gar nichts dran zu rütteln. was soll eine gesetzmässigkeit die alles erklärt?
dein eigenes beispiel zeigt das doch selber auf. um mit einem experiment sich für oder gegen eine theorie entscheiden zu können muss diese theorie eine bestimmte formale gestalt haben. das ergibt sich einfach aus den logischen zusammenhängen. tautologien sind für empirische fragestellungen müll. allein das is die aussage der falsifizierbarkeitsforderung. eine kontingente aussage. keine tautologie.
wie gesagt, es ist durchaus missverständlich. aber ich denke ich hab das schon deutlich gemacht wo das liegt und um was es dabei geht. das musst du nicht akzeptieren und kannst weiter munter in deiner üblichen manier pauschal über popper und mich und sonst alle herziehen die nicht deiner meinung sind und das auch noch so begründen können dass die ausser markigen sprüchen dazu nichts einzufallsn scheint. das spricht dann auch für sich. mit erkenntnistheorie, objektivität der forschung etc hat das aber eben alles nur sehr weitläufig zu tun.

gruss
Torsten
Zitat:
Original von mark
... auch noch so begründen können dass die ausser markigen sprüchen dazu nichts einzufallsn scheint ...


Was ein Widerspruch ist, weißte schon, oder?
mark
Zitat:
Original von Torsten
Zitat:
Original von mark
... auch noch so begründen können dass die ausser markigen sprüchen dazu nichts einzufallsn scheint ...


Was ein Widerspruch ist, weißte schon, oder?


pfff. keine ahnung. ehrlich gesagt ist es mir schon zuviel den zusammenhang aufzurollen und die grammatik auszubügeln damit es überhaupt einen sinn ergibt. ich denke wenn man den thread verfolgt ist es schon klar was ich meine. meine beiträge werden auch deutlich seltener um eben diese markigen sprüche gekürzt... ;-)

und ansonsten...dann widersprech ich mir eben...in mir sind welten.
(frei nach w.w.)

zum thema bringt das ja wieder nichts...du spielst sandkastenspiele.

gruss
Castell
Zitat:
Original von Torsten
Durch Experimente lassen sich richtige Theorien verifizieren und werden so zur Erkenntnis, nur falsche Theorien werden falsifiziert und verworfen oder in ihrer Gültigkeit eingeschränkt.

Nun gibt's ja mathematische, physikalische und andere Theorien, welche noch nicht in der Praxis überprüft werden können. Hier muß man eben warten, bis sich einmal eine Anwendung ergibt.


Da hat jemand Poppers Philosophie bestenfalls überflogen und bildet sich ein, andere über sie belehren zu können.

Im Grunde ist der ganze Sachverhalt relativ einfach:
Popper lehnt den Beweis durch Induktion strikt ab.
Das heißt, auch 10.000 Experimente können eine Theorie bestenfalls stützen, können sie aber nie verifizieren. Denn wer sagt, dass beim Experiment Nr. 10.001 nicht ein Widerspruch zur Theorie rauskommt?

In einer Sache hast du recht. Richtige Theorien können nicht falsifiziert werden. Allerdings muss jede Theorie, egal ob richtig oder falsch, potentiell falsifizierbar sein. Das ist der entscheidende Unterschied zu pseudowissenschaftlichen Theorien. Jede wissenschaftliche Theorie muss Kriterien angeben, anhand derer man sie theoretisch falsifizieren könnte.
Ganz nebenbei bemerkt ist der Begriff der "richtigen" Theorie sinnlos, da es eben keine Verifikation gibt, sodass man nie erfahren wird, ob es Theorien gibt, die richtig sind.

gruß,
Castell
Gabriel
Richtig! Endlich jemand, der Ahnung hat! Gut !

Eine Verifikation bedeutet eine unwiderlegbare Bewahrheitung einer Aussage. Aber wenn prinzipiell eine Behauptung jederzeit widerlegt werden könnte, dann kann sie nicht als absolut sicher wahr eingeschätzt werden. Deshalb muss eine Aussage reproduzierbar überprüfbar sein, Popper sagt, sie ist "falsifizierbar". Wenn sie falsifizierbar ist, ist sie wissenschaftlich.

Das ist zusammengefasst Poppers epistemologisch-wissenschaftstheoretische Aussage. smile

Liebe Grüße
Gabriel großes Grinsen
Gabriel
Zitat:
Original von Castell
Ganz nebenbei bemerkt ist der Begriff der "richtigen" Theorie sinnlos, da es eben keine Verifikation gibt, sodass man nie erfahren wird, ob es Theorien gibt, die richtig sind.


Wobei... das stimmt so nicht. Es geht hier lediglich um wissenschaftliche Theorien.

PS: Ohh, ich sehe gerade, dass der Thread schon älter ist... sorry, der war bei mir so weit oben... ^^
Castell
Zitat:
Original von Gabriel
Zitat:
Original von Castell
Ganz nebenbei bemerkt ist der Begriff der "richtigen" Theorie sinnlos, da es eben keine Verifikation gibt, sodass man nie erfahren wird, ob es Theorien gibt, die richtig sind.


Wobei... das stimmt so nicht. Es geht hier lediglich um wissenschaftliche Theorien.

PS: Ohh, ich sehe gerade, dass der Thread schon älter ist... sorry, der war bei mir so weit oben... ^^


Richtig, nur im Bezug auf wissenschaftliche Theorien ist "richtig" sinnlos.

Zur späten Fortsetzung der Diskussion: Macht nix, ich denke mal, alle Beteiligten sind noch am Leben^^

gruß,
Castell
Nylen
Allgemeine erklärende Theorien sind nicht verifizierbar. Aber singuläre Behauptzungen schon.

Eine Theorie die sagt es gibt Wasser auf dem Mond würde durch eine singuläre Entdeckung grosser Mengen Wasser verifiziert. Das heisst nicht bewiesen, aber eben bestätigt. Wissenschaft interessiert sich aber meist mit allgemeinen erklärenden Theorien, und diese sind nicht bestätigbar. Sie sind aber auch nicht durch eine einzige Beobachtung falsifizierbar.
Nik
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