Humanismus im 20. Jahrhundert

Wolf
Zitat:
Ich redete und spreche auch jetzt noch nicht von "einer" Quelle, sondern von "der" Quelle, aus der Du und alle Dinge erschaffen sind, und diese Quelle ist eine, die nicht verschmutzt werden kann. Vermag es der Mensch nicht mehr, ihrer erkenntnismäßig gewahr zu werden, geschweige auf ihrem Grunde zu sehen, wo sich die Wasser der Wellt zu dem Feuer der reinen, geruch-, farb- und geschmackslosen dynamis aus freier Energie vor dem Schöpfungakt umwenden, dann ist er in seinem Geiste verschmutzt worden.

Right, 'eine' Quelle kann verschmutzt werden, 'die' Quelle nicht. Über den 2. Satz denke ich noch nach.
Damit ich auch nachdenken kann: Was ist eine 'dynamis'? (Klar- Kraft- aber was für eine?)

Zitat:
Ist diese Annahme in Deinen Augen die einzig denkbare logische Schlußfolgerung aus der Prämisse: DIE QUELLE KANN NICHT VERUNREINIGT WERDEN?

Siehe oben- aber ich muß Dir gestehen- ich hab's nicht so mit der Logik... roll

Geschätzteste qui! Nun, es reicht immerhin aus, mir meine Mühe würdigen und dich an der Sensation erfreuen zu können, so große Übereinstimmung zwischen Deinen Forderungen und meiner Willfährigkeit ihnen zu gehorchen entdecken zu dürfen. Bevor wir später vielleicht zu Deiner Frage nach einer Kraft und der Kraft kommen, die ich meine, möchte ich mich vorsichtshalber noch dessen vergewissen, ob Du Deine Annahme "Wahrscheinlich verstehen wir jeweils etwas anderes unter 'Quelle'. " zurückzunehmen bereit wärest. Denn wenn ich Deine Antworten richtig verstanden habe, ist eher das Gegenteil wahrscheinlich; aber sage Du es mir, ob ich richtig vermute oder mich täusche, und begründe auch das jeweilige von beiden, wenn Du magst.
oui
Geschätzenswerter Wolf,

hiermit möchte ich darauf hinweisen, dass ich mich oui nenne, und nicht qiu, was ein haarsträubender Unterschied ist.

Desweiteren möchte ich kundtun, dass ich meine Frage nicht zurückzunehmen gedenke, da sie zum bezüglichen Zeitpunkt im bezüglichen Kontext stand.

Und bitte auch meine Nachfrage betreffend der verschiedenen Reifetheorien nicht vergessen. Bis auf Weiteres mit was weiß ich für Grüssen

oui
Wolf
Liebe oui!

Ja, Du hast recht, ich hätte nicht schreiben dürfen "Annahme", da in dem kontext unseres Gespräches die Frage"Wahrscheinlich verstehen wir jeweils etwas anderes unter 'Quelle'?" steht. Ich muß zugegeben, Dir darauf immer noch keine eindeutige Antwort geben zu können. Was vermutest Du denn, da wir zwar darüber einig geworden sind, dass die Quelle nicht verschmutzt werden könne, aber noch nicht über die Kraft, aus welcher ihr Wasser erschaffen wird?

Wegen meines Gedächtnisse brauchst Du Dich nicht besorgen; es ist nur meiner Ansicht nach besser, zuerst den versuch zu unternehmen, sich über die Grundlagen des Seins aus Kraft, Quelle und ihren beiden Teilen (Körper und Geist) zu einigen, bevor man sich an die Aufgabe wagt, eine Reifetheorie über etwas so kompliziertes wie uns Menschen zu entwickeln. Werden wir über den möglichen Sinn des Einfalls Deiner schönen Metapher nicht einig, dann erst recht nicht über eine der reinen Quelle gerecht werdenden Reifetheorie, dazu auch eine der Pathologie, die beschreiben muß, wie es sein kann, dass der Geist so vieler Menschen derart verunreinigt wird, daß er die Quelle nicht mehr erkennt.
oui
Liebe Wolf!

Zitat:
Original von Wolf
[...], wo sich die Wasser der Wellt zu dem Feuer der reinen, geruch-, farb- und geschmackslosen dynamis aus freier Energie vor dem Schöpfungakt umwenden, dann ist er in seinem Geiste verschmutzt worden.

Genau diesen Satz verstehe ich nicht , erläutere ihn bitte.

Zitat:
Ja, Du hast recht, ich hätte nicht schreiben dürfen "Annahme", da in dem kontext unseres Gespräches die Frage"Wahrscheinlich verstehen wir jeweils etwas anderes unter 'Quelle'?" steht. Ich muß zugegeben, Dir darauf immer noch keine eindeutige Antwort geben zu können. Was vermutest Du denn, da wir zwar darüber einig geworden sind, dass die Quelle nicht verschmutzt werden könne, aber noch nicht über die Kraft, aus welcher ihr Wasser erschaffen wird?

"Die" Quelle ist für mich Gott.
"Eine" Quelle ist für mich eine unter vielen, der Mensch hat den freien Willen zur Entscheidung, kann sich für oder gegen Gott, für o. gegen andere Quellen, wie z.B. die Quelle der Wahrhaftigkeit, die Quelle der Liebe, des Friedens u.a. entscheidden, wählen.

Zitat:
Wegen meines Gedächtnisse brauchst Du Dich nicht besorgen; es ist nur meiner Ansicht nach besser, zuerst den versuch zu unternehmen, sich über die Grundlagen des Seins aus Kraft, Quelle und ihren beiden Teilen (Körper und Geist) zu einigen, bevor man sich an die Aufgabe wagt, eine Reifetheorie über etwas so kompliziertes wie uns Menschen zu entwickeln. Werden wir über den möglichen Sinn des Einfalls Deiner schönen Metapher nicht einig, dann erst recht nicht über eine der reinen Quelle gerecht werdenden Reifetheorie, dazu auch eine der Pathologie, die beschreiben muß, wie es sein kann, dass der Geist so vieler Menschen derart verunreinigt wird, daß er die Quelle nicht mehr erkennt.

Die o.g. 4 : Kraft,Quelle; Körper u. Geist sehe ich für mich anders:
Einmal Gott als den Schöpfer, zum Anderen der Mensch als Dreiklang mit Geist,Seele und dem Körper.

Wenn Du nun Reifetheorien erwähnst, gehört auch dazu die entsprechene Ebene, für die sie ihren Gültigkeitsbereich hat. Eine psychologische Reifetheorie erklärt nicht die evolutionäre Reifung/Entwicklung, eine physikalisch/chem./biolog. nicht den religiösen Bereich. Wir können z.B. nicht sagen, welche phys. Länge ein Gedanke hat.
Faßt Du in dieser Hinsicht verschiedene Ebenen zusammen, bzw. vereinheitlichst ihre Entwicklung?

Zum Stichwort Pathologie:
Pathologie setzt Pathogenese voraus. Für den psych./phys. Bereich gibt es da ja unzählige ICD-Zuordnungen.
Wie ist es aber auf der Ebene der freien Entscheidung für diese oder jene Quelle? Wo fängt da für Dich die Pathogenese an?


oui
Wolf
Zum Stichwort Pathologie: Pathologie setzt Pathogenese voraus. Für den psych./phys. Bereich gibt es da ja unzählige ICD-Zuordnungen.

Liebe oui! Ich weiß nicht, was ICD bedeutet, es kommt mir aber so vor, als ob es zu diesem Thema noch mehr Ansichten als Menschen gibt. Davon abgesehen, Ja, Krankheit als Wirkung setzt eine Krankheitsursache voraus. Krankheit stellt eine Abweichung von dem wünschenswerten Optimalzustand/ Gesundheit; Glück) dar, d.h. erst muß die klare, unverdorbene Quelle für uns geklärt werden (wozu es nur Logik und den erforderlichen Minimalrest an gesundem Gefühl braucht) und dann läßt sich erkennen, was Krank und was dessen Ursache ist.

"Wie ist es aber auf der Ebene der freien Entscheidung für diese oder jene Quelle? Wo fängt da für Dich die Pathogenese an?"

Beim Irrtum gegen das Göttliche im Menschen, aus Unerfahrenheit im Umgang mit sich selbst. Oder wenn man als kleines Kind, dessen Intellekt und Körper nicht entfaltet sind, in der Umgebung eines Gestalt gewordenen Irrtums aufwächst, d.h. mit solchen Faktoren gewaltsam falsch geprägt wird, oder sie autodestruktiv selbst verinnerlicht, weil es den Ausweg nicht erkennen kann. Weil er in dem Irrtum und seinen Folgen nicht mehr vorhanden ist oder scheint.


"Wenn Du nun Reifetheorien erwähnst, gehört auch dazu die entsprechene Ebene, für die sie ihren Gültigkeitsbereich hat. Eine psychologische Reifetheorie erklärt nicht die evolutionäre Reifung/Entwicklung, eine physikalisch/chem./biolog. nicht den religiösen Bereich. Wir können z.B. nicht sagen, welche phys. Länge ein Gedanke hat. Faßt Du in dieser Hinsicht verschiedene Ebenen zusammen, bzw. vereinheitlichst ihre Entwicklung?"

Grundsätzlich ja, eine fundierte Reifetheorie impliziert Seelisches, Geistiges und Physisches und muß in Naturgesetzen wie denen, die Darwins Evolutionstheorie beschreibt, verankert sein. Ohne diese, eine der Psychologie und die Theorien der Elementarphysik, könnte nicht sinnvoll erklärt werden, wie das Leben auf der Erde begann, bzw. wie es sein kann, dass aus simpelsten Urbausteinen der Materie derart komplexe Arten entstehen können, wie die der Primaten. "Religiöse" Schöpfungsmythen und Entwicklungsillusionen vom unzüchtigen Kleinkind zum keuchen Heiligen, passen allerdings nicht in ein naturwissenschaftlich begründetes, auch so mystische Offenbarungen wie die Stimme des Daimonion Sokrates miteinbeziehendes Konzept der Entwicklung...


"Die o.g. 4 : Kraft,Quelle; Körper u. Geist sehe ich für mich anders: Einmal Gott als den Schöpfer, zum Anderen der Mensch als Dreiklang mit Geist,Seele und dem Körper."

Vielleicht. Bei mir hat aber offenbar der Begriff Feuer die selbe Funktion, wie bei Dir der Begriff Gott, zumindest insofern, als dass Feuer der Schöpfer des Wassers (der Wellt insgesamt) ist. Den Begriff "Seele" sehe ich etymologisch eben in dem Wasser (See) begründet, das sich dann aus zwei Perspektiven: Geist (Luft) und Körper (Erde), betrachten läßt. Das gesunde Lebewesen würde ich demgemäß als dualistischen Monismus bezeichnen; Körper und Geist bilden in ihm keinen Widerspruch - wie im neurotisch instinktverarmten Mensch, der seinen Leib und dessen Bedürfnisse dem schmutzigen Tierreich zurrechnet und gar für menschenunwürdig hält, seinen Geist hingegen für Göttlich -, sondern ergänzen sich symbiotisch. Geist ohne Körper ist hohl, Körper ohne Geist blind, erst zusammen bilden beide eine Seele.

Wenn Du das anders siehst für Dich, was wäre dann die Seele?
oui
Hallo Wolf,

hier einige Zeilen zur seelischen Lage der Nation, Brockhaus hat einiges dazu beigetragen:

Seele


Was Seele ist, ist kaum greifbar ; wenn unsere Sprache Grundlegendes- darum oft Ungreifbares Das Wort Seele meint- wie das Wort Leben- Grundlegendes für unser lebendiges Menschsein.
- bezeichnet, tut sie es oftmals in deutenden Bildern (s. meine Metapher). Zum weiteren Verständnis hier nun einige Bilder:

1.
Der Stamm des Wortes „Seele“ stammt aus dem (na? - jawoll!) hebräischen, „näphäsch“ und hat die Bedeutung“Kehle,Schlund“, d.h. der Schlauch, durch den Atem u. Nahrung eingehen und die aufgenommene Atemluft wieder ausgeht. Über Kehl-Kopf und Schlund dient die „näphisch“ zur Sprache, also zu geistiger Kommunikation. So steht „Kehle“ im Hebräischen als „Teil für´s Ganze“ des Menschseins , das bedeutet die Elementarstruktur des lebendigen Menschseins: Was den Menschen zum Menschen macht, ist das Empfangen und Geben- offen nach aussen hin und angewiesen auf das, was ihm von aussen her zukommt. Er lebt darum im Verlangen zu empfangen und wiederzugeben. Er ist also, der er ist, in Verbindung nach aussen..

2.
Der Mensch als Gefäß
Grundlegend für die biblische Sicht des Menschen als Seele ist: „So wurde der Mensch eine lebendige Seele.“ Das geschah, indem Gott – in der Entsprechung zur Erschaffung der Welt aus Ungestaltetem- den Menschen aus (so wörtl.) gestaltlosem „Staub vom Acker töpferte“. Gott hat den Menschen als „Gefäß“ gestaltet. Der Sinn des Gefäßes liegt in der Verbindung mit dem Töpfer, sein „Inhalt“ ist Geschenk. Die Gestalt des Gefäßes ist auf dessen Gehalt abgestimmt. Folglich ist die überaus feine und komplexe Gestalt unseres Körpers- etwa in der Gestalt der Millarden Gehirnzellen- auf wertvollsten Gehalt eingerichtet: Auf das Geschenk der Verbindung mit dem lebendigen Gott selber. Gehalt und Gestalt gehören stets zusammen, wobei der Gehalt die Gestalt bestimmt. Der Mensch ist als Gefäß offen und angewiesen auf Verbindung im Empfangen und Wiedergeben, was sich auch im gängigen Sprachgebrauch zeigt, z.B.:“Inhalt, bzw. Verlust des Inhalts- des Lebens; Äusser(liches)-lichkeit;Inner(liches)- lichkeit, des Menschen inner, bzw. äusserlicher Mensch.

Auch die umfassenden Fragen nach Ursprung und Ziel des Lebens, die Sinn und Wert des Menschseins ausmachen, finden in diesem Bild ihre Klärung in bibl. Sicht: Alles liegt am Bezug, an der Verbindung, die uns geschenkt ist. So wird der Mensch „lebendige Seele“ in der Zuordnung von „Staub vom Acker“ und „Geist von Gott“. In bibl. Sicht ist der Mensch die Einheit von Geist, Seele und Leib, die dabei zugleich unterschieden bleiben.

Dies erklärt die gegenseitigen Wirkungen im Bereich der Seele, wie sie in der Psychologie beobachtet werden: Des Geistes auf den Körper und des Körpers auf den Geist.

3.
Der Mensch als Bild
„Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde.“
Das „Bild“ verdeutlicht den entscheidenden Aspekt der Verbindung der näphäsch (als Kehle und als Gefäß): Ein Bild hat seinen Sinngehalt darin, dass es so, wie es gestaltet ist, eine ungebrochene und unverfälschte Verbindung zu dem hin vermittelt, den es darstellt. Dies zielt auf das „Gleichen“ , also den geistigen Bezug der Seele. Er entsteht, indem Gott selbst sich uns zuwendet, so dass auch selber wir uns zu Gott wenden können. Der Bezug vollzieht sich wie beim Spiegelbild, in gegenseitiger Zuwendung. Das geschieht im Sprechen, in Wort und Antwort als „Ich selbst“ und „Du selbst“.
„Selbst“ bezeichnet also die geistige Verbindung in der Freiheit der Liebe, die unser Menschsein ausmacht. Näphäsch ist darum, wie „Leben“ auch „selbst“.
Wir können darum über uns selber nachdenken, uns selbst prüfen und verantworten.

4.
Der „verkehrte“ Mensch
Kehrt sich nun sein Bezug von Gott weg nur auf sich selbst, wird der Mensch für Gott verschlossen. Er will nun auf seinen Schöpfer nicht angewiesen sein. Im Selbstbezug sucht er sich selber zu schaffen, was er ist und braucht.
Seine Selbsterfassung führt ihn zur Selbstbestimmung gegen Gott: Er setzt das, was ist und was nicht ist, was wahr und wirklich ist. Er wirkt also Identität selber. So liefert das Wort „selbst“ jetzt das Grundmuster, in dem von ihm alles erfasst, erklärt, bestimmt und gelöst werden soll: Es geschieht „alles von selbst“, bzw. „durch uns selbst“. Der Mensch ist nun nur sich selbst zu eigen. Damit sind Ursprung und Ziel, Sinn und Wert, Wahrheit und Wirklichkeit und Ganzheit im eigentlichen Sinn verloren. Der Mensch weiß folglich nicht, wer er selber eigentlich ist und nicht einmal, was das „Selbst“ sei, das in der Welt alles schaffen und lösen soll. Indem er sich selbst erfasst, verliert er sich selbst.
Im Nur-Selbstbezug verliert die näphäsch ihren Inhalt.

5.
Griechische Wortbedeutung
Das hebräische „näphäsch“ wird in der Regel mit griech. „psyche“ übersetzt. Das Bild im Wort zeigt sich in der Wortwurzel „bhs“, „blasen“, also den unfassbaren Hauch im Menschen, sein „Inneres“ als seine Lebenskraft, als Ort der Empfindung, des Charakters und der Gesinnung.

Seit Sokrates wird ihr besondere Sorge („Seelsorge“) zugewandt:
Die Seele soll unter der Leitung einer geistigen Macht, des ‚daimonion’, zur Tugend geführt werden. Die Seele ist dem Leib verbunden und dabei doch eigenständig, den mit dem Tode verlässt sie ihn, um sich entweder in den „seligen Gefilden“ zu vervollkommnen oder im Schlamm der Unterwelt zu verkommen. Sie gilt also als in sich unsterblich.

Diese Vorstellung wird in der „Gnosis“ weiter ausgebildet:
„Psyche“ wird hier von „psychros“, „kalt, erkaltet“, dem kühlenden Hauch abgeleitet. Die Seele selbst entstammt dem himmlischen Licht- und Feuermeer, dem „Empyreion“, aus dem sie unglücklicherweise in immer tiefere Sphären der Dunkelheit und Kälte hinabgesunken ist, dadurch zur „psyche“ erkaltete und dem Gefängnis der stofflichen Welt („hyle“) veriel. Einige Seelen haben jedochvom „Empyreion“ her Reste als „Lichtfunken“ bewahrt, die ein himmlischer Erlöser, der zu ihnen herabsteigt, entfacht. Das führt sie zur Erleuchtung, welche die Befreiung aus dem Gefängnis des Körpers schenkt und im Wiederaufstieg die Überwindung des seelischen Wesens („psychikon“) ermöglicht. Ziel ist die Rückkehr ins reine Geistwesen („pneumatikum“), die Vergeistigung als Verschmelzung mit dem göttlichen „Empyreion“. Erlösung ist Selbstauflösung im himmlischen Licht und Feuer.

(Anmerkung: Im AT und NT ist die Bedeutung von „psyche“ durchgängig i.S. des hebräischen „näphäsch“ bestimmt. Das gilt besonders, wenn mit dem griech. Wort auch die Gestalt einer griech. Vorstellung übernommen wird, die allerdings mit neuem biblischen Gehalt gefüllt wird, z.B. die gnostische Unterscheidung von „seelischem“ (bzw. „natürlichem“) und „geistlichem“ Menschen.)


6.
Deutsche Wortbedeutung

Das deutsche Wort „Seele“ entstammt sprachlich der Vorstellung, dass sie „aus dem See stammt“. Dies erklärte sich der Erfahrung des Menschen: Begegnete er sich selbst ursprünglich nur in dem Bilde, das ihm im Spiegel des stillen Sees entgegentrat. Die ursprüngliche Begegnung wurde ihm zur Begegnung mit seinem Ursprung. Er erfuhr: Daher stamme ich als „Seele“. Das bin ich, der ich mit meinen Augen mir selbst in meine Augen sehe. Der Blick trifft also nicht nur den äusseren Menschen, wie er körperlich aus dem Körper der Mutter geboren ist, sondern den inneren Menschen, die Seele, die sich im Augen-Ausdruck als dem Fenster der Seele und in der Mimik äussert. In diesem Spiegelbild erfuhr der Mensch einen komplexen Aufschluß über sich selbst:

- Er sah sich in unlöslicher Verbindung mit der Tiefe unter ihm, die sein Bild- und so ihn selbst- unfassbar und unergründlich geheimnisvoll trug.
- Er sah sich im Lichte vom Himmel über ihm. Ohne dieses vermag er nichts – werder von sich selbst, noch von seiner Welt- wahrzunehmen.
- Er nimmt aus der Vertikalen, von oben her, in der Horizontalen sich selbst in seinem Bilde wahr. Er ist die geheimnisvolle Verbindung beider.
- Mit seinem Bilde nahm er auch die Bilder anderer Menschen wahr, die sich so wie er selbst begegneten: Jeder hatte sein ihm eigenes Geheimnis.
- Die Wahrnehmung der Seele- aus unermesslichen Höhen geschenkt, von unergründlicher Tiefe getragen- entsteht nur in der Stille. Bewegungen- Wind,Wellen,Strömungen und Strudel- stören, ja zerstören die Begegnung mit dem Geheimnis der Seele. Erst recht im Griff nach dem Bilde selbst, nach der Tiefe des eigenen Ursprungs und Geheimnisses, zerfließt die Bewegung- sie entzieht sich, wie Wasser, jedem Zugriff.


Das Bild im deutschen Wort Seele zeigt also einige Grundzüge dessen, was durch die biblische Sicht über die Seele bekannt ist, wenngleich der eigentliche Inhalt, der Bezug zum lebendigen Gott- und damit das Entscheidende – fehlt.


7.
Konsequenzen
Der gewonnene Zugang in den Bildern der hebräischen, teilweise auch der griech. und der deutschen Wortbedeutung zeigt nun einige Konsequenzen, die sich zur Beurteilung des heute üblichen Umgangs mit Menschen ergeben, die bei uns weithin von griech.-humanistischem Denken bestimmt ist:
In der gegenseitigen Bedingung und Durchdringung von (vertikal) Geistigem und (horizontal) Irdischem des Menschen als näphäisch ist es in der Regel außerordentlich schwer, differenzierend das eine vom anderen zu unterscheiden. Den Zugang dazu öffnet erst die biblische Klärung: Zur irdischen Komponente der Seele gehört das Körperliche, zur Geistigen etwa Sinn- und Wertfragen und –entscheidungen.
Der Griff nach dem Unfassbaren der Seele wird oft durch den Trick ermöglicht, die Seele auf einen ihrer Teilaspekte zu reduzieren: Als Redukt erscheint es greifbar, so dass es einer Konzeption unterworfen und in ein Denk- und Arbeitsmodell gefasst werden kann. Als Material wird es wissenschaftlicher Durchdringung und methodischer Bearbeitung in der Faszination der Machbarkeit zum Konstrukt gestaltet. Zugleich geht die Einsicht verloren, dass die Seele damit selbst verloren ist: Der Mensch als Modell und als Material psychotechnischer BMarbeitung ist seelenlos.
Die Vorstellung von Ganzheit ist von vornherein verfehlt, wen sie nicht von Gott als Ursprung ausgeht und als Ziel zu ihm hinführt. Ganzheit als Addition von Teilen (etwa Verstand plus Gefühl) ist Selbsttäuschung. Der ursprünglichen Verbindung zu Gott dient die biblische Sicht des Menschen als Seele.


oui

PS: Denk sehr gut nach, bevor Du postest, am besten 2 X drüber schlafen. großes Grinsen
Wolf
Nun liebe oui, es ist sehr nett von Dir, mir Deine enzyklopedische Sammlung zu unterbreiten. Einserseits kenne ich das Material jedoch bereits /plus die dutzendfache Menge dazu) und bin nach Analyse auch meiner eigenen Seele zu dem Schluß gelangt, dass das hier vorgelegte Model in jeder Hinsicht die Bedingungen der fundierten Wissenschaftlichkeit erfüllt. Anderseits habe ich nicht auf Brockhaus, die Hebräer oder seelische Lage der Nation reagiert, sondern auf Deine samt Deine beeindruckenden Metapher, und Dir mein Seelenmodel zwecks kritischer Prüfung ob Machbarkeit einer Analogie vorgelegt. Lasse Dir bei dem Entwurf einer Stellungnahme/ Fragen zu Unklarem, Verbesserungsvorschläge für etwa entdeckte logische Ungereimtheiten) in aller Ruhe Zeit, so lange Du willst. Falls ich nicht sofort reagiere, klingel auf dem Knopf unten an.

Bis dahin alles Gute und viel Vergnügen!

Dein W.
oui
Zitat:
Einserseits kenne ich das Material jedoch bereits /plus die dutzendfache Menge dazu) und bin nach Analyse auch meiner eigenen Seele zu dem Schluß gelangt, dass das hier vorgelegte Model in jeder Hinsicht die Bedingungen der fundierten Wissenschaftlichkeit erfüllt.

Ein Model ist entweder eine (a.)Hohlform oder ein (b.)Fotomodell.
Ein Modell ist ein (c.)Entwurf.
Du sprichst hier also von......(bitte entsprechenden Buchstaben einsetzen)?

Und:
Sprichst Du von Deinem o. meinem Modell, das die Bedingungen der fundierten Wissenschaft erfüllt?

Wie kann überhaupt etwas, das im Bereich liegt, in dem unsere greifbare Welt zu Ende ist, die Bedingungen der fundierten Wissenschaften erfüllen, dazu noch in jeder Hinsicht? geschockt

Zitat:
[...] und Dir mein Seelenmodel zwecks kritischer Prüfung ob Machbarkeit einer Analogie vorgelegt.

Könntest Du das polnisch-deutsch bitte etwas eleganter verdeutschen, damit diese o. jene Deutung meinerseits ausgeschlossen wird?


oui
Wolf
Zitat:
Bis dahin alles Gute und viel Vergnügen!
oui
Zitat:
oui: Was sind für Dich Qualitätsmerkmale eines nahrhaften Austausches?


Zitat:
Wolf: Fehlende Egozentrik, bzw. Vermögen, sich in seine Mitmenschen hineinzuversetzen vor allem; dazu gehört auch die Fähigkeit, alle eigenen Bedürfnisse, bis auf die Liebe zu dem Weisen in allen Dingen, hinten an zustellen
Wolf
Zu den Qualitätsmerkmalen eines nahrhaften Austausches ... gehört auch die Fähigkeit, alle eigenen Bedürfnisse, bis auf die Liebe zu dem Weisen in allen Dingen, hinten an zustellen.

Zitat:
Ein Model ist entweder eine (a.)Hohlform oder ein (b.)Fotomodell. Ein Modell ist ein (c.)Entwurf. Du sprichst hier also von......(bitte entsprechenden Buchstaben einsetzen)?

Vielleicht täusche ich mich ja, aber bei so viel Weisheit gibt es in meinen Augen einfach nichts mehr zu sagen; Du weißt schon alles.
oui
Zitat:
Vielleicht täusche ich mich ja, aber bei so viel Weisheit gibt es in meinen Augen einfach nichts mehr zu sagen; Du weißt schon alles.

Oh - welche Lösung gäbe es denn ?
Darf ich Dir anbieten, ab jetzt nur noch die Hälfte zu wissen?

oui